Im Faschisten-Fieber: Nazi-Trump-Titelseite verursacht Spekulationen über deutsche Medien

Berichte, dass deutsche Medien als fügsamer Kanal zur Desinformation durch die Regierung zweckentfremdet werden, werfen Fragen nach der wahren Herkunft der Attacke der Zeitschrift auf

Mordechai Sones, Israel National News, 24. August 2017

Trump zeigt Nazi-Neigungen an der Westmauer in Jerusalem (Foto: Reuters)

Inmitten Berichten deutscher Journalisten, die erklären, dass die Medien ihres Staates eine „Regierungsventil, das kritische Ansichten unterdrückt“ geworden sind, hat die offene Antipathie für US-Präsident Donald Trump mit der Gleichsetzung des US-Präsidenten mit Adolf Hitler in einer Fotomontage auf der Titelseite der gestern veröffentlichten Ausgabe ein neues Niveau der Schmähungen erreicht. Die Montage zeigt Trump in ein US-Flagge gewickelt beim Nazi-Gruß. Die Schlagzeile ist ein Wortspiel: Sie dreht Hitlers Autobiografie „Mein Kampf“ in „Sein Kampf“.

Der Leitartikel leitet über auf Präsident Trumps angebliche Verbindungen zur Neonazi-Szene in den Vereinigten Staaten n ach den Vorfällen in Charlottesville. Die Unterzeile lautet: „Neonazis, Ku-Klux-Klan, Rassismus: Wie Donald Trump den Hass in Amerika schürt.“

Die Titelseite der deutschen Wochenzeitschrift hat bereits heftige Kritik ausgelöst, besonders bei amerikanischen Konservativen. Auch in den sozialen Netzwerken ist Kritik an der „Sinnlosigkeit“ der Titelseite und der Trivialisierung der Verbrechen Hitlers vernichtend: „Kann man Trump nicht kritisieren ohne ihn mit Hitler zu vergleichen?“ und „Wer verbreitet hier Hass?“ sind repräsentative Reaktionen deutscher Journalisten und verschiedener anderer Organisationen.

So verstörend die Schmähungen der Zeitschrift sein mögen, Berichte dass deutsche Medien als Ganzes dazu zweckentfremdet werden als fügsamer Kanal für Desinformation der Regierung zu dienen, wirft Fragen auf, wo der wahre Ursprung der Attacke des Stern auf den Präsidenten zu finden ist.

Ein Protestierender hält auf einer Pressekonferenz von Trump in Turberry (Schottland) einen Golfball mit Hakenkreuz hoch (Foto: Reuters)

Die niederländische Medien-Website TOP Online veröffentlichte ein Interview mit der deutschen Journalistin Claudia Zimmermann, berichtete The Old Continent (Der Alte Kontinent). Als Reporterin, die 24 Jahre lang für den öffentlich-rechtlichen WDR gearbeitet hatte, wurde sie zu der Art und Weise befragt, wie über die Flüchtlingskrise und die Silvester-Vorfälle in Köln berichtet wurde. In der Sendung wurde sie gefragt, ob von ihr erwartet wurde, dass sie auf bestimmte Weise über Migranten und Flüchtlinge berichtet.

Zimmermann antwortete: „Wir sind öffentlich-rechtlicher Rundfunk und darum angehalten, das Problem in einer mehr positiven Art anzugehen. Das beginnt mit der Willkommenskultur von Merkel bis zu dem Augenblick, als die Stimmung kippte und es mehr kritische Stimmen im Rundfunk und auch von der Politik gab. … Wir sind natürlich ein öffentlich-rechtlicher Sender, das heißt, es gibt verschiedene Kommissionen, die bestimmen, wie unser Programm aussehen muss. Und wir sind natürlich sehr wohl angewiesen, ein bisschen pro Regierung zu berichten.“

The Old Continent berichtet, dass der WDR damit reagierte Zimmermanns „Anschludigungen“ gegen sich zu bestreiten und soll sie gezwungen haben eine Entschuldigung zu unterschreiben: „Ich habe an dieser Stelle Unsinn geredet. Unter dem Druck der Live-Situation in der Talkrunde habe ich totalen Quatsch verzapft. Mir ist das ungeheuer peinlich. Denn ich bin niemals als freie Journalistin aufgefordert worden, tendenziös zu berichten oder einen Bericht in eine bestimmte Richtung zuzuspitzen.“

Es heißt, dass Zimmermann inzwischen angibt, dass sei diese Anschuldigungen niemals erhob und gezwungen wurde die Entschuldigung zu unterschreiben, nach der sie praktisch keine Arbeit mehr erhielt. Sie sagt, dass die gesamte Struktur der deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten darauf abzielt ungewünschte Nachrichten zu zensieren.

Nach dem Zimmermann zum Beispiel beobachtete, dass junge Frauen auf der Straße belästigt wurden und erfuhr, dass dies tagtägliche vorkommt, „schlug ich das dem WDR als Thema vor, aber meine Kollegen sagten: ‚Wir werden das nicht machen, denn das hilft Pegida.‘ Das war ein Redakteur des WDR. Und es gab ähnliche Situationen. Am Wasserspender, wo Kollegen miteinander sprachen, sagten andere: ‚Mein Gott, passiert das alles?‘ Aber es wurde nie darüber berichtet.“

Zimmermann wird von The Old Continent auch damit zitiert, dass sie ausdrücklich auf die deutsche Berichterstattungspolitik zu Trump verwies: „Wenn ich frühere Kollegen auf der Straße treffe, sagen sie mir: ‚Ich finde, dass es sehr gut war, was du sagtest, was du tatest, aber ich darf echt nicht mit dir reden.‘ … Redakteure gehen auf Seminare in eng verbundenen Gruppen, nur bestimmte Reporter werden nach Köln geschickt, arbeiten eng mit einem Chefredakteur zusammen. Das ist der Grund, dass es so wenige kritische Artikel gibt … Kommentare und Meinungen werden mit Nachrichten verwechselt.

Ich kann das bei Trump erkennen. Selbst wenn man kein Trump-Fan ist, soll ein Journalist die Nachten berichten, so neutral wie möglich; und die Bevölkerung macht sich ein eigenes Bild. Und die AfD wird totgeschwiegen. Das ist einfach eine Maschine um Meinungen zu schaffen.“