Zu Arafats Rede vom 15. Mai 2002 (3)

Yassir Arafat hielt am 15. Mai 2002 eine weithin beachtete Rede. In dieser Rede – so berichteten unsere Medien – kündigte er Reformen in der PA und Wahlen an. Das wurde besonders hervor gehoben. Aber was hat er tatsächlich gesagt? (Abgesehen davon, dass er in der Folgezeit vor allem darauf hinwies, dass Wahlen nur stattfinden könnten, wenn die Israelis abziehen – als wenn das etwas miteinander zu tun hätte!). Joseph Farah zieht – aus gegebenem Anlass – Vergleiche zur Frühgeschichte des Islam.

Die Lehre aus Hudabiyyah

Joseph Farah, WorldNetDaily, 23. Mai 2002

Schnell pries Präsident Bush Yassir Arafats Gelöbnis von Reformen und Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat.

Meine Vermutung ist, dass die Administration die Übersetzung von Arafats sich breit windender Rede gar nicht las.

Ja, Arafat übernahm „volle Verantwortung“ für alle Fehler, die er machte.
Ja, Arafat rief zu politischen Reformen durch seine Autonomiebehörde auf.
Ja, er versprach neue Wahlen abzuhalten.
Ja, er stellte sogar die Möglichkeit in Aussicht, einen Frieden mit Israel zu erreichen.

Aber hier kommt der Rest der Geschichte. Lassen Sie mich erklären, warum all das im Kontext von Arafats Ansprache bedeutungslos ist.

Der „Frieden“, den Arafat mit seinem Volk diskutierte, wurde nur als „strategische Option“ diskutiert. Ich möchte erklären, was er unter „Frieden“ mit Israel versteht und was er stets meint, wenn er diesen Begriff benutzt.

Arafat zitiert als sein Vorbild für diesen „Frieden“ – wie er es so oft während seiner blutigen Karriere getan hat – den Vertrag, den Mohammed mit dem Stamm der Qureish in Mekka im 7. Jahrhundert in Hudabiyyah schloss. „Lasst uns aus der Sorge um die nationale und pan-internationale Solidarität mit unserem Volk und unserer Sache an die Schlichtungsvereinbarung von Hudabiyyah denken“, sagte Arafat der Gruppe am 15. Mai.

Vielleicht haben Sie nie etwas von Hudabiyyah gehört. Aber wenn Sie Arafats Anspielung darauf nicht kennen, können Sie das islamische Prinzip nicht verstehen, das er seinem neuesten Fall von Doppeldeutigkeit vertritt.

Hudabiyyah ist eine klein Oase zwischen Mekka und Medina, wo Mohammed eine Schlacht der frühen Jahre des Islam führte. Als er sah, dass er die Schlacht verlieren würde, unterschrieb Mohammed ein strategisches 10-Jahres-Friedensabkommen mit dem Stamm der Qureish, die in Mekka lebten. Zwei Jahre später, als seine Streitkräfte stärker waren und die Mekkaner sicher und unaufmerksam lebten, marschierte Mohammed in die Stadt ein und eroberte sie.

Das ist das als Takiya bekannte Prinzip des Islam: das Recht, einen falschen Frieden vorzugeben, wenn du schwach bist, um deinen Feind zu schlagen, wenn du stark genug bist.

Das ist die einzige Vorgehensweise, die in Arafats „Friedens“-Begriff steckt. Das ist immer das einzig gültige Prinzip in seinem Begriff von „Frieden“ gewesen.

Arafat zitiert Hudabiyya immer und immer wieder als Muster seiner besonderen Art des falschen Friedens.

Am 18. April 1998 wurde Arafat in einem Interview im ägyptischen Fernsehen zu seinem Anteil an den Vereinbarungen an den Oslo-Vereinbarungen – genau die Grundlage aller Verhandlungen zwischen Israelis und Arafat seit 1993. Er zitierte Hudabiyyah.

Kurz nach Unterzeichung der Oslo-Vereinbarungen 1993 hielt Arafat in Südafrika eine Rede auf Englisch. Er führte Hudabiyyah an. Man kann seine Rede selber in einer Video-Dokumentation hören, die exklusiv durch das WorldNetDaily Online Store verkauft wird.

Das ist der kranke, verdrehte arabische Witz, den die westliche Welt einfach nicht begreift.

Arafat machte am 15. Mai jedem, der sich die Mühe machte, sein Arabisch zu übersetzen klar: „Die öffentliche Meinung der Palästinenser und der Araber haben den Schluss gezogen, dass diese Operationen [Terrorismus] nicht unseren Zielen dient und hetzt nur zahlreiche große Teile der internationalen Gemeinschaft gegen die USA auf. … Diese Operationen verursachen einen Streit. Ich rufe diesen hochverehrten Rat auf, diese Sache zu besprechen, die jetzt in unserer palästinensischen und arabischen Umgebung kontrovers behandelt werden.“

Und jetzt kommt der entscheidende Satz: „Lassen Sie uns an den Waffenstillstand von Hudabiyyah denken.“

„Was wir wollen, sind wahre Freiheit und volle Unabhängigkeit im unabhängigen Staat Palästina, mit dem heiligen Jerusalem als Hauptstadt, ob ihnen das gefällt oder nicht“, lachte er. „Die, die das nicht mögen, können gehen und aus dem Toten Meer trinken.“

Ein paar Mitglieder des Rats verbesserten ihn: „Aus dem Meer in Gaza.“

„Nein, das Tote Meer ist bitterer“, witzelte er.

Nach 40 Jahren Arafat sollte man denken, dass die Welt seine Possen durchschauen würde. Ich muss leider sagen, dass die USA zu denen gehört, die immer noch von dieser Strategie des Betrugs getäuscht werden.

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