Der Missbrauch des Heiligen als politisches Mittel

B.F. Spears, Jr., IsraelNationalNews, 12. April 2002

Yassir Arafat telefonierte Donnerstag per Handy und erzählte einer Gruppe Ägypter in Kairo: „Die (israelische) Besatzung überschreitet alle Grenzen, nicht nur gegen … unsere Kinder, unsere Frauen… (sondern auch) gegen unsere christlichen und muslimischen Heiligtümer.“ Er fuhr fort: „Die Aggression, die heute gegen die Geburtskirche weiter geführt wird… ist ein Verbrechen… Wir werden weiterhin diese Kirche verteidigen, ohne Rücksicht auf irgendjemanden.“

Was für ein großartiger Mann! Als christlichen Pfarrer beruhigt es mich ungemein zu wissen, dass Yassir meine Interessen dort unten wahrnimmt.

Yassir Arafat ist eines der größten Genies dieser Welt in der Kunst des Erledigens „politischer Mehrfach-Aufgaben“. Das heißt, man muss in der Lage sein, zwei – scheinbar unvereinbare – politische Ziele gleichzeitig zu bewältigen. Zum Beispiel greift man einen Feind schwer an, aber dieser Feind bekommt eine Faust aufs Auge, weil er als der Aggressor gilt. Wie funktioniert das?

Arafat schickt Wellen von Selbstmordbombern in eine demokratische, offene Gesellschaft, jammert währenddessen die ganze Zeit, er wolle wirklich Frieden und dass es diesen geben würde, wenn Israel nur seine Angriffe einstellen würde. Er greift an, aber er beschuldigt Israel, der Schurke zu sein. Er gewinnt auf beide Arten. Zwei politische Ziele sind gleichzeitig erreicht.

Nachdem nun Israel es ablehnt, sich von der Meinung der Welt fesseln zu lassen und kraftvoll gegen die PA vorgeht, müssen Arafats Leute sich irgendwo verstecken. Welcher Platz wäre besser für diese Gangster geeignet als eine weltberühmte christliche Kirche in Bethlehem? Auf die zynischst vorstellbare Weise verschanzen sich Terroristen in einem Gebäude, das für die Weltchristenheit heilig ist; sie sind sich voll bewusst, dass Israel die Heiligkeit des Ortes respektieren wird (auch wenn die Terroristen das nicht tun). Dann trompetet Arafat in die Welt hinaus, dass Israel eine „Aggression… gegen die Geburtskirche“ begeht, dass es „ein Verbrechen ist…“ und: „Wir werden weiter diese Kirche verteidigen, ohne Rücksicht auf irgendjemanden.“

Arafat benutzt zynisch einen heiligen Ort als Versteck für Mörder und erklärt dann, Israel versuche die Kirche zu zerstören. Er bekommt ein Versteck und Israel die internationale Faust aufs Auge. So gewinnt Arafat doppelt. Das ist das Erreichen mehrfacher politischer Ziele. Achten Sie darauf. Er macht das jedes Mal. Wirklich tragisch daran ist, dass große Teile der Welt das auch noch glauben.

Die Lage in Bethlehem verursacht alle möglichen Leute, zur Religion zu finden. Nach Berichten von AP war das, was am Donnerstag in der Abbassiya-Kathedrale in Kairo passierte, „die erste politische Versammlung, die seit 1919 in einer ägyptischen Kirche statt fand“. Das muslimisch dominierte Ägypten mag hart zu den Christen sein, aber das hindert sie nicht an einem Publicity-Coup. Fünftausend versammelten sich, um Yassir Arafat zuzuhören, wie er Israel nieder machte.

Der Vorfall zeichnet ein großartiges Bild seines Charakters. Wie Sie sich erinnern werden, hat Arafat ein unabdingbares Interesse an Bethlehem – der arme Yassir konnte Weihnachten nicht nach Bethlehem. Er wurde zitiert, dass die Israelis ihn davon abhalten würden „seine Pflicht vor Gott“ zu erfüllen. Der arme Kerl war so scharf darauf, zur Mitternachtsmesse nach Bethlehem zu kommen, dass er bereit war „sogar zu Fuß“ dorthin zu gehen. Hey, ich bin bloß ein Texaner, aber ich wusste nicht, dass Weihnachten ein so großer muslimischer Festtag ist. Treffen Sie ihre eigenen Schlussfolgerungen. Ist es vielleicht entfernt möglich, dass Mr. PR selbst einen religiösen Feiertag als Werkzeug benutzte um gute Publicity zu bekommen? So zynisch kann er doch nicht sein.

Solange sich Arafat derart viele Sorgen um die armen Christen in Bethlehem und ihre Kirche macht, sollte man nicht vernünftigerweise überlegen, wie es ihnen geht? Veröffentlichte Berichte haben beschrieben, dass Bethlehems arabische Christen von 60 Prozent der Bevölkerung im Jahre 1990 auf 20 Prozent 1998 geschrumpft sind. Man sollte darauf achten, dass die Christen flohen, während die palästinensische Autonomiebehörde die Verwaltung der Stadt hatte. Als ich im Januar in Jerusalem war, erzählte mir ein protestantischer Leiter, es wäre eine Überraschung, wenn der christliche Bevölkerungsanteil noch 3 Prozent betrüge – wegen der schweren Verfolgung durch die Palästinenser. Im nahe gelegenen Beit Jala waren die Christen in der Mehrheit, als die Palästinenser die Macht übernahmen. Jetzt heißt es, dass mehr Christen aus Beit Jala in Südamerika leben als in Beit Jala selbst zurück geblieben sind. Vielleicht konnten sie all den wunderbaren „Schutz“ durch Arafat und seine Freunde einfach nicht ertragen.

Erinnern Sie sich an Beit Jala? Das ist der Ort, an dem die Terroristen in die Stadt schleichen um auf Gilo, auf der anderen Seite des Tales, zu schießen. Die Schützen liebten es, sich so nah wie möglich an den christlichen Stätten zu positionieren. Schließlich wäre es eine PR-Goldmine, wenn die israelische Armee am Ziel vorbei schießen und eine Kirche treffen würde. Die Palästinenser versuchen gezielt, unschuldige Zivilisten in Gilo zu ermorden, aber über Israel würde gesagt werden, es habe skrupellos eine christliche Kirche angegriffen und es bekäme schlechte Publicity. Wiederum die Erreichung mehrerer politischer Ziele auf einmal.

Auch Beit Jala gibt ein Bild auf Arafats Charakter. Jedes religiöse Symbol, alles, was anderen wertvoll ist, egal, wie heilig, ist nur eine weitere Waffe in Arafats Hand. Eine weltberühmte Kirche? Verstecke Mörder darin und beschuldige Israel des Versuchs, die Kirche zu zerstören. Eine Kirche in Ägypten? Nutze sie als Public Relations-Gelegenheit. Eine Kirche in Beit Jala? Verstecke dich dahinter um Juden zu beschießen und hoffe dann, dass die israelische Armee sie aus Versehen trifft.

Ich höre so viele Leute sagen, dass, wenn wir Arafat los werden, er nur durch jemanden ersetzt würde, der genauso schlimm oder schlimmer sei. Aber was ist Arafats wirkliches Talent? Er ist ein Meister der Public Relations. Er schickt die Bomber los und erscheint dann als Opfer. Es ist wirklich erstaunlich. Gibt es einen anderen Palästinenerführer, der den internationalen Respekt besitzt (schmerzlich, aber so ist es) und die weltweiten Kontakte, die Arafat hat? Wie viele Palästinenserführer haben einen Friedensnobelpreis im Trophäenschrank? Allein sein Adressbuch wäre der Traum eines jeden internationalen Politikers.

Seit 38 Jahren hat Arafat eine zunehmend unsichere Koalition von Terroristengruppen angeführt. Diese Fraktionen haben einen gemeinsamen Nenner gehabt – die Entschlossenheit zur Zerstörung Israels. Die wirkliche Gefahr für Israel aber ist Arafats Fähigkeit, zynisch und brillant die Weltmeinung zu manipulieren. Funktioniert das? Es funktioniert so gut, dass ein bedeutsamer Anteil der Welt glaubt, Arafat sei Recht und die Palästinenser die Opfer. So sehr, dass wegen des Drucks dieser Weltmeinung Israel sich bis vor zwei Wochen nicht wagte, sein eigenes Volk machtvoll zu beschützen.

Es ist Zeit, dass Arafat abtritt.

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B.F. Spears, Jr. ist Pastor in Fort Worth, Texas

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