Die Beschränktheit der politischen Wahrnehmung (2/2)

Zwei weitere Einordnungen des Jürgen W. Möllemann:

Henryk M. Broder hat 2002 im SPIEGEL über ihn als modernen Antisemiten geschrieben (und das steht heute noch dort online).

Außerdem hatte Nahost-Focus einen kurzen Text online gestellt (die Seite gibt heute nicht mehr), der hier wiedergegeben wird:

Spagat der Semantik

oder: J. W. Möllemann, unser neuer Philosemit und seine verkehrte Logik

Vor Kurzem hat J. W. Möllemann eine Rede vor dem Deutsch-Syrischen Verein gehalten, in der er viele Punkte der Diskussion der letzten Zeit wiederholte oder erklärte – zum Beispiel, dass die Palästinenser das Recht haben, den Aggressor in seinem Land zu attackieren – Letztendlich hätte er selbst als Offizier der Fallschirmjäger genauso gehandelt, aber natürlich mit der entsprechenden Völkerrechtsachtung, und dazu gehört nicht die Ermordung Jugendlicher in Diskotheken – was dann, wäre nach seiner Logik der richtige Kampf gegen Israel in dem Land selbst? Vielleicht J. W. Möllemann selbst, als Kopf einer Palästinensischen Kommandoeinheit in einer Attacke auf die Knesset (eine tolle Werbefilmidee für die „Aktion 18“). Oder vielleicht meint er, dass auf jedem Nagel in einer Bombe stehen sollte: „bitte nur auf Soldaten richten“?

Am Ende seiner Rede hat Herr Möllemann, in Bezug auf die ihm vorgeworfene Anschuldigung des Antisemitismus, gesagt: „Wie könnte ich Antisemit sein – mein Freund Arafat ist schließlich auch ein Semit!“ Dafür hat er viel Beifall bekommen und wir können nun hier die bekannte hebräische Redewendung benutzen, nämlich – „Sag mir, wer dein Freund ist – und ich werde dir sagen, wer Du bist.“

Der Großmufti von Jerusalem, Haj Amin Al Husseini, der seit 1941 in Nazi- Deutschland lebte und als Leiter des Berliner „Arabischen Büros“, für die Radiopropaganda unter der moslemischen Bevölkerung in der Sowjetunion, dem Balkan und dem Nahen Osten und auch für die Rekrutierung von 20.000 Moslimen in Bosnien-Herzegowina und Albanien für die Waffen-SS-Handschar-Division zuständig war, hat viele Freunde gehabt: unter ihnen Joachim von Ribbentrop, Heinrich Himmler, Adolf Hitler und besonders Adolf Eichmann.

Am 1.März 1944 fügte er in einer Sendung aus Berlin hinzu: „Araber! Steht auf als ein Volk und kämpft für Eure heiligen Rechte. Tötet die Juden, wo immer Ihr sie findet. Dieses gefällt Gott, Geschichte und Religion. Dieses vermehrt Eure Ehre.“

A la Möllemann könnten also Adolf Hitler, Adolf Eichmann und Heinrich Himmler KEINE Antisemiten sein !

Auch Yassir Arafat, ein Verwandter Al Husseinis, genau wie der Mufti selbst, könnte nicht irgendwas gegen Juden haben, letztendlich ist er selbst ein Semit.