Mahmud Abbas alias Abu Mazen (3): Vermutlicher PA-Premierminister ist ein Holocaust-Leugner

Rafael Medoff, Jewishsf.com, 26. Februar 2003

Währen die Europäische Union Yassir Arafats Entscheidung lobt, seinen ersten Premierminister zu ernennen, zuckten Holocaust-Historiker bei der Nachricht zusammen, dass ein führender Kandidat für die Stelle der Autor eines Buches ist, das leugnet, dass die Nazis 6 Millionen Juden ermordeten.

Der Kandidat ist Mahmud Abbas (auch bekannt als Abu Mazen), Arafats Stellvertreter; sein Buch, das 1983 auf Arabisch veröffentlicht wurde, kann übersetzt werden mit: „Die andere Seite: Die geheimen Beziehungen zwischen dem Nazismus und der Führung der zionistischen Bewegung“. Es war ursprünglich seine Dissertation, die er am Moskauer Orient-Kolleg schrieb.

Der Buch wiederholt versucht, die Tatsache mit Zweifeln zu belegen, dass die Nazis 6 Millionen Juden abschlachteten. Das besagt eine Übersetzung, die vom Simon Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles zur Verfügung gestellt wird.

„Nach dem Krieg“, schreibt Abbas, „wurde verbreitet, dass 6 Millionen Juden unter den Opfern waren und dass ein Vernichtungskrieg besonders auf die Juden zielte… Die Wahrheit ist, dass niemand diese Zahl bestätigen oder widerlegen kann. Mit anderen Worten: Es ist möglich, dass die Zahl jüdischer Opfer 6 Millionen erreichte, aber gleichzeitig ist es möglich, dass die Zahl viel geringer ist – weniger als eine Million.“

Abbas leugnet, dass die Gaskammern benutzt wurden, um Juden zu ermorden, und zitiert eine „wissenschaftliche Studie“ hierzu, die der französische Holocaust-Leugner Robert Faurisson erstellte.

Abbas’ Buch behauptet dann weiter: „Der Historiker und Autor Raoul Hilberg glaubt, dass die Zahl 890.000 nicht übertroffen wird.“

Das ist natürlich komplett falsch. Hilberg, ein angesehener Historiker und Autor der klassischen Studie „Die Vernichtung der europäischen Juden“ hat nie so etwas gesagt oder geschrieben.

Abbas glaubt, dass die Zahl von 6 Millionen das Produkt einer zionistischen Verschwörung ist: „Es scheint, dass es das Interesse der zionistischen Bewegung ist, diese Zahl aufzublähen, damit ihre Gewinne größer sein werden“, schreibt er. „Das führte dazu, dass sie diese Zahl betonen, um die Solidarität der internationalen öffentlichen Meinung für den Zionismus zu gewinnen. Viele Forscher haben die Zahl der sechs Millionen diskutiert und sind zu erstaunlichen Schlussfolgerungen gekommen – was die Zahl der jüdischen Opfer auf ein paar Hunderttausend festlegte.“

Eine weitere Lüge. Fakt ist, dass kein ernst zu nehmender Forscher eine solche Zahl vorschlägt.

Nachdem er das Ausmaß des Schlachtens der Nazis verringerte, damit es nicht länger ein wirklicher Holocaust zu sein scheint, versucht Abbas die Nazis rein zu waschen, indem er die zionistische Führung an deren Staat für jegliche Tötungen verantwortlich macht. Nach Abbas wurde „eine Partnerschaft zwischen Hitlers Nazis und der Führung der zionistischen Bewegung eingerichtet… [Die Zionisten] gaben jedem Rassisten der Welt, angeführt von Hitler und den Nazis, die Erlaubnis die Juden nach Wunsch zu misshandeln, so lange sie die Immigration nach Palästina garantierten.“

Zusätzlich zur Ermutigung der Verfolgung der Juden, damit diese ins Heilige Land immigrierten, wollten die Zionistenführer auch, dass Juden ermordet wurden , weil – nach den Worten von Abbas – „mehr Opfer zu haben bedeutete, größere Rechte und stärkere Privilegien am Verhandlungstisch zu bekommen, wenn die Ausbeute des Kriegs geteilt würde, sobald er einmal vorbei ist. Da aber der Zionismus kein kämpfender Partner war – der Opfer in der Schlacht erlitt – hatte er keine andere Wahl, als Menschen zu opfern, in welchem Namen auch immer, um die Zahl der Opfer zu erhöhen; mit diesen konnten sie dann bei der Abrechnung prahlen.“

Vielleicht waren solche Gedanken im Kreis von Abbas’ Studienkollegen in der Sowjetunion der 70-er Jahre üblich. Aber in der freien Welt ist solche Propaganda nie als seriöse Wissenschaft akzeptiert worden.

In den meisten westlichen Ländern sind die Holocaust-Leugner als Ausgestoßene behandelt worden. In Kanada und vielen europäischen Ländern ist Holocaust-Leugnung ein Rechtsverstoß. In Neuseeland veröffentlichte die Canterbury University eine Entschuldigung, weil eine Doktorarbeit angenommen wurde, die den Holocaust leugnete, während der französische Erziehungsminister einen Doktortitel aberkannte, der einem Holocaust-Leugner von der Universität von Nantes verliehen wurde. Ein polnischer Universitätsprofessor, der den Holocaust leugnete, wurde von seinem Amt suspendiert. Der japanische Verlag Bungei Shunju schloss eine seiner Zeitschriften, weil sie einen Artikel gedruckt hatte, der den Holocaust leugnete.

Internationaler Druck zwang den kroatischen Präsidenten Fanjo Tudjman, öffentlich Erklärungen seines Buches zurückzunehmen, die bezweifelten, dass der Holocaust stattgefunden hatte. Jörg Haider, Führer der österreichischen Freiheitspartei, wurde von der internationalen Gemeinschaft wegen seiner Bemerkungen geächtet, in denen er die Mitglieder der SS lobte, wie auch den französischen Politiker Jean-Marie Le Pen, der die Existenz der Gaskammern in frage stellte und die Bedeutung des Holocaust verharmloste. Ein Umfrage fand vor Kurzem heraus, dass 64 Prozent der Amerikaner glauben, Führer der Welt sollten es gleicherweise ablehnen, sich mit Abbas zu treffen.

Trotzdem haben manche in den Medien Abbas mit Glacéhandschuhen angefasst, was noch harmlos ausgedrückt ist. Das offizielle Dossier der BBC News berichtet über Abbas: „Abbas ist ein hoch intellektueller Mann, der in Ägypten Jura studierte, bevor er in Moskau seinen Doktor machte. Er ist Autor mehrerer Bücher.“ Die New York Times charakterisierte Abbas kürzlich als „einen Juristen und Historiker… Er hat einen Doktor der Geschichte vom Moskauer Orient-Kolleg; das Thema seiner Doktorarbeit war der Zionismus.“ Weder die BBC noch die „Times“ boten irgendeine weiter führende Erklärung zu den Inhalten von Abbas’ Schriften an.

Mahmud Abbas den Titel „Historiker“ zu gewähren, belohnt seinen Schriften eine Größe, die sie nicht verdienen und ist eine unglaubliche Beleidigung eines jeden echten Historikers.

Wenn Abbas auf den Posten des Premierministers der Palästinensischen Autonomie gehoben wird, werden nicht nur die Medien, sondern die gesamte internationale Gemeinschaft mit der Frage konfrontiert werden, ob Abbas es verdient anders behandelt zu werden als Tudjman, Haider oder Le Pen.

——

Das von Abbas geschriebene Buch „Die andere Seite: …“ taucht selbst in so weit entfernten Staaten wie Kuba auf. Dort ist es u.a. Grundlage eines Buches eines palästinensisch-stämmigen Journalisten der Regierungszeitung „Prensa Latina“, Nabil Khalil, Khalil, mit dem Titel „Propagandistas del Terror“ (Werbefachleute des Terrors). Khalil zitiert aus dem 1988 in Kuba erschienen Buch von Abbas, wenn er schreibt, dass die Nazis einige hunderttausend Juden töteten (die Zahl von sechs Millionen ist „eine Erfindung der Zionisten“), aber dass die Nazis das gar nicht wollten – sie seien von den Zionisten dazu gezwungen worden, das zu tun, weil es diesen gelegen kam.
(vgl.: Moíses Asís: Judaism in Cuba 1959 – 1999, ICCAS Occasional Paper Series, December 2000, S. 10)
Das Palestine Media Center (PMC) berichtet über die Frage der Abstimmung über einen Ministerpräsidenten-Posten am 8.3.2003 (http://www.plaestine-pmc.com/details.asp?cat=1&id-637 – Link nicht mehr aktiv):

Der Zentralrat der Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) hat am Samstagmorgen auf einer zweitägigen Sitzung in Ramallah in der besetzten Westbank mit einer Tagesordnung von fünf Punkten zu diskutieren begonnen, wobei sich hauptsächlich auf einen Entwurf einer palästinensischen Verfassung und die Bestätigung der Nominierung eines Premierministers durch Präsident Yassir Arafat konzentriert wird.

Der Zentralrat wird über den Posten eines palästinensischen Premierministers in seiner Schlusssitzung am Sonntagnachmittag abstimmen, ohne in die Aufgaben und Machtbefugnis des Premiers einzugreifen, sagte der Sprecher des Nationalrats der PLO, Salim el-.Za’noun, der den Sitzungen des Zentralrats vorsitzen wird.

(Es wird aus der Stellungnahme der griechischen EU-Ratspräsidentschaft zitiert:) „Diese Entscheidung, von der wir hoffen, dass sie vom Palästinensischen Legislativrat ratifiziert wird, bringt die notwendigen Reformen auf der palästinensischen Seite voran … und schafft die Bedingungen, einen Weg zu einer friedlichen Lösung (der Krise im Nahen Osten) zu öffnen.“
[heplev: Wieso öffnet die Schaffung des Premierminister-Postens den Weg zur Lösung des Konflikts? Hat das irgendetwas mit der Änderung der Einstellung der Araber zu Israel zu tun? Oder ist das nicht viel mehr eine Maßnahme, die dem Westen – einmal mehr – Sand in die Augen streut und vom Westen mit Begeisterung angenommen wird?]

Abbas, 68, alias Abu Mazen, argumentierte früh in seiner politischen Karriere für den politischen Dialog mit Israel. In jüngerer Vergangenheit kritisierte er die Militarisierung der Intifada, die Ende September 2000 ausbrach und drängte seine palästinensischen Landsleute sich für friedlichen Widerstand gegen die israelische Besatzung zu entscheiden.

„Alle palästinensischen Fraktionen sollten klar ihre Verpflichtung zur Beendigung der militärischen Operationen erklärten, in allen Formen, total und nicht partiell“, sagte er im letzten Dezember.

Er sagte, die Palästinenser sollten „zu den Mitteln des Widerstands des ersten Aufstands gegen Israel“ von 1987 bis 1993 zurückkehren, „einschließlich Steine Werfen, Demonstrationen und andere Mittel friedlichen Protests“.

Und im Februar, während eines offiziellen Besuchs in Moskau, kündete er an, dass die „palästinensische Führung entschieden hat die Intifada für ein Jahr zu entmilitarisieren“.

(So weit der PMC-Bericht.)

Der Behauptung des PMC, Mahmud Abbas sei bereits früh in seiner politischen Karriere für einen politischen Dialog mit Israel eingetreten, stehen seine Dissertation in Moskau und das daraus entstandene Buch entgegen, die vor antisemitischen Phrasen strotzen. Dort ist nichts von Ausgleich zu finden, nur Verleumdung und Hetze.

Bezüglich der Aussetzung der „militärischen Intifada“ bleibt nur anzumerken: Einmal abgesehen davon, dass praktisch alle palästinensischen Fraktionen (vor allem aber die Terror ausübenden, auch die der Fatah und PLO von Arafat und Abbas!) die „Aussetzung der Intifada“ ablehnen: Was soll diese Aussetzung heißen? Nach einem Jahr geht’s dann wieder los? Es folgt keinerlei Aussage dazu, was nach diesem einen Jahr passieren soll: Gibt es unter bestimmten Bedingungen einen Verzicht auf Gewalt oder wird sie einfach wieder aufgenommen, weil Israel genügend Konzessionen gemacht und Rückzüge durchgeführt hat? Warum macht die PLO nicht endlich ernst mit ihren Versprechen und Verpflichtungen von 1993: Ablehnung der Gewalt als Mittel überhaupt! Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

Es ist erstaunlich, wie schnell man von moderaten Palästinensern redet: Da ist einer vermeintlich dafür, dass keine Bomben und Raketen mehr benutzt werden, sondern primitivere tödliche Mittel (Steine, Molotov-Cocktails, Schusswaffen – die „Mittel“ der „ersten Intifada“) und dann wird von „friedlichem Protest“ geschwärmt. Der Einsatz von Steinen als Wurfgeschosse und Kampfmittel wird bei jeder Demonstration in Deutschland als massive Verletzung der Demonstrations- und Meinungsfreiheit und vor allem als unzulässiger Einsatz von Gewalt gewertet, der massiv juristisch verfolgt wird – nicht als „friedlicher Protest“. Warum soll das in Israel anders sein? Aber „Abu Mazen“ wird als Friedensengel dargestellt, weil er die Gewalt etwas herunter fahren will. Ein wirklich moderater oder Friedensvertreter würde die Gewalt beenden wollen!

Der vermeintliche Friedenswille lässt sich auch über die vermeintliche Ablehnung von Selbstmordanschlägen widerlegen. Wenn man sich die Begründungen Mahmud Abbas‘ ansieht, dann muss man feststellen, dass er solche Anschläge nicht ablehnt, weil sie unmoralisch sind; er lehnt sie ab, weil sie angeblich den Israelis in die Hände spielen! Also nicht: Das ist nicht richtig, solche Anschläge zu verüben, sondern: Das ist zur Zeit kein gutes Mittel, macht es, wenn es mehr nutzt! Darauf soll Hoffnung gesetzt werden?

In einem Interview mit der arabischsprachigen Londoner Tageszeitung Asharq al-Awsat verdeutlichte Abbas darüber hinaus, was er unter einer „Pause der Militarisierung der Intifada“ versteht (das Interview wurde unmittelbar nach einem Terroranschlag bei Hebron geführt): „Die Beschränkung gilt nur ‚Shahada’-Operationen (Selbstmord-Anschlägen) und Angriffen in Tel Aviv oder Jerusalem“. Alles, was in den „besetzten Gebieten“ an Mord und Totschlag gegen Juden passiert, ist nach seiner Aussage in Ordnung! So viel dazu, wie eine „Entmiltarisierung“ der Intifada nach Mahmud Abbas aussieht. Der Begriff ist toll, er hört sich gut an und die Europäer springen voll drauf an – und übersehen geflissentlich, dass wieder einmal von arabischer Seite der Nebelwerfer benutzt wird.

Bestätigt wird das auch durch ein Interview in Israel Radio, das mit Qadura Fares, Repräsentant des Palästinensischen Legislativrats, am 9. März 2003 geführt wurde (per Email-Newsletter übermittelt/berichtet von IMRA, 9.3.2003):

Moderator Chaim Zisovich fragte nach Abu Mazens Aufruf von letzter Woche, Siedler zu ermorden. Fares antwortete (in fehlerlosem Hebräisch), dass „Widerstand gegen die Besatzung“ legitim sei und fortgeführt würde, bis die Palästinenser überzeugt seien, dass ernsthafte Verhandlungen geführt würden, unter denen Israel die Besatzung beendet.

Unter dieser Formel ist die Haltung „moderat“, dass Juden ermordet werden können, so lange Israel an irgendeinem Gebiet fest hält (z.B. French Hill, Ramat Eshkol und das jüdische Viertel in Jerusalem), das die Palästinenser als „besetzt“ bezeichnen.

Lügen wir uns nicht in die eigene Tasche: Der „moderate“ Politiker Mahmud Abbas ist nicht, was man ihm hier gerne zuspricht. Er ist eine Variante des „Vernichtet Israel“-Konzepts, das sich ein bisschen weniger brutal und offen gibt als z.B. Hamas und Islamischer Jihad. Aber er ist kein Moderater, er ist keiner, dem man vertrauen kann – und schon gar keiner, auf den man Hoffnungen setzen könnte, dass sich die Lage in Nahost effektiv verbessert.

Unterstützt wird die Falsch-Wahrnehmung besonders deutlich von einer Meldung in Ma’ariv vom 20.04.2003:

Abu Mazen sprach vor der Fatah-Führung:

„Israels schwache Stelle ist die Art, wie seine Regierung mit Politik umgeht. Es reicht aus, von palästinensischer Seite ein paar öffentliche Maßnahmen einzusetzen und eine beschwichtigende Erklärung abzugeben, um einen Sieg zu erzielen.“

Dies, kombiniert mit dem Wissen, dass Mahmud Abbas ein starker Befürworter des PLO-Stufenplans zur Vernichtung Israels ist, dürfte wohl Eindruck genug machen, wenn man sich nicht nur noch Sand in die Augen streuen lassen will. Schauen wir weiter weg, damit die Palästinenserführung sich weiter über die Idioten im Westen freuen kann, die alles glauben wollen, was nie so gemeint wurde, wie die Europäer es auslegen!


Ergänzung vom 2.4.2003: (IMRA)

Der „moderate“ Abu Mazen bietet der Hamas das Erziehungsministerium an

Israel Television Kanal 2-Korrespondent Suliman a-Shafi berichtete heute Abend, dass Abu Mazen der Hamas zwei Kabinettposten angeboten hat, wenn sie sich einverstanden erklärten, der Regierung beizutreten, die er bildet. Mazen, den viele als „moderat“ unterstützen, bot Hamas die Kontrolle des Erziehungsministeriums an.
Es ist nicht klar, wie die Übergabe des Erziehungministeriums mit der Beendigung der Hetze in den Schulen in Einklang gebracht werden kann.


Ergänzung vom 24.4.2003: (honestreporting.com)

Honestreporting.com nimmt zuerst die Wahrnehmung von Mahmud Abbas in der westlichen Presse anhand einer Meldung von Associated Press auf’s Korn:

Associated Press gab am Donnerstag die Meinung der größeren Medien wieder, als sie über Abu Mazens Referenzen beim Vorgehen gegen Terror zitierte und erklärte, dass er „ein ausgesprochener Kritiker der Angriffe auf Israelis durch militante Palästinenser“ ist.

Dann zitieren sie eine Beobachtung von TheMediaLine (http://www.themedialine.org/news/news_detail.asp?NewsID=1550:

Man bekommt den Eindruck, der neue Führer tauche aus einem friedfertigen, nicht gewalttätigen palästinensischen Lager auf. Tatsächlich erwarb sich Abu Mazen den Titel eines Moderaten in einer gefeierten Rede im November 2002, in der er erklärte: „Wir können unser Ziel nicht durch die Anwendung von Gewalt erreichen.“ Später allerdings ordnete er seine Erklärung geflissentlich ein, wobei er für Gewalt gegen Israelis eintrat, die jenseits der grünen Linie leben und klärte auf, dass „wir nicht sagten, wir würden den bewaffneten Kampf beenden. Wir sagten, dass die Militarisierzung der Intifada aufhören sollte… Es gibt keine andere Möglichkeit, als sie für ein Jahr auszusetzen und das wird nicht so gesehen werden, als würden wir klein beigeben.“ Diese eindeutig feindseligen Statements von Abu Mazen wurden bis vor Kurzem auf der offiziellen Internetseite der IDF aufgeführt, um die Unterstützung des Terrors durch die palästinensische Führung zu verdeutlichen. Wie auch schon Ha’aretz bemerkte, wurden sie letzten Monat von der Internetseite entfernt, offenbar in dem Versuch, Abu Mazen Legitimität für seinen Aufstieg zur Macht zu geben.

Die IDF scheint mit Washington übereinzustimmen, dass Abu Mazen die beste von vielen schlechten Möglichkeiten ist, Arafat in der palästinensischen Führung abzulösen. Aber lassen Sie uns seinen Hintergrund nicht vernebeln:

– 1964 war Abu Mazen einer der Gründer der PLO/Fatah (die Eltern des modernen Terrorismus) und ist zur Zeit Kopf des PLO-Exekutiv-Komitees.

– Abu Mazens Unterstützung des palästinensischen Rückkehrrechts der Flüchtlinge – einer der wichtigsten Gründe für das Scheitern der Oslo-Vereinbarungen, die er selbst verhandelte.

– wichtige jüdische Gruppen, darunter das American Jewish Committee, das Simon-Wiesenthal-Zentrum und die Zionist Organization of America, haben Abu Mazen wegen seines den Holocaust verleugnenden Buchs von 1983 kritisiert („Die andere Seite: Die geheime Beziehung zwischen dem Nationalsozialismus und der zionistischen Bewegung“).

– Abbas wird von den Palästinensern weit gehend als korrupt wahrgenommen, was durch seinen Bau einer prächtigen Villa für 1,5 Millionen Dollar in einem von Armut geschüttelten Bereich von Gaza unterstrichen wird.

– Schließlich erinnern wir daran, dass Abu mazen nie für ein öffentliches Amt gewählt, sondern direkt von Arafat ernanntn wurde. Das ist deutlich nicht das, was Präsident Bush meinte, als er im letzten Juni erklärte: „Ich rufe das palästinensische Volk auf neue Führer zu wählen, Führer die nicht durch Terror kompromittiert sind. Ich rufe es auf, eine praktizuierende Demokratie aufzubauen.“


Abu Mazen bezahlte das Massaker von München – Arutz-7-Newsletter, 29.04.2003

Abu Mazen ist nicht so frei vom Terrorismus wie es geschienen haben mag – und er ist tatsächlich mit einem der bekanntesten terroristischen Verbrechen des 20. Jahrhunderts verbunden: dem Massaker an elf israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen in München 1972.

Mahmud Abbas, bekannt als Abu Mazen, lange Zeit der Schatzmeister der PLO, war der mann, der die Gelder für den Anschlag bereit stellte – so Informationen, die von der israelischen Anwältin Nitsana Darshan-Leitner zusammengestellt wurden. Darshan-Leitner ist die Direktorin des Shurat Hadin Israel Law Center.

Darshan-Leitner sagte Arutz-7, dass Quellen in der PA ihr erzählten, dass es lächerlich sei zu behaupten, Abu Mazen sei nie in Terrorismus verstrickt gewesen. Zusätzlich sagte Abu Daoud, der den Münchener Anschlag ersonn, dass Abu Mazen die Finanzierung zur Ausführung regelte. Daoud machte diese Anschuldigungen in seiner Autobiographie „Palestine: From Jerusalem to Munich“ (Palästina: Von Jerusalem nach München; 1999 auf Französisch erschienen) und ein weiteres Mal in einem Interview vom letzten August in „Sports illustrated“. Abu Daoud nannte Abu Mazen „den Finanzier unserer Operation“ – wenn er das auch später anders einordnete, indem er sagte, dass Abu Mazen nicht wusste, wofür das Geld genutzt wurde. Darshan-Leitner winkte dazu ab: „Ist es logisch, dass der Schatzmeister der Fatah nicht wusste, was mit dem Geld, das er heraus gab, gemacht werden solte? Jeder wusste, dass der „Schwarze September“ [die Gruppe, die das Münchener Massaker ausführte] Fatahs Fassade für Terrorismus war!“

Darshan-Leitner hat an US-Präsident Bush und Kanzler Schröder geschrieben; sie ruft zu Untersuchungen der Rolle Abu Mazens beim Münchener Anschlag auf. Bush lobte Abu Mazen letzte Woche als „einen Mann, der sich dem Frieden verpflichtet hat“ und deutete an, dass er ihn bald zu Gesprächen ins Weiße Haus einladen würde. Der Brief der Anwältin macht darauf aufmerksam, dass Bush sagte, dass er sagte, er würde keine diplomatischen Kontakte mit denen pflegen, die von einer terroristischen Vergangenheit belastet seien – aber „es scheint so zu sein, dass der neue Palästinenserführer, auf den die USA und Israel jetzt alle ihre Hoffnungen setzen, ebenfalls an mörderischen Angriffen beteiligt war, die vom ‚Schwarzen September‘ der PLO verübt wurden.“

Abu Daoud gab in einem Interview über das Münchener Massaker für einen Film mit dem Titel „Ein Tag im September“ zu, dass der „Schwarze September“ nur ein Tarnname war, der von Mitgliedern der Fatah benutzt wurde, wenn sie Terroranschläge ausführen wollten. WorldNetDAily.com berichtet, dass der terroristische PLO-Mörder sich erinnerte, wie Arafat und Abu Mazen ihm beide Glück wünschten und ihn küssten, als er sich daran machte, den Anschlag von München zu planen.

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