Israel kämpft unseren Kampf

David Parsons, ICEJ, Sonderkommentar 2. April 2002 (nicht mehr online)

Während Israel eine lange überfällige Kampagne durchzieht, um endlich den palästinensischen Terrorismus an seiner Wurzel auszureißen, ist die über allem stehende Frage, wie schnell das gehen kann, bevor die Welt wieder einmal zur Rettung des umkämpften Palästinenserführers Yassir Arafat eingreift. Im Interesse der langfristigen Stabilität der Region und der Welt hoffen wirr, dass das nicht allzu bald passiert.

A. Kurzes Gedächtnis, geringe Einsicht

Als Antwort auf den fürchterlichen Selbstmord-Bombenanschlag an Passah führen israelische Streitkräfte derzeit die größte militärische Offensive gegen die palästinensische Terror-Infrastruktur durch. Armee-Kommandeure sind vom israelischen Premierminister Ariel Sharon angewiesen worden, bei der Fahndung nach gesuchten Flüchtigen und ihrer Verstümmelungs-Waffen unter jedem Stein nachzusehen.

Dieser Kampf hat sie an Arafats Türpfosten geführt, wo der alternde Revolutionär in ein paar Räumen seines Amtssitzes „isoliert“ worden ist und wo israelische Truppen reichlich Beweise fanden, die ihn direkt mit seinen terroristischen Milizen verbinden, einschließlich Sprengstoff-Westen und religiösen jüdischen Kleidungsstücken, wie sie von verdeckt arbeitenden Selbstmordbombern benutzt werden.

Als israelische Panzer letzten Freitag durch seine Tore brachen, gab Arafat arabischen Medien ein wildes Interview nach dem anderen, in denen er wieder einmal über den Aufruf des Korans an alle Muslime, die Juden „bis zum Jüngsten Tag“ zu bekämpfen, schwadronierte und Allah anbettelte aus ihm einen der „Millionen Märtyrer, die nach Jerusalem marschieren“ zu machen.

Im populären Al-Jazira-Satellitenfernsehen bestand er darauf: „Wir verteidigen nicht nur Palästina, die arabische Nation und nicht nur die heiligen islamischen und christlichen Stätten – sondern alle Menschen der Freiheit und Ehre dieser Welt. Das ist unser Schicksal. Das ist ein göttlicher Erlass…“

„Wir sagten den Amerikanern: Ihr müsst handeln. Wohin wollt ihr? Wisst ihr nicht, dass all dies den Nahen Osten erschüttern wird?“, fuhr Arafat fort. „Ich sage zu unserem palästinensischen Volk: ‚Oh Berg, der Wind wird dich nicht schütteln.‘ Ich sage unserer arabischen Nation: ‚Wir marschieren auf Jerusalem – Millionen von Märtyrern.'“

Der Aufruf ging auch über das ägyptische Fernsehen hinaus: „Mensch, wünsche mir keine Sicherheit! Bete dafür, dass ich das Märtyrertum erlange! Gibt es etwas Besseres als in diesem Heiligen Land zum Märtyrer zu werden? Wir alle suchen das Märtyrertum“, brüllte er auf Arabisch.

Trotz allem haben die international führenden Politiker und die Medien der gesamten Welt Arafats klare Verbindungen zum Terror und seine gefährliche Anstachelung der derzeitigen Krise vom Tisch gewischt und sind statt dessen auf die unangenehmen Bedingungen seines Hausarrests fixiert. „Kein Telefon, kein Licht, kein Essen. Wie kann das sein?“, fragen sie verwundert.

Sie haben auch schnell die gemeinsame Wut über das grauenhaften Passah-Seder-Massaker letzten Mittwoch wieder begraben, das den Kurs des Konflikts dramatisch veränderte. Mit viel Ähnlichkeit zur kurzlebigen Sympathie für das jüdische Volk in der Folge des Holocaust zerstreut sich das Mitgefühl für die Terror-Opfer rasend schnell, meist schon vor ihrer Beerdigung.

Es ist alarmierend zu sehen, wie die Instant-Analysen und die Schnellkoch-Abhilfen von gerade erst vor Ort angekommenen Nachrichtensprechern und Reportern von CNN, BBC und anderen Medien verteilt werden, die mehr aus ihrer „Wir wissen es definitiv besser“-Haltung kommen als aus der Basis wirklicher Kenntnis der Komplexität der Situation. „Ihr habt Arafat umzingelt“, belästigen sie israelische Offizielle, „und trotzdem kommen weiter Selbstmord-Bomber? Führen eure Aktionen nicht gerade dazu, dass mehr Selbstmordattentäter entstehen?“

Die Antwort auf dieses Dilemma kann nur verstanden werden, wenn man zwei Grundfakten begreift: Es hat Arafat Jahre gekostet, die heutigen Selbstmordattentäter mental zu programmieren und psychisch für ihre grässliche Aufgabe zuzurüsten; und dieses große Übel wird weiter gehen und sich sogar ausbreiten, solange die internationale Gemeinschaft Arafat und seine Leute glauben lässt, dass sie für Bestrafung immun sind.

B. Der lange Abschied

Die Selbstmord-Attentäter, die jetzt in die israelischen Städte pirschen, wachten nicht erst heute Morgen auf, stellten Arafats entwürdigende Einsperrung fest und entschieden sich, alleine loszuziehen und ihr Leben in Rache zu opfern.

Es braucht Zeit und kalkulierte Bemühungen, eine gesamte Generation einer Gehirnwäsche zu unterziehen, damit sie gezielt für ihre Sache stirbt. Schulbücher und Fernsehprogramme werden gebraucht um die jungen Gehirne für die Selbstzerstörung zu programmieren. Es gibt einen vollständigen Rekrutierungsprozess und eine Testphase, um die Kandidaten herauszufiltern, die der Aufgabe gewachsen sind. Dann wird eine Person ausgeschickt um die Ziele auszuspähen, während andere die Bombe bauen. Ein Video-Team muss die Abschiedsbotschaft des Bombers filmen. Jemand muss dann den Bomber mit letzten Anweisungen auf seine Mission schicken, während andere ihn an sein Ziel bringen.

Von dem Augenblick an, als Oslo es Arafat ermöglichte, einen Fuß auf Palästinensergebiet zu setzen, begann er eine Langzeitstrategie umzusetzen, um sein neues Lehensgut in eine Festung des Selbstmord-Terrors zu verwandeln, die sich gegen Israel wandte.

Arafat selbst sorgte 1995 für das Beispiel. In einem Video, das wiederholt im palästinensischen Fernsehen gesendet wurde, küsste er die süße Wange eines kleinen arabischen Mädchens, nachdem es einen quälenden Chorus über ihren drängenden Wunsch sang, als Selbstmord-Attentäterin nach Jerusalem zu gehen. Solche Indoktrination wurde schon lange vor dem Tod seines „Friedenspartners“ Yitzhak Rabin vorgenommen.

Arafat schaffte auch Gelder internationaler Spender bei Seite um Waffen und die Loyalität von Militanten zu kaufen, ein ausgedehntes Netzwerk von Terroristen unter dem Deckmantel seiner knapp ein Dutzend Sicherheitsorgane und der Fatah-Bewegung aufzubauen. Neben den offenen Eingeständnissen von Fatah-Aktiven gegenüber den Medien und bei israelischen Verhören, belegen Dokumente, die kürzlich im Orient Haus in Jerusalem entdeckt wurden, wie jetzt auch solche in Arafats Hauptquartier in Ramallah, dass diese Milizionäre, die Terrorangriffe diesseits und jenseits der Grünen Grenze ausführen, auf seiner Lohnliste und unter seinem Kommando stehen.

Dies sollte nicht überraschen, da Arafat selbst zuerst unter dem ägyptischen Zweig der Muslim-Bruderschaft aufstieg, des frühesten Pioniers der fundamentalistisch-ismalischen Ideologie, die jetzt den Jihad-Terrorismus geistig belebt. Dann machte er aus großen Teilen Jordaniens und des Libanon Terroristen-Basen, die sich inmitten von zivil bewohnten Gebieten breit machten; und er betrachtete es als sein königliches Vorrecht, dasselbe mit Judäa/Samaria und Gaza zu tun – ohne Rücksicht darauf, was es sein Volk kosten würde.

Der vielleicht größte Fehler von Oslo war die Politik wichtigster Führer der Welt – einschließlich der Clinton-Administration und bestimmter israelischer Regierungen – die Augen vor den täglichen Vorbereitungen der Palästinenser auf dieses Art von Terrorwelle zu verschließen, die vor 18 Monten begonnen wurde. Um die Wahrheit zu sagen: Das war schlimmer als eine bloße Ignorierung der Gehirnwäsche einer weiteren Generation palästinensische Kinder zum Judenhass und die Bewaffnung der Terror-Milizen. Es gab vielmehr aktive Bemühungen des (US-)Außenministeriums, dies zu vertuschen oder rein zu waschen, dazu andere offizielle Desinformationskampagnen.

Israels Taube, Außenminister Shimon Peres, behauptete in einem Interview mit CNN am Montag, dass Oslo nicht fehl geschlagen, sondern nie ausprobiert worden sei. Die Terroristen ließen den Friedensprozess im Frühjahr 1996 mit einer Anschlagsserie entgleisen, erklärte er, was ihn die Wahlen verlieren ließ und damit die Chancen, das Endspiel des Osloprozesses zu leiten.

Dabei ist das einzige, was nie versucht worden ist, genau das, was Israel jetzt zu tun versucht: ein uneingeschränkter Versuch, der Hydra des palästinensischen Terrorismus einen Todesstoß zu versetzen und eine Botschaft zu schicken, dass sie nie wieder aufstehen darf.

C. Dem Freikauf widerstehen

Die traurige Wahrheit ist, dass Israel den palästinensischen Terrorismus nicht geschlagen hat, weil ihm das nie erlaubt wurde. Arafat und seine Günstlinge haben ihr tödliches Spiel in dem Wissen weiter fortgeführt, dass es immer jemanden geben wird, der sie rettet. In dem Moment, als israelische Panzer in seinen Amtssitz rollten, türmten sich bereits die Schreie, Seiner Exzellenz dürfe kein Schaden zugefügt werden und Israel müsse sich unverzüglich zurückziehen.

Durch seine modern Geschichte hindurch hat es Israel geschafft, größere arabische Armeen zu verprügeln – nur damit ihm der Sieg aus der Hand genommen wurde. Das klassische Beispiel für diese Beschränkung Israels ist der Yom Kippur-Krieg von 1973, wo US-Außenminister Henry Kissinger die 8. Ägyptische Armee bei Kilometer 101 vor einer erniedrigenden Niederlage bewahrte. Heute kann man nach Kairo gehen und sich ein Monument zum ägyptischen „Sieg“ über Israel in diesem Konflikt ansehen.

Das ist dieselbe Art von „Sieg“, den der irakische Diktator Saddam Hussein über die Alliierte Koalition des 1991-er Golfkriegs behauptet, als ihm das Überleben und der weitere Kampf erlaubt wurden.

In einem Bericht an die zweite Reagan-Regierung riet der frühere US-Beauftragte Dennis Ross, dass die Möglichkeit der USA, Israel auf dem Schlachtfeld zu stoppen, irgendwann die arabische Welt dazu bewegen würde, Washington als den Hauptvermittler des Friedens zwischen den beiden Seiten zu akzeptieren. Sein Rat brachte ihm eine Schlüsselposition in der Formung der Nahostpolitik der ersten Bush-Regierung ein und der Rest ist – wie man so sagt – Geschichte.

Im Gegensatz dazu hat der derzeitige US-Präsident George W. Bush Sharon in den letzten Tagen den Freiraum gelassen, endlich eine anhaltende Militärkampagne gegen den palästinensischen Terrorismus zu unternehmen. Aber wird er angesichts wachsenden Drucks aus arabischen und europäischen Hauptstädten und der Kritik sogar aus dem Kongress Stand halten?

Bush fuhr am Montag fort, Israels Erweiterung der Antiterror-Offensive zu unterstützen. „Es wird niemals Frieden geben, solange es Terror gibt und wir alle müssen Terror bekämpfen“, erklärte er und schien damit eine Verbindung zwischen dem Kampf in Ramallah und seinem eigenen Krieg gegen den globalen Terrorismus herzustellen. Er lehnte es ab Israel zu drängen, die palästinensischen Städte zu verlassen und sagte Sharon sei in seiner Selbstverteidigung gerechtfertigt, während er ihm riet, sich auch eine Tür zum Frieden offen zu lassen.

Inzwischen bestand Bush darauf, dass Arafat die Schlüssel zu seinem Schicksal selbst in der Hand hält, wenn er nur die Selbstmordattentate aufgibt. „Selbstmordbomben im Namen der Religion sind schlichtweg Terror“, betonte Bush.

Andere beginnen endlich zu begreifen, dass der Preis sehr hoch sein wird, wenn dieser Selbstmord-Terror nicht sofort ausgeblasen wird. Sogar Peres und New York Times-Kolumnist Thomas Friedman [der mit dem Ruhm der saudischen Friedensinitiative] äußerten sich in den letzten Tagen besorgt, dass für den Fall, dass Arafats Gebrauch von Selbstmordattentätern ihm diplomatische Gewinne brächte, dies eine Strategie sei, die sich auf andere Regionen und Auseinandersetzungen ausbreiten und viele andere Staaten in Gefahr bringen könne. In der gestrigen Ausgabe der Times argumentierte Friedman, dass sie Palästinenser „Selbstmord-Anschläge als strategisches Mittel gewählt hätten, nicht aus Verzweiflung. Dies bedroht alles Zivilisationen, denn wenn Selbstmordanschläge in Israel funktionieren dürfen, dann werden sie – wie Flugzeugentführungen und Bomben in Flugzeugen – an anderer Stelle kopiert werden…“

Die Welt muss also begreifen, dass Israels Sieg in dieser Schlacht ein Sieg für uns alle ist. Und Arafat und seine Helfer einmal mehr freizukaufen, wird sie in ihrem Extremismus nur ermutigen und ihnen die Möglichkeit schaffen, später weiter zu töten.

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