Verleugnung – ein Problem des muslimischen Selbstverständnisses

Daniel Pipes/Jonathan Schanzer, New York Post, 14. Januar 2002

Sie könnten versucht sein zu glauben, Sie wüssten, was am 3. Januar passierte, als israelische Marine-Spezialkräfte die Karine-A übernahmen, ein Frachtschiff mit 50 Tonnen zu schmuggelnder Katjuscha-Raketen, Antipanzer-Flugkörpern, Mörsern, Minen, Sprengstoff und Scharfschützen-Gewehren an Bord.

Sie könnten versucht sein zu glauben, der Kapitän des Schiffs bekannte im Fernsehen, dass er von der palästinensischen Autonomiebehörde beschäftigt wird und mit militärischem Befehl handelt, dass er an die iranischen Küste abkommandiert war, um die Waffen auf sein Schiff zu laden. Sie könnten versucht sein zu glauben, dass er die Gewässer vor Gaza ansteuerte, um diese Waffen in wasserdichten Behältern abzuladen, damit sie von kleinen palästinensischen Schiffen aufgesammelt werden können.

Wenn Sie das glaubten, dann wären Sie in guter Gesellschaft. Als „eindeutig“ bezeichnete der Generalstabschef die Belege dafür, dass dies eine Schmuggel-Aktion der PA war. Condoleezza Rice, US-Sicherheitsberaterin, sagte, ihre Regierung „habe den ernsthaften Verdacht“, dass der PA-Vorsitzende Yassir Arafat selbst von dem Transport wusste. Und Arafat, der persönliche Schuld leugnete, gab zu, dass seine Offiziere in den Plan verwickelt waren.

Aber die Medien des Nahen Ostens wissen es besser. „Die Geschichte des Waffenschiffes ist nichts als ein amtliches Märchen Israels ist“, verkündet der Chefredakteur der ägyptischen Regierungszeitung Al-Akhbar.

Saudische Medien stimmen überein, dass der Vorfall eine Ente war, wobei Arab News sie „eine sorgfältig gestellte Falle“ nannte und Ar-Riyadh behauptete, dass es „notwendig war, die Geschichte des Schiffs zu fabrizieren“, um andere arabische und muslimische Länder hineinzuziehen, als Geldgeber des Terrorismus. Qatars Ash-Sharq interpretierte sie als einen israelischen „Vorwand für weitere Unterdrückung und Terrorismus gegen die Palästinenser“ und eine Geschichte, die „kein geistig gesunder Mensch glauben kann.“

Mit anderen Worten: Die Medien des Nahen Ostens stürzen sich in eine unverblümte, platte und eklatante Verleugnung der Realität.

Das passt in ein gut etabliertes und wichtiges Muster. Das Amateur-Video, das Osama bin Laden zeigte, wie er grinsend die Vernichtung am World Trade Center beschrieb, hielten viele Muslime für eine Schwindel. „Ich glaube, diese Aufnahme ist gefälscht… Ich glaube nicht, dass dieses Video authentisch ist“, verkündete Muhammad Salih, eine religiöse Gestalt.

Der Kopf der jordanischen Islamischen Aktions-Front, Abd al-Latif Arabiyat, stimmt zu: „Glauben die Amerikaner wirklich, dass die Welt so dumm ist zu glauben, dass dieses Band Beweismaterial ist?“

Hani Sabai vom ägyptischen Islamischen Jihad beschuldigte das Pentagon, seine Technik zu benutzen um bin Ladens Lachen zu simulieren. „Es ist eine Fälschung“, sagte er Al-Jazira. „Die Amerikaner stellten das her.“

Muhammad Rizieq von der radikalen Indonesischen Verteidigungsfront nannte das Video „US-Propaganda, um ihre Kriegsverbrechen in Afghanistan zu verschleiern“.

Natürlich lehnte die muslimische Welt immer Verantwortung für die Anschläge vom 11. September ab: General Hameed Gul, früherer Leiter des pakistanischen Geheimdienstes, hielt US-Agenten für „die offensichtlich Schuldigen… Das war ganz klar ein Job von Insidern.“

Der Vater vom Mohammed Atta, dem vermeintlichen Anführer der Anschläge vom 11.9., lehnte es rundheraus ab, die Mittäterschaft seines Sohnes anzuerkennen und nannte die Beweise „eine Farce, eine Fälschung, eine Fabrikation.“

Solch halsstarriges Leugnen ist nicht neu. Erst letztes Jahr erklärte der irakische Verteidigungsminister, Generalleutnant Sultan Hashim Ahmed, dass die USA, weil sie ihre Ziele im Kuwait-Krieg 1991 nicht erreicht hatten, „den Krieg verloren“, eine Meinung, die von vielen in der Region geteilt wird.

Ähnlich beanspruchte die ägyptische Regierung den Sieg über Israel im Oktober-Krieg von 1973 – und baute sogar ein Museum, das dieser Fantasie gewidmet ist. Ein ägyptischer Diplomat bekennt: „Ich wusste nicht, dass wir den Krieg verloren, bis ich 26 war.“ Wie seine Erfahrung vermuten lässt, sind diese Lügen so oft wiederholt worden, dass sie von sehr vielen geglaubt werden.

Dieses Muster der Vermeidung unangenehmer Fakten bietet einen Einblick in die Probleme der muslimischen Gesellschaft. Eine Niederlage in Sieg umzudeuten, Beweise als Fälschungen und Terrorismus als einen „Insider-Job“ schafft eine alternative und feindlichere Welt.

Aber diese Ablehnung vermeidet Probleme statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Z.B. bedeutet nicht anzuerkennen, wer die Gräueltaten vom 9.11. beging, viele Ursachen zu ignorieren, vom radikalisierten Lehrplan zum Gebrauch der islamischen „Wohlfahrtsorganisationen“ zur Geldwäsche.

Teil des US-Kriegs gegen Terrorismus muss daher sein, mit muslimischen Regierungen zu arbeiten und sie dazu zu zwingen, der Wirklichkeit ins Gesicht zu sehen. Das wird nicht leicht sein, aber so lange sie bei der Verleugnung bleiben, ist die Bühne für neue Katastrophen vorbereitet.

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