Das Schwert und das Hakenkreuz

Nissan Ratzlav-Katz, Israel National News, 21. März 2003

Die modernen Kommunikationsmittel und die wichtige Arbeit von Organisationen wie dem Middle East Media Research Institute (MEMRI) haben uns eine Sicht auf den gewalttätigen Antisemitismus geliefert, der einen großen Teil der arabischen Welt motiviert. Was vor Kurzem – vor dem Krieg – aus einer irakischen Moschee übertragen wurde, ist nur in seiner dramatischen Qualität neu; trotzdem lässt einem das Zuschauen kalte Schauer den Rücken hinunter laufen. Es ist stark genug, den Zuschauer in die Straßen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg zurückzuversetzen, als Adolph Hitler tausende spontanter „Heil Hitler“-Rufe weckte; oder in ein osteuropäisches jüdisches Dorf vor 150 Jahren, in dem bei einem Pogrom gewütet wurde.

Der religiöse muslimische Führer – der Imam – steht vor einer überfüllten, zentralen Moschee. Er beginnt eine Standard-Tirade gegen Amerika, sein Ton und seine Stimme heben sich langsam. Dann nennt er – fast heimlich – „die Juden“ und poltert gegen sie, wobei er immer lebhafter wird. Seine Arme zittern, als er sich auf das stützt, was sein Stock zu sein scheint; er ruft die Muslime auf, gegen die Amerikaner und die Juden in die Schlacht zu ziehen. Er zitiert aus den Hadithen (den mündlichen Traditionen, die Mohammed oder seinen Nachfolgern zugeschrieben werden) und sagt: „[Der Tag wird kommen, da] wird ein Stein sagen: ‚Oh Muslim! Da ist ein Jude hinter mir! Komm, schneide ihm den Kopf ab!‘“ Damit zieht er plötzlich ein langes Schwert aus seiner „Stock“-Schwertscheide, schlägt wild damit durch die Luft und skandiert: „Oh Juden! Allahu Akbar! Allahu Akbar!“ (Allah ist groß) Die aufgebrachten Beter in der Moschee skandieren spontan und donnernd mit dem das Schwert schwingenden Imam: „Allahu Akbar! Allahu Akbar!“

Nachdem dieses beängstigende Bild nachließ, wurde es schnell von einem anderen ersetzt, das in gewissem Maße weitaus mehr Besorgnis erregend war. In Frankreich schwenkten Marschierende in einer der massiven Kundgebungen, die angeblich gegen den Krieg gegen die Diktatur Saddam Husseins protestieren, ein Banner, das unter einzigartig grotesken antiamerikanischen Darstellungen einen Davidstern mit einem Hakenkreuz im Zentrum zeigte. Wenn „Friedensdemonstranten“ statt den Schwert schwingenden Imam und seine Kollegen im gesamten Nahen Osten die Juden als die neuen Nazis darstellen, dann ist damit eine historische Perversion verbunden.

Inzwischen skandierten in England Muslime und andere „Tod Israel!“, während sie neben normalen linken Politikern gegen den von den USA geführten Krieg gegen den Irak marschierten. Die linken britischen Politiker verschlossen vermutlich die Augen gegenüber ihren Mit-Peaceniks; vielleicht war es ihnen auch irgendwie egal – oder schlimmer. In der Vergangenheit diente westlich-intellektueller Judenhass – getarnt als Antizionismus – dazu, tief sitzenden, blutrünstigen Hass zu legitimieren und zu beschönigen, der in der arabischen Welt gefördert und betrieben wird. Inzwischen gibt es selbst die Grenze zwischen verweichlichtem, intellektuellen Hass und der alt hergebrachten, barbarischen Variante nicht mehr.

Der öffentliche Bereich der arabischen Welt fördert Antisemitismus, Hass gegen den Westen und ungezügelte Gewalt. Freitagspredigten in der arabischen Welt beinhalten regelmäßig Variationen des inbrünstigen Gebets, das vor nicht allzu langer Zeit von einem Imam aus Qatar geäußert wurde: „O Allah, vernichte die aggressiven, die verräterischen Juden. O Allah, vernichte die aggressiven Amerikaner. O Allah, vernichte die fanatischen Heiden. O Allah, vernichte die tyrannischen Kreuzfahrer.“ Die arabischen Medien im gesamten Nahen Osten senden regelmäßig Aufrufe zur Vernichtung der Juden, fördern Ritualmord-Vorwürfe, unterstützen Terrorismus und verbreiten religiöse Hetze.

In der Tat, könnte man argumentieren, gibt es keinen Unterschied zwischen dem Großteil der heutigen arabischen Welt – in all ihren verschiedenen diktatorischen Inkarnationen – und dem deutschen Staat unter Adolf Hitler. Lesen Sie das sorgfältig noch einmal. Es gibt – bezüglich des mörderischen Antisemitismus, bezüglich des Totalitarismus, bezüglich der paranoiden Sicht auf die Welt draußen – zwischen dem Großteil der heutigen arabischen Welt und Europa unter dem Dritten Reich keinen Unterschied. Es ist kein Zufall, dass Hitlers „Mein Kampf“ sich im gesamten Nahen und Mittleren Osten so gut verkauft; Nazi-Deutschlands Kampf ist heute durch einen arabischen Jihad ersetzt worden. Und wieder einmal wird er gegen die Juden geführt.

„Ich glaube, dass ich im Einvernehmen mit dem Willen des allmächtigen Schöpfers handle. Indem ich gegen die Juden kämpfe, kämpfe ich für das Werk des Herrn“, schrieb Hitler. Gleichermaßen sagt die Verfassung der Hamas, dass arabisch-islamische Gruppen „am besten ausgerüstet sind für ihre zukünftige Rolle im Kampf gegen die kriegstreibenden Juden“. Weniger verdächtige Jihad-Enthusiasten schreiben davon, gelegentlich „mit den Schädeln der Juden an die Kirchentüren zu klopfen“.

All das heißt nicht, dass jeder Araber ein Nazi ist, aber auch nicht jeder Deutsche war ein Nazi; und trotzdem bombardierten, verbrannten und besetzten die Alliierten den deutschen Staat, denn nur auf diese Weise konnte die Bösartigkeit des Nationalsozialismus entscheidend aus Europa ausgerottet werden. In der arabischen Welt ist die Eliminierung von Regimen wie dem Saddam Husseins oder Yassir Arafats erst der erste Schritt hin auf eine ähnlich entscheidende Entnazifizierung.

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