Auf Wiedersehen, Jaffa

David Parsons, ICEJ, Mai/Juni 2002 (nicht mehr online)

Standpunkt

Wie sein Vater vor ihm hat US-Präsident George W. Bush eine Schwäche bezüglich einer „Vision“. Die Klage zu Bush Senior lautete, dass er nie eine Idee davon vermitteln konnte, wohin er Amerika führen wollte. Egal, der jetzige Präsident hat einen Auftrag und ist in jeder Beziehung eine erfreuliche Verbesserung, besonders bezüglich Israel. Aber seine „Vision“ eines palästinensischen Staates, der Seite an Seite mit dem jüdischen Staat lebt, ist ein Fall, der Besorgnis auslöst.

Die Bush-Administration hat PLO-Chef Arafat wiederholt das Versprechen eines palästinensischen Staates vor die Nase gehalten – es selbst kürzlich in eine Resolution des UN-Sicherheitsrats eingebracht – in der Hoffnung ihn dazu zu bewegen, die Intifada zu unterdrücken. Theoretisch würde ein solcher Staat demokratisch und entmilitarisiert sein und damit keine Gefahr für Israel. Aber Arafat hat für sein Volk etwas drastisch anderes im Auge.

Bis zu Israels jüngsten Antiterror-Streifzügen durch palästinensische Städte konnte man immer noch mit dem Argument davon kommen, dass Arafat nicht in der Lage oder nicht bereit war die Militanten in seiner Umgebung zu kontrollieren. Aber jetzt ist klar, dass er sie alle vollkommen unter Kontrolle hatte – bis hinunter zum einzelnen Gewehr und jedem einzelnen Penny!

Als die israelischen Streitkräfte Ende März seine Residenz in Ramallah stürmten, hoben sie Berge von Dokumenten und Kriegsmaterial aus, das Arafat direkt mit den Fatah-Milizen verbindet, die in einer brutalen Terrorkampagne gegen unschuldige israelische Zivilisten eingesetzt sind. Die Vorstellung, dass die Tanzim und die Al Aksa-Märtyrer-Brigaden Ableger waren, die unabhängig von Arafat agieren oder in Missachtung Arafats, wurde für immer geschreddert.

Es gab (dort) Sprengstoff, Westen, Kippas und andere Kleidungsstücke, die dazu benutzt wurden Selbstmord-Attentäter unkenntlich zu machen. Es gab Millionen falscher Dollars und Schekel, die das Terrornetzwerk von der Spitze bis zur Basis in Betrieb halten sollten.

Und es gab diese „Rechnung des Terrors“ mit Arafats eigenhändiger Unterschrift, die die Überweisungen für die Bombenbauer autorisierten und ihnen monatliche Gehälter als Fatah-Arbeiter sicherten. Diesen „Brüdern im Kampf“, die „qualitativ hochwertige Angriffe“ planten und ausführten – also Selbstmord-Attentate in Israel – wurde immer etwas mehr gezahlt.

Er bezahlte für all die Poster, die die palästinensischen Städte pflasterten und mit denen die unsterblichen Märtyrer der Intifada verherrlicht wurden. Und er zahlte für die Zeltfeiern vor den Heimen der Familien um die „heroischen Märtyrer-Operationen“ ihrer Söhne – und Töchter – zu ehren.

Solche Enthüllungen sollten diejenigen nicht unbedingt überraschen, die objektiv Arafats lange und berühmte Karriere verfolgt haben. Was aber höchst beunruhigend ist, ist das Ausmaß, mit dem Fatah und die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), die sie beherrscht, davon überzeugt sind, dass sie im Namen des Islam letztlich über die Juden triumphieren werden. Das ist in den beschlagnahmten Dokumenten zu finden, in den Predigten der Imame der PA im Fernsehen und Radio und in freimütigen Interviews mit der Presse. Die Überzeugung kann bei der Rekrutierung von Selbstmord-Bombern gefunden werden, denen dieselben Versprechen von „schwarzäugigen Jungfrauen“ gemacht werden, mit denen die Hamas wirbt.

Tatsächlich haben die jüngsten Ereignisse neue Klarsicht bezüglich der „Vision“ gebracht, die Arafat und seine Speichellecker voran treibt.

Sie ist nicht nur das Ende der „Besatzung“ und einen eigenen Staat zu bekommen. Das wurde vor zwei Jahren in Camp David aufgedeckt.

Sie ist nicht beschränkt auf die Rückkehr nach Jaffa, Haifa und Lod. Nein, hier ist etwas weitaus Unheilvolleres am Werk.

Es muss der legendäre „Stamm der Muslime“ sein, von dem der Islam sagt, dass er eines Tages „einen Stamm von Juden“ besiegen wird und dadurch den „Tag des Gerichts“ ankündigt. Zu dieser Zeit wird das palästinensische Volk auf einem besonderen Ehrenplatz unter den Muslimen „wieder zum Leben erweckt“, denn sie standen „bis zum letzten Tag an vorderster Front“.

Das predigte Arafat 1995 in einer Moschee in Johannesburg, als er dachte, dass keiner von außen zuhören würde. Und das predigte er auch, als israelische Panzer am 29. März durch seine Tore brachen. In wilden Tönen, als seien es eine letzten auf dieser Erde, sendete Arafat Appelle auf arabischen Radiowellen an alle Muslime, die Juden bis zum „Tag des Gerichts“ zu bekämpfen und bettelte Allah an, ihn zu einem der „Millionen Märtyrer“ zu machen, „die auf Jerusalem marschieren“.

Damit ist die Vorstellung, dass Arafat und seine Fatah-Fraktion – anders als die religiösen Fanatiker von Hamas und Islamischen Jihad – „säkular“ sind, ebenfalls als gefährliche Täuschung preisgegeben.

Früher lehrten sie ihren Kindern den Traum von Jaffa, Mister President, aber nun bläuen sie ihnen Träume vom Paradies ein.

Man kann erwarten, dass der amerikanische Präsident über kurz oder lang die Bedeutung dessen begreift, was Israel in den letzten Tagen offen gelegt hat; hoffentlich wird er dem entsprechend antworten. Aber ein großer Teil der übrigen Welt ist bezüglich des israelisch-palästinensischen Konflikts so willentlich blind und moralisch bankrott, dass das nicht mehr zu reparieren ist. Egal, was über Arafats Jihad-Terrorismus offen gelegt wird, sie werden niemals aufhören ihm Hilfe und Beistand, Legitimation und reiche Geschenke zu machen.

 

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