Als Arafat die Macht angeboten wurde

Joseph Farah, WorldNetDaily, 20. Mai 2002

Will Yassir Arafat wirklich einen „palästinensischen Heimatstaat“? Oder ist diese 35 Jahre alte Forderung, worauf viele hingewiesen haben, nur eine List, um den ungleichen Krieg gegen den jüdischen Staat Israel zu führen?

Während ich keinen Zweifel in mir trage, dass Arafat kein Interesse daran hat, einen neuen arabischen Staat in der Nachbarschaft Israels und mit diesem in Frieden lebend zu regieren, bleiben viele im Westen – sogar in Israel – überzeugt, dass die Verfolgung eines solchen Plans immer noch die größte Hoffnung für die Region birgt.

Ich habe gerade ein Buch gelesen: „Arafat“, von Said K. Aburish, einem Autor, der der palästinensischen Sache viel Sympathie entgegen bringt. Es sollte die Phantasievorstellungen derer zerstreuen, die von einem durch diesen Mann ausgehandelten Frieden träumen.

Der aufschlussreichste Teil des Buchs behandelt den Bürgerkrieg von 1970 zwischen Arafats Kämpfern und dem verstorbenen König Hussein in Jordanien. Israel und der Westen könnten wirklich etwas aus dieser Geschichte lernen.

„Zwischen Mitte 1968 und Ende 1969 gab es nicht weniger als 500 gewalttätige Zusammenstöße zwischen Mitgliedern der verschiedenen palästinensischen Guerillagruppen und der jordanischen Armee und Sicherheitskräften“, schreibt Aburish. „Ernsthafte Zwischenfälle schlossen die Entführung von arabischen Diplomaten und unfreundlich berichtenden Journalisten ein, unprovozierte Angriffe auf Regierungsbüros, Vergewaltigung und Erniedrigung von Armee- und Polizei-Offizieren. Die Palästinenser, denen legal erlaubt war, Straßensperren zu errichten, belästigten Frauen, erhoben illegale Steuern und beleidigten die jordanische Flagge in Anwesenheit loyaler Jordanier.“

Wie im heutigen Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis gab es Debatten darüber, ob Arafat die Gewalt kontrollierte oder ob er nicht in der Lage war, seine Anhänger zu disziplinieren oder die Gruppen hinter den Angriffen herauszufordern.

Wiederholt, so zeigt Aburish, handelten Hussein und Arafat umfassende und besondere Vereinbarungen aus, um das Chaos unter Kontrolle zu bringen. Wiederholt ignorierte Arafat die Verträge und verletzte sich persönlich.

Aburish zeigt detailliert die vielen Schritte auf, die Hussein unternahm um den Konflikt zwischen seinem Regime und der PLO zu entschärfen, die in Jordanien einen Staat im Staate errichtet hatte. Sogar während Mitglieder von Arafats Koalition aktiv am Sturz Husseins arbeiteten, machte der König die beispiellose und erstaunliche Geste, Arafat eine gemeinsame Regierung anzubieten – eine, in der der PLO-Führer Premierminister gewesen wäre.

„Ein erstaunter, fast sprachloser Arafat schlug das aus, denn er hatte keinen Plan für Jordanien oder für einen Einschluss der PLO in einen funktionierenden Staat mit oder ohne Hussein“, schreibt Aburish. „Mit seiner Ablehnung blieb Arafat, der durch Improvisation überlebt und sich ständig aus Aufruhr persönlichen Vorteil verschafft, keine andere Wahl als zur Weiterführung der bestehenden, unhaltbar chaotischen Lage beizutragen. Nicht in der Lage, seine Anhänger zu kontrollieren oder die Macht zu übernehmen, war er gezwungen, den Status quo aufrecht zu erhalten. Als ob es die Absurdität der Situation unterstreichen sollte, gab es direkt danach, im Juni einen weiteren gescheiterten Versuch von abtrünnigen Guerillas, König Hussein durch einen Angriff auf seinen Autokonvoi zu ermorden.“

Wie weit beugte sich Hussein, um Arafat entgegen zu kommen? So weit, dass er ihm eine Partnerschaft in der jordanischen Regierung anbot – eine, in der Arafat Premierminister sein sollte.

Wenn Arafat jemals versucht war, einen palästinensischen Staat zu regieren, dann war diese Gelegenheit die bestmögliche. Jordaniens Bevölkerung besteht zu 80 Prozent aus Palästinensern. Es gibt weitaus mehr Palästinenser in Jordanien als in Arafats heutigen Autonomiegebieten.

Arafat ging nicht darauf ein. Warum? Weil er wusste, dass ein solcher Handel einen Rattenschwanz nach sich zog. Er hätte seine terroristischen Operationen gegen Israel einschränken müssen. Dieser Preis war für Arafat zu hoch – und wird es immer sein.

Stattdessen erklärte Hussein nach weiteren terroristischen Operationen gegen Jordanien – darunter das, was bis zum 11. September am 6. September 1970 die dramatischste Serie von Flugzeugentführungen in der Geschichte war – den Kämpfern Arafats den Krieg. Ganze 15.000 Menschen starben in den Kämpfen, die sich fast ein Jahr hin zogen. Der jordanische Schlussangriff auf Arafats Kämpfer war so grausam, dass viele von ihnen es vorzogen, sich den Israelis zu ergeben statt sich dem Terror ihrer arabischen Brüder entgegen zu stellen.

Arafat floh mit rund 2.000 seiner Kämpfer, erst nach Syrien, später in den Libanon – wo sie dann für den Beginn eines weiteren blutigen arabischen Bürgerkriegs verantwortlich waren.

Welche Lehre ziehen wir daraus?

Es ist eine, die von der Geschichte übersehen wird. Arafat wird nicht Ruhe geben, wenn er nicht ganz Israel bekommt. Es macht wenig Sinn, mit ihm zu verhandeln. Andere arabische Führer haben das aus erster Hand erfahren – was der Grund ist, dass sie ihm nie wieder erlauben werden, auf ihrem Boden zu agieren.

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