Das Werben um weibliche Terroristen

Itamar Marcus, Palestinian Media Watch, 9. Oktober 2003 (Sonderbericht in der Jerusalem Post)

Einführung:
Letzte Woche wurden 19 Israelis von einer weiblichen palästinensischen Selbstmord-Terroristin getötet. Während die Medien wiederholt Überraschung über palästinensische Frauen als Selbstmord-Bomber ausdrückten, hat PMW dokumentiert, dass die PA in ihrer Werbung und Glorifizierung von Selbstmord-Terrorismus regulär auf Frauen ausgerichtet hat. Im folgenden Artikel, veröffentlicht in der Jerusalem Post vom Freitag, verfolgt PMW-Direktor Itamar Marcus die Geschichte der PA-Werbung um weibliche Selbstmord-Terroristen.

Text für die Jerusalem Post:

Die Helden einer Gesellschaft zu beobachten bietet Einsicht in deren Natur und Werte. Daher ist es erschreckend zu beobachten, wie die Palästinensische Autonomie diejenigen, die Juden umbringen einschließlich der weiblichen Terroristen –, in Helden und nachahmenswerte Beispiele verwandelt, besonders für Kinder.

Unmittelbar nach dem ersten Selbstmordanschlag durch eine Frau, Wafa Idris, am 27. Januar 2002, unternahm die PA eine öffentliche Indoktrinations-Kampagne bei ihren Frauen, damit diese sich als potenzielle Selbstmordbomber betrachten. Die Selbstmordbomberin Hanady Jaradat, die letzte Woche 19 Menschen ermordete [heplev: die Zahl ist inzwischen auf 20 gestiegen], ist ein Ergebnis dieser Indoktrination.

Unmittelbar nach dem Anschlag von Idris machten die offiziellen Strukturen der PA aus ihr eine Heldin und ihren Mord zu einer Tat, die nachgeahmt werden sollte. Innerhalb von Tagen veranstaltete die PA eine Demonstration zu ihren Ehren; junge Mädchen trugen Poster mit dem Bild von Idris und den Worten: „Die Fatah-Bewegung… rühmt mit großem Stolz die heldenhafte Märtyrerin Wafa Idris.“ [Al-Ayyam, 1. Februar 2002]

Innerhalb von Tagen erschienen in allen PA-Medien von Frauen geschriebene Artikel: „Raviha Diyav von der Palestinian Women Union betonte, dass die Teilnahme von Idris an dem Anschlag die Entschlossenheit der palästinensischen Frauen zeigt, als volle Partner an der Seite ihrer Brüder am nationalen Kampf teilzunehmen.“ (Al-Ayyam, 1. Februar 2002)

Die PA, als sie sah, dass Frauen weitaus einfacher die durch die israelischen Sicherheitsmaßnahmen durchschlüpfen konnten, schuf sofort ein Rahmenwerk für die Terror-Aktivität von Frauen: „Das Ziel dieser Brigade ist es, Angriffe auf die israelische Heimatfront durchzuführen. Die Truppe ist als Brigade zu Ehren der Märtyrerin Wafa Idris benannt worden.“ (Al-Quds, 1. März 2002)

Das von der PA kontrollierte Palestinian Television schloss sich sofort der Werbeaktion an. Es begann ein Musik-Video auszustrahlen, in dem eine Frau zu Hintergrundszenen mit extremer Gewalt sang; diese Frau wird plötzlich von einer bloßen Sängerin in eine Kriegerin verwandelt, die eine Kampfuniform trägt und von ihrem Wunsch singt, ebenfalls als Märtyrerin zu fallen: „Du wirst nicht gerettet, oh Zionist, vor dem Vulkan der Steine meines Landes. Ich werde sogar gerne als Märtyrerin fallen.“ (PA-TV, 10. März 2002)

Ein Konzert zur Ehre von Idris ist wiederholt gesendet worden, so noch am 24. Juli diesen Sommers. Das ist konstante Erinnerung – Wafa ist die palästinensische Heldin: „Meine Schwester Wafa … du hast das Märtyrertum gewählt, im Tod hast du unserem Willen Leben gebracht.“

All das führte zu einer Reihe meist erfolgloser Selbstmord-Attentate durch Frauen und schließlich zum Bombenanschlag durch Ayat al-Akhras in Jerusalem. Al-Akhras ist ein 17-jähriges Mädchen, unter dessen Opfer sich ein Mädchen im Teenager-Alter befindet.

Die PA machte dann aus diesen beiden erfolgreichen Mörderinnen ein Symbol für andere Mädchen. PA-Sommerlager für Mädchen wurden im letzten wie in diesem Jahr nach Idris und Akhras benannt. Das ist besonders Besorgnis erregend, da es für Kinder natürlich ist, dass sie andere Teenager, die geehrt werden, als Vorbild betrachten.

Idris ist so populär geworden, dass sogar Dinge, die nichts mit Terror zu tun haben, nun in ihrem Namen erscheinen: „Die Shabiba-Studentenvereinigung, die ‚Märtyrerin Wafa Idris-Zelle’ an der Offenen al-Quds Universität, feierte den Abschluss eines Kurses über Demokratie und Menschenrechte.“ (Al-Hayat al-Jadida, 11. August 2003)

Wichtig zu wissen ist, dass genauso, wie die PA den Selbstmord-Anschlag von Hanady Jaradat in der letzten Woche verurteilte, sie auch den Anschlag von Idris in Englisch verurteilte, während sie sie auf Arabischin eine Heldin verwandelte: „Die palästinensische Führung verurteilte am Sonntag scharf den Selbstmordanschlag, der in Westjerusalem statt fand…“ (WAFA, 27. Januar 2002)

Es ist traurig, dass diese Kampagne, aus Selbstmordbombern Vorbilder zu machen, Erfolg hat. In einem Interview nach den ersten beiden Selbstmord-Anschlägen durch Frauen diskutierten junge Mädchen im Fernsehen nicht die Bereitschaft, solche Gräueltaten zu begehen, sondern nur das Alter, in dem das getan werden sollte; die [19-jährige] Sabrine: „Es ist wahr, dass wir wegen der Kinder traurig sind, die starben, aber gleichzeitig müssen wir froh sein, denn die Schahide gehen ins Paradies. Ayat al-Akhras war 17, als sie sich sprengte. Ein Mädchen von 17 Jahren weiß sehr gut, was sie tut.“

Fernseh-Moderator: „Sabrine, bist du dafür oder dagegen?“

Sabrine: „Natürlich unterstütze ich die Sprengungen, das ist unser Recht. Vielleicht wird uns niemand mit uns fühlen, wenn man hört, dass Kinder sich in die Luft sprengen, aber das, das ist Heldentum.“

Moderator: „Sabrine, ist es selbstverständlich, dass Ayat al-Akhras sich sprengte?“

Sabrine: „Natürlich ist das selbstverständlich…“

Die [11-jährige] Walla: „Was sie über Ayat al-Akhras sagte – dass es ihr Recht war – da hat sie recht, dass sie es unterstützt… Ayat war ein Mädchen von 17 Jahren. Sie hätte mehr lernen können – ihre Ausbildung beenden. Dann, wenn keine Jungs mehr übrig sind und nachdem sie ihre Ausbildung beendet hat, kann sie Operationen ausführen.“ (PA-TV)

Auf der Grundlage des Handelns der PA in der Vergangenheit – und nicht auf ihren leeren Verurteilungen – wird die Terroristin und Mörderin Hanady Jaradat in die Ränge von Idris und Akhras eingereiht und Teil des PA-Lexikons der zu ehrenden Mörder, bewundert und nachgeahmt werden. Sie wird ein neues Vorbild für die kleine Walla und Sabrine werden. Und wir werden bald von Hanady Jaradat-Sommerlagern für Mädchen hören und dem neuen Hanady Jaradat-Kurs in Demokratie und Menschenrechten.

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