Wie definierst du dich selbst?

Elder of Ziyon, 8. Mai 2007

Yom Ha’atzmaut-Feiern sind, zusammen mit dem palästinensisch-arabischen „Nakba“-Gedenken, eine gute Gelegenheit einen fundamentalen Unterschied zwischen Zionisten und palästinensisch-arabischen Nationalisten festzustellen.

Zionistien definieren sich völlig unabhängig von anderen Spielern der Weltgeschichte. Der Zionismus ist die nationale Wiederbelegungsbewegung für das jüdische Volk im Land seiner Vorväter. Das hat nichts mit den Europäern oder den Arabern oder sonst irgendetwas zu tun. Das ist eine völlig positive, autarke Definition. Man mag sagen, dass der Zionismus die Araber unfair behandelte, aber die Araber waren nicht kein inhärenter Faktor in der Definition des Zionismus; der Zionismus ist als Begriff unabhängig von anderen Faktoren. Araber, die versuchten diesen Traum zu zerstören, wurden nicht als Bedrohung für den Zionismus betrachtet – sie wurden als für das Konzept an sich irrelevant angesehen. Wenn sie Israel akzeptierten, gut; wenn nicht, Pech für sie.

Andererseits definiert sich der palästinensisch-arabischer Nationalismus ausschließlich über die Beziehung zu anderen; und diese Definierung ist eine negative. Die 60. Wiederkehr der Gründung Israels zeigt diese Unterschiede mit scharfem Profil.

Heute wird der Yom Ha’atzmaut gefeiert, aber das ist nicht der Jahrestag. Dieser ist der fünfte Tag des hebräischen Monats Iyar, am Samstag. Da dies der jüdische Sabbath ist, wurde das Datum auf heute vorverlegt, um jedermann die Möglichkeit zu geben angemessen zu feiern.

Die Nakba-Festlichkeiten waren ursprünglich für den 15. Mai, den „Nakba-Tag“ terminiert, aber die bloße Vorstellung, dass Israel heute feiert, irritiert die palästinensischen Araber derart, dass sie den heutigen Tag zu einem Tag der Trauer erklärten:

Donnerstag wird ein Tag nationaler Trauer in den gesamten Palästinensergebieten gehalten, um an die sechzigste Wiederkehr der palästinensischen Nakba zu erinnern.

Palästinensische schwarze Flaggen werden auf Gebäudedächern gehisst, ein öffentlicher Teilstreik wird von 12 bis 1 Uhr am Donnerstagmittag zusätzlich zu den Demonstrationen in der gesamten Westbank abgehalten.

In einer am Donnerstag abgegebenen Erklärung forderte das Nationale Komitee für die Erinnerung an die Nakba alle Palästinenser auf an der Aktion teilzunehmen, um „gegen die Feiern des Besatzungsstaates [Israel] zu seiner Gründung auf den Überbleibseln palästinensischen Städte und Dörfer zu protestieren, indem ausgedrückt wird, dass die Palästinenser an ihrem ‚Rückkehrrecht’ festhalten, das ein legitimes Recht ist.“

Heute ist weder nach dem hebräischen noch dem gregorianischen oder muslimischen Kalender der Jahrestag, aber weil Israel heute feiert, müssen die palästinensischen Araber ihre Gedenkveranstaltungen auch heute beginnen. Ihre Geschichte und ihre Selbstsicht wird völlig durch das definiert, was Israel tut, nicht durch das, was angeblich ihre Ziele sind.

Wenn die Nakba dazu gedacht wäre, an die Wiederkehr der Flucht der palästinensischen Araber aus ihren Häusern zu erinnern, dann könnte der Tag irgendwann im Jahr begangen werden, da es keine bestimmten Bevölkerungsverschiebungen am 15. Mai gab. Sie könnte das Datum der Kapitulation von Haifa oder das der Unterzeichnung des Waffenstillstands durch Israel mit Jordanien nehmen – und damit sicher stellen, dass sie in der Lage sind einen Staat aufzubauen. Aber sie entscheiden sich, ihn dann zu begehen, wenn Israel das tut – und wenn Israel das Datum verschiebt, dann machen sie das auch.

So zeigt sich das auch bei diesem Nakba-Poster:

Die Form „Palästinas“ (dargestellt als Schlüsselloch) leugnet die Tatsache, dass der palästinensisch-arabische Nationalismus in seiner Gänze von externen Faktoren abhängig ist. Das historische Palästina sieht überhaupt nicht aus wie auf diesem Bild; und während es schwierig sein würde die Grenzen zu ziehen, die nie festgelegt wurden, würde jedermann zustimmen, dass der Negev nicht Teil davon ist und dass bedeutende Teil dessen, was heute Jordanien ist, dazu gehören. Die Tatsache, dass die palästinensischen Araber auf jeden Anschein der Wiederherstellung des „historischen“ Palästina verzichtet haben und nur an den Gebieten interessiert sind, die zufälligerweise Israel kontrolliert, mit nationalen Grenzen, die von den Briten und Franzosen gezogen wurden, zeigt, dass es beim palästinensisch-arabische Nationalismus überhaupt nicht um den Aufbau, sondern um die Vernichtung eines Staates geht.

Natürlich zeigt auch, dass sie 1949 die jordanische Souveränität und Staatsbürgerschaft anerkannten, dass eine unabhängige Nation kein Ziel der so genannten „Nationalisten“ war.

Seit Oslo sind fast 15 Jahre vergangen. Während eines großen Teils dieser Zeit war ein Großteil der Westbank unter arabischer Autonomie. Die PA hat Zugang zu denselben Mitteln, die das embryonische Israel 1948 hatte. Vor der Intifada gab es dort eine lebensfähige Wirtschaft; vor 2003 gab es keine Straßensperren.

Nun sehen Sie sich an, wie viel Fortschritte sie mit der Autonomie gemacht haben, die sie haben, und vergleichen Sie sie mit dem, was Israel in den 10 bis 15 Jahren machte, nachdem es seine eigene Autonomie gewann. (Wir fangen noch nicht einmal von Gaza zu sprechen an, dem Musterbeispiel palästinensisch-arabischen Nationalismus.)

Eine wirkliche, unabhängige Nationalbewegung würde jede Gelegenheit und Autonomie nutzen, die sie könnten, um ihre Institutionen aufzubauen – ihre Schulen, Krankenhäuser, Infrastruktur; um Handel mit anderen Staaten aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Sicherheit des eigenen Volkes zu gewinnen. Eine vorgetäuschte Nationalbewegung, deren wirklicher Zweck destruktiv ist, würde nichts davon unternehmen.

Es ist offensichtlich, welche Beschreibung zu der jüngeren Geschichte des palästinensisch-arabischen Nationalismus passt.

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