Führende „Moderate“ der PA schränken Peres‘ Spielraum ein

Michael Widlanski, The MediaLine, 14. Februar 2002 (nicht mehr online)

Palästinenserführer werden alle vorläufigen oder territorialen Teillösungen mit Israel ablehnen und lehnen es ab, sich weiter mit dem israelischen Premierminister Ariel Sharon zu treffen, sagte Donnerstagnachmittag (14. Februar) der Palästinenservertreter, der oft als das „moderateste“ Mitglied der palästinensischen Führung und möglicher Nachfolger Yassir Arafats als Palästinenserführer.

„Wir haben eine Abmachung mit Israel, die UN-Resolutionen 242 und 338“, sagte Ahmad Qreia, Sprecher des Palästinenserrats und betonte stark: „UND (dazu) den vollständigen Rückzug auf die Grenzen vom 4. Juni 1967.“ (Anmerkung heplev: Die Palästinenser behaupten immer, dass die Resolution 242 den kompletten Rückzug auf die Grenzen von 1967 fordert – warum muss das dann noch einmal extra gefordert werden? Das kann doch nur eins heißen: Sie wissen genau, dass ihre Behauptung falsch ist!)

Qreia (auch unter seinem Spitznamen Abu Alla bekannt) lehnte auch jegliche israelische und westliche Spekulation über mögliche Palästinenserführer, die in Arafats Fußstapfen treten könnten, ab; Arafat zeigte in den letzten Tagen Zeichen von Stress und sprunghaftes Verhalten.

„Wir haben einen gewählten Führer und das ist Yassir Arafat, das Symbol der palästinensischen Unabhängigkeit“, erklärte der weithin als Abu Alla bekannte Mann.

Seine Bemerkungen in arabischer Sprache wurden von Voice of Palestine sehr hervorgehoben ausgestrahlt.

Abu Allas Kommentare schienen den diplomatischen Bemühungen von Shimon Peres einen weiteren Schlag zu versetzen; dieser hat versucht ein vorläufiges palästinensisch-israelisches Abkommen auf Basis der israelischen Anerkennung eines palästinensischen Staates innerhalb der von der PA komplett kontrollierten 42 Prozent der Westbank und des fast kompletten Gazastreifens.

Anfang der Woche lehnte der PA Kabinett-Sekretär Ahmad Abdul-Rahman ebenfalls öffentlich das, was er „Peres‘ 42-Prozent-Lösung“ nannte.

Die Kommentare des Palästinensersprechers waren auch eine deutliche Warnung an die im israelischen „Friedenslager“, die immer wieder vorschlagen, dass Arafat ersetzt werden solle, um den „Oslo-Prozess“ zu retten – das Netz von Vereinbarungen, die von palästinensischen Führern und Peres 1993 geleitet wurde.

Arafats heftige Stimmungsschwankungen sind für diejenigen offensichtlich geworden, die ihm in den letzten Tagen nahe waren.

Der Palästinenserführer ist triumphatorisch vor den Menschenmengen vor seinem Büro aufgetreten, lächelte und gestikulierte heftig, wenn auch mit mehr Zucken des Gesichts als in der Vergangenheit. Aber im Privaten hat er gebrütet und ist regelmäßig mit seinen Topp-Leuten in kleinliches Gezänk geraten, wobei er mehrere schlug und sogar eine Pistole zog und in einem Streit mit Jibril Rajoub, den Chef des Geheimdienstes in der Westbank, diesen damit bedrohte.

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