Die Roadmap des Nahost-Quartetts (12) – Déjà vu – wieder einmal

Wird die Unterstützung der USA und der Juden für die Palästinensische Autonomiebehörde dem Frieden dienlich sein?

Jonathan Tobin, Jewish World Review, 11. Juli 2003

Nach dem ersten Selbstmord-Bombenanschlag während der palästinensischen Waffenruhe herrscht weiter Optimismus in Washington und bei den Medien bezüglich der Erfolgschancen für die Road Map zum Frieden.

Es gibt viele Gründe, wegen der Entscheidung der palästinensischen Terrororganisationen, eine Pause von ihren Mordtouren zu nehmen, zynisch zu sein. Es gibt sogar noch mehr Gründe, der Fähigkeit der Autonomiebehörde skeptisch gegenüber zu stehen, ob sie die Terroristen überhaupt aufhalten können, selbst mit all den guten Absichten ihres Premierministers Mahmud Abbas.

Vorfälle wie der Anschlag vom 7. Juli auf ein Haus im Kibbutz Moschav Kfar Yavetz – der einem Israeli das Leben nahm – und die tödlichen Schüsse in Samaria ein paar Tage vorher sind nicht genug, um Meinungen darüber zu ändern, die Möglichkeiten für Fortschritt zu ändern. Der Konsens der meisten Leute hier und in Israel ist, dass Abbas eine faire Chance gegeben werden muss, um das Vertrauen zu rechtfertigen, das Präsident George W. Bush in ihn als einen Mann gesetzt hat, der die Palästinenser in einen friedfertigen und demokratischen Staat führen kann.

Aber wie weit werden wir uns verbiegen, um diese Vorstellung durchzuhalten? Genauer gesagt: Wie viel Mühe und Geld werden die USA ausgeben, um sie zu belegen?

Das Konzept hinter dem Road Map-Plan ist ein logisches: Gebt der neuen palästinensischen Führung die Unterstützung, die sie braucht, um die Dinge in die Hand nehmen zu können; lasst sie dann die Infrastruktur aufbauen, die nötig ist, den Frieden zu halten und das Volk zu Regieren.

IN PALÄSTINENSER INVESTIEREN?

Neben der amerikanischen Regierungshilfe für die Palästinenser wird uns gesagt, dass amerikanische Juden zusammenlegen sollten um Abbas zu helfen, da dies die bestmögliche Investition für den Frieden mit Israel sein würde.

Aber wie viel Mühe sollten wir, die daneben stehen, uns für Abbas geben? Insbesondere: Wie viele Steuergelder und andere schönen Dinge sollte er bekommen?

Wie voraus zu sehen war, drängen uns die Bejubler der Road Map, dass wir einen Kopfsprung hinein machen.

Der frühere Vorsitzende von United Jewish Appeal National, Marvin Lender, glaubt, dass sei genau das, was wir tun sollten. In der „Los Angeles Times“ vom 26. Juni, mit der Angabe, dass Jonathan Jacoby vom Israeli Policy Forum Mitautor ist, behauptet der Bagel-Baron aus New Haven, dass „die wichtigste Sache ist, die wir jetzt für den jüdischen Staat tun können, die ist, unsere Führer in den USA zu ermutigen, Abbas Kräften zu geben, was immer nötig ist.“

Nach dem genau gleichen Drehbuch, aus dem er und andere Friedens-Antreiber nur ein paar Jahre früher schon lasen, sieht Lender eine Koalition „moderater amerikanischer Juden, die die moderaten Palästinenser gemeinsam mit Israel unterstützen“ als den Schlüssel zum Frieden.

Statt einfach nur den jüdischen Staat gegen seine Feinde zu verteidigen, glauben mit dieser Formulierung Lender und andere, die mit ihm überein stimmen, dass „amerikanische Juden die Gelegenheit nutzen müssen, unsere Definition weiter zu fassen, was es bedeutet pro Israel zu sein“.

Ich zweifle nicht an Lenders guten Absichten. Aber seine Worte geben mir das schlechte Gefühl im Bauch, dass wir blind denselben Weg in die Tragödie entlang wandern, dem nach der Katastrophe von Oslo gefolgt wurde. Mit den Worten des unsterblichen Baseball-Philosophen Yogi Berra: Die Road Map-Enthusiasten verursachen bei mir das Gefühl eines „wieder einmal ein déjà vu zu erleben“.

Das Muster, das Lender vertritt, ist bereits ausprobiert worden – und fehl geschlagen.

Lenders Worte und die anderer zu lesen, die auf mehr Geld für die PA drängen, ist so, als beobachte man einen Verkehrsunfall, der sich vor unseren Augen entwickelt. Man weiß, was passiert, fühlt sich aber machtlos es aufzuhalten.

Die der Unterzeichnung des Oslo-Friedensabkommens von 1993 folgenden Jahre waren Zeuge derselben Art ernster Verpflichtung zum Frieden durch die Israelis und Amerikaner, als sie versuchten, einen neuen entstehenden palästinensischen Staat aufzubauen. Insbesondere amerikanische Juden unterstützten diesen Prozess enthusiastisch.

Es scheint erst gestern gewesen zu sein, dass der New Yorker Philanthrop Kenneth Lipper der Harvard University Millionen spendete, um Stipendien für palästinensische Bürokraten zu schaffen, um die Art des guten Regierens zu lernen. Und es ist erst ein paar Jahre her, dass die Polizei von Philadelphia Palästinenser ausbildete, die in Yassir Arafats „Polizei“ eintraten.

Was ist passiert? Die Palästinenser mögen Cambridge genossen haben, aber die Herrschaft ihrer Kleptokratie war keine Verbesserung des Trainings, das Lipper bezahlte. Milliarden den Palästinensern gespendete Hilfsgelder wurden von Arafat und seiner lustigen Mannschaft korrupter Diebe gestohlen.

Die Polizei? Nicht lang, nachdem sie ihr Training beendeten, schlossen sie sich arabischen Mobs bei den Anschlägen auf Israelis an und waren verantwortlich für eine Vielzahl von Morden. Drei Jahre des Terrorkriegs, nachdem Israel sein großzügigstes Friedensangebot machte, haben alles zerstört, was die Palästinenser aufgebaut hatten. Das einzig zählbare Ergebnis von Oslo war, dass Arafat und seinen Mördern die Mittel und die Gelegenheit gegeben wurden, hunderte von Juden und tausende ihrer eigenen Leute zu ermorden.

WAS HAT SICH GEÄNDERT?

Hat die Verfügung der Road Map irgendetwas davon geändert?

Trotz der amerikanischen Forderungen nach seinem Rauswurf oder seiner Ersetzung bleibt Arafat verantwortlich für die PA und ihre zahlreichen „Sicherheitsdienste“.

Und selbst, wenn die Terrorganoven von Hamas, Islamischem Jihad und Arafats eigenen Al Aksa-Märtyrerbrigaden zustimmen einige Monate keine Juden zu ermorden, hat Abbas keinerlei Absicht gezeigt, diese Mörder zu entwaffnen.

Trotzdem gibt es immer die Möglichkeit, dass Arafat in die Unbedeutendheit entschwinden könnte, während Abbas die Terroristen entfernt. Palästinensische Schulen und Sender könnten ihre Hauss-Erziehung und Hetze gegen Juden fallen lassen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das passieren wird, aber ich wäre wirklich glücklich, wenn ich widerlegt würde.

Vielleicht wird eine amerikanische Geldspritze diesmal genug sein, die Palästinenser dazu zu bestechen Frieden zu schließen, obwohl wir wissen, dass dieselben Typen, die Hilfs-Dollars nutzten um Waffen zu kaufen und damit Juden zu töten, weiter an der Macht bleiben. Würde ein cleverer Geschäftsmann wie Lender gutes Geld bei seinen eigenen Investitionen in dieser Art dem verlorenen hinterher werfen? Unwahrscheinlich, aber das ist das, was er von uns bezüglich der Palästinenser verlangt.

Schlimmer noch: Derselbe dynamische, blinde Glaube entfaltet sich bereits wieder. Während Skeptiker – wie die Zionist Organization of America – Listen mit palästinensischen Verletzung der Road Map veröffentlichen, werden ihre Berichte von den Friedensenthusiasten in der gleichen Weise verspottet, wie die Veröffentlichungen der Gruppe zu den Verletzungen von Oslo abgetan wurden. Was wir in den kommenden Monaten brauchen, ist die Entschiedenheit, die Palästinenser für ihre Verhalten zur Verantwortung zu ziehen und die Bush-Administration unter Druck zu setzen, dass sie ihr Wort hält, Israels Sicherheit nicht zu untergraben. Anders als in der Oslo-Periode können wir es uns nicht leisten, blind Terror zu finanzieren oder vor der palästinensischen Hetze die Ohren zu verschließen.

Die Amerikaner sollten nicht gegen jede reelle Chance für den Frieden opponieren, aber genauso wenig sollten sie als Komplizen einer Kampagne gewonnen werden, Israel letztlich zu mehr Zugeständnissen im Austausch gegen Terror zu zwingen.