Königliche PLOyalisten

Dmitry Radyshevsky, 31. März 2004 (direkt vom Autor)

Letzte Woche kam eine Delegation von drei britischen Parlamentsmitgliedern nach Israel, die drei Parteien, darunter die Tories, repräsentierten; sie befanden sich auf einer „Mission zur Erkundung von Fakten über die Verletzung palästinensischer Menschenrechte in den besetzten Gebieten“. Im Rahmen des Programms hatten sie so viel Chutzpe auf der Suche nach diesen „Fakten“ die Knesset zu besuchen, wobei sie ihre örtlichen Führer mitbrachten – Vertreter von „Christian Aid“, einer furchtbar antiisraelischen Organisation, deren Führung vor Ort ebenfalls Briten sind und die ihre beträchtlichen Ressourcen der Hilfe der Palästinenser in ihren Prozessen gegen Israel widmen.

Ich traf nur kurz auf diese noble Gesellschaft: Sie kamen in das Büro des Abgeordneten Dr. Yuri Shtern (von der Nationalen Union), der den neu gebildeten Ausschuss Christliche Verbündete leitet. Offenbar hatte Christian Aid den Namen missverstanden: dieser Ausschuss wurde gegründet, um die Kooperation zwischen der Knesset und christlichen Zionisten, den besten Freunden Israels in der Welt, zu stärken. Ich würde behaupten, dass sie nicht nur unsere besten Freunde sind, sondern die einzig wahren Christen, aus dem einfachen Grund, dass der Gott Israels ein Zionist ist und wenn sie ihrem Messias folgen, müssen sie ebenfalls Zionisten sein. Im Gegensatz dazu ist Christian Aid nur dem Namen nach christlich; das liegt nicht nur an ihrer Haltung gegenüber der Nation Christi, sondern auch an ihrer totalen Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal ihrer Glaubensbrüder – den Christen Palästinas.

Zufällig befand ich mich in Shterns Büro, um über die Studie des Jerusalem Summit zur Notlage der christlichen Araber in Bethlehem zu sprechen, seitdem es Arafat übergeben wurde. Die Fakten sind schockierend: Die muslimische PA ist gezielt daran gegangen Bethlehems christliche Gemeinschaft zu zerstören (bedenken Sie: 1970 gab es in Bethlehem 5 Moscheen; jetzt sind es 72)1. Als die Gäste ankamen (für Briten untypisch kamen sie eine halbe Stunde zu spät), wollte ich gerade gehen. Dr. Shtern erlaubte mir freundlicherweise zuerst zu sprechen und ich lenkte die Aufmerksamkeit der Parlamentarier auf diese Studie. Sie ließen sie mit dem Kommentar links liegen, dass „zweimal Unrecht kein Recht ergibt“. D.h. der Missbrauch der Rechte der Christen in der PA ist natürlich schlecht, wenn es ihn denn gibt, aber sie waren hier um die Verletzungen der palästinensischen Menschenrechte in den von der IDF besetzten Gebiete zu untersuchen.

Dr. Shtern meinte, die einzig richtige Adresse in der Knesset für eine solche Untersuchung dürften die Architekten von Oslo sein, die, ohne das palästinensische Volk zu fragen, diesem die korrupte und despotische Bande Arafats aufgedrückt hatten. Dieser kam aus Tunis, um nicht nur auf den Menschenrechten der Palästinenser herumzutrampeln und die Rechte ihrer Kinder verletzte, indem durch Gehirnwäsche eine ganze Generation in Zombies verwandelt wurde, die davon träumen Selbstmord-Bomber zu werden, sondern auch einen Terrorkrieg gegen Israel lostrat, nachdem das großzügigste Angebot erfolgte, das ein Land bieten konnte. Und wenn es irgendwelche Unannehmlichkeiten gibt, die die Palästinenser an Straßensperren begegnen, dann sind das die Folgen dieses von der PA dirigierten Krieges.

Ich musste gehen, mit mir selbst unzufrieden, dass ich eine Chance verpasst hatte, ihnen eine Botschaft mitzugeben. Denn darüber zu reden, wie schlimm die PA den Christen gegenüber ist, klang wie eine Entschuldigung. Schaut, auch sie machen schlechte Dinge. Bei uns stimmt etwas nicht, dachte ich, als ich die Knesset verließ; wir fangen instinktiv an uns zu entschuldigen. Stattdessen hätten wir ihnen das hier sagen sollen:

Meine Damen und Herren, Sie sind hierher gekommen, um nach Fakten zum Missbrauch der Menschenrechte der Palästinenser in den besetzten Gebieten zu suchen.

Jedes Wort in Ihrem erklärten Ziel für Ihren Besuch ist ein Missbrauch von moralischer Ehrlichkeit.

Erstens: Besatzung?

Es gibt 22 arabische Staaten. Und dann gibt es da den winzigen jüdischen Staat, der weniger als 1% der gesamten Landmasse der arabischen Welt ausmacht. Und dieser winzige Staat muss sein Land im Tausch für Frieden hergeben. Lassen Sie uns die Sache einmal umdrehen: Stellen Sie sich vor, dass es 22 jüdische Staaten mit einem Gesamtgebiet etwas größer als die USA gibt und sie verlangen die Teilung eines einzigen, winzigen arabischen Staates, um einen jüdischen Staat Nummer 23 zu schaffen, da in diesem einzelnen arabischen Staat eine jüdische Minderheit lebt. Die Welt würde toben: Diese raffgierigen Juden, warum können sie den armen arabischen Staat nicht in Ruhe lassen! Wenn es dort auch Juden gibt, warum könnt ihr sie nicht in euren übrigen 22 Staaten übernehmen: Ihr habt jede Menge Land und Öl-Dollars.

Glauben Sie wirklich, meine Herren, dass die Welt diese 22 jüdischen Staaten unterstützen würde, die die Existenz eines einzelnen arabischen Staates einen „Akt der Besatzung“ nennen? (Ich habe mir dieses Argument von Morton Klein von der ZOA geborgt.)

Wenn Sie nicht von einfacher Logik und gesundem Menschenverstand zu überzeugen sind und auf dem internationalen Recht bestehen, dann ist dieses Land – formal gesehen – entweder Territorium, das vom Völkerbund vorgesehen wurde, um eine jüdische nationale Heimstatt zu schaffen oder im Extremfall umstrittenes Gebiet. Warum war dann, meine Herren, diese „Besatzung“ 1948 nicht erwähnt worden, als diese Gebiete von Jordanien eingenommen wurden, sondern erst 1967, als Israel sie als Folge eines Verteidigungskriegs zurückgewann?

Zweitens: Menschenrechte?

Ein Mensch, der mich umbringen will, hat keine Rechte. Ich respektiere die Rechte einer Person, die vorbei kommt, nur so lange, wie diese Person nicht versucht mich umzubringen. Wenn sie das versucht, hat sie keine Rechte. Dieses Argument wurde vor mehr als 70 Jahren von Wladimir Jabotinsky vorgebracht. Es ist tragisch, dass es immer noch von Bedeutung sein muss… nun gut, so bedeutsam wie die Argumente der Bibel.

Drittens: eine britische Delegation?

Parlamentarier aus dem Großbritannien, das die Türen Israels für die Juden sperrte und sie dazu verdammte, von Hitler verbrannt zu werden? Der Briten, die das Mandat des Völkerbundes verletzte eine nationale jüdische Heimstatt im alten Land Israel zu schaffen? Die die Vision ihrer eigenen Propheten, Lord Balfours und anderer, ablehnten, die es als die größte Ehre betrachteten, die der Gott Israels dem christlichen Großbritannien übertrug? Der Briten, die diese Ehre und den Glaubensbefehl den arabischen Scheichs verkauften, das Heilige Land teilten und dieses furchtbare Problem schufen?

Von Großbritannien könnten wir eine Buß-Delegation akzeptieren.

Und zu guter Letzt, meine Herren: Eine Knesset-Delegation hat mehr Rechte ins britische Parlament zu kommen, um den Missbrauch der Menschenrechte der Iren zu untersuchen, die stattfanden, als die irischen Terroristen bekämpft wurden… Sehen Sie, ich benutze die Worte mit moralischer Eindeutigkeit. Als der Terror bekämpft wurde. Weil jeder mit ein wenig grundlegendem Anstand begreift, dass eine Bevölkerung, die Terroristen ausbrütet und ihnen Schutz gibt, einige Unannehmlichkeiten erleiden kann (nennen Sie es von mir aus Menschenrechtsverletzungen), wie die Grobheit von Soldaten an Kontrollstellen, wo sie versuchen, die so genannten „besten Söhne“ dieser Bevölkerung zu fangen. Ich sagte: „als der Terror bekämpft wurde“, obwohl ich bei Anlegen desselben moralischen Maßstabs, der Sie heute in die Knesset geführt hat, schreiben könnte: „während der fortgesetzten britischen Besetzung Nordirlands“. Und selbst dazu habe ich mehr moralisches Recht: Immerhin liegt die Wiege Ihrer Zivilisation nicht in Nordirland, wie die unsere Judäa und Samaria liegt.

Die Ironie besteht natürlich darin, dass ich an diese Argumente erst dachte, nachdem ich die Knesset verließ. Aber ich glaube nicht, dass dies die letzte Begegnung mit europäischen PLOyalisten war, weder für mich noch für euch, meine Freunde.

Werden sie ihre Meinung ändern, wenn sie sie hören? Nun, zumindest ein Funken Scham sollte in ihre Herzen geraten. Scham macht einem das Leben angesichts des Gottes Israels unangenehm. Da die Menschen es nicht wagen, gegen ihn zu revoltieren, greifen sie Sein Volk an, als unfreiwillige Zeugen ihrer Perversion. Sie versuchen die Scham zu betäuben, die durch verschiedene Drogen in ihrem Inneren brennt. Früher einmal benutzten sie die „Rache für ihren Retter“, Ritualmord-Vorwürfe, arische Philosophie. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschrieb sich das dekadente Europa, sein Bewusstsein noch aufgewühlt vom Holocaust, eine weitere Droge: PLOpium, das aus der Unterstützung der armen Tyrannen und Kannibalen der Dritten Welt besteht.

Meine Damen und Herren, diese Droge wird Sie umbringen. Vielleicht sind Sie zu abhängig, um sie aufzugeben und somit verdammt. Der Gott Israels aber gibt jedem menschlichen Wesen bis zum allerletzten Augenblick eine Chance. Wie bei jeder Abhängigkeit ist der erste Schritt auf dem Weg, davon weg zu kommen, dass man seine Krankheit zugibt. Sagen Sie es. Bekennen Sie. Flüstern Sie es in Sein Ohr. Und dann, vielleicht, wird Er Ihnen helfen, von diesem Abgrund wegzukommen.

1 Christopher Walker: Tensions darken festive mood in Bethlehem. London Times, 22. Dez. 1997