Das palästinensischen Ziel ist die Zerstörung Israels in Phasen

von Itamar Marcus, Palestinian Media Watch, 28. August 2002 (der Link konnte ich nicht mehr finden)

Einführung:

Israels Generalstabschef Ayalon verursachte diese Woche politische Irritationen, als er verkündete, dass die Autonomiebehörde Israel durch die Umsetzung der Oslo-Vereinbarungen in Phasen zerstören will.

Seine professionelle Einschätzung gründet auf Analysen des Militärgeheimdienstes. Sie bestätigt die Erkenntnisse eines letztes Jahr veröffentlichten PMW-Berichts, der einige der zahlreichen Erklärungen von palästinensischen politischen Führern auf Arabisch dokumentiert, darunter solche von Faisal Husseini, der zur selben Schlussfolgerung führten. Diese Aussagen enthalten ausdrückliche Äußerungen auf Arabisch, dass der Sinn von Oslo die Zerstörung Israels ist.

Als Service für unsere Leser verteilen wir diesen Bericht erneut:
PMW-Sonderbericht Nr. 31 (aktualisiert im Mai 2002)

Ist das palästinensische Ziel ein Friedensabkommen oder „Hudna“ (Waffenstillstand)?
von Itamar Marcus, PMW-Direktor

Einleitung

Der arabisch-israelische Knesset-Abgeordnete Abd-al Malek Dahamsche wurde im palästinensischen Fernsehen interviewt. Ein Zuschauer rief im Studio an und sagte: „Unser Problem mit Israel ist kein Problem von Grenzen, sondern ein Existenz-Problem .“ Dahamsche antwortete: „Wir übertreiben, wenn wir ‚Frieden’ sagen… worüber wir in Wirklichkeit reden, ist ‚Hudna’.“ [PATV, 1. September 2000]

„Hudna“ ist ein islamischer Begriff, der einen Waffenstillstand bezeichnet. Der Abgeordnete Dahamsche akzeptierte die von dem Anrufer ausgeführte Haltung, indem er die Vereinbarungen mit Israel nicht als „Frieden“, sondern als Waffenstillstand bezeichnete.

Dieser Bericht untersucht, in welchem Ausmaß die Meinung Dahamsches die Haltung der palästinensischen Autonomiebehörde widerspiegelt. Wenn palästinensische Offizielle auf Arabisch zu ihrem Volk sprechen, gehen sie dann davon aus, dass ein dauerhaftes Abkommen mit Israel ein Friedensvertrag ist, der den Konflikt beendet, oder ist es nur der Versuch mit einer „Hudna“ einen zeitlich begrenzten Waffenstillstand zu schließen?

Ergebnisse:

Die Untersuchung zeigt eine klare und einheitliche Weltsicht innerhalb der palästinensischen Führung anhand von Reden an die Nation, Ausbildungsprogrammen und durch Schulbücher, die von der Autonomiebehörde herausgegeben wurden.

Israel wird beständig als Kolonie definiert, die das Land von „Palästina“ stahl und kein Recht hat zu existieren. Daher ist im Rahmen der „Gerechtigkeit“ kein Platz für Israels dauerhafte Existenz. Das arabisch-palästinensische Wörterbuch enthält viele Ausdrücke, die die Verhandlungen mit Israel in diesem Zusammenhang beschreiben: „Die dauerhafte Vereinbarung ist eine Phase“; „Die Oslo-Vereinbarung soll einen Fuß in die Tür bringen“; „Alle Verträge sind zeitlich begrenzt“. In diesem Zusammenhang ist der Oslo-Prozess Teil des Prozesses der Befreiung „Palästinas“. Die ständig wiederholte Rechtfertigung einer zeitlich begrenzten Vereinbarung mit Israel ist die „derzeitige Machtverteilung“. Die Haltung, die innerhalb der Autonomiebehörde ausgedrückt wird, belegt, dass Dahamsches Ansicht, dass die Endstatus-Vereinbarung mit Israel als „Hudna“ anzusehen ist, die Regel, nicht die Ausnahme.

Es folgen einige Beispiele, in denen PA-Führer dies ausdrücklich erklärt haben.
1. Faisal Husseini, PA-Repräsentant für Jerusalem:
Die Oslo-Vereinbarungen sind ein Trojanisches Pferd

„Hätten die USA und Israel vor Oslo begriffen, dass alles, was von der palästinensischen Nationalbewegung und der pan-arabischen Bewegung übrig war, ein hölzernes Pferd namens Arafat oder PLO war, dann hätten sie nie ihre befestigten Tore geöffnet und es in ihre Festung hinein gelassen. <

Diese Bemühung [die Intifada] hätte weitaus besser, weiter verbreitet und bedeutsamer sein können, hätten wir uns selbst klar gemacht, dass die Oslo-Vereinbarungen – oder jedes andere Abkommen – nur eine vorläufige Maßnahme oder ein Schritt auf etwas Größeres ist… Wir unterscheiden die strategischen, langfristigen Ziele von den politischen Phasenzielen, die wir wegen internationalen Drucks vorläufig akzeptieren müssen… [Palästina ist] nach der übergeordneten Strategie ‚im Ganzen Land zwischen Fluss und Meer’ gelegen. Palästina als Ganzes ist arabisches Land, das Land der arabischen Nation.“ [Al-Arabi, Ägypten, 24. Juni 2001]
2. Abd El Aziz Shahian, PA-Minister für Versorgung:
Oslo ist nur der erste Schritt zur Vernichtung Israels

„Das palästinensische Volk akzeptierte die Oslo-Vereinbarungen als ersten Schritt und nicht als dauerhafte Vereinbarung, weil es voraus setzte, dass der Krieg und Kampf im Land effizienter ist als der Kampf von einem weit entfernten Land aus [d.h. Tunesien, wo die PLO vor Oslo stationiert war]… Das palästinensische Volk wird seine Revolution fortsetzen, bis sie die Ziele der Revolution von 1965 erreicht…“ (PA-Versorgungsminister Abd El Aziz Shahina, in Al Ayyam, 30. Mai 2000)

[Die „Revolution von 1965“ ist die Gründung der PLO und die Veröffentlichung der PLO-Charta, die zur Vernichtung Israels durch einen bewaffneten Kampf aufruft.]

3. Othman Abu Arbia, Arafats Stellvertreter:
Der palästinensische Staat ist nur der erste Schritt

„… In dieser Phase werden wir in unserem Kampf die Ziele des Phasenplans beibehalten. Das Ziel dieser Phase ist die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit seiner Hauptstadt in Jerusalem. Wenn wir das erreichen, wird es ein positiver Schritt sein und uns dem nächsten Schritt mit anderen Mitteln und Wegen näher bringen… ‚Jeder Palästinenser muss klar und eindeutig wissen, dass der unabhängige Palästinenserstaat mit Jerusalem als seiner Hauptstadt nicht das Ende der Fahnenstange ist.’ Der Aufstieg des palästinensischen Staates ist eine Phase, nach der es eine weitere Phase geben wird. Und das ist der demokratische Staat in ganz Palästina [d.h. an Stelle von Israel].“ (Al-Hayat Al-Jadida, 25. November 1999]

[Othman Abu Arbia ist Arafats Berater für politische Führung und nationale Angelegenheiten und der Generaldirektor für nationale Angelegenheiten, eine hochrangige Position in der palästinensischen Bildungsstruktur.]

4. Scheik Yussuf Abu Sneineh, Prediger der Al Aksa-Moschee:
Ganz Israel ist für immer „Palästina“

„Das islamische Land Palästina ist eins und kann nicht geteilt werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Haifa und Nablus, zwischen Lod und Ramallah, zwischen Jerusalem und Nazareth, zwischen Gaza und Aschkelon. Das Land Palästina ist Land der Waqf, das den Muslimen in der ganzen Welt gehört. Und niemand hat das Recht, darüber frei zu verfügen oder Zugeständnisse zu machen oder es im Stich zu lassen. Wer immer das tut, verrät es und ist nicht mehr als ein verabscheuungswürdiger Verbrecher, der in der Hölle wohnen wird!“ (Der Prediger der Al Aksa-Moschee, Scheik Yussuf Abu Sneineh, PATV, 8. September 2000]
5. Abdullah Al-Hourani, Vorsitzender des Politischen Komitees des Palästinensischen Nationalrats:
Der Konflikt bleibt ewig – ganz Israel ist Palästina

Interviewer: „Wie sehen Sie die Zukunft des Friedensprozesses?“
Al-Hourani: „Ob sie nun zu Verhandlungen zurückkehren oder nicht und ob sie die Vereinbarungen einhalten oder nicht – der politische Plan ist eine zeitlich begrenzte Vereinbarung und der Konflikt bleibt ewig bestehen, wird nicht weggeschlossen und die Vereinbarungen, über die gesprochen werden, betreffen nur die derzeitigen Machtverhältnisse. Der Kampf wird weiter gehen. Es mag Pausen geben, aber letztendlich gehört Palästina vom [Mittel-]Meer bis zum Fluss [Jordan] uns.“ (Al-Hayat Al-Jadida, 14. April 2000]
6. Imad Alfalugi, PA-Minister für Kommunikation:
Der „Besatzungsstaat“ Israel wird aufhören zu existieren

„Unser Volk hat Hoffnung für die Zukunft, dass der Besatzungsstaat aufhört zu existieren und dass es egal ist, wie groß seine Macht und seine Arroganz sind…“ (Kommunikationsminister Imad Alfalugi, Al-Hayat Al-Jadida, 18. November 1999]

7. Salim Aloadia, Abu Salam, Berater für politische Angelegenheiten:
Das Ziel hat sich nicht geändert – die „Befreiung Palästinas“

„Als wir die Waffen 1965 aufnahmen und die moderne palästinensische Revolution begann, hatte sie ein Ziel. Dieses Ziel hat sich nicht geändert – es ist die Befreiung Palästinas.“ (Al-Hayat Al-Jadia, 20. Januar 2000)
8. Scheik Ikrima Sabri, von der Autonomiebehörde ernannter Mufti von Jerusalem und Palästina:
Wir haben Jaffa und Akkra nicht vergessen

„Wir diskutieren die derzeitigen Probleme und wenn wir über Jerusalem reden, dann heißt das nicht, dass wir Hebron oder Jaffa oder Akko vergessen haben… Wir reden über die derzeitigen Probleme, die zu einer bestimmten Zeit Vorrang haben. Das heißt nicht, das wir andere aufgegeben haben… Wir haben einige Male angekündigt, dass vom religiösen Standpunkt aus Palästina vom Meer bis zum Fluss islamisch ist.“ [PATV, 11. Januar 2001]

[Anmerkung: Jaffa und Akko sind israelische Städte. „Vom Meer bis zum Fluss“ ist ganz Israel.]

9. Dr. Ahmet Yussuf Abu Halbiah, eine religiöser PA-Führer, Mitglied des palästinensischen Shariah-Rats und Studienrektor der Islamischen Universität:
“Alle Vereinbarung sind zeitlich begrenzt“

„Uns, der Nation Palästinas, ist das von Allah gegebenes Schicksal, die Vorhut im Krieg gegen die Juden zu sein, bis zur Auferstehung der Toten, wie der Prophet Mohammed sagte: Die Auferstehung der Toten wird nicht kommen, bis ihr die Schlacht gegen die Juden führt und sie tötet. Wir, die Palästinenser, sind in dieser Sache die Vorhut in diesem Kampf, ob wir wollen oder nicht. Alle gemachten Vereinbarungen sind zeitlich begrenzt.“ (Prediger Dr. Ahmed Yussuf Abu Halbiah, PATV, 28. Juli 2000)
10. Dr. Mohammed Ibrahim Madi, religiöser Führer der Autonomiebehörde:
“Wir werden als Eroberer nach Jaffa, Ramle und Lod und ganz Palästina einziehen.“

„Wir sind sicher, dass Allah uns helfen wird zu triumphieren. Es ist unser fester Glaube, dass wir eines Tages Jerusalem als Eroberer betreten werden, wie auch Jaffa, Ramle und Lod und ganz Palästina. [Anmerkung: Jaffa, Ramle und Lod sind israelische Städte.]
Wenn Er [Allah] fragt sie [die arabischen Führer] am Tag des Gerichts: ‚Der größte Teil Palästinas wurde 1948 verloren und was habt ihr getan? Der Rest wurde 1967 verloren und wird es wieder erobert.’ Wie sollen wir unserem Gott antworten?
Palästina soll das Grab der Invasoren sein, wie es das für die Tartaren war und die Kreuzfahrer und den modernen Kolonialismus. Die Tradition lehrt uns, dass Allah den schätzte, von dem Mohammed sagte: ‚Die Juden werden gegen euch kämpfen, aber ihr sollt als über sie herrschende Herren daraus hervor gehen.“ [Prediger Dr. Mohammed Ibrahim Madi, PATV, 12. April 2002]
11. Dr. Mohammed Ibrahim Madi, ein religiöser PA-Führer:
“Wir werden sie in Hadera in die Luft jagen, wir werden sie in Tel Aviv in die Luft jagen.“

„Wir werden sie in Hadera in die Luft jagen, wir werden sie in Tel Aviv in die Luft jagen du in Netanya… Wir werden gegen sie kämpfen und über sie herrschen, bis die Juden sich hinter Bäumen und Steinen verstecken und der Baum und der Stein werden sagen: ‚Muslim! Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, töte ihn.’ Wir werden Jerusalem als Eroberer betreten, in Jaffa und Haifa und Ashkelon als Eroberer einmarschieren…“ (Prediger Dr. Mohammed Ibrahim Madi, PATV, 3. August 2001]
12. Dr. Ahmed Yussuf Abu Halbiah, religiöser PA-Führer:
„Wir werden Haifa, Akkra, Jaffa, das Galiläische Dreieck und den Negev nicht vergessen.“

„Selbst, wenn Vereinbarungen bezüglich Gazas und der Westbank unterschrieben würden, werden wir Haifa, Akkra, Jaffa, das Galiläische Dreieck und den Negev nicht vergessen. Es ist nur eine Frage der Zeit.“ (Prediger Dr. Ahmed Yussuf Abu Halbiah, PATV, 13. Oktober 2000]

[Anmerkung: Alles sind israelische Städte oder Regionen]

13. Dr. Mohammed Ibrahim Madi, religiöser palästinensischer Führer:
Palästina wird zu seinen früheren Zeiten zurückkehren. Israel wird Vergangenheit sein.

„Wer ist verantwortlich für den Verlust Palästinas, dem guten Land, das die Texte des geliebten Koran viele Male segnen und dafür, dass es betrügerisch Israel genannt wird? Wer ist verantwortlich für den Verlust Jerusalems?… Der Prophet [Mohammed] beruhigt uns mit vielen Hadithen, dass Palästina zu seinen früheren Zeiten zurückkehren wird… Durch göttliche Vorherbestimmung müssen wir einen Halt vorbereiten, für die kommende Armee Allahs. Möge es Allahs Wille sein, dass dieser Unterdrückerstaat Israel Vergangenheit werden wird…“ (Prediger Dr. Mohammed Ibrahim Madi, PATV, 8. Juni 2001)
Schlussfolgerungen:

Was aus den Reden der Palästinenser klar wird ist: Ihr Ziel der Vernichtung Israels ist nie aufgegeben worden. Tatsächlich sind die Botschaften der Führungen Israels und der Palästinenser an ihre jeweiligen Völker einander genau entgegen gesetzt:

Die israelische Führung sagt: Das Endstatusabkommen wird schmerzlich sein, aber wir werden es akzeptieren, weil es das Ende des Konflikts mit den Palästinensern und der arabischen Welt insgesamt beendet.

Die palästinensische Führung sagt: Das Endstatusabkommen wird schmerzlich sein, aber wir werden es akzeptieren, denn es bildet nicht das Ende des Konflikts. Es ist eine Phase in der Vernichtung Israels.

Die Worte des Knesset-Abgeordneten Abd-al Malek Dahamsche bilden die konzeptionelle Basis für die Politik der Palästinensischen Autonomiebehörde:

„Wir übertreiben, wenn wir ‚Frieden’ sagen… worüber wir in Wirklichkeit reden, ist ‚Hudna’“.

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2 Gedanken zu “Das palästinensischen Ziel ist die Zerstörung Israels in Phasen

  1. Hinweis auf eine Veranstaltung, die Palestine Expo 2017 in GB vom 8.- 9. Juli 2017.
    “Europas größtes „Judenhassereignis“.
    Ein Regierungsgebäude in Westminster beherbergt das pro-palästinensische Ereignis der „größten jemals in Europa“, das von einer Gruppe organisiert wurde, die angeblich mit Antisemiten, Islamisten und Terrorgruppen verbunden ist.“

    http://www.breitbart.com/london/2017/05/31/uk-government-hosts-europes-largest-jew-hate-event-allegedly-linked-terror/

    https://www.palestineexpo.com

  2. Für mich ist das alles nichts Neues, weil ich die Charta der Hamas aufmerksam gelesen habe. Alle zitierten Aussagen diverser Palästinenserführer geben nur den Inhalt der Charta wieder.
    Durch ihren Bezug auf den Koran hat die Charta Ewigkeitscharakter und ist auch nicht veränderbar. Im günstigsten Fall kann also Israel sich nur von Hudna zu Hudna hangeln. Wobei der Waffenstillstand von den Palästinensern immer als Atempause, Erholungsphase, nach einer Niederlage verstanden wird, die immer zur Wiederaufrüstung benutzt wird.

    Paul

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