Gedankenverlorenes Territorium: Wir sollten unseren Hassern absolut vertrauen, dass sie den Zugang zu unseren heiligen Stätten aufrechterhalten

PreOccupied Territory, 31. Oktober 2017

Von Yariv Oppenheimer, Peace Now

Meine Organisation hat Jahre lang argumentiert, dass Israel die 1967 eroberten Gebiete aufgeben sollte, damit die Palästinenser dort ihren souveränen Staat gründen können. Was die Sorge angeht, das Juden dann der Zutritt zu heiligen Stätten und anderen wichtigen Orten jüdischen Erbes unter palästinensischer Kontrolle verweigert würde, ist die Lösung einfach: Wir sollten Menschen vertrauen, die geschworen haben uns zu vernichten, dass sie uns freien Zugang zu unseren heiligen Stätten gestatten.

Immerhin ist Vertrauen der beste Garant für das Einhalten einer Vereinbarung. Wenn wir einer Gruppe nicht vertrauen können, die ihre Jugend zu Hass erzieht, zu mörderischer Gewalt aufstachelte und wiederholt eine jüdische Verbindung zum Land bestreitet, wem können wir vertrauen?

Überdies: Wenn Sie aus völlig verständlichen Gründen zugeben müssen, dass die Palästinenser es  versäumen angemessen Vorkehrungen für jüdisches Gebet an der Westmauer oder gar der Patriarchenhöhle oder dem Josefgrab treffen, kann Israel bei der UNO Beschwerde einlegen, die für ihr entschiedenes Handeln bekannt ist, wenn es um die Überwachung und Durchsetzung solcher Vereinbarungen geht. Schauen Sie sich nur den Libanon an, wo die UNO-Beobachtungstreitkräfte seit 2006 gewissenhaft eine nie dagewesene Aufrüstung der Hisbollah an Personal und Material übersehen. Dieselbe UNO floh mutig auf israelisch kontrolliertes Gebiet, als sie von Islamisten in Syrien bedroht wurde – man kann sich absolut auf sie verlassen!

Oder sehen Sie sich das letzte Mal an, als Stätten jüdischen Erbes unter der Kontrolle von jemand anderem standen. Jordanien herrschte von 1948 bis 1967 in der Westbank und Ostjerusalem und sie machten einen hervorragenden Job den Zugang zu diesen Stätten zu erlauben, solange die Leute, die dorthin wollten, weder Juden noch Israelis waren. Die UNO übersah die Bedingungen dieser Vereinbarung. Gut, da sprengten die Araber Dutzende Synagogen und nutzten jüdische Grabsteine, um Straßen zu pflastern und Latrinen zu bauen. Aber diesmal wäre alles völlig anders.

Beachten Sie auch die gute Arbeit, die die UNO-Organisation Internationale Atomenergiebehörde im Iran erledigt. Sie ist derart der Aufrechterhaltung des Atomdeals mit dem Iran verschrieben, dass sie es ablehnt den Inspektionszugang zu militärischen Einrichtungen anzufragen, weil sie weiß, dass der Iran das ablehnen und damit den Deal verletzt wird. Das ist genau die Art von Engagement für Frieden die wir hier brauchen und die UNO hat sich durchweg als der Aufgabe gewachsen erwiesen.

Sind Sie nicht überzeugt, dass wir der UNO oder den Palästinensern vertrauen können? Erinnern Sie sich: Die Russen und die Europäische Union sind ebenfalls Teil des Quartetts, das die Friedensbemühungen beaufsichtigt. Wir können der EU vertrauen! Sie ist absolut unvoreingenommen, wie sich zeigte, als sie beschlossen jüdische Produkte aus der Westbank zu kennzeichnen – die ist besetzt, wissen Sie das nicht? – aber für sie sind „Made in Marokko“ für Importe aus der besetzten Westsahara und „Made in China“ auf Produkten aus dem besetzten Tibet völlig in Ordnung.

Und Russland – nun, sehen Sie sich einfach an, wie verlässlich sie z.B. Zivilisten in Syrien und der Ukraine geschützt haben.

Das ist ein Riegel, meine Freunde. Wir können absolutes Vertrauen haben, dass alles in Ordnung sein wird.