Der Standpunkt der UNO

Joel Mowbray, National Review online, 6. Mai 2002)

Durch die Veröffentlichung eines 100-seitigen Berichts der israelischen Regierung, der erdrückende Beweise enthält, dass Yassir Arafat persönlich die Finanzierung und Ausführung terroristischer Aktivitäten genehmigte, müssten die Vereinten Nationen ein Untersuchungsteam los schicken, das diese glaubwürdigen Vorwürfe untersucht. Leider wird das nicht geschehen.

Die UNO hat eine lange Geschichte arabische und palästinensische Untaten zu ignorieren, während sie gleichzeitig versucht, Lügen über Gräueltaten zu fabrizieren, die Israel begangen haben soll; das jüngste Beispiel dafür ist das behauptete „Massaker“ in Jenin. „Die UNO ist beständig gegen Israel gewesen und hat sich nie in Ausgewogenheit geübt, außer wenn sie durch die Drohung eines US-Vetos im Sicherheitsrat dazu gezwungen wurde“, sagt ein hochrangiger Regierungsvertreter.

Obwohl UN-Generalsekretär Kofi Annan hörbar auf dem Bissen herum kaute, dass Israel möglicherweise Kriegsverbrechen in Jenin beging, wo israelische Soldaten gegen bewaffnete Kombattanten kämpften, drückte er keinerlei Interesse zur Untersuchung der Rolle Arafats und der anderer Palästinenserführer am Passah-Massaker aus, das weitaus mehr unschuldige Zivilisten das Leben kostete.

Aus dem gleichen Grund, aus dem Annan es versäumte, das Abschlachten unschuldiger Israelis zu untersuchen, wird er nicht die soliden Beweise zu Arafats Rolle in der Führung des Terrors zu verfolgen: Die UNO ist Israel gegenüber nie fair gewesen und wird es wohl auch nie sein. Frank Gaffney, Präsident des Center for Security Policy bietet eine treffende Einschätzung der Motive hinter der einseitigen Geschichte der internationalen Einrichtung: „Die U NO ist eine Hass erfüllte und antisemitische Mobbokratie.“

Die Gegnerschaft der UNO sogar zur Existenz des jüdischen Staates wurde 1975 offiziell gemacht, als die Generalversammlung Resolution 3379 verabschiedete, die Zionismus mit Rassismus gleich setzte. Wenig überraschend drängten Vertreter der arabischen Nationen heftig darauf, dass die Resolution schon die Unterstützung der Existenz des jüdischen Staates Israel als rassistisch brandmarken sollte. Die Resolution wurde 1991 widerrufen, allerdings nur aufgrund des Drucks der USA und unter ihrer Führung, voran getrieben vom heutigen Staatssekretär im Außenministerium, John Bolton. Jeder einzelne arabische Staat bekämpfte diesen Widerruf.

Damit niemand denkt, die UNO habe ihren blinden Eifer im letzten Jahrzehnt zurück geschraubt: Die UNO hat eine einfache Gelegenheit verpasst, ein palästinensisches Vergehen zu Jahresbeginn zu verurteilen. Nach dem Abfangen der Karine-A, die Waffen und Munition geladen hatte, darunter Sprengstoff, der als Todesmaterial für Selbstmordattentate benutzt wird, lehnte es die UNO ab Arafat für klare Verletzungen der Bedingungen des Oslo-Friedensabkommens zu kritisieren.

Während der 19 Monate andauernden Intifada hat die UNO die Hände in den Schoß gelegt, während palästinensische Terrororganisationen Teenager rekrutieren und einer Gehirnwäsche unterziehen – mit dem ausdrücklichen Ziel, unschuldige Israelis zu ermorden. Das Blut des einen Anschlages ist auf der Straße noch nicht trocken, da explodiert bereits eine weitere menschliche Bombe; trotzdem tut die UNO nichts.

Die Einseitigkeit der UNO gegen Israel ist aber nicht bloß durch Inaktivität gekennzeichnet. Bis 1967 patrouillierten UN-Friedensschützer die Halbinsel Sinai und dienten als Puffer, um eine Wiederholung der ägyptischen Aggression gegen Israel zu verhindern. Als Ägypten den UN-Friedenstruppen befahl, ihre Sachen zu packen und abzuhauen, gehorchte die UNO prompt – und gab Ägypten den Freiraum, den es brauchte, um einen weiteren Angriff auf den jüdischen Staat zu beginnen.

Im Jahr 2000 waren UN-Friedensschützer Zeugen der Entführung dreier israelischer Soldaten in der demilitarisierten Zone des Libanon durch Hisbollah – und unternahmen nichts. Nun, beinahe nichts, denn sie griffen sich eine Kamera um den gesamten Vorfall auf Video festzuhalten. Nach der Entführung unterrichtete die UNO Israels Beamte nicht und verleugneten auch noch die Existenz des Videobandes. Die einzig logische Schlussfolgerung, sagt das hochrangige Mitglied der Heritage Foundation, Ariel Cohen, ist, dass „die UNO Komplize bei der Entführung der Israelis durch eine der schlimmsten Terrororganisationen der Erde“ war.

Während dieser Intifada hat die UNO selbst eine Rolle bei der Finanzierung und Ausstattung der terroristischen Infrastruktur, einschließlich Jenins, gespielt. Die United Nations Relief and Works Agency (UNRWA – zuständige UNO-Organisation für die palästinensischen Flüchtlinge) errichtete das Flüchtlingslager in Jenin, das ganze 22 Selbstmord-Bomber hervor brachte – mehr als einen pro Monat während dieser Intifada. UNRWA verwaltet außerdem die Schulen in Jenin, die im Vergleich chinesische Umerziehungslager harmlos aussehen lassen.

Palästinensischen Schülern in Jenin wird Arafats Kultur des Todes eingetrichtert, sie werden gelehrt, dass „Palästina“ nicht nur in der Westbank und dem Gazastreifen besteht, sondern auch im gesamten Israel. Dieses Klima des kochenden Antisemitismus ist willentlich und wissentlich von der UNRWA voran getrieben worden und ohne Zweifel Teil der Gründe, dass Terroristengruppen so erfolgreich in der Rekrutierung von Selbstmord-Bombern in Jenin gewesen sind.

Die am längsten andauernde Aktivität der UNO ist aber ihre standfeste Ablehnung einer Verurteilung des „Vernichtungsklausel“ gegen Israel in der PLO-Charta. In demselben Oslo-Abkommen, das die Schaffung der Palästinensischen Autonomiebehörde und des Palästinensischen Nationalrats (PNC) fordert, wurde dem PNC unter anderem ein Ultimatum für Mai 1996 gegeben, den Artikel 15 der PLO-Charta zu widerrufen, der alle arabischen Nationen aufruft, eine „bewaffnete Revolution“ zu unterstützen um die „Eliminierung“ des Staates Israel zu erreichen.

In einer listigen politischen Aktion stimmte der PNC im April 1996 ab die Charta zu ändern. Während Arafat der Welt und der UNO erzählte, dass dies bedeute, die Vernichtungsklausel gegen Israel sei über Bord geworfen worden, stimmte der Rat nur ab, dass er irgendwann in der Zukunft den Paragraphen ändern würde, ohne genau zu sagen, welche Änderungen vorgenommen würden oder wann. Der PNC-Beschluss verwies nicht einmal auf die beleidigende Sprache, geschweige denn eine tatsächliche Änderung an den verschiedenen Artikeln vorzunehmen, die Israels Existenzrecht ablehnen oder den bewaffneten Kampf zur „Befreiung“ Israels von der jüdischen Herrschaft unterstützen.

„Arafat ist wie Lucy mit dem Football gewesen und behandelt den Rest der Welt wie diese Charlie Brown. Er und der PNC erzählen weiter jedem, dass sie die Charta geändert hätten, ohne sie wirklich zu ändern“, bemerkt der ehemalige CIA-Direktor Jim Woolsey.

Obwohl das Ziel des palästinensischen Terrorismus – die Zerstörung Israels – klar ist, bleibt die UNO dem gegenüber völlig ignorant und konzentriert sich stattdessen unaufhörlich mit dem demokratischen jüdischen Staat.

Wenn die UNO in den kommenden Monaten Israel rücksichtslos verfolgt, während sie wegen der Selbstmord-Anschläge unheimlich schweigsam bleibt, dann sollte Empörung, nicht Überraschung die angemessene Antwort sein.

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