Jerusalemer Araber gegen eine Teilung der Stadt

aus dem englischsprachigen ICEJ-Newsletter vom 23. Dezember 2002:
Ich finde es erstaunlich, dass über solche Aktionen der arabischen Seite bei uns nie berichtet wird. Und ich finde es bezeichnend, dass es offensichtlich kein kleiner Teil der arabischen Bevölkerung Jerusalems ist, die nicht in einem Arafat-Staat leben wollen.

Der Plan der Arbeiterpartei Jerusalem in jüdische und arabische Viertel zu teilen, würde zu einer Zunahme tödlichen palästinensischen Terrors führen und im Endeffekt die Apartheid einführen – so die Warnung einer Gruppe Jerusalemer Araber am Samstag.

Führende Araber trafen sich am Wochenende, um den neuen Vorschlag der Arbeitspartei zu diskutieren, wonach Jerusalem nach den Vorgaben des früheren Premierministers Ehud Barak bei den gescheiterten Camp David-Verhandlungen vom Sommer 2000 geteilt werden soll.

„Es ist seltsam zu sehen, dass viele Israelis die Lehren aus den Ereignissen der letzten zwei Jahre nicht gezogen haben“, sagte Zuheir Hamdan, ein führender örtlicher Araber gegenüber der Jerusalem Post. „Ein israelischer Rückzug [aus Ost-Jerusalem] würde die Bewaffneten von Fatah, Hamas, Islamischer Jihad und der PFLP zum Damaskustor, auf den Berg Skopus und den Olivenberg bringen. Sie werden aus Jerusalem ein Gaza machen.“

Nach Gesprächen mit der arabischen Gemeindschaft und Klanführern berief Hamdan am Samstag ein Treffen ein, um zu versuchen, den Jerusalemer Arabern mehr Mitsprache an ihrer Zukunft zu verschaffen.

Personen der Autonomiebehörde haben Israel wiederholt kritisiert, wenn es Projekte zum Ausbau der Infrastruktur in der Hauptsadt ausführte; sie würden eine Teilung in der Zukunft unmöglich machen. Dabei gibt es seit der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen von 1993 häufige Gespräche über ein gemeinsames, ungeteiltes und offenes Jerusalem. Aber Hamdan, der selbst wegen seiner Kritik an der PA angegriffen wurde, deutete an, dass dabei nicht die Mehrheitsmeinung der rund 200.000 Araber in der Stadt vertreten war.

„Ich denke, die Mehrheit glaubt Arafats korrupter und tyrannischer Herrschaft nicht. Schauen Sie, was er im Libanon, in Jordanien und nun in der Westbank und dem Gazastreifen gemacht hat. Er hat eine Katastrophe nach der anderen über sein Volk gebracht“, sagte er.

Er nannte die Ideologie der Arbeitspartei „rassistisch“, weil sie die Araber und Juden von einander trennen wolle. Damit verteidigte Hamdan seine Gruppe gegen palästinensische Vorwürfe, sie würden die Beibehaltung der israelischen Souveränität lediglich aus wirtschaftlichen Interessen haben wollen.

„Niemand will zu den Zuständen der Zeit vor 1967 zurück“, erklärte er, womit er die Zeit meinte, in der Ost-Jerusalem unter jordanischer Kontrolle war.
Der deutsche Newsletter vom selben Tag führt zu Zuheir Hamdan noch aus:

Hamdan führte während der Regierungszeit Baraks eine Kampagne gegen die Teilung Jerusalems an und gehört nach seinen Angaben zu keiner politischen Partei. Er wurde im letzten Jahr angeschossen und schwer verwundet, nachdem er die PA und Arafat in mehreren Interviews mit der örtlichen und internationalen Presse scharf kritisiert hatte.

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