Sari Nusseibeh (5) – Das wahre Gesicht der moderaten Führer

Melanie Phillips, The Jewish Chronicle, Oct. 25, 2011

Viele Jahre lang ist Professor Sari Nusseibeh als Inbegriff der palästinensischen Moderatheit angesehen worden. Der urbane Präsident der Al-Quds-Universität in Ostjerusalem wurde als Moderater für die „Zweistaaten-Lösung“ gehandelt. Dass er in Wirklichkeit für eine Einstaaten-Lösung eintritt und dafür, dass Israel geschluckt wird, wurde unerklärlicherweise ignoriert.

Doch jetzt ist er unachtsam geworden und hat schlicht offen gelegt, was hinter seiner polierten Fassade zu finden ist. Bei Überlegungen zur Forderung der israelischen Regierung, dass die Palästinenser Israel als jüdischen Staat anerkennen müssen, erklärte Nusseibeh in einem Artikel auf Al-Jazira (auf deren englischer Internetseite), dass dies von Natur aus „problematisch“ sei – wegen der „rechtlichen, religiösen, historischen und sozialen Folgen“. Diese problematischen Folgen liegen für Nusseibeh darin, dass ein jüdischer Staat notwendigerweise entweder eine Theokratie sein oder Apartheid praktizieren würde – indem er den israelischen Arabern ihre Bürgerrechte nehmen und sie ethnisch aus Israel säubern würde, weil in einem jüdischen Staat die einzigen Menschen mit Bürgerrechten die Juden sein würden.

Seine Argumentation ist so bizarr wie ekelerregend. Er scheint die Vorstellung von Israel als einem jüdischen Staat als eine absonderliche Hypothese zu betrachten, die plötzlich und unerwartet in die Welt gesprungen ist. Israel ist aber ein jüdischer Staat, so wie Frankreich französisch oder Amerika amerikanisch ist.

Zweitens ist die Vorstellung, dass solch ein jüdischer Staat notwendigerweise homogen sein würde nicht nur in der Theorie falsch, sie ignoriert völlig die Realität. Israelische Araber, die rund 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, genießen volle bürgerliche und politische Rechte. Fakt ist, dass es ein israelisch-arabischer Richter war, der dem Gericht vorsaß, das einen ehemaligen Präsidenten des jüdischen Staates wegen Vergewaltigung ins Gefängnis schickte.

Hanebüchen ist Nusseibehs Behauptung, dass in den 50 Jahren vor der Gründung Israels keine offizielle Erklärung zu Palästina irgendwie auf einen jüdischen Staat verwies. Er lässt damit die UNO-Resolution von 1948 mit ihrer Schlüsselfunktion aus, mit der die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat gefordert wurde.

Man muss sich fragen, welche Beziehung Professor Nusseibeh zum Konzept der Beweisführung hat. Doch für ihn besteht der Schlüssel zu seiner Haltung darin, dass Israel niemals der Nationalstaat des jüdischen Volkes sein kann – weil er, trotz einiger wieselhaften Worte zur „Überschneidung“ der „antiken Rasse der Israeliten“ und der jüdischen Religion, nicht zu akzeptieren scheint, dass die Juden ein Volk mit dem Recht auf nationale Selbstbestimmung sind. Für ihn bedeutet ein jüdischer Staat einzig einen jüdisch-religiösen Staat.

Natürlich ist das keine jüdische, sondern eine islamische Formulierung. Es ist die islamische Welt, die Theokratien produziert, die Juden, Christen und anderen Bürger- und politische Recht verweigert; es ist die islamische Welt, die nach 1948 die ethnische Säuberung von rund 800.000 Juden aus arabischen Länder tatsächlich betrieb; und es ist der vermeintliche Staat Palästina, wo – nach Angaben von Mahmud Abbas und seinen Kumpanen – nicht einem einzigen Juden zu leben erlaubt werden wird.

Wenn selbst ein angeblich Hypermoderater wie Nusseibeh sich als einer herausstellt, der in der Tat ein verweigererischer Wolf im Schafspelz ist, welche Chance besteht dann, dass irgendjemand in der Palästinenserführung ernsthaft für einen jüdischen und einen Palästinenserstaat engagiert ist, die friedlich Seite an Seite leben? Fakt ist: Sie alle erzählen uns immer und immer wieder, dass ihr wahres Ziel nicht zwei Staaten, sondern die Vernichtung Israels ist.

Abbas hat gesagt, die Palästinenser würden nie, niemals Israel als jüdischen Staat akzeptiere werden. Alzeben Ibrahim, der palästinensisch Botschafter in Brasilien, sagte vor kurzem einer Gruppe Studenten: „Israel sollte verschwinden.“ Abas Zaki, hochrangiges Mitglied des Zentralkomitees der Fatah, sagte Al-Jazira, Israel aus Judäa und Samaria zu zwingen, sei das Trojanische Pferd zur Vernichtung Israels. „Wenn wir sagen, wir wollen Israel auswischen … Kommt, das ist zu schwierig. Es ist keine [akzeptable] Politik, das zu sagen. Sagt diese Dinge der Welt nicht“, warnte er letzten Monat. „Behaltet es für euch.“

Vor kurzem führte der führende Meinungsforscher der Demokratischen Partei, Stanley Greenberg, zusammen mit dem Palestinian Centre for Public Opinion eine Umfrage unter Palästinensern durch, die von The Israel Project gesponsert wurde; Nur 34 Prozent sagten sie würden auf dauer einen Palästinenserstaat an der Seite Israel akzeptieren; 66 Prozent sagten, das Ziel solle die Auslöschung Israels sein; und 73 Prozent stimmten einem Zitat der Hamas-Charta zu, das es notwendig sei alle Juden zu töten.

Doch für viele Juden – von der nicht jüdischen Welt ganz zu schweigen – ist der Grund, dass er Nahe Osten weiter in der Sackgasse steckt, die Siedlungspolitik von Premierminister Netanyahu. Macht euch selbst einen Reim drauf.

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