„The Present State of the Jews“: Muslimischer Antisemitismus anno 1676

Elder of Ziyon, 18. Dezember 2010

Gerade fand ich dieses Kleinod auf Google Books: „The Present State of the Jews“ (Die derzeitige Lage der Juden) von Lancelot Addison, geschrieben 1676:

Er beginnt mit einer Beschreibung, wie die Juden in den Berberstaaten leben:

Als ich die große Zahl der Juden in der Berberei genauer betrachtete und sah, wie sie von den herrischen und hochfahrenden Mauren herumkommandiert wurden, konnte ich mich an ihrem Zustand einfach nur stören und ihre Erlösung aus diesem grässlichen Fluch wünschen: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. Eine Auswirkung, die bezüglich ihrer derzeitigen Lage unter der maurischen Regierung gesehen werden kann, ist nichts anderes als eine bessere Art von Sklaverei. Denn selbst an den Stellen, an denen sie die Erlaubnis haben sie zu bevölkern, sind sie nicht nur tributpflichtig, sondern auch bei jeder kleinen Empörung in Gefahr vertrieben zu werden. Das geht so weit, dass sie sich nie auch nur ansatzweise eine dauerhafte Siedlung oder Sicherheit versprechen können. In der Tat ist ihr ruhigster Zustand unzureichend stürmisch und wenn sie den größten Frieden zu genießen scheinen, ist das wertlos. Eingeschüchtert von den Mauren, gegen die sie nicht einen Finger zu erheben oder die Zunge zur eigenen Verteidigung oder Rechtfertigung zu wetzen wagen, unterstützen sie mit einer stoischen Geduld alle Verletzungen und Schmach, denen sie täglich ausgesetzt sind. Selbst bei den schlimmsten Schmähungen wird man nie einen Juden mit einem wütenden Gesichtsausdruck sehen oder besorgt erscheinend, was nicht irgendeinem heldenhaften Gemüt in diesem Volk zugeschrieben werden kann, sondern ihrer Gewöhnung an Leid, da sie in dieser Art von Sklaverei hineingeboren und erzogen wurden. Weswegen sie nie mit den Gefühlen offenherziger und männlicher Gebräuche bekannt gemacht wurden. Es ist für die maurischen Buben absolut üblich sich zu versammeln und als Zeitvertreib und Ablenkung jüdische Kinder zu schlagen, die später, obwohl sie ersteren zahlenmäßig und vom Alter her weit überlegen waren, es doch nicht wagen ihnen den geringsten Widerstand zu leisten oder sich zu wehren.

Addison ist kaum philosemitisch, da er die Juden barsch beschreibt, weil sie das Christentum nicht annehmen. Er behauptet, dass ihre Methoden der Verteidigung ihrer Religion in Streitgesprächen, die ihnen von Christen aufgezwungen werden, fehlerhaft sind und die rabbinische Tradition ihr Verständnis der Bibel verzerrt hat.

Dann geht er detailliert auf Maimonides‘ Dreizehntes Prinzip des Glaubens ein, das er als nicht weniger als einen Versuch betrachtet das Christentum zu anzugreifen. Dem folgt ein langatmiger und relativ umfangreicher Blick auf jüdische Bräuche und Gesetze.

Der Autor schließt dann mit praktischen Ratschlägen, wie man Juden zum Übertritt zum Christentum bringt.

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