Die palästinensische Jihad-Autonomiebehörde

Nissan Ratzlav-Katz, 26. Juli 2005 (direkt vom Autor)

Ist die derzeitige palästinensische Autonomiebehörde unter der Leitung von Mahmud („Abu Mazen“) Abbas eine terroristische Einheit, ein den Terror unterstützendes Regime oder eine sanfte Diktatur, die darum kämpft die Terroristen unter Kontrolle zu bringen?

Khaled Abu Toameh von der Jerusalem Post berichtete im Januar 2003, dass der Kopf der politischen Abteilung der PLO, Faruk Kaddumi, erklärte: „Wir haben uns nie von Hamas unterschieden. Strategisch gibt es zwischen uns keinen Unterschied.“ Er gab diesen Kommentar in einem Interview mit der in Nazareth erscheinenden Wochenzeitung „Kul Al-Arab“, schrieb Toameh.

Die PLO, die Palästinensische Befreiungsorganisation, wird von der Fatah geleitet und kontrolliert; sie ist die alt gediente Terror-Fraktion zu der auch Abu Mazen gehört und die bis zu dessen Tod von Yassir Arafat angeführt wurde. Artikel 12 des Gründungsdokuments der Fatah erklärt als Ziel der Organisation die „komplette Befreiung Palästinas und die Ausradierung der zionistischen wirtschaftlichen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz“. Darüber hinaus sollen die Ziel durch Gewalt erreicht werden. Artikel 19 besagt: „Der bewaffnete Kampf ist eine Strategie, keine Taktik; und die Revolution des palästinensischen arabischen Volkes ist ein entscheidender Faktor im Befreiungskampf und in der Ausmerzung der zionistischen Existenz; dieser Kampf wird nicht enden, bis der zionistische Staat vernichtet und Palästina komplett befreit ist.“

Und die Führer der von der Fatah angeführten PLO, denen unter dem Deckmantel als Köpfe der Palästinensischen Autonomie mehr Macht und internationale Legitimität gegeben ist, sind den Zielen und Verpflichtungen der Organisation treu geblieben. Zwei Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit werden dafür genügen.

Am Sonntag, 12. Juni 2005, exekutierte die PA einige Männer, denen „Kollaboration“ mit Israel vorgeworfen wurde. Das heißt, ihr „Verbrechen“ war, dass sie Israel bei der Bekämpfung des Terrorismus halfen – etwas, zu dem die PA sich selbst unter den Bedingungen der US-gesponserten Roadmap verpflichtete. Dieses Verhalten ist jedoch absolut logisch, wenn der „bewaffnete Kampf ein entscheidender Faktor in der Ausmerzung der zionistischen Existenz“ ist. Die Araber, die bereits sind gegen Terroristen zu kämpfen, untergraben also den „bewaffneten Kampf“.

Umgekehrt nehmen die Araber, die in den Terror – einschließlich Selbstmord-Bombenanschlägen – verwickelt sind, am „bewaffneten Kampf“ teil und dürfen von der PA nicht bekämpft werden. Und das ist exakt die von Abbas in der Praxis angewendete Vorgehensweise.

Letzten Monat entließ die PA Terroristen des Islamischen Jihad, die in Verbindung mit dem Selbstmord-Bombenanschlag vom 25. Februar 2005 auf den Stage Club verhaftet wurden, der das Leben von fünf Israelis und mehr als fünfzig Verletzte forderte. Ein israelischer Beamter sagte, dass die „Drehtür“ zurückgekehrt sei, die unter Yassir Arafat vorherrschte. Ebenfalls im letzten Monat verkündete der PA-Außenminister Nasser Al-Qidwa, dass, so lange die „israelische Besatzung“ weiter ginge, die PA die terroristischen Fraktionen nicht entwaffnen werde. Die Waffen, erklärte er, seien nicht „illegal“, so lange die „Besatzung“ weiter gehe. Wenn man bedenkt, dass die Fatah es so sieht, dass die „Besatzung“ weiter geht, „bis der zionistische Staat vernichtet ist“, dann könnte es so aussehen, dass die Waffen in der Hand der arabischen Terroristen von der PA niemals als „illegal“ betrachtet werden, also werden sie auch niemals konfisziert.

Bei dem jüngsten Blutvergießen und Auseinandersetzungen zwischen der PA und der Hamas ging es daher nicht um die Versuche von Abbas, den Terrorismus im Zaum zu halten. Im Gegenteil, wie wir gesehen haben, hat er keinerlei Absicht das zu tun. Wie könnte er, wenn es „strategisch keine Unterschiede zwischen uns gibt“? Worum ging es in dem mörderischen Kampf?

Die Hamas verlangt ein Stück des Kuchens von Gusch Katif, nachdem Israel tausende Juden rausreißt, die in den 20 Gemeinden im Gazastreifen leben. Das Land dort ist ziemlich begehrt, nachdem es von israelischen Bauern und Häuslebauern aus Dreck und Sand in eine veritable Oase verwandelt wurde. Die Hamas glaubt, dass sie ein Stück von dem Land verdient, da es den fortgesetzten Terror gegen Israel belohnt, durch den Ariel Sharon davon gejagt wurde. Die Methode, um ihren Teil der Beute zu bekommen, so schlug die Hamas Abu Mazen vor, ist eine gemeinsame besondere Verwaltung, wie mit dem israelischen Rückzug aus dem jüdischen Gaza umzugehen ist. Abbas allerdings bestand darauf, dass es nur eine Verwaltung gibt – und das ist die PA. Und die PA, sagt er, wird die jüdischen Gebiete übernehmen, wenn die Israelis sich zurückziehen.

Übrigens, erwähnte ich das Kasino, das auf einem Teil des evakuierten Landes gebaut werden soll?

Kurz gesagt: Es gibt keinen Konflikt zwischen der Hamas, dem Islamischen Jihad und der Palästinensischen Autonomie, der nicht durch ein wenig Landbesitz zu regeln wäre. Und das bedeutet, dass die Schaffung eines islamistischen Terrorstaates im Gange ist – unter der Führung von Mahmud Abbas.

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