Nennen wir es beim Namen: Eine globale antisemitische Welle

Tzemach News Service, 20. Juli 2002 (per E-Mail)

Seit mehr als einem Jahr sind die französischen Juden das Ziel hunderter gewalttätiger Attacken, die meist von muslimischen Immigranten ausgelöst werden. Synagogen sind abgebrannt worden, Friedhöfe entweiht und Juden wurden auf der Straße geschlagen. Trotzdem leugnet die französische Regierung weiterhin, dass Frankreich ein Antisemitismus-Problem hat. Diese Woche breitete sich das Verleugnungssyndrom nach Toronto aus, wo Skinheads einen Juden vor einer koscheren Pizzeria erstachen. Trotz der Tatsache, dass das ultraorthodoxe Opfer leicht als Jude erkennbar war, verkündete die Polizei von Toronto schnell, dass der Angriff kein Hass-Verbrechen zu sein scheint. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein mordbereiter Skinhead ohne Tötungsvorsatz in ein ultraorthodoxes Viertel wandert, ist ungefähr so groß, wie die, dass ein bewaffneter muslimischer Fanatiker einfach so das Feuer auf einen Schalter der nationalen Luftfahrtgesellschaft Israels eröffnet. Die Unfähigkeit der Ordnungsbehörden ein Motiv zu finden für die Beschuss einer Menge Juden am Los Angeles International Airport am 4. Juli durch einen muslimischen Extremisten, der Juden hasste und Israel beschuldigte, absichtlich Araber mit AIDS zu infizieren, ist kaum ein vereinzeltes Beispiel für Dummheit und Selbsttäuschung. Es ist Teil eines weltweiten Musters der Verleugnung als Antwort auf zunehmend tödlichen Judenhass. Diese Woche wurden in Karachi die Mörder des Wall Street Journal-Reporters Daniel Pearl verurteilt. Das ist eine Erinnerung daran, wie dieses Muster der Selbsttäuschung wirkt. Bevor er enthauptet wurde, zwangen seine Entführer ihn in die Videokamera zu sprechen: „Ich bin ein Jude, meine Mutter ist Jüdin.“ Trotzdem konzentriert sich die Berichterstattung über Pearls Hinrichtung auf Pearl, den amerikanischen Journalisten, als wäre sein Jude sein ein zufälliges Element seiner Ermordung. In den letzten zwei Jahren wird die arabische Welt zunehmend von regierungs-initiiertem Judenhass dominiert. Die offizielle Presse von Ägypten bis Saudi Arabien – ganz zu schweigen von Syrien und dem Irak – veröffentlicht die abscheulichsten und diskreditierten antisemitischen Verleumdungen wie die mittelalterliche Verleumdung, dass die Juden Blut für rituelle Bräuche benutzen. Aber von der Welt ist dem erstaunlichen Phänomen wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, dass eine große Zivilisation sich selbst mit Hass und Lügen ihre Grundlagen entzieht. Wir werden nicht in der Lage sein, die Krankheit zu behandeln ohne sie richtig zu diagnostizieren. Ihr Name ist Judenhass, auch wenn mancher darauf besteht, sie alles andere zu nennen, nur nicht das, was sie ist.

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13 Gedanken zu “Nennen wir es beim Namen: Eine globale antisemitische Welle

  1. Leider möchte ich da nicht so bedingungslos zustimmen. Der Frust äußert sich zwar in Taten, die man auf Judenhass zurückführen kann, jedoch bin ich der festen Überzeugung, dass dies nicht den Juden als solche gebührt.

    Dies sind Ausdruck eines Hasses der israelischen Politik. Ich möchte damit diese grausamen Taten auf keinen Fall rechtfertigen oder sogar leugnen! Bitte nicht falsch verstehen. Ich denke nur, dass viele Taten auf einem kategorischen Gefühl des Unverständnisses der Welt ggü bspw. Araber und Muslimen beruht.

    Dass die Politik eines Landes sehr schnell mit der gesellschaftlichen Meinung eines Landes gleichgesetzt wird, ist allbekannt.

    Eine Lösung ist meiner Ansicht nach deshalb nicht, dieses Problem kategorisch „Judenhass“ zu nennen. Die Täter hassen nicht Juden, sie hassen die Politik der Juden (= Israelis) und äußern dies in den furchtbaren Taten. Die Welt sollte sich demnach eher dem Problem annehmen, wie das geändert werden kann und nicht eine riesige Antisemitismus-Kampagne aufziehen.

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