Boshaftes und Antisemitisches aus Europa

Gesammeltes (2003/2004)

Nachdem im „Independent“ in Großbritannien eine Karikatur erschien, die dem „Stürmer“ alle Ehre gemacht hätte, habe ich mich entschlossen, neben „Entmutigendes aus Europa“ eine weitere Kategorie zu eröffnen, die blanken Antisemitismus bzw. dessen Leugnung dokumentiert.

Aus der Sitzung des EU-Parlaments vom 16. Mai 2004:

Lage im Nahen Osten

Coûteaux (EDD). – (FR) Frau Präsidentin, am meisten erstaunt mich an unserer Debatte, dass wir erstaunt sind, denn die expansionistische Politik Israels ist das vorhersehbare und unausweichliche Ergebnis des zunehmenden Ungleichgewichts in der Region, für das wir zu einem großen Teil mit verantwortlich sind. Vor allem weil die meisten unserer Staaten – mit der bemerkenswerten Ausnahme Frankreichs – seit 1967 nicht aufgehört haben, dem Staat Israel – einem immer selbstsichereren und herrschsüchtigen Staat – den Eindruck zu vermitteln, er könne ungestraft das Völkerrecht und die Resolutionen der UNO verletzen.

In Wahrheit sind wir hier wie in anderen Fragen Washington gefolgt, und wir verschließen auch weiterhin die Augen vor den theokratischen Verirrungen dieses religiösen Staates, dessen Regierungen unter der Fuchtel von fanatischen Parteien und Minderheiten stehen, die den übrigen religiösen Fanatikern in der Region in nichts nachstehen. Aus diesen Gründen sollten wir Sanktionen gegen Israel ins Auge fassen.

Aber es gibt noch ein anderes gefährliches Ungleichgewicht, für das wir mit verantwortlich sind, das Ungleichgewicht der Kräfte. Wir sollten in Erwägung ziehen – und das sage ich ohne zu zögern – die arabische Seite mit einer ausreichenden Streitmacht auszustatten, einschließlich einer ausreichenden nuklearen Streitmacht, damit Israel nicht mehr glaubt, sich alles erlauben zu können. Diese Politik hatte mein Land in den 70er Jahren eingeleitet, indem es Nuklearwaffen an den Irak lieferte. Wir haben sie zerstört. Wir werden also an unserer Politik des Ungleichgewichts festhalten, und was heute geschieht, ist nur das fatale, aber unausweichliche Ergebnis unserer Blindheit und unserer kollektiven Feigheit.

Das ist ekelhafteste und verlogenste Rhetorik. Frankreich sollte sich kollektiv schämen, dass dieser Mann öffentlich den Mund aufmacht. 
Nicht nur, dass er Tatsachen auf’s Übelste verdreht. Nein, er stellt Frankreichs opportunistische, den Terror fördernde Politik gegen Israel als musterhaft hin. Der Reaktor im Irak ist für ihn ein positives Beispiel! Da sollte Saddam Hussein Atomwaffen in Händen haben, damit er die Welt damit bedrohen könne! Ach nein, es ginge ja nur gegen Israel. Die Apokalypse lässt grüßen! 
Und dann behauptet er doch tatsächlich: „Wir haben sie zerstört.“ 
Hallo? Wer ist „wir“? Die Israelis wurden doch 1981 in Grund und Boden verdammt, weil sie das erledigten; genauso die Amerikaner und ihre Verbündeten, die Saddam stürzten! Mit „wir“ kann er wohl kaum Frankreich oder die EU meinen, denn die haben nun wirklich nichts getan, um einen Atomwaffen-Irak zu verhindern!

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Vor einem US-Kongressausschuss stellte sich EU-Außenpolitik-Chef Javier Solana Fragen der Abgeorneten:

Der außenpolitische Vertreter der EU Javier Solana ist der Auffassung, es gebe keinen Antisemitismus in Europa. Seine Aussage vor dem Ausschuss für internationale Beziehungen des US-Repräsentantenhauses in Washington stieß am Freitag auf Kritik und Unverständnis. Eine Woche zuvor hatte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die erste Konferenz in ihrer Geschichte über Antisemitismus abgehalten. Delegierte aus 55 Ländern hatten in Wien dem Wiederanstieg anti-jüdischer Tendenzen gemeinsam den Kampf angesagt. „Solana setzt die Vogel-Strauß-Taktik vieler Politiker und Intellektueller in Europa fort, die durch die Ableugnung eines Wiederanstiegs des Antisemitismus auf ihrem Boden versuchen, ihrer Verantwortung zu entgehen“, kommentierte Avi Beker, Generaldirektor des Jüdischen Weltkongresses.

Meiner Meinung nach ist das nicht Vogel-Strauß-Politik, sondern schlichtweg Lüge – und zwar der boshaften Sorte.

Auf der Seite des Simon-Wiesenthal-Zentrums und an anderen vielen Stellen kann man nachlesen, was tatsächlich passiert. Diese Fälle und in dieser Massierung nicht als Antisemitismus bezeichnen zu wollen, ist so weltfremd, dass der Mann eine Anstalt gehören würde, wenn er tatsächlich für wahr hält, was er da verbreitet.

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ICEJ-Newsletter vom 29.01.2003 (Arutz-7, nai, IMRA und andere berichteten ebenfalls):
Grausige Sharon-Karikatur stört den Britischen Holocaust-Gedenktag
(Karikatur und Meldung auf der ICEJ-Internetseite)

Die israelische Botschaft in London hat einen scharf formulierten Protestbrief an die britische Zeitung „The Independent“ geschickt, nachdem Montag eine Karikatur der Redaktion erschien, die Premierminister Ariel Sharon zeigt, wie er in den Kopf eines palästinensischen Kleinkindes beißt.

Die Karikatur erschien ausgerechnet mit dem dritten jährlichen Holocaust-Gedenktag, an dem der 57. Gedenktag der Befreiung des schändlichen Todeslagers in Auschwitz begangen wurde.

Vor dem Hintergrund eines Raketen feuernden Apache-Hubschraubers und der Lautsprecher-Durchsage „Stimmt für den Likud“, schnaubt ein monströs großer Sharon ungehalten: „Was ist los? Habt ihr nie gesehen, wie ein Politiker ein Baby küsst?“

In ihrem Brief schreibt die Pressebeauftragte der Botschaft, Suli Davidovich: „Während Großbritannien den Holocaust-Gedenktag begeht, bin ich geschockt, dass The Independent sich entschlossen hat, ein altes jüdisches Stereotyp wieder wach zu rufen, das in Der Stürmer nicht deplatziert erschienen wäre und das leider immer noch in vielen arabischen Zeitungen zu finden ist.“

Ähnliche Bilder von Babys beißenden Juden gehörten ins Arsenal der staatlich gesponserten, antisemitischen Propaganda im Nazideutschland der 30-er Jahre; die meisten Historiker sind der Meinung, dass sie den Weg für Hitlers „Endlösung“ mit geebnet haben, in der mehr als 6 Millionen Juden vom Nazi-Regime ermordet wurden.

Karikaturist Dave Brown spiegelte eine oft wiederholte palästinensische Behauptung wider, dass Sharon den gefährlichen Stoß vom Wochenende gegen Waffenfabriken in Gaza als Teil der „Eskalationspolitik“ in den letzten Tagen vor den Wahlen befahl, um Wähler von rechts außen für seinen regierenden Likud zu gewinnen.

Nach Davidovich stellt Browns blutrünstige Darstellung „nicht nur den wirklichen Grund für die Operationen der IDF in Gaza falsch dar, sondern nährt auch die Feindseligkeit gegen Israel und das jüdische Volk, die der Kern des arabisch-israelischen Konflikts ist.“

Der Vorstoß, bei dem zwölf palästinensischen Kämpfer getötet wurden, folgte dem Beschuss von israelischen Gemeinschaften im Negev durch 16 Kassam-Raketen am Wochenende, dem jüngsten von rund 1.400 ähnlichen Raketen- und Mörser-Angriffen, die in den letzten zweieinhalb Jahren durchgeführt wurden.

In ihrem Brief an den Herausgeber des Independent vermeidet Davidovich es vorsichtig, den unzweifelhaften Vorwurf des Antisemitismus zu erheben, aber sie ist nahe dran:
„Man muss extrem vorsichtig sein, die Grenze zwischen legitimer Kritik und Antisemitismus zu ziehen, die oft als solche auftritt“, schließt sie.

In einer E-mail an Helfer hält sich das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft nicht so zurück:
„Dass die britischen Mainstream-Medien eine solch abstoßende Darstellung des israelischen Regierungschefs veröffentlichen, spricht Bände über das antiisraelische Klima, das heute über Europa hinweg fegt“, erklärt es verzweifelt.

2 Gedanken zu “Boshaftes und Antisemitisches aus Europa

  1. Wie oft denn noch ?
    Semiten sind arabisch stämmige Völker und keine Juden, aber verarscht euch doch selber weiter wenn ihr Terror-Araber (IS und Konsorten) unterstützen wollt !
    Na gut, ihr seid alles eine Mischpoke, ihr seid nur am Terror und Krieg interessiert.
    Also seit ihr tatsächlich Semiten.

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