Zehn Jahre

— Ein Featurebeitrag der „Guten Nachrichten aus Israel“! Der nächste reguläre Newsletter erscheint am 03. Oktober. —

Als ich vor zehn Jahren meine Aliyah aus Großbritannien machte, war Israel noch ganz anders als heute. Es litt unter Wassermangel, geringen Energieressourcen, einer schwachen Wirtschaft, hoher Arbeitslosigkeit, niedrigen Währungsreserven, schwacher Technologie und internationaler Isolation.

Mittlerweile besitzt Israel Entsalzungsanlagen und bereitet 90% seiner Abwässer wieder auf. Und es hat gewaltige Erdgasvorkommen entdeckt. Es hat sich zur „Startup-Nation“ entwickelt und ist stolz, die drittstabilste Volkswirtschaft der Welt zu haben. Israel ist führend in Medizin und Cybersicherheit. Zusammen mit seinen humanitären Aktivitäten und globalen Entwicklungsprogrammen hat Israel nun auf der Weltbühne an Profil gewonnen und wird vor allem von den USA, von Afrika, Indien und China hochgeschätzt.

Ich habe nun mein elftes Jahr in Israel begonnen… aber dieser bemerkenswerte Forschritt erstaunt mich weiterhin. Unsere bahnbrechende medizinische Forschung hat jüngst ein Molekül aufgespürt, das geschädigte Herzen und Mikro-RNA wiederherstellen kann und die Anfälligkeit für epileptische Anfälle verringert. Zu der Vielzahl neuer und möglicherweise lebensrettender Behandlungen gehören eine Tollwutimpfung, Transplantationen mit im Labor gezüchtetem Knochenmaterial und die Heilung und Vorbeugung von Melanomen.

Dutzende innovativer Medizinprodukte wurden jüngst angekündigt oder auf den Markt gebracht, z. B. Brillen, die Sehbehinderten Texte vorlesen; ein System, das stummen zu Hause lebenden Menschen die Fähigkeit verleiht, sich sprachlich mitzuteilen; ein minimalinvasives Implantat zur Behandlung von Herzinsuffizienz; eine Glaukombehandlung, die nur eine einzige Sekunde pro Jahr benötigt wird; Hyper-MRT-Scanner zur Krebserkennung; Verbände, die massive Blutungen in 40 Sekunden stoppen können; und ein weiches Exoskelett, mit dem Schlaganfallpatienten wieder laufen können.

Zu den neuesten humanitären Aktivitäten Israels zählen die Katastrophenhilfe für die USA, die Karibik und Mexiko; der Ausbau der kostenlosen Behandlung von verletzten Syrern; Hilfe für Sierra Leone und den Südsudan; Brandbekämpfung in Montenegro; kostenlose Operationen für Kinder in Ghana und Fidschi sowie erneuerbarer Strom und sauberes Wasser für ugandische Schulkinder.

Zu den neuesten technologischen Durchbrüchen gehören fortschrittliche Systeme für fahrerlose Busse und Pkws, Wellenenergiesysteme für China, Indien, Chile, Gibraltar und jetzt auch Mexiko. Israelische Unternehmen stellen Wasserreinigungssysteme her, die ultraviolettes Licht und hybride Biofilter verwenden. Israelis haben hyperspektrale Bilderzeugung für erstaunlich detaillierte Fotos und Videos entwickelt, u. a. auch für einen neuen israelischen Umweltsatelliten. Israelische Startups errichten Solarbäume, nutzen 3D-Druck für Gesichtschirurgie und Prosthetik, bauen Hightech-Fischfarmen und produzieren intelligente Pestizide zur Bekämpfung von Fruchtfliegen– und Wurzelbohrerbefall.

Israelis verwandelten sogar ihre Schwerter in Pflugscharen, indem sie unbemannte Drohnen für die Auslieferung von Einkäufen einsetzen und militärische Ausbildungssysteme für Tennis, Basketball und Fußball anpassen.

Israels Wirtschaft entwickelt sich mit dem internationalen Handel und den steigenden Exporten immer stärker. Seine dreihundert Cybersecurity-Unternehmen hatten im vergangenen Jahr Exporte in Höhe von 6,5 Mrd. Dollar. Touristen besuchen Israel in Rekordzahlen, und die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordtief. Massive ausländische Investitionen in israelische Startups bedeuten, dass sie sich nicht mehr vorzeitig unter Wert verkaufen müssen, sondern sich zu Einhörnern (= Unternehmen im Wert von über 1 Mrd. Dollar) entwickeln können.

Weit davon entfernt, isoliert zu sein, ist Israel der angesagteste Ort für internationale Organisationen, Politiker, Unternehmen und Prominente. Vor kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation den ersten Israeli seit 21 Jahren in ihr Exekutivkomitee berufen. Israels Premierminister wurde in Lateinamerika begeistert empfangen. Zu den Premierministern auf Israelbesuch gehören der georgische, der ukrainische und erstmals sogar der Premierminister aus dem kanadischen Bundesstaat Québec. Und zu den neuesten Delegationen nach Israel zählten Wirtschaftsführer aus Iowa, Chicago und Australien, die Polizei von Massachusetts, französische Ärzte, indonesische Muslimführer und jordanische Scheichs.

Kaum eine Woche vergeht ohne die Ankündigung einer neuen Fluggesellschaft, dass sie Tel Aviv oder Eilat anfliegen wird. In ein und derselben Woche haben Air Canada und Air Transat separate Flüge aus Montréal aufgenommen. Chinas Hainan Airways unterhält Direktflüge nach Shanghai. El Al und Aerolíneas Argentinas werden bald Linienflüge ab Buenos Aires einrichten, und Ryanair wird von Rom aus einfliegen.

OurCrowd hat OurNetwork ins Leben gerufen, um mindestens 25 multinationale Unternehmen mit israelischen Startups zusammenzubringen. Visa wurde jüngst zum 73. Unternehmen, das ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Tel Aviv eröffnet — fast doppelt so viele solche Zentren wie noch vor fünf Jahren. Skoda eröffnet ein israelisches Technologiebüro. Intel wird eine weitere Mikroprozessor-Fabrik eröffnen. Viele globale Unternehmen fördern israelische Startups durch die Einrichtung von Inkubatoren — darunter zuletzt Merck und Renault-Nissan.

Israelische Technologie ist weltweit sehr gefragt. 10.000 Delegierte besuchten Tel Avivs fünfte jährliche DLD-Konferenz (DLD = Digital Life Design), die größte Technologiekonferenz des Landes. Technion und Cornell Tech eröffneten einen gemeinsamen Campus in New York. Es ist ein Zeichen der Zeit, dass israelische Sprengstoff-Aufspürkits nach Großbritannien, Frankreich und in die USA verkauft wurden. Und ein Dutzend israelische Unternehmen präsentierten ihre Lösungen gegen globale Cyberangriffe auf einer britischen Cybersicherheitskonferenz. Auch UNO-Generalsekretär Antonio Guterres besuchte Israel und erlebte die israelische Technologie aus erster Hand.

Aber es geht nicht immer so ernst zu. Londoner Gourmets strömen zum Beispiel in das israelische Restaurant The Barbary — die Nummer eins auf der TimeOut-Liste der besten Londoner Restaurants. Und zum ersten Mal in seiner 101jährigen Geschichte startet das italienische Radrennen Giro d‘ Italia außerhalb Europas, wenn nächstes Jahr die ersten drei Etappen in Israel absolviert werden. Unterdessen gab es allerhand Promis, die Israel diesen Sommer besucht haben, darunter Conan O‘ Brien, Britney Spears, Guns N‘ Roses, Radiohead und die Pixies. Cliff Richard kommt im Oktober.

Und zu guter Letzt: Meine Aliyah machte ich gerade zu dem Zeitpunkt, als Israel anfing, von den Millionen russischer Einwanderer zu profitieren, die die Startup-Nation in Schwung brachten. Seitdem habe ich die Ankunft von vielen äthiopischen und ukrainischen Juden, Bnei Menashe aus Indien, vielen tausend Juden aus Europa — vor allem aus Frankreich — und dank Nefesh b‘ Nefesh einem stetigen Strom aus den USA erlebt. Die jüngste Welle kommt aus Venezuela. Wir freuen uns darauf, in den nächsten zehn Jahren viele weitere Juden begrüßen zu dürfen, die sich dafür entscheiden, Israel zu ihrer Heimat zu machen und sich all denen anschließen, die die Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Schönes neues Jahr von VeryGoodNewsIsrael!

Michael Ordman schreibt einen kostenlosen und (fast) wöchentlich erscheinenden Newsletter mit guten Nachrichten rund um Israel, der hier im „Abseits vom Mainstream“-Blog auf Deutsch erscheint, übersetzt von Yvaine De Winter.
Ein durchsuchbares Archiv gibt es unter www.IsraelActive.com
Wer die guten Nachrichten auf Englisch abonnieren möchte, schreibt bitte ein E-Mail an michael.goodnewsisrael@gmail.com — auf Deutsch genügt es, dem „Abseits vom Mainstream“-Blog zu folgen.

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