Wird so Frieden geschaffen?

Die palästinensische Autonomiebehörde schuldet einem Krankenhaus in Israel $41 Millionen. Das betroffene Krankenhaus ist das Auguste-Victoria-Hospital auf dem Ölberg in Jerusalem. Es wird vom Lutherischen Weltbund betrieben, einer Dachorganisation der lutherischen Kirchen des gesamten Globus.

Dexter Van Zile, The Times of Israel blogs, 12. Mai 2017

Das Auguste-Victoria-Krankenhaus ist in Schwierigkeiten, weil die PA ihre Rechnungen nicht bezahlt. (Foto: Uri Aloni via Wikidemedia Commons)

Das Krankenhaus hat für das Wohlergehen palästinensischer Kinder in der Westbank und dem Gazastreifen enorme Bedeutung. Diese Kinder können in dem Krankenhaus alle möglichen Sorten medizinischer Versorgung wie Krebsbehandlung und Nieren-Dialyse erhalten. Eigentlich müsste die palästinensische Autonomiebehörde für ihre Behandlung aufkommen.

Die PA zahlt aber ihre Rechnungen nicht und als Folge dessen ist das Auguste-Victoria in finanziellen Schwierigkeiten. Mit aus einer auf Arabisch veröffentlichten Presseerklärung entnommenen Informationen berichtet der Blogger Elder of Ziyon: „Die PA schuldet dem Krankenhaus NIS 150 Millionen ($41 Millionen) und die Schulden haben sich mit einer Rate von $4 Millionen pro Monat angehäuft.“

Die PA ist seit einiger Zeit im Zahlungsrückstand. 2014 schuldete sie dem Krankenhaus mehr als $15 Millionen, was die Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) veranlasste den US-Kongress zu bitten die United States Agency for international Development anzuweisen die unbezahlten Rechnungen der PA zu decken. Seit 2014 hat die ELCA eine Reihe Interessenvertretungsaufrufe an ihre Mitglieder in den Vereinigten Staaten ausgegeben, mit denen diese gebeten wurden ihre Repräsentanten im Kongress aufzufordern, dass USAID die Schulden der PA bezahlt.

Die Lobbyarbeit der ELCA ist effektiv gewesen. 2016 gab USAID dem Krankenhaus $11 Millionen, um ungefähr 30 Prozent der ausstehenden Schulden der PA beim Krankenhaus zu decken. Damit blieb das Krankenhaus mehr als $25 Millionen im Minus. Im August 2016 gab die ELCA eine Aktualisierung zur Kapitalflusskrise des Krankenhauses aus. In der Aktualisierung dankte die ELCA ihren Mitgliedern, „die sich dieses und letztes Jahr am Eintreten für das Auguste Victoria-Krankenhaus beteiligt haben!“ Die Aktualisierung fährt fort:

Wir sind dankbar, dass die palästinensische PA-Außenstände verringert wurden und hoffen, dass bald ein System zu regelmäßigeren Zahlungen eingeführt wird, um diese Krisensituationen zu vermeiden.

Erstaulicherweise half das American Jewish Committee der ELCA bei der Lobbyarbeit im Kongress. Im Jewish News Service berichtete Rafael Medoff Ende März: „Während der letzten Jahre haben ranghohe Vertreter des American Jewish Committee (AJC) die Aufgabe übernommen auf US-Offizielle, einschließlich Kongressabgeordnete, Druck auszuüben unbezahlte Millionen-Rechnungen zu bezahlen, die die PA beim von den Lutheranern unterstützten August-Victoria-Krankenhaus in Ostjerusalem angesammelt hat.“

Rabbi David Rosen, der das AJC in Jerusalem vertritt, sagte Medoff, zusätzlich zur Lobbyarbeit im Kongress habe er mit amerikanischen Diplomaten gesprochen, um die Bemühungen amerikanische Steuergelder zur Bezahlung der nicht bezahlten Schulden der PA beim Krankenhaus zu unterstützen. Nachdem die Geschichte ans Tageslicht kam, stoppte das AJC seine Bemühungen.

Einerseits scheint einem Krankenhaus Geld zu geben das Richtige zu sein, was man tun kann. Das Auguste-Victoria braucht das Geld und die palästinensischen Kinder brauchen die medizinische Versorgung, die das Krankenhaus bietet.

Das Problem besteht allerdings darin, dass die Regierung der Vereinigten Staaten mit der Deckung der unbezahlten Rechnungen für die PA den Terrorismus gegen Israel subventioniert. Das ist nicht zu leugnen. Es ist eine Tatsache – eine unanfechtbare Tatsache.

Die PA zahlte ihre Rechnungen an das Auguste-Victoria-Krankenhaus nicht, aber es zahlt Millionen Dollar an Hunderte Terroristen und ihre Familien, die Israelis ermordet haben, die meisten davon Juden.

2016 zahlte die PA mehr als $300 Millionen (etwa sieben Prozent des PA-Gesamtbudgets) an Terroristen und ihre Familien. Das ist eine politische Entscheidung, die von der von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geführten PA getroffen wurde. Wenn sie mehr als $300 Millionen zur Unterstützung von Terroristen und ihren Familien zahlen kann, sollte die PA in der Lage sein einen Weg zu finden ihre Krankenhausrechnungen zu bezahlen.

Was an den ELCA-Aufrufen höchst beunruhigend ist: Sie sind komplett darauf ausgerichtet den Kongress um Geld anzufragen, um die Schulden der PA zu finanzieren. Sie bieten keinerlei Werturteil zu den Entscheidungen der PA, ebenso ermutigen die Aufrufe die Lutheraner nicht ihre Bedenken im Hinsicht auf die PA zu äußern – trotz der Tatsache, dass die PA allein für die Krise verantwortlich ist, der sich das Auguste-Victoria-Krankenhaus gegenüber sieht.

Die Aufrufe fordern von der PA nicht die Terrorfinanzierung einzustellen und ihre Schulden beim Auguste-Victoria zu bezahlen. Stattdessen spricht die ECLA euphemistisch vom „Unvermögen“ der PA ihre Schulden zu bezahlen. Die PA kann das Geld zahlen, das sie dem Auguste-Victoria schuldet, hat sich aber entschieden stattdessen Terroristen zu belohnen.

Offenbar haben die Leute von der ECLA nicht einmal daran gedacht, dass die PA für ihr Tun auf rhetorischer und praktischer Ebene zur Verantwortung gezogen werden sollte und kann. Das könnte auf einer praktischen Ebene erfolgen, ohne die Patienten des Auguste-Victoria zu gefährden. Gemäß diesem Bericht geben die USA der PA durchschnittlich $400 Millionen pro Jahr. Der Kongress könnte einfach die Schulden des Auguste-Victoria bezahlen und die Zahlung von anderen Zuschüssen abziehen, die der PA gegeben werden.

Haben Vertreter die ELCA diese Art Arrangement vorgeschlagen? Kam ihnen ein solches Arrangement überhaupt in den Sinn? Es gibt in den Aufrufen nichts, was dies nahelegt.

Begreifen die Leute von der ELCA, was moralisch und ethisch auf dem Spiel steht? Ist ihnen die Bedrohung der Sicherheit der Israelis derart gleichgültig? Ist ihnen die antisemitische Hetze in der palästinensischen Gesellschaft so egal? Sind die Friedensaktivisten der ELCA so begriffsstutzig?

Abbas und andere Palästinenserführer haben eine teuflische Wertentscheidung getroffen. Für sie hat der Tod israelischer Juden mehr Wert als das Wohlergehen kranker palästinensischer Kinder.

Die Formel hinter dieser Entscheidung ist einfach: Hass auf Juden, Gleichgültigkeit gegenüber den Palästinensern. Sieht man sich einer Entscheidung gegenüber, ob man Palästinensern helfen oder israelische Juden terrorisieren will, dann hat sich die PA für letzteres entschieden.

Vielleicht wertet das palästinensische Volk das Leben seiner Kinder mehr als seine Führer es tun, aber wenn dem so ist, dann haben sie dagegen auf den Straßen von Bethlehem und Ramallah nicht protestiert, um ihrer Stimme in dieser Sache Gehör zu verschaffen. Bisher haben sie das nicht gemusst, weil der amerikanische Steuerzahler die von den PA-Führern in Ramallah getroffenen diabolischen Entscheidungen subventioniert. Und er hat dies auf Veranlassung der größten lutherischen Denomination in den Vereinigten Staaten getan. Jeder Lutheraner in den Vereinigten Staaten, ob er zu ELCA gehört oder nicht, sollte ob dieser Wende der Ereignisse empört sein.

Jeder Christ sollte empört sein.

Sie so Frieden stiften aus? Offenbar lautet die Antwort für die Evangelical Lutheran Church in America und den Lutherischen Weltbund „Ja“.

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