Das „Narrativ“ aufdröseln

Forest Rain, Inspiration from Zion, 5. September 2017

Immer und immer wieder höre ich das Wort „Narrativ“. Meistens wird es von Leuten ausgesprochen, die auf der Bedeutung des Verständnisses und des Respekts für das „palästinensische Narrativ” bestehen.

Wie viele Menschen haben tatsächlich innegehalten, um zu überlegen, was „Narrativ“ bedeutet? Wichtiger noch: Wie sollten wir auf ein Narrativ reagieren, das nicht unser eigenen ist?

Als Geschichtenerzähler, als Vermarkter, ist Narrativ etwas, das mir vertraut ist, etwas, mit dem ich jeden Tag zu tun habe. Das Narrativ ist entscheidend, es ist ein treibender Motivator, es ist das, was die Menschen davon überzeugt „den Köder zu schlucken“, zu kaufen, was immer man verkauft.

Es ist so, dass „Narrativ“ nur das ist – die Geschichte, die man erzählt. Es gibt eine Perspektive, ein Narrativ und dann gibt es die Fakten. Diese Worte sind keine Synonyme. Jedes ist wichtig und keines sollte mit dem anderen durcheinander gebracht werden.

Perspektive ist ein individueller Blickwinkel, die Art, wie ein Mensch die Welt sieht.
Ist Ihr Glas halb voll oder ist es halb leer? Ist ein Ereignis positiv oder negativ? Das wird aus der persönlichen Perspektive heraus entschieden.
Die Art wie eine Einzelperson aufgezogen wird und die Kultur, mit der sie vertraut gemacht wird, hat Auswirkungen auf ihre Perspektive, kontrolliert sie aber nicht. Oft wird sich das Individuum den herrschenden Einstellungen der Gesellschaft automatisch fügen, aber nicht immer. Wenn ich auf eine strikt gesittet Weise aufgezogen werde, ist es höchst wahrscheinlich, dass ich die sozialen Normen und Gepflogenheiten als die meinen übernehme, aber meine individuelle Perspektive könnte die Strenge als unterdrückend und dumm betrachten, was mich dazu bringt zu rebellieren und anders zu sein. Das führte zur Erfindung des Büstenhalters, dazu, dass Frauen Hosten tragen und andere plötzliche Abweichungen von den Wegen, wie die Dinger immer gemacht wurden. – ein Person sah etwas anders, verhielt sich entsprechend und in Reaktion darauf veränderten andere ihre Perspektive ebenfalls.

Narrativ ist die Geschichte, die wir uns über uns selbst und unseren Platz in der Welt erzählen.
Jedes Individuum hat eine Geschichte, die sie oder er sich über sich selbst und das Leben erzählt, das sie/er lebt. Staaten haben ein Narrativ, eine Geschichte, die kollektiv genutzt wird, um zu dieses Volk oder diesen Staat zu definieren. Narrative sowohl auf der individuellen wie der nationalen Ebene formt die Art, wie man sich wegen sich selbst fühlt und nachfolgend die Art, wie andere mit einem umgehen.

Fakten sind, nun ja: Fakten.
Wir mögen in einer „postfaktischen“ Welt leben, aber das bedeutet nicht, dass es keine Fakten mehr gibt. Es stimmt, dass Geschichtsbücher von den Gewinnern geschrieben werden und Gut vs. Schlecht oft eine Sache der Perspektive (oder im Fall von Staaten: Narrativen) ist, doch obwohl diese Dinge wahr sind, gibt es immer unbestreitbare, beweisbare Fakten. Menschen können Fakten bestreiten so viel sie wollen, können sie aber nicht beseitigen ohne zu lügen oder das Argument in etwas zu verdrehen, da keine Beziehung zu Fakten hat (auf Argumenten basierende Emotionen).
Dein Perspektive beeinflusst nicht, wo oder wann die Sonne auf- und untergeht. Perspektive kann nicht dafür sorgen, dass Wasser nicht mehr nass oder Feuer heiß ist. Perspektive mag festlegen, ob ein Krieg ein Triumph oder eine Tragödie ist, aber es kann nicht darüber gestritten werden, wann er stattfand oder wer siegreich aus ihm hervorging.

Was wird heutzutage in den Schulen gelehrt?
Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einer Geschichtslehrerin, die an einer prominenten israelischen Schule Zionismus lehrt. Beunruhigenderweise schien sie nicht in der Lage zu sein zwischen Perspektive (der individuellen Sichtweise), Narrativ (auf nationaler Ebene) und Fakten unterscheiden zu können.

Es ist weit verbreitet sich auf das Verstehen „des Anderen“ zu konzentrieren. In Israel scheint das immer zu heißen, dass man Juden lehrt das arabische Narrativ zu verstehen („Wir sind die Opfer, ihr habt uns zu Opfern gemacht“). Irgendwie Araber zu lehren das jüdische Narrativ zu verstehen scheint nie dranzukommen.

Der Grundgedanke lautet: „Wenn wir (die Juden) die Perspektive des anderen (der Araber) nicht verstehen, wie können wir dann eine Diskussion mit ihnen führen?“

Dem stimme ich zu.

Die Geschichte der „Anderen“ zu kennen, ermöglicht effektive Diskussion. Wenn man versteht, das diese Geschichte Verhalten veranlasst, ist entscheidend. Gleichzeitig ist zu verstehen, dass jemand auf eine bestimmte Weise denkt und sich entsprechend der Weise verhält, in der er aufgezogen wurde, etwas sehr anderes als sein Verhalten zu akzeptieren oder ihr Narrativ zu akzeptieren.

Ein Narrativ ist eine Geschichte, es ist kein Fakt.

Ich könnte mich vielleicht wie eine Prinzessin fühlen. Mein Typ kann mich den ganzen Tag über Prinzessin nennen, aber das bedeutet nicht, dass ich ein Königreich habe, über das ich herrsche (außer wir nennen meine Küche ein Königreich). Eine Person oder eine Nation kann sagen, dass ich oder mein Volk sie ständig zum Opfer macht, aber das macht es nicht wahr.

Man kann abstreiten, dass eine bestimmte Politik angemessen ist oder nicht. Natürlich ist manche Politik Israels gegenüber unseren arabischen Bürgern und arabischen Nachbarn heftig umstritten ist. Gleichzeitig gibt es Fakten, die unbestreitbar sind (außer die Argumente gründen auf Lügen und völlige Missachtung der Fakten):

  • Das Land Israel ist historisch das Land des jüdischen Volkes. Das wissen wir aus der Bibel, durch zahllose archäologische Funde und Verweise in den kulturellen Dokumenten anderer Nationen (einschließlich des Koran).
  • Es gab nie einen palästinensischen Nationalstaat.
  • Es hat 3000 Jahre lang eine kontinuierliche jüdische Präsenz im Land gegeben.
  • Religiöse Juden beten dreimal täglich, jeden Tag Jerusalem zugewandt. Das jüdische Volk hat 2000 Jahre lang die Rückkehr nach Zion ersehnt und im letzten Jahrhundert – haben wir sie geschafft.
  • 1948 erkannten die Nationen der Welt offiziell Israel als unabhängiges Heimatland des jüdischen Volkes an.
  • 1948, 1967, 1973 versuchten die Araber Israel von der Landkarte zu wischen und scheiterten damit.

Es ist wichtig das „palästinensische Narrativ“ zu verstehen, denn das ist die treibende Kraft hinter Aktivisten der jüngeren Generationen. Diejenigen, die zu jung sind um diese Ereignisse selbst erlebt zu haben, werden nicht mit Fakten aufgezogen, sie werden mit einer Geschichte aufgezogen und diese Geschichte ist die einzige „Wahrheit“ geworden, die sie kennen. Die palästinensische Geschichte wird so oft und mit so viel Leidenschaft erzählt, dass sogar viele aus der älteren Generation, Menschen, die es besser wissen müssten, weil sie dabei waren, verwirrt werden.

Wenn wir die Fakten vergessen, enden wir damit Geschichten zu vergleichen
Warum spielt das eine Rolle? Wenn die Fakten keine Rolle spielen, dann enden wir damit Geschichten zu vergleichen. Alles ist gleich, es ist die bessere Geschichte, die Geschichte, die mit mehr Leidenschaft erzählt wird, die siegt – ohne Verbindung zu Richtig oder Falsch, Gerechtigkeit, Reim oder Vernunft.

Im Moment gewinnt das „palästinensische Narrativ“, mit Links. Das sollte nicht passieren, nicht nur , weil die Fakten diese Geschichte nicht stützen, sondern weil die jüdische Geschichte so viel ruhmreicher und vollmächtiger.

Warum sollte man eine Geschichte des immerwährenden Opfers unterstützen, wenn man zwicshen der Geschichte derer wählen kann, die auf wundersame Weise alle Schwierigkeiten überwanden? Warum sollte man die Geschichte der Gewalt und des Hasses der Geschichte von Selbstopfer und Leibe vorziehen?

Um es in ein völlig anderes Licht zu setzen: Am stärksten schädigt das „palästinensische“ Narrativ die Araber. Ihre Geschichte spornt nicht die Schaffung eines besseren Lebens für die Unterdrückten an. Fakt ist, dass es um eine Geschichte handelt, die die Unterdrückten unten hält. Sie lehrt die arabische Jugend, dass sie die Opfer der Juden sind, das der Weg zur Verbesserung ihres Lebens darin besteht ihr eigenes Leben in dem Versuch wegzuwerfen, die Juden zu beseitigen. Statt des Lebens lehrt diese Geschichte den Tod – für die Juden und eben auch oft für die Araber.

Und während die Mehrheit der arabischen Bevölkerung sich eifrig damit beschäftigt den Juden zu hassen, genießen arabische Herrscher eifrig den Überfluss ihrer Korruptheit. Die Araber leiden, während ihre Herrscher Zugang zu allem Komfort und Annehmlichkeiten des Lebens haben. Mehr als es gegen das jüdische Volk verwandt wird, wird das „palästinensische“ Narrativ von arabischen und muslimischen Führern genutzt, um ihre eigenen Leute abzulenken, zu kontrollieren und die Macht über sie zu behalten.

Wenn wir wirklich Frieden wollen, müssen wir das Narrativ aufdröseln.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Das „Narrativ“ aufdröseln

  1. Der Diskurs, das Narrativ, sind alles nur von französischen Seichtwasserphilosophen und Sektenhäuptlinge ausgeheckte Ersatzausdrücke für das marxistische Ideologie. Bei dem an Aids krepierten ‚Philosophen‘ Foucault kann man direkt erkennen, wie ‚der herrschende Diskurs‘ exakt die gleiche Bedeutung, wie die vorherige herrschende Ideologie hatte. Alter Kack im neuen Frack.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s