Licht für den Nachbarn

Dmitry Radyshevsky, The Jerusalem Summit, 15. Januar 2004  (übermittelt per E-Mail)

Vor Kurzem hatte Dmitry Radyshevsky, Geschäftsführer des First Annual International Jerusalem Summit, ein Hintergrundgespräch mit einem einflussreichen palästinensischen Araber, der nicht mehr in den Gebieten wohnt. Während er sich jetzt den Luxus offener Gedanken und freier Rede leisten kann, muss doch seine Identität geschützt werden.

Das Gespräch wird ohne Kommentar wieder gegeben. Seine aufschlussreiche Analyse bietet eine präzise Formel für die Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts, gibt Einsicht in das derzeitige palästinensische denken und sollte eine tägliche Erinnerung daran sein, was Israel erleidet.

Israel gewann die erste Intifada. Die Palästinenser waren erschöpft. Arafat in Tunesien war am Tiefpunkt angelangt. Damals hätte Israel jede Lösung durchsetzen können und die Palästinenser hätten sie akzeptiert. Statt dessen seid ihr nach Oslo gegangen – ohne mit den Arabern in den Gebieten oder Jordanien gesprochen zu haben… Und die Araber schlossen daraus, dass Arafat gewonnen hatte.

Die Palästinenser waren bereit den Status quo zu akzeptieren – de facto: Frieden – aber Israel zwang ihnen die Arafat-Gang mit der alten arabischen Mentalität auf – Ablehnung jeglichen Friedens mit Israel. Das erste, was die PLO bei ihrer Rückkehr machte, war die oppositionellen Zeitungen zu schließen und jeden unabhängigen Journalisten zu feuern.

Nach Oslo dachten die Palästinenser: Wir werden leicht bewaffnete Polizei haben, um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Aber als wir diese Typen mit Maschinenpistolen sahen, riefen wir: „Das ist keine Polizei – das sind Fedayin.“ Sie machten das sofort klar: „Wir sind zurück gekommen, um den Kampf fortzusetzen. Es ist bequemer, Israel von hier aus zu bekämpfen als von Tunesien aus.“

Die „Polizei“ baute ein Dutzend bewaffneter Organisationen auf, die alle mit Raub, Vergewaltigung und Erpressung beschäftigt waren. Einer meiner Verwandten hatte ein Geschäft direkt neben einem Hauptquartier. Diese „Beamten“ kamen jeden Tag, nahmen, was immer sie wollten und sagten ihm, er soll es der Organisation in Rechnung stellen. Als die Summe 15.000 Schekel erreichte, verhafteten sie den Geschäftsinhaber und beschuldigten ein israelischer Spion zu sein. Sie hielten ihn drei Tage lang im Keller fest und ließen ihn erst gehen, asl er sich einverstanden erklärte, die Schulden zu vergessen. Als er nach Hause kam, betete er zu Allah, er möge dieses „Hauptquartier“ ausradieren. Einige Monate später bombardierten die Israelis das Gebäude. Er rief mich an und sagte: „Allah hat meine Gebete erhört!“ Jeder Palästinenser kann dir ein Dutzend Geschichten wie diese erzählen.

Die israelische „Operation Schutzschild“ machte die Palästinenser freier, indem sie die PA-Sicherheitsdienste außer Betrieb setzte, was die Zahl der Vergewaltigungen, Erpressungen und Folterungen verringerte.

Israel führt uns mit der Aussendung falscher Signale in die Irre. Sie sagen Arafat sei kein Partner mehr, aber Scharon will sich mit Abu Ala treffen und Omri Scharon trifft sich mit Rajoub. Aber unter den Palästinensern kennt sie jeder als Arafats Leute. Und so glauben die Palästinenser, dass Israel in Wahrheit daran arbeitet Arafat stark zu machen… Man sollte entweder zugeben, dass man mit ihm arbeitet oder seine Gang ein für allemal los werden. Seid geradeaus und beständig. Sagt die Wahrheit.

Die Jerusalemer Araber wollen ihren Status als permanente Einwohner behalten; sie sehen, was in der Westbank los ist und was Arafat ihnen angetan hat… Sie geraten in Panik; sie sagen: Die Arbeitspartei will uns Arafat übergeben und sie will die Hamas nach Jerusalem bringen. Israel könnte aus ihnen ein Beispiel für andere Araber machen: wenn ihr loyale Einwohner mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung für Israel seid, werdet ihr so gut leben wie die Israelis.

Die Palästinenser wollen vor die Lage vor 1987 zurück, als man von Ramallah nach Ramat Gan fahren konnte, um Geld zu verdienen und dann wieder nach Hause zu gehen, ohne Arafat oder Straßensperren.

Ihr müsst den Libanon und Syrien zwingen, die Einschränkungen für die palästinensischen Flüchtlinge aufzuheben – lasst sie sich ansiedeln, wo sie wollen, und lasst sie arbeiten. Sagt ihnen nicht, sie müssten die Lager auflösen. Zwingt sie, beim Verlassen die Einschränkungen aufzuheben und die Palästinenser werden die Lager aus eigenem Antrieb verlassen.

Ihr müsst alle bewaffneten Kräfte Arafats entwaffnen und nur eine Zivilverwaltung übrig lassen. Wenn ihr das nicht tut, werden auf Arafat Tausende weitere „Arafats“ folgen.

Dringt in die Gebiete ein, entwaffnet die „Sicherheitskräfte“ und bleibt dort. Wenn ihr die Leute wissen lasst, dass ihr dort bleiben wollte, dass ihr den Jihadisten die Rückkehr und Vermehrung nicht erlauben werdet, werden die Leute euch glauben und euch helfen.

Die Palästinenser werden nicht für Arafat kämpfen. Die Intifada ist kein Volksaufstand; sie ist ein Krieg, der von mehreren bewaffneten Gruppen geführt wird.

Die einzige Alternative für euch wäre, euch zurückzuziehen und hinter den Grenzen von 1967 zu verstecken und euch auf das Schlimmste vorzubereiten: Die Hamas in der Altstadt und French Hill und den totalen Vernichtungskrieg. Dann werden Juden wie Araber sterben.

Niemand wird das öffentlich sagen. Ihr müsst erst die Gebiete gehen und beweisen, dass ihr es ernst meint. Und dann werde ich euch 500 einflussreiche Araber zeigen, die euch unterstützen werden.

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