5777 — was für ein Jahr!

Am 20. September brachte die Jerusalem Post zwei Artikel über die Geschehnisse des Jahres 5777. Gil Hoffman schrieb: „Nur sehr wenig von Bedeutung hat in Israel stattgefunden“, also verfasste er eine Top Ten der Ereignisse, die NICHT stattgefunden haben. Und Amotz Asa-el tat sich schwer damit, eine „Person des Jahres“ zu finden — es gab keine „prominenten Denker, fesselnden Künstler oder herausragende Staatsmänner“.

Diese eher negativen Artikel möchte ich relativieren, indem ich einen kurzen Abriss von nur einigen wenigen der vielen hundert positiven Ereignisse aus dem vergangenen Jahr präsentiere. Die meisten dieser Artikel erschienen in der Jerusalem Post. Wo angebracht, nenne ich die Namen der außergewöhnlichen Menschen, die an diesen Ereignissen beteiligt waren.

Tishri-Cheshvan 5777 / Oktober-November 2016:

Die Leser mögen mit IsraAIDs Hilfseinsätzen nach den Hurrikanen Harvey, Irma und Maria vertraut sein, aber vielleicht ist es nicht mehr ganz so aktuell im Bewusstsein der Menschen präsent, dass Navonel Glick und Yotam Polizer von IsraAID schon 2016 Freiwillige organisiert haben, um haitianische Überlebende des Hurrikans Matthew zu versorgen. Seither hat IsraAID vielen weiteren Überlebenden geholfen — bei den Erdbeben in Italien, den Flüchtlingen auf der griechischen Insel Lesbos, in Sierra Leone, in Peru, den Jesiden im Irak und vielen mehr.

Im November gab die IDF bekannt, dass Avraham Yitzhak der erste Oberst äthiopischer Abstammung in der Geschichte der IDF geworden ist — Yitzhak wurde zum Chefarzt des IDF-Südkommandos. 1991 ist er nach Israel gekommen, wo er an der Ben-Gurion-Universität sein Medizinstudium abgeschlossen hat und danach zum ersten äthiopisch-israelischen Kampfarzt geworden ist.

Kislev-Tevet 5777 / Dezember 2016 – Januar 2017:

Im Dezember erhielt Israel selten positive Aufmerksamkeit von der BBC, als BBC News (nach Protesten wegen ihrer anfänglichen Ignoranz) Prof. Avigdor Scherz vom Weizmann-Institut ein Interview gab, dem Co-Entwickler der weltweit hochgelobten Prostatakrebsbehandlung TOOKAD.

Ebenfalls im Dezember begann der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu mit seinen Reisen in die ganze Welt, um Israels internationale Beziehungen und den bilateralen Handel zu stärken — angefangen mit zwei muslimischen Ländern, Aserbaidschan und Kasachstan. Danach besuchte er London, Singapur, Australien, Westafrika und natürlich die USA und die Vereinten Nationen.

Im Januar verkündete der Premierminister, dass Knessetmitglied Ayoub Kara als erster Gesetzgeber aus der israelischen Drusengemeinschaft als Kabinettsminister fungieren werde. In seiner vorherigen Funktion als stellvertretender Minister für regionale Zusammenarbeit war Kara maßgeblich an der Organisation der israelischen Hilfe für syrische Flüchtlinge in Syrien, Israel und Jordanien beteiligt.

Israels führende Crowdfunding-Organisation OurCrowd, gegründet vom Unternehmer Jon Medved, veranstaltete Israels größtes Investmentereignis mit über 6.000 Teilnehmern, denen der Großteil von OurCrowds Portfolio von 110 Startups präsentiert wurde.

Shevat-Adar 5777 / Februar-März 2017:

Zu den im Februar neu ernannten Richtern für den Obersten Gerichtshof gehörten auch der christliche Araber George Kara und Yael Vilner, die erste orthodoxe Jüdin mit ständigem Sitz im höchsten Gericht Israels.

Im selben Monat führte Dr. Michal Kaufmann am Hadassah-Ein-Kerem-Krankenhaus in Jerusalem an 16 palästinensisch-arabischen taubstummen Kindern Cochlea-Implantationen durch, damit sie zum ersten Mal in ihrem Leben hören können.

Im März verkündeten israelische Wissenschaftler einen der bedeutsamsten Durchbrüche in der Krebsbehandlung, als sie Phenanthridin-Derivate hernahmen und damit Tumorzellen der resistentesten und unheilbarsten Krebsarten zur Selbstzerstörung brachten.

Ebenfalls im März erwarb Intel die israelische Firma Mobileye (gegründet von Ziv Aviram und Amnon Shashua) für 15 Mrd. Dollar. Mobileye wird weiterhin von Israel aus geführt und durch Partnerschaften mit Fiat-Chrysler und den chinesischen Unternehmen Yutong und Nio erweitert.

Ein weiteres israelisches Unternehmen, das von David Birnbaum geführte SodaStream, stellte im März seine neue Verpackung vor — Teil derselben ist eine israelische Flagge mit der Unterschrift: „Dieses Produkt wird von Arabern und Juden hergestellt, die Seite an Seite in Frieden und Harmonie arbeiten“.

Nissan-Iyar 5777 / April-Mai 2017:

Einer der Höhepunkte im April war, als der israelische Präsident Reuven Rivlin die arabische Lehrerin Jehan Jaber in sein Jerusalemer Anwesen einlud und ihr dafür dankte, dass sie arabischen Grundschülern Hebräisch beibrachte. Das Video, in dem Jehan den eingängigen Song „Geshem, Geshem Metaftef“ („Regen, Regen tropft“) lehrt, wurde über 2 Mio. Mal angesehen.

Im Mai machte Yehiel Tal, Geschäftsführer von CollPlant (eine Firma, die Biotinte auf Kollagenbasis entwickelt hat), eine wichtige Ankündigung: CollPlant arbeite nun mit mehreren großen internationalen Firmen zusammen, um Lösungen für die Entwicklung von Organ- und Gewebedruck zu finden.

Und die israelische NGO Innovation: Africa, gegründet von Sivan Ya’ari, stellte der Öffentlichkeit ihre Arbeit bei der Installation von Solarstromanlagen vor, durch welche Afrikaner Wasser pumpen, Häuser beleuchten und Krankenhäuser mit Strom versorgen können. Sivans achtjährige Tochter besuchte Uganda, um die Arbeit ihrer Mutter aus erster Hand mitzuerleben.

Sivan-Tammuz-Av 5777 / Juni-Juli-August 2017:

Im Juni haben Forscher am Hadassah-Krankenhaus unter der Leitung von Prof. Benjamin Rubinoff retinale Pigmentzellen aus embryonalen Stammzellen transplantiert, um zu verhindern, dass fünf an Netzhautdegeneration leidende Menschen erblinden.

Im selben Monat rief der Jerusalemer Rabbi Dov Benyaacov-Kurtzman das „UK National Emergency Response, Resilience and Treatment Program for Stress and Trauma“ ins Leben. Deren erster Einsatz waren die Opfer des Bombenanschlags von Manchester.

Im Juni erklärte Eli Beer, Gründer und Präsident von United Hatzalah, auf einer Konferenz das revolutionäre Lebensrettungsmodell seiner Organisation anlässlich der größten Spende von Einsatzfahrzeugen in der israelischen Geschichte. Später im August entsandte United Hatzalah seine Psychotrauma- und Krisenhilfeeinheit nach Houston/Texas.

Ellul 5777 / September 2017:

Im September übernahm der israelische UN-Botschafter Danny Danon sein neues Amt als Vizepräsident der 72. Sitzung der UN-Generalversammlung. Anfangs des Jahres hatte er als Vorsitzender des Rechtsausschusses der Vereinten Nationen die Achtung Israels vor den Vereinten Nationen gestärkt. Zwei von Israel gesponserte Resolutionen wurden von der Generalversammlung verabschiedet, und ein Kooperationsabkommen mit United Nations Women, der Institution der UN für die Stärkung der Frauen, wurde arrangiert. Er organisierte sogar eine Veranstaltung bei der UN zur Feier des 50. Jahrestags der Wiedervereinigung Jerusalems. Und rechtzeitig vor Rosh Hashana lud er als Vorsitzender der Generalversammlung stolz den israelischen Premier Netanyahu ein, vor der Generalversammlung zu sprechen.

Es war wahrhaftig ein Jahr voller guter Nachrichten.

Michael Ordman schreibt einen kostenlosen und (fast) wöchentlich erscheinenden Newsletter mit guten Nachrichten rund um Israel, der hier im „Abseits vom Mainstream“-Blog auf Deutsch erscheint, übersetzt von Yvaine De Winter.
Ein durchsuchbares Archiv gibt es unter www.IsraelActive.com
Wer die guten Nachrichten auf Englisch abonnieren möchte, schreibt bitte ein E-Mail an michael.goodnewsisrael@gmail.com — auf Deutsch genügt es, dem „Abseits vom Mainstream“-Blog zu folgen.

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