Wie die PA ihren eigenen Terror verurteilt

Vorgeschichte:
Am Dienstag, 12. August 2003 jagten sich zwei palästinensische Selbstmord-Attentäter in der Nähe von Tel Aviv und vor Ariel („Westjordanland“) in die Luft; es starben dadurch neben den Terroristen zwei Israelis, viele Verwundete mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Die deutschen Medien meldeten: „Die palästinensische Führung verurteilte die Anschläge.“ Abgesehen davon, dass nicht die Anschläge, sondern „Operationen“ „verurteilt“ wurden, sollte man sich diese „Verurteilung“ einmal ansehen, um beurteilen zu können, ob es sich tatsächlich um eine Verurteilung handelt.
Die palästinensische Führung verurteilt die Operation in Tel Aviv

Ramallah, 12. August (WAFA)
(Internet-Version) auf Arabisch 1140 GMT 12. August 2003 – (Text übersetzt von FBIS [US-Regierungsservice])

Die palästinensische Führung hat folgende Erklärung herausgegeben:

Die palästinensische Führung, die die kriminellen israelischen Operationen in Nablus, dem Askar-Flüchtlingslager und dem Lager Jenin angeprangert und verurteilt hat und als eine ernste Verletzung der Waffenruhe und Feuereinstellung betrachtet, hebt heute nochmals sehr entschieden ihre Anklage und Verurteilung der heute morgen statt gefundene Operation in Tel Aviv gegen israelische Zivilisten hervor. Die Führung betrachtet diese Operation gegen israelische Zivilisten als einen Sturz in Scharons Falle, damit die Konfrontation erhalten und die Roadmap verhindern soll.

Die Führung kann nicht zu diesen Operationen schweigen, die Israel einen Vorwand gaben, unser Land wieder zu besetzen und die Aggresseion gegen unsere Massen und unser Volk zu eskalieren. Die Folge davon hat es tausende Märtyrer und verletzte Menschen, Zerstörung und Belagerung gegeben.

Während wir solche Operationen verurteilen, ist es der Führung wichtig zu sagen, dass die Regierung Israels weiterhin ihre kriminellen Operationen gegen unsere Massen fortführt. Sie lehnte es ab und lehnt es weiter ab, die Waffenruhe und die Feuereinstellung anzuerkennen. Es ist Fakt, dass die Regierung von Israel ihre Invasionen und Verhaftungen in verschiedenen Gebieten fortführt. Sie besteht auch auf dem Bau der Mauer der Rassentrennung, ebenso auf Expansion und Besatzung, die die übelste Form des Terrorismus, der Zerstörung, der Nötigung und der rassischen Diskriminierung gegen unser Volk darstellt. Diese Besatzung, von deren Art die Welt nie zuvor etwas gesehen hat, verschlingt unser Land, unsere Bauernhöfe, Ressourcen und unser Grundwasser. Sie bedrängt ebenfalls unsere christlichen und islamischen heiligen Stätten, besonders im heiligen Jerusalem, Bethlehem, Hebron und anderen Orten in der Westbank und Gaza.

[Quell-Beschreibung: Gaza WAFA auf Arabisch – offizielle Nachrichtenagentur der palästinensischen Autonomiebehörde. WAFA ist das arabische Akronym für Palästinensische Nachrichten-Agentur; Internet: http://www.wafa.pna.net/%5D

Statistisches:

Die Meldung enthält (in der deutschen Übersetzung)
257 Wörter in
4 Absätzen mit
23 Zeilen

Zur Verurteilung der Attentate sind enthalten:
22 Wörter

Die Begründung, dass die Attentate negativ sind (weil sie Israel Grund für seine Schläge gegen die Palästinenser liefert):
66 Wörter

Beschimpfung Israels (einschließlich der Teile, in denen die Attentate „verurteilt“ werden):
220

Schlussfolgerungen:

1. Die Attentate werden wegen ihrer „negativen Wirkung“ verurteilt – nicht weil sie moralisch verwerflich sind. Grundsätzlich ist es also nach Meinung der palästinensischen Führung in Ordnung, wahllos oder gezielt Juden umzubringen.

2. Angesichts dieser Beschimpfung Israels und des Verhältnisses der Kritik an den eigenen Leuten zur Kritik an Israel – welcher Palästinenser nimmt diese Verurteilung als Verurteilung ernst? Welcher Palästinenser soll ernsthaft glauben, dass Arafat & Co. wirklich der Meinung sind, dass die Selbstmordanschläge nicht gewollt sind?

Arafat und Konsorten lügen und betrügen, machen den Westen lächerlich, der nur meldet, die Palästinenserführung hätte die Anschläge verurteilt! So verurteilt man eine Handlungsweise nicht, so fördert und fordert man sie!
Auf der Regierungs-Internetseite http://www.ipc.gov.ps/ipc_e/ipc_e-1/e_News/news2003/2003-08/052.html geht man dann noch ein wenig weiter:

PNA verurteilt die Explosion in „Ras Al-A’ain“
(hier ist von dem Anschlag in Ariel überhaupt nicht die Rede!)


Der palästinensische Premierminister Mahmud Abbas verurteilte seinerseits die Angriffe und beklagte die fast täglichen israelischen Vorstöße in Palästinensergebiete, von denen er sagte, dass sie die Bombardierungen provozierten.

Am Eingang zu einem Einkaufszentrum wurden eine israelische Person getötet und mehr als 10 wurden verwundet, vier von ihnen ernst. Das Einkaufszentrum liegt in der israelischen Stadt Rosh Ha’ayin, sagten israelische Quellen.

Rosh Ha’ayin ist eine israelische Stadt, die auf den Trümmern der palästinensischen Stadt „Ras Al-a’ain“ gebaut wurde, nachdem sie von israelischen Besatzungstruppen im Krieg von 1948 besetzt wurde.

(Hervorhebung: HE)

Dazu kommentiert IMRA: (Newsletter vom 13.08.2003)

Die Bedeutung dieser Aussage könnte nicht eindeutiger sein: Ras Al-Aa’ain, so wird impliziert, wurde von seiner alt eingesessenen palästinenischen Bevölkerung durch marodierende jüdische Streitkräfte bereinigt, die dann die jüdische Stadt Rosh Ha’ayin auf den „Trümmern“ bauten. Und es könnte nicht klarer sein, dass dieses Stückchen Geschichte hier eingebaut ist, um eine Rechtfertigung für den Terroranschlag zu liefern: Wer kann den enteigneten Palästinensern vorwerfen, dass sie gegen die grausamen Besatzer zuschlagen?

Abgesehen davon, dass diese palästinensische Geschichte von Ras Al-Aa’ain und Rosh Ha’ayin Unsinn ist: Ras Al-Aa’ain ist von seinen arabischen Einwohnern beim vorletzten Jahrhundertwechsel verlassen worden. Sogar Walid Khalidi gibt das in seinem tendenziösen „All That Remains“ (einer angeblichen Geschichte palästinensischer Städte, die von Israel besetzt wurden – das Buch ist vom PLO-finanzierten Institut für Palästina-Studien veröffentlicht worden) zu. Nach Khalidi war Ras al-Ayn (wie er es buchstabiert) ein „Dorf, das am Beginn dieses (d.h. des 20.) Jahrhunderts verlassen wurde“ (S. 251).

Es gab dort also keine arabische Bevölkerung, die enteignet werden konnte; und es gab niemanden, den man vertreiben konnte. Aber die Juden, die dort 1949 zu leben begannen, waren vertrieben worden – von Arabern. Es handelte sich um Juden aus dem Jemen und Israel baute für sie ein Flüchtlingslager an dem Ort, der eine britische Militärbasis gewesen war. Das jüdische Flüchtlingslager wurde später zur israelischen Stadt Rosh Ha’ayin (Kopf der Quelle), nach den örtlichen Quellen benannt. Die Stadt hat natürlich eine längere Geschichte als diese – in der Bibel war sie als Aphek bekannt, benannt nach dem benachbarten Flussbett.

Man kann nur hoffen, dass die Verurteilung des Terroranschlags gegen Rosh Ha’ayin durch die PA echter ist als ihre gefälschte Geschichte von Rosh Ha’ayin.
Nachtrag HE: Wer auf diese Weise versucht, die Geschichte zu fälschen und Stimmungen zu schüren („israelische Besatzungstruppen im Krieg von 1948“), der hat nicht das Ziel, friedlich Seite an Seite mit Israel zu leben. Wer so etwas verbreitet, der macht Stimmung, um ein ganz bestimmtes Ziel zu festigen: den palästinensischen Staat „vom Fluss bis zum Meer“ – ohne Israel. Es entlarvt die Absichten der Palästinenserführung; vom Westen wird das aber wohl wieder einmal nicht bemerkt und weiter vom Frieden gefaselt!

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