Salah Shehadeh (3) – 3 weitere Reaktionen auf den Luftangriff

Sehr früh am 23.07.2002 schoss die israelische Luftwaffe von einem F-16-Kampfflugzeug aus eine Rakete in ein Wohnhaus in Gaza Stadt. Dort hielt sich Salah Shehadeh auf, der auf der israelischen Liste der meist gesuchten Terroristen seit Monaten ganz weit oben stand. Der Sprengkopf der Rakete zerstörte nicht nur Shehadehs Haus, sondern auch einige im Umfeld. Dabei kamen mindestens 15 Menschen um (einschließlich Shehadeh und seiner Familie), der Großteil davon Kinder; rund 150 wurden verletzt. Israel wurde unverzüglich weltweit heftig verurteilt. Ich persönlich stimme Daniel Pipes zu: Es handelte sich um einen gerechtfertigten Angriff (zeitlich wie auch bezüglich des Ziels) mit den falschen Waffen. Aber das muss jeder selbst entscheiden. Daher diese Zusammenstellung.

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Anmerkung von Arutz-7 am 25.04.2002:
Interessanterweise wurden heute zehn arabische Zivilisten gesucht, aber trotzdem war kein internationaler Aufschrei zu hören. Palästinensische Terroristen legten eine Bombe vor einem Slum von Jenin, um sie gegen israelische Panzer einzusetzen. Die mächtige Explosion jagte aber versehentlich einen Bus der UNRWA mit arabischen Passagieren in die Luft. Die Bombe wurde aus einer Gasflasche gebaut und mit Sprengstoff verbunden.

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Eyeful in Gaza
David Warren, Ottawa Citizen, 24. Juli 2002 (Auszug)


Den Israelis muss klar gewesen sein, dass das Risiko von „kollateralen“ Opfern hoch war – wahrscheinlich einschließlich von Kindern -, als sie sich für den Angriff aus der Luft entschieden. Man wusste, dass Shehadeh wie andere führende Terroristen mit reichlich „menschlichen Schutzschilden“ unterwegs war; in diesem Fall scheint es so, dass, zusätzlich zu seinen eigenen, mindestens sechs Kinder in seiner direkten Umgebung schliefen. Unter den Toten war auch Zahar Hasser, der von den westlichen Medien als Shehadehs Bodyguard bezeichnet wird, in Wahrheit aber sein Adjutant war.

Warum also riskierten die Israelis die öffentliche Prügel, die einer solchen Missin folgt? Sie wählten diese Methode, weil die Alternative – auf dem Boden einzumarschieren – weitaus mehr Tote zur Folge gehabt hätte – auf beiden Seiten. Denn Shehadeh wurde spät Montagabend in seiner Wohnung in einem Haus in der Nähe des Zentrums von Gaza gefunden. Um auf dem Boden dort einzudringen, hätte es einer Hubschrauberlandung in der Art des Mogadischu-Einsatzes im Herzen der Stadt bedurft oder den langen Weg mit Panzern zu gehen. In beiden Fällen wäre die Zerstörung ein Mehrfaches der von Jenin gewesen. Die gewählte Methode war die, die das wenigste menschliches Leben kostete.

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Unter dem Titel „Medienschutt in Gaza“ fasst Honestreporting.com Berichte und Bewertungen aus amerikanischen und englischen Zeitungen in 6 Punkten zusammen:
(1) Shehadeh operierte aus einem dicht besiedelten Viertel heraus, weil er genau wusste, dass die Zivilisten als menschliche Schutzschilde gegen jeden israelischen Versuch zu seiner Tötung dienen würden

In der New York Post erklärt John Podhoretz („Hamas tötet die eigenen Leute, 24.7.02, http://www.nypost.com/postopinion/opedcolumnists/53201.htm), dass die Verantwortung für die zivilen Opfer auf dem toten Terroristen lastet:

„Die Vierte Genfer Konvention geht sehr ins Detail und arbeitet genau heraus, wie Schuld zugewiesen werden soll, wenn militärische Aktivitäten in zivilen Gebieten durchgeführt werden… Hamas befindet sich mit Israel im Krieg. Aber statt sich von der normalen Bevölkerung in militärische Lager abzusetzen und Uniformen zu tragen, wie es vom internationalen Recht verlangt wird, versuchen Hamas-Mitglieder und andere palästinensische Terroristen Zivilisten – die erwähnten „geschützten Personen“ (Vierte Genfer Konvention) 3:1:28 – als lebende Deckung zu benutzen. Um so etwas zu vermeiden, gibt das internationale Recht unter diesen Umständen Israel ausdrücklich das Recht militärische Operationen gegen militärische Ziele durchzuführen.“

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(2) Israel bewies in Jenin, dass es, wo immer möglich, alles unternehmen wird, zivile Verluste zu minimieren – sogar auf Kosten seiner eigenen Soldaten. In Gaza war eine solche Haus-zu-Haus-Aktion nicht möglich und würde wahrscheinlich weitaus größere Opferzahlen auf beiden Seiten zur Folge gehabt haben. (Der Milwaukee Journal-Sentinal schreibt ganz naiv, dass Shehadeh wie Barghouti hätte verhaftet werden und vor Gericht gestellt werden können – – http://www.jsonline.com/news/editorials/jul02/61035.asp)

Die Chicago Sun Times schreibt (“Hamas ist für die zivilen Toten verantwortlich”, 24.07.02)

Israel sagt, es habe den Angriff auf Hamas-Terrorhirn Salah Shehadeh vor Dienstag bereits dreimal angesetzt und wegen Sorgen um zivile Opfer wieder verschoben. Als die Bombe geworfen wurde, sagt Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer, „war unser Informationsstand, dass keine Zivilisten bei ihm waren.“ Israels Feinde und die, die vom jüdischen Staat immer das Schlimmste denken, lehnen diese Erklärung rundheraus ab. Aber angesichts der israelischen Geschichte zu versuchen zivile Opfer zu vermeiden – wie z.B. die Entscheidung, keine Luftangriffe auf die Terrorzentrale in Jenin zu fliegen (erinnern Sie sich an all die palästinensischen Behauptungen eines Massakers, das sich als komplette Fälschung herausstellte?) – denken wir, dass es gute Gründe gibt, den Israelis zu glauben. (http://www.suntimes.com/output/commentary/cst-edt-edits24.html)

Eine weitere Verteidigung des israelischen Vorgehens kommt aus der St. Louis Post-Dispatch:

Der israelische Angriff auf Shehadeh war weitaus gerechtfertigter als der Amerikanische Angriff [HE: in Afghanistan]. Im Gegensatz zu den Israelis haben die USA immer noch keine schlüssige Geschichte dazu, warum sie eine Bombe auf eine Hochzeitsfeier warfen. Ein Bericht in der New York Times deutete diese Woche an, dass die USA hunderte von unschuldigen Zivilisten in einer Reihe von Vorfällen getötet haben, weil sie über unzuverlässige Informationen über mögliche Ziele verfügten. (http://honestreporting.com/a/r/261.asp)

Militäroperationen sind immer so angelegt, dass die eigenen Verluste möglichst gering gehalten werden, Im Golfkrieg gegen den Irak machte das amerikanische Militär fast 100.000 tote Irakis geltend, bei ungefähr 225 amerikanischen Verlusten. Im amerikanischen Krieg gegen Al Qaida sind tausende Feinde neben den geschätzten 700 Zivilisten getötet worden – verglichen mit weniger als 50 Mann Verlusten bei den kämpfenden Amerikanern (von denen 80 Prozent aus Unfällen und „freundlichem“ Feuer resultieren).

Wie US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte: „Dies ist ein Krieg, der uns von Terroristen aufgezwungen wurde… Wir geben uns alle Mühe keine Zivilisten zu verletzen, aber wenn Zivilisten verletzt werden, liegt die gesamte Verantwortung bei den Terroristen, die sie als Deckung benutzen…“

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(3) Die Medien zitieren palästinensische Quellen, dass die Tötung von Shehadeh eine beinahe geschlossene Vereinbarung verhinderte, die palästinensische Angriffe gegen israelische Zivilisten beenden sollte. In einem weiteren Interview mit CNNs Jim Clancy sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat, dass er keinerlei Informationen darüber habe, wer an diesen Verhandlungen beteiligt sei. ( http://www.cnn.com/TRANSCRIPTS/0207/24/qa.01.html)

Inzwischen berichtete eine israelische Quelle der Zeitung Ma’ariv, dass „die Tanzim keinerlei Feuereinstellung vorbereiteten und die Hamas nicht in solche Vertragsvereinbarungen eingebunden sei. Diese Behauptung sind Fälschungen und Teil der psychologischen Kriegsführung der Palästinenser.“ Und nur zwei Tage vor der Tötung Shehadehs veröffentlichte Ma’ariv einen Aufruf von Arafats Fatah-Bewegung, die Angriffe fortzuführen: „Wir rufen alle Gruppen auf… ihre bewaffneten Aktivitäten gegen Ziele der militärischen Besatzung fortzuführen“.

Die London Times rückt diese Gerüchte zurecht: „Der verbreitete Vorschlag hätte nicht die Angriffe auf die israelischen Soldaten beendet, trug nicht die Unterschrift irgendeines palästinensischen Führers und kommt nach allzu vielen Friedensbeteuerungen, die mehr durch ihren Bruch als durch ihre Beachtung „geehrt“ wurden. Darüber hinaus wurde die Feuereinstellung nicht von der Hamas gestützt, der Organisation, die Salah Shehadeh, das Ziel des Angriffs von Montagnacht, geführt wird. Angesichts seiner Geschichte und der seiner Organisation ist die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung der Feindseligkeiten der Hamas wilde Spekulation.“
(http://www.timesonline.co.uk/article/0,,542-364789,00.html)

Arutz-7 stellt dazu klar:
Linksaußen-Politiker kritisierten den Zeitpunkt der Elimination eines der schlimmsten Feinde Israels. Obwohl Arutz-7s Haggai Segal berichtete, das er sich an keine IDF-Aktion erinnern kann, die von der Linken befürwortet wurde, erklärte der linksextremen Gush Shalom, dass der Angriff von letzter Nacht schlecht terminiert war, weil nur Stunden vorher der Hamas-Führer Scheik Ahmed Yassin etwas unternahm, was Gush Shalom einen „beispiellosen öffentlichen Aufruf zu einem Waffenstillstand mit Israel“ nannte. Was Yassin wirklich sagte, war, dass er, wenn Israel sich aus allen PA-Gebieten zurück zieht und all seine (antiterror-) Offensiven beendet, „werde ich überlegen, ob ich eine Beendigung der Terrorangriffe befehle.“
(heplev: Das ist wirklich interessant: Gush Shalom verbreitet, Hamas wäre bereit gewesen den Terror zu beenden. Tatsächlich aber ist Scheik Yassin höchstens bereit, einen solchen Schritt unter ganz bestimmten Voraussetzungen zu ÜBERLEGEN! Keine Rede von Einstellung! Was dabei raus kommen würde, kann sich jeder selbst ausrechnen. (Aber das hält auch unsere Medien nicht davon ab, diese Halbwahrheit von Gush Shalom begierig aufzugegreifen und als Wahrheit zu verbreiten, damit Israel weiter geprügelt werden kann!)

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(4) Die Medien behaupten, dass Israels Handeln weitere Racheakte der Hamas provoziere. Gibt es da irgendeinen Unterschied zur Haltung dieser Gruppe vor der Tötung Shehadehs? Hamas führt seit Monaten Anschläge mit hoher Frequenz durch – einschließlich der Disco in Tel Aviv, der Sbarro-Pizzeria, des Café Moment, des Passah-Seders (http://www.foxnews.com/story/0,2933,58486,00.html) – und prahlt ständig damit, dass „Tausende für das Märtyrertum bereit“ seien. Wenn überhaupt, dann stellt der Tod Shehadehs ein größeres Hindernis für die Terroroperationen der Hamas dar.

In einem Bruch journalistischer Ethik scheint James Reynolds von der BBC die Hamas zur Vergeltung zu ermutigen, als er weniger die Stimmung der Palästinenser, sondern ehr seine persönlichen Gedanken beschreibt: „Es gibt das Gefühl, dass die militanten Palästinensergruppen etwas zur Vergeltung der Toten des jüngsten israelischen Schlags tun müssen.“ (http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/2147392.stm)

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(5) Während die Medien Shehadehs Frau als unschuldiges Opfer darstellen, zeigt ein Foto gemeinsames Foto im Time Magazine sie in voller Militäruniform wie sie ein Sturmgewehr hält. Nachdem man dieses Bild gesehen hat, ist es schwer, den Tod der Ehefrau als bedauerlichen Kollateralschaden zu betrachten. (http://www.time.com/time/photoessays/israelmissile/5.html)

Im Wall Street Journal erklärt Ralph Peters („Zivile Opfer: Kein Grund für Entschuldigungen“ – 25. Juli 2002):

Es geht nicht um diplomatische Tischmanieren. Das ist ein Kampf zur Auslöschung menschlicher Monster… Terroristen und ihre Unterstützer müssen lernen, dass ihnen keine Verstecke gewährt werden. Nicht in ihren Häusern, nicht in Kirchen oder Moscheen und nicht in anderen Ländern, in die sie fliehen könnten. Dies ist ein Krieg, der kompromisslos ausgefochten werden muss…“

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(6) Die internationale Heuchelei hat einen Höhenflug. Dieselben misstönenden Stimmen, die das nicht existente „Massaker“ in Jenin anprangerten, springen wieder auf, um Israel zu kritisieren. Aber warum wird es palästinensischen Terroristen erlaubt, ohne internationalen Aufschrei Zivilisten anzugreifen, während jeder als Unfall zu wertende zivile Tote durch Israel immer gleich eine Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist?

Die „Times“ aus London rückt die Schlacht gegen Hamas zurecht:

„Hamas ist eine fundamentalistische islamische Gruppe, die Israels Existenzrecht nie anerkannt hat. Sie hat ihren Krieg ohne jede moralische Grenze geführt. Ihre Terroristen sind nicht nur unvorsichtig gewesen, sondern haben gezielt Zivilisten angegriffen; ihre Bomben explodierten unter Umständen, die dazu vorgesehen waren die Anzahl der getöteten unschuldigen Männer, Frauen und Kinder zu maximieren… Hamas ist an Verhandlungen oder einer gütlichen Einigung mit dem jüdischen Staat nicht interessiert, sondern nur an seiner Auslöschung.“
(http://www.timesonline.co.uk/article/0,,542-364789,00.html)

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