Sari Nusseibeh (1) – Palästinensische Doppelzüngigkeit

Aus Motti Morells PR Ambassador Letter #36:

Dürfen wir bekannt machen: der höfliche, zivilisierte und mit guten Manieren ausgestattete Professor Sari Nusseibeh

Die Tatsache ist nicht neu, dass palästinensische Führungsfiguren auf Englisch von Frieden und Toleranz reden, auf Arabisch aber von Hass und Heiligem Krieg.

Wir sind geehrt, Professor Sari Nusseibeh in diese Liste ausgezeichneter Redner der Doppelzüngigkeit aufzunehmen.

Er wird seit Langem als einer der wenigen Friedensführer der Palästinenser gepriesen und hat zahlreiche Bewunderer unter den gut meinenden Israelis, die ihn als die große palästinensische Hoffnung für den Frieden ansehen. Daher ist es Pflicht, die Botschaften genauestens zu untersuchen, die er auf Arabisch liefert.

1. Prof. Nusseibeh ruft zu einer Unterbrechung von Selbstmordanschlägen auf Zivilisten auf – aber nicht aus moralischen, sondern aus taktischen Gründen:

Zeit: 22. Juni 2002
Ort: Al Ayam, palästinensische Tageszeitung
Form: Eine Anzeige, die von der EU bezahlt und von Sari Nusseibeh und einem Dutzend anderer unterschrieben wurde.
Text:
„Wir, die Unterzeichner,
gegründet auf die glühende Verteidigung der Zukunft unserer gerechten nationalen Ziele und den Schutz der Ehre unseres nationalen Kampfes und unsere mutige Intifada, die als Terrorismus verunglimpft wird, erheben unsere Stimme und verlangen eine Unterbrechung der Bombardierungen israelischer Zivilisten innerhalb Israels. Die bittere Erfahrung lehrt uns, dass diese Handlungen Sharon ein Alibi verschafft haben und weiter verschaffen werden, das Eindringen und die Morde fortzuführen. Mehr noch: Diese Aktionen behindern die Aufzucht und Entwicklung einer Widerstandsbewegung gegen die Besatzung und die Siedlungen in Israel.“

Die Bedeutung des Textes:

Uns ist egal, wenn ihr weiterhin israelische Zivilisten in der Westbank und im Gazastreifen ermordet. Aber sie innerhalb von Israel zu bombardieren, gibt uns schlechte PR. Präsident Bush beginnt, von uns die Nase voll zu haben und die öffentliche Meinung in der Welt beginnt uns Terroristen zu nennen und sich gegen uns zu wenden.

Mehr noch: Während der Operation „Schutzschild“ verlangte die Welt von Israel sich auf der Stelle zurückzuziehen. (Wir verlangten von euch damals nicht, dass ihr aufhört, denn diese Taktik funktionierte offensichtlich.) Diesmal drang Sharon in unsere Städte ein, um den Terror einzuschränken und die Welt sagt ihm nicht, er solle damit aufhören. Daher sollten wir vorläufig besser von Selbstmordanschlägen Abstand nehmen.

Und weiter: Diese Selbstmordanschläge stehen im Moment unseren Bemühungen im Wege, eine Widerstandsbewegung unter den israelischen Arabern aufzubauen, die als Fünfte Kolonne dienen sollen.

2. Nur 4 Tage später drückt Prof. Nusseibeh live im Fernsehen Bewunderung und Ermutigung für die Terroristen und ihre Mütter aus

Zeit: 29. Juni 2002
Ort: Al Jazira Fernsehprogramm
Form: Eine Podiumsdiskussion mit Prof. Sari Nusseibeh, Haled Mash’al (Führer des politischen Flügels der Hamas), Um Nidal (Mutter des Hamas-Terroristen Mohammed Farkhat, der am 3. März 2002 in das israelische Dorf Atzmona eindrang und sieben Israelis ermordete; seine Mutter Um Nidal ermutigte ihren Sohn zu der Selbstmordmission und erschien auch in einem Abschiedsvideo am Abend des Anschlags, bei dem sie ihren Sohn in den Tod schickt).

Nusseibeh sagt: „Wenn ich die Worte Um Nidals (der Mutter des Terroristen) höre, dann erinnere ich mich an den ehrenvollen Vers (im Koran), der besagt, dass ‚das Paradies unter den Füßen der Mütter liegt‘.

Aller Respekt gehört dieser Mutter. Er gehört jeder palästinensischen Mutter und jeder palästinensischen Frau, die ein Krieger des Heiligen Krieges in diesem Land ist. Ich möchte nicht politische Erklärungen und politische Kommentare mit dem Respekt vermischen, den jeder Palästinenser für jeden Jihad-Kämpfer empfindet…“

Zugunsten seiner arabischen Hörer bemüht sich der ehrwürdige Professor eilig um die deutliche Unterscheidung zwischen seinen politischen Erklärungen (die er in untadeligem Englisch abgibt) und seinen wirklichen Gefühlen zu Jihad und Terroranschlägen (die er auf Arabisch äußert)…

Um jedes Missverständnis mit der arabischen Zuschauerschaft auszuschließen, bezog sich Prof. Nusseibeh auch auf die Anzeige, die er vier Tage vorher in Al Ayam unterzeichnete. Er erklärt:

„In unserem (Kommuniqué) bezogen wir uns auf diese Art des Märtyrertums, die bewaffneten Operationen mit Sprengstoff [gegen Zivilisten in Israel]… I wünsche zu betonen, dass wir diese [Operationen] nicht verurteilen… Wir riefen als Bruder zu Bruder dazu auf, diese Frage zu bedenken… damit der Nutzen und der Schaden untersucht werden, den diese Operationen gegen Zivilisten in Israel uns verschaffen.“

Der volle Text der Worte Nusseibehs auf Arabisch ist auf der Al Jazira-Internetseite zu finden:
http://www.aljazeera.net/programs/open_dialog/articles/2002/7/7-2-1.htm

Zusätzlich wiederholt Prof. Nusseibeh auf der arabischen Nachrichten-Internetseite Albawaba seine Erklärung, dass „das Kommuniqué, das ich mit hunderten anderer unterschrieb, klar ist. Wir wandten uns nicht an unsere Brüder in den verschiedenen Widerstandsbewegungen, um sie zu strafen oder zu verurteilen oder den Widerstand als Terror darzustellen oder für illegal zu erklären. Keines dieser Worte tauchte in dem Kommuniqué auf… Unser Ziel war es, eine Botschaft zu vermitteln, dass es notwendig ist, den Nutzen der Operationen innerhalb Israels im Zusammenhang mit den Zielen, die wir erreichen wollen, noch einmal zu prüfen.“

NOCH EINMAL ZU PRÜFEN. Sehen Sie? NOCH EINMAL ZU PRÜFEN. Wir sagten nie ein Wort dagegen, so lange die Operationen Ergebnisse brachten. Aber nun, wo uns diese Taktik Feuer durch die Weltmedien bringt, sollten wir den Nutzen vielleicht noch einmal prüfen.
Prof. Nusseibehs frühere Äußerungen sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden.

1991 verbrachte er Zeit im Gefängnis, weil er Informationen über Ziele für den Raketenbeschuss an irakische Quellen lieferte.

Er erschien im Dezember 2001 im Al Jazira-Fernsehen. Dort unterstützte er das palästinensische „Rückkehrrecht“ und die „Phasen“-Strategie, die schließich zur Auslöschung Israels führen soll.

Seit Oslo zogen es unglaublich viele Israelis vor, Arafats Aufrufe zur Zerstörung Israels auf Arabisch nicht zu beachten, bis sie der bitteren Wirklichkeit gegenüber standen. Sogar Yossi Sarid sagte in einem Interview in Ma’ariv vor einem Monat: „Wenn es einen Fehler gibt, den ich bedauere, dann den, als ich Erziehungsminister war und wir Belege dafür erhielten, dass die Schulbücher der Autonomiebehörde Hass und Aufhetzung fördern und ich es vorzog, das nicht zu beachten. Wir hofften, dass am Ende alles gut wird.“

Sicher wird es jetzt immer noch Frieden liebende Israelis geben, die über Nusseibeh sagen, was sie gestern über Arafat sagten: „Aber er muss die palästinensischen Extremisten beschwichtigen…“ oder: „Das ist doch nur palästinensische Rhetorik, deswegen muss man sich keine Sorgen machen…“

Nach mehr als 500 unschuldigen israelischen Opfern sollten wir uns aber Sorgen machen. Wir sollten lieber glauben, was diese Herren auf Arabisch sagen, nicht dem, was sie auf Englisch sagen.

Vielleicht gibt es einen Palästinenser, der wirklich Frieden mit Israel will. Aber der muss noch gefunden werden.

—————
Motti Morell

Mit großem Dank an Suzanne Davis und Yoni für das Material.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s