Keine Ausnahmen

David Parsons, ICEJ Word from Jerusalem (März/April 2002, nicht im Internet)

Während die Welt in den Nachwehen des 11. September weiter mit der Geißel des Terrorismus ringt, ist die arabisch-islamische Welt wegen ihres zerrissenen Ansehens immer mehr in die Defensive gegangen. Muslimische Führer bestehen mehr denn je darauf, dass es westliche Politik und Materialismus sind, die Terror hervor bringen. An den 19 Selbstmordpiloten sind Hollywood und die (US-)Armeejeeps in Saudi Arabien schuld.

Aber vor allem wird Israel dafür verantwortlich gemacht. Ja, dieses in den Nahen Osten eingepflanzte „Krebsgeschwür“, gegen das das winzige palästinensische Volk so heldenhaft kämpft. Die Palästinenser, so wird uns erzählt, sind betreiben nicht Terrorismus, sondern einen legitimen „Widerstand gegen Besatzung“. Und es wird alles versucht dafür zu sorgen, dass dies als weithin sichtbares, vertragliches Zeichen von den Vereinten Nationen in internationales Recht gegossen wird. Damit würde Terrorismus weltweit „kriminalisiert“, mit dem Vorstoß der islamischen Welt dahingehend, dass eine Ausnahme für gegen Israelis verübte Gewalt ausformuliert wird.

In seiner so aufdringlich beworbenen Rede vom 16. Dezember tadelte PLO-Chef Yassir Arafat die Welt dafür, dass sie „unsere legitimen Bestrebungen nach Befreiung als Terrorismus“ bezeichnet. Und obwohl Arafat „terroristische Aktivitäten“ in seiner Rede bannte, weiß die palästinensische Öffentlichkeit sehr genau, dass die PLO „Terrorismus“ immer in einer Art definierte, die ihren eigenen „Widerstand gegen die Besatzung“ ausschloss. Mit anderen Worten: Alles bleibt möglich.

Aber schauen wir uns doch einmal an, wem die Palästinenser da „Widerstand leisten“. Wer sind die „Besatzer“, die sie in so einzigartiger Weise abschlachten dürfen?

Seit Arafats Rede sind über 30 Israelis in wüsten Schießereien, Beschuss von Straßen und Selbstmord-Bomben umgekommen. Einer der ersten Akte des „Widerstands“ bestand in der Ermordung von drei Beduinen und einem arabischen Christen, die alle stolz in Uniformen der israelischen Armee dienten.

Nur Tage später wurde ein arabischer Christ in einem Anschlag bei Jenin zu Tode „widerstanden“, als er medizinisches Versorgungsmaterial an Palästinenser verteilte, die nicht aus ihren Dörfern heraus kamen. Obwohl das Fahrzeug dieses „Besatzers“ ein großes Roter-Halbmond-Symbol trug, hatte es doch auch israelische Nummernschilder; und das machte es zum Ziel. Nicht lang danach wurde ein weiterer israelischer Araber an derselben Stelle schwer verwundet, als er für die Palästinenser im Auftrag der linksextremen Menschenrechtsgruppe B’tselem unterwegs war. Sein Verbrechen, einmal mehr: gelbe, israelische Nummernschilder.

Die Palästinenser haben in den letzten Wochen auch einer außergewöhnlich hohen Zahl von weiblichen, alten und behinderten „Besatzern“ „Widerstand geleistet“:

Eine 41-jährige zweifache Mutter wurde getötet, als sie in Givat Ze’ev tanken wollte, während sie mit ihrer Tante zu einer Hochzeit fuhr.

Eine 40-jährige Frau und ihre 11-jährige behinderte Tochter wurden als Geiseln genommen und in ihrem Haus im Jordantal getötet.

Eine hervorragende 25-jährige Jura-Studentin wurde von arabischen Teenagern erstochen, als sie mit ihrem Freund im „Friedenswald“ in Jerusalem spazieren ging.

Eine 78 Jahre alte ukrainische Einwanderin wurde erschossen, als sie nachts mit ihrem Sohn in der Nähe von Ariel nach Hause fuhr. Sie hatte erst kürzlich heraus gefunden, dass die Rote Armee sie mit einer Medaille für heldenhaften Dienst als Sanitäterin während der Belagerung von Stalingrad im Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet hatte.

Eine andere ältere Frau, Überlebende des Massakers an Juden von Hebron im Jahre 1929, wurde von Fatah-Schützen in den Straßen von Jerusalem nieder gestreckt. Bei demselben Vorfall wurde auch eine zweite Frau getötet.

Zwei Soldatinnen wurden erschossen, als sie in einer Konditorei in Beersheva saßen. Eine lässt eine Zwillingsschwester zurück. Die andere hatte gerade ihre Mutter wegen Brustkrebs verloren und versuchte mit ihrer Trauer zurecht zu kommen, indem sie einen Film über das Leben ihrer Mutter drehte.

Ein 81-jähriger Mann, der von der ersten palästinensischen Selbstmord-Bomberin im Zentrum von Jerusalem getötet wurde, war in der Nähe derselben Stelle von britischen Soldaten in den 1940-er Jahren zusammengeschlagen worden. Er hatte im Alter angefangen zu malen und starb, als er auf dem Heimweg von seinem Malkurs Materialien für sein Hobby kaufen wollte.

Sechs israelische Zivilisten starben, als sie die Bat-Mitzvah eines 12-jährigen Mädchens in Hadera feierten.

Die vielleicht traurigste Geschichte handelt von dem 71-jährigen Avi Boaz, einem freundlichen Mann, der wegen Kinderlähmung an einer Krücke humpelte. Vor wenigen Wochen beerdigte der Architekt im Ruhestand seine Frau, die einem Krebsleiden erlegen war. Dann kam er zurück, um unter seinen arabischen Freunden in Beit Jala zu leben und zu arbeiten, wo der amerikanische Jude seit 20 Jahren eine geliebte Person war. Aber Avi wurde von muslimischen Milizangehörigen vor den Augen palästinensischer Polizisten entführt, ins benachbarte Beit Sahour gebracht und mit 19 Kugeln aus kürzester Entfernung durchsiebt. Sein verstümmelter Körper wurde in einen nahe gelegenen Obstgarten geworfen.

Das sind keine Widerstands-Taten, sondern purer Terrorismus – und sogar diese Bezeichnung erscheint angesichts solcher Brutalität zu schwach. Sie demonstrieren schmerzhaft, dass die Palästinenser nicht nur einfach darauf aus sind, die „Besatzung“ zu beenden, sondern die Juden aus dem ganzen Land Israel auszurotten, „vom Fluss bis zum Meer“. Es ist Teil einer langen, grausamen Kampagne der ethnischen Säuberung und die Welt sollte sich dagegen sträuben, es anders zu sehen – ganz zu schweigen davon, es zu legalisieren.

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