Zweierlei Maß

The Economist, 10. Oktober 2002 (Druckausgabe)

Israel ignoriert die UNO und hat Massenvernichtungswaffen. Warum also die ganze Aufregung über den Irak?

Bald nach seiner Invasion von Kuwait 1990 erkannte Saddam Hussein, dass er einen Fehler gemacht hatte. Entgegen seiner Erwartung erlaubte die Welt nicht, dass sein Landraub durch ging. Die Vereinigten Staaten rüsteten sich zum Krieg. Er begann daher nach Auswegen zu suchen, mit denen er sein Gesicht würde wahren können. Eine der ersten Ideen, die er aufbrachte, war eine „Verbindung“. Warum nicht den Rückzug aus Kuwait „eintauschen“ gegen Israels Rückzug aus den Gebieten, die es 1967 eroberte?

Die Verbindung brachte ihn nicht weiter. Aber während die Welt heute über den Sinn eines weiteren von Amerika angeführten Krieges gegen Herrn Hussein debattiert, ist die Idee in neuer Form zurückgekehrt. Israel hat gegen zahllose UN-Resolutionen verstoßen und Massenvernichtungswaffen angehäuft, sagen die, die gegen diesen Krieg sind. Warum wird dann der Irak ausgesucht, um noch weiter bestraft zu werden, während die Israelis straffrei ausgehen?

Diese Frage wird nicht länger nur von Arabern gestellt. „Kein Krieg gegen den Irak, Freiheit für Palästina“ ist ein Slogan der Antikriegs-Demonstranten in Europa und Amerika geworden. Die beiden Konflikte sind im öffentlichen Bewusstsein in einer Art verwoben, die die Politiker des Westens nicht ignorieren können. Als er letzte Woche seine skeptische Labour Party zur Unterstützung von Maßnahmen gegen den Irak zu überreden versuchte, erhielt Großbritanniens Premierminister Tony Blair den größten Applaus für den Teil seiner Rede, der besagte, dass UN-Resolutionen in Palästina genauso gelten sollten wie im Irak. [Ähnliche „Argumente“ und die Herstellung der Verbindung zwischen den beiden Konflikten fanden im März diesen Jahres im Unterhaus weiter statt. Es scheint für die Engländer unmöglich zu sein, diese beiden Konflikte, die nichts mit einander zu tun haben, auch so zu behandeln. Blair konnte Zustimmung nur gewinnen, indem er – wie er wohl auch selbst absolut überzeugt ist – die Israelis zurecht wies und eine „Lösung“ des Palästina-Konflikts im Sinne einer baldigen Zweistaatenlösung voranzutreiben versprach, wobei er kräftig auf Israel einschlug, die palästinensischen Verbrechen aber nicht einmal ansatzweise erwähnte.]

Für diejenigen, die vom Unterschied zwischen dem Umgang der Welt mit Israel und dem Irak beunruhigt sind, sind es das Für und Wider, nicht die Details des Rechts, die eine Rolle spielen. Israels Besetzung der Westbank und Gazas dauert 35 Jahre an, gegen den Willen der palästinensischen Bewohner, die von Herzen ihren eigenen Staat wollen – und in den Augen der Welt lange verdienen. Während aber Israel wirtschaftlich und diplomatisch von Amerika unterstützt wird, ist Amerika die Hauptmacht gegen den Irak. Die Gerechtigkeit, so wird argumentiert, verlangt einfach Gleichbehandlung durch die Supermacht in beiden Konflikten.

Das mag sein. Aber in der Debatte über die unterschiedlichen Maßstäbe wird doch auch eine bestimmte Art der Behauptung gemacht. Diese besagt, dass Israel in gleicher Weise wie der Irak Resolutionen des Sicherheitsrats verletzt und es daher verdient von der UNO mit gleicher Härte behandelt zu werden. Dem ist nicht so.

Was das Recht sagt

Die UNO unterscheidet zwei Arten von Resolutionen des Sicherheitsrats. Diejenigen, die unter Kapitel 6 verabschiedet werden, behandeln die friedliche Lösung von Streitigkeiten und ermächtigen den Sicherheitsrat, nicht bindende Vorschläge zu machen. Die unter Kapitel 7 geben dem Sicherheitsrat breite Machtfülle zu handeln, einschließlich kriegsähnlicher Aktionen, um mit den „Bedrohungen des Friedens, Verletzungen des Friedens oder Aggressionsakten“ fertig zu werden. Solche Resolutionen sind bindend für alle Mitglieder der UNO und es gab sie während des Kalten Krieges selten. Sie wurden aber gegen den Irak nach dessen Einmarsch in Kuwait benutzt. Keine der Resolutionen bezüglich des israelisch-arabischen Konflikts fällt unter Kapitel 7. Mit der Umsetzung von Sanktionen – einschließlich militärischer – gegen den Irak, aber nicht gegen Israel, agiert die UNO lediglich entsprechend ihrer eigenen Regeln.

Die Besonderheit der Resolutionen nach Kapitel 7 und die Tatsache, dass keine solche in Bezug auf Israel verabschiedet wurde, wird von palästinensischen Diplomaten anerkannt. Das ist in der Tat eine ihrer Hauptbeschwerden. Ein Bericht der PLO mit dem Titel „Verschiedene Maßstäbe“ und Ende September veröffentlicht, hob heraus, dass über die Jahre die UNO das palästinensische Recht auf Eigenstaatlichkeit hoch hielt, Israels Siedlungen verurteilte und Israel zum Rückzug aufrief. Aber „keine Durchsetzungs-Aktionen oder andere Handlung zur Umsetzung der UN-Resolutionen und des internationalen Rechts sind vom Sicherheitsrat angeordnet worden“.

Was aber, um einmal dem Argument zu folgen, wenn die wichtigsten Resolutionen des Sicherheitsrats zum arabisch-israelischen Konflikt unter Kapitel 7 verabschiedet worden wären? Dann würde das Problem aufkommen, dass Resolution 242 von 1967, verabschiedet nach dem Sechstage-Krieg und regelmäßig in der Argumentation der verschiedenen Maßstäbe angeführt, nicht das sagt, was eine Menge Leute denken, dass sie verlangt. Sie weist Israel nicht an, einseitig aus den 1967 eroberten Gebieten abzuziehen. Sie verurteilt nicht Israels Eroberung, aus dem guten Grund, dass die meisten westlichen Mächte damals fanden, dass sie das Ergebnis eines gerechtfertigten Präventivkriegs war. Sie ruft zu einer Verhandlungslösung auf, basierend auf den Prinzipien des Tauschs von Land für Frieden. Das ist ein großer Unterschied.

Im Fall des Irak wies der Sicherheitsrat Herrn Hussein an, einige einseitige Schritte zu unternehmen, zu denen er absolut in der Lage ist. Resolution 242 kann nicht einseitig umgesetzt werden, selbst wenn Israels das tun wollte.

Warum? Da ist erst einmal die Frage der Grenzen. Einige der Diplomaten, die die Resolution 242 entwarfen, sagten hinterher, dass sie beabsichtigten, einige Änderungen an den Waffenstillstandslinien zu erlauben, die Israel und seine arabischen Nachbarn vor dem Krieg von 1967 trennten. Es hat drei Jahrzehnte lang trostlos Diskussion über die Bedeutung der Abwesenheit eines bestimmten Artikels (im englischen Text) vor dem Begriff „im jüngsten Konflikt besetzte Gebiete“ gegeben. Die Araber behaupten, dass die Resolution einen vollständigen Rückzug von jedem Quadratzentimeter verlange. Aber selbst, wenn das so wäre, kann die Resolution nicht umgesetzt werden, ohne eine verhandelte Vereinbarung zu erreichen.

Die Resolution ruft z.B. nach einer „gerechten“ Lösung der palästinensischen Flüchtlingsfrage. Was bedeutet das? Die Palästinenser sagen, dass eine Resolution der UN-Vollversammlung (Resolution 194 von 1948) allen palästinensischen Flüchtlingen von 1948 das Recht auf Rückkehr oder Kompensation gibt. Israel, das die Verantwortung für ihre Flucht abstreitet, sagt, dass dieselbe Resolution verlangt, dass diese Flüchtlinge „in Frieden mit ihren Nachbarn zu leben“ bereit sein müssen und dass die Palästinenser, da sie die von der UNO sanktionierte Teilung Palästinas ablehnten, nicht dazu bereit waren in Frieden mit dem neuen jüdischen Staat zu leben. Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist das Flüchtlingsproblem von rund 700.000 auf mindestens 3,8 Millionen angestiegen, was, wie Israel sagt, die Rückkehr aller zur Unmöglichkeit macht. Es mag möglich sein einen Kompromiss in dieser Sache auszuhandeln, wie es Yassir Arafat und Ehud Barak ohne Erfolg in Camp David 2000 versuchten. Aber es gibt keinen Vorlage des Sicherheitsrats zur Lösung der Frage.

Israel sagt, dass es bereits große Teile von 242 umgesetzt habe und dass es bereit wäre, den Rest umzusetzen. Es gab im Gegenzug für Frieden Land an Ägypten und Jordanien zurück. Vor zwei Jahren, als er Premierminister war, bot Herr Barak Syrien den größten Teil der Golanhöhen im Gegenzug für Frieden an. Alle Vereinbarungen, die zwischen Israel und den Palästinensern unter dem Oslo-Friedensprozess getroffen wurden, basierten alle auf der Resolution 242. Israel zog sich danach aus den wichtigsten palästinensischen Bevölkerungszentren zurück (wenn es auch wegen der „Intifada“ dorthin zurück kehrte), weil Verhandlungen über eine endgültige Vereinbarung anstanden. Und obwohl es gute Gründe gibt, seine Ernsthaftigkeit zu bezweifeln, sagt Israels neuer Premierminister Ariel Sharon, dass er George Bushs im Juni fest gesetzte Friedens-„Vision“ eines israelischen Rückzugs und eines freien Palästina auf Grundlage der Grenzen von 1967 akzeptiere.

Es wird gemeinhin behauptet, dass Israels Besatzung „illegal“ sei. Das ist fraglich. Im März nannte Kofi Annan, der UN-Generalsekretär, zum ersten Mal überhaupt Israels Besatzung illegal, aber es ist kein Zufall, dass er diese Behauptung nicht wiederholt hat. Aus der Sicht von Sir Adam Roberts, Professor für internationale Beziehungen an der Universität von Oxford, was es ein „gravierender Fehler“, die Besatzung selbst – im Gegensatz zu einigen Handlungen Israels als Besatzer – in dieser Weise zu beschreiben. In einem nachfolgenden Brief an die „New York Times“ gab Herrn Annans Sprecher das so weit zu. Der Generalsekretär, sagte er, hatte nicht vor, sich auf die Rechtmäßigkeit der Besetzung der Gebiete durch Israel im Krieg von 1967 zu beziehen, sondern nur auf Verstöße gegen seine Verpflichtungen als Besatzungsmacht.

Hier ist der Punkt, wo sich Israel offen gegen den Sicherheitsrat gestellt hat. Seit 1967 hat die UNO alle Versuche Israels abgelehnt, den rechtlichen und demographischen Status der eroberten Gebiete zu ändern – durch Annexion Jerusalems, Anwendung israelischen Rechts in den Golanhöhen und der Planung jüdischer Siedlungen in der Westbank und Gazas. Wie können stramme Versuche, die besetzten Gebiete zu kolonisieren, mit Israels Behauptung unter einen Hut gebracht werden, dass man 242 und das Prinzip Land für Frieden akzeptiert, das ihr inne liegt? [Diese Darstellung halte ich für unverschämt.]

Das geht nicht. Die nackte Tatsache ist, dass Israel historische und moderne Geschichte anführt (Jerusalem hatte seit dem 19. Jahrhundert eine jüdische Mehrheit) und nach seiner Eroberung der jordanischen Hälfte 1967 entschied, die Stadt zu seiner ewigen „geeinten“ Hauptstadt zu machen. Die Regierungen der Arbeitspartei dieser Zeitspanne begannen auch, im Jordantal und auf den Golanhöhen jüdische Siedlungen einzustreuen, angeblich um die neuen Grenzen gegen eine weiterhin feindselige arabische Welt zu bewachen. Nach 1977 gingen die Likud-Regierungen von Menachem Begin und Yitzhak Shamir offen dazu über, aus religiös-ideologischen Gründen die besetzten Gebiete zum Teil eines Großisrael zu machen, der UNO und der Logik von 242 zum Trotz. Hier kann Israel nicht auf „nicht schuldig“ plädieren. Alles, was es tun kann, ist um Strafmilderung zu bitten. [Auch das ist eine stark übertriebene und sehr einseitige Darstellung, die so nicht ganz stimmt. Israel hat sich aus dem Sinai zurückgezogen, dort die Siedlungen abgebaut. Das hätte – zumindest in der Regierungszeit des Likud – auch noch geschehen können, während die größten Siedlungsbauten und -ausbauten unter Rabin und Barak von der Arbeitspartei stattfanden, was einen Abbau wohl inzwischen nicht mehr möglich macht. Wenn dann allerdings ein Gebietsaustausch von Arafat abgelehnt wird, spricht das Bände.]

Legal oder nicht, die Besatzung dauert eine furchtbar lange Zeit an. Aber das ist nicht nur Israels Schuld. [„Nicht nur“ ist wohl etwas sehr untertrieben.] 1967 waren es die Araber, die die Resolution 242 zurückwiesen. Sie erkannten jedenfalls Israels neue Grenzen nach dem Krieg nicht an, aber genauso wenig erkannten sie seine Vorkriegsgrenzen an. Es ist Fakt, dass sie nicht einmal Israels Existenzrecht anerkannten. Diese Haltung bestand ein Dutzend Jahre nach 1967 fort, bis allein Ägypten Frieden schloss. Die Palästinenser, die weiterhin versprachen, ganz Palästina zu „befreien“ und den jüdischen Staat aufzulösen, warteten länger. Erst in den späten 80-er Jahren, rund 40 Jahre nach Israels Entstehen und 20 Jahre nach dem Krieg von 1967, deutete Herrn Arafats PLO ein Interesse an einer Zweistaaten-Lösung an. Unter den Regeln der „durch Krieg verursachten Besetzung“ hätte Israel in diesen 20 Jahren nicht am Status des besetzten Landes herumfummeln sollen. Es ist aber nicht gänzlich verwunderlich, angesichts der fortwährenden Ablehnung und Belagerung, dass sie das doch taten. [Soll man das als „Understatement“ bezeichnen? Mal abgesehen davon, dass die „Andeutung von Interesse einer Zweistaaten-Lösung“ nicht ausreicht; schon gar nicht angesichts der offen geäußerten – aber im Westen auf taube Ohren treffenden – Strategie Arafats, dass die Zweistaaten-Lösung nur ein Zwischenschritt sei, ein Sprungbrett zur endgültigen Vernichtung Israels.]

Als die Palästinenser sich entschlossen, dass sie sich nicht länger auf seine Ausrottung fest legten, antwortete Israel. [Dummerweise ist das, wie schon angeführt, leider nur ein strategisches Manöver!] 1993 unterzeichnete es ein Abkommen mit der PLO, nach dem die beiden Seiten eine Umsetzung der Resolution 242 durch Verhandlungen unternahmen, wobei alle umstrittenen Fragen – Jerusalem, die Siedlungen und die Flüchtlinge – zur Verhandlung auf den Tisch kamen. Vor zwei Jahren scheiterten die Gespräche; dem folgte eine neue palästinensische „Intifada“ und die Wahl des unnachgiebigen Herrn Sharon [das war nicht so neutral und unabhängig voneinander, sondern Sharons Wahl folgte der Anzettelung des Terrors]. Die Israelis behaupten, dass ihr Einverständnis, über die schwierigen Fragen mit den Palästinensern zu verhandeln, die entsprechenden UN-Resolutionen zu Siedlungen und die übrigen ersetzen, eine Ansicht, die der Sicherheitsrat akzeptieren könnte, wenn die Verhandlungen wieder in Gang kämen. Bis dahin gelten die Entscheidungen des Rats zu Jerusalem und den Siedlungen.

Der atomare Schatten

Im Verlauf der zwei letzten Jahre hat die „Intifada“ eine Reihe von Resolutionen verursacht. Einige rügen die Israelis wegen des Einsatzes von „übermäßiger“ Gewalt, andere stellen bestimmte Forderungen. Resolution 1435 z.B. ruft Israel auf, aus den palästinensischen Städten abzuziehen, die es kürzlich wieder besetzt hat und in die Positionen zurückzukehren, die es hielt, bevor die Gewalt im September 2000 begann. Sie ist ignoriert worden. Aber wie die meisten Resolutionen hat sie zwei Seiten. Sie verlangt auch etwas von den Palästinensern, das ebenfalls ignoriert wurde. In diesem Fall wird die Autonomiebehörde angewiesen, alle Gewalt und Hetze einzustellen und „diejenigen, die für die Terrorakte verantwortlich sind“, vor Gericht zu stellen.

In dem langen und hartnäckigen Konflikt um Palästina betrachten sich beide Seiten als Opfer. Die Palästinenser sagen, dass ihre nationalen Rechte von einem Eindringling usurpiert wurden; die Israelis, dass die Palästinenser das jüdische Recht auf Selbstbestimmung nie anerkannten. Der Ansatz der UNO ist gewesen, die Komplexität der jeweiligen Ansprüche anzuerkennen, weit gefasste Prinzipien aufzustellen und auf einen Frieden durch Verhandlungen zu drängen. Der Fall des Irak könnte kaum weniger unterschiedlich sein. Dieses Land ist mit der UNO selbst im Konflikt, weil es sich weigerte, die klaren Anweisungen zu befolgen – nach Kapitel 7 gegeben – um seine Massenvernichtungswaffen aufzugeben.

Was ist dann aber mit Israels Atombomben? Stellt sein Status als nicht (offiziell) erklärte Atommacht es auf eine Stufe mit dem Irak, der versucht hat, eine solche zu werden? Nein. 1981 kritisierte Resolution 487 Israel, weil es seine Flugzeuge geschickt hatte, um Iraks Reaktor in Osirak zu zerstören, von dem Israel sagte, er werde für die Produktion einer Atombombe genutzt, obwohl ihm von den Inspektoren der Internationalen Atombehörde seine Harmlosigkeit bestätigt wurde. Mit der Anmerkung, dass Israel den Atomwaffen-Sperrvertrag (NPT), anders als der Irak, nicht unterschrieb, rief die UNO Israel auf, seine Atomanlagen unter die Aufsicht der Internationalen Atombehörde (IAEA) zu stellen, wie der NPT es verlangt.

Zwei Jahrzehnte später hat Israel den NPT immer noch nicht unterzeichnet. Das erbost die Unterstützer des Vertrags, die sich darum bemühen ihn „universal“ zu machen. Aber, wie bei jedem anderen Vertrag, sind Regierungen frei, ihn nicht zu unterschreiben. Was ihnen nicht frei steht, ist zu unterschreiben, die (zivile) atomare Auslandshilfe zu erhalten, zu der die Unterschrift sie berechtigt, und dann zu versuchen heimlich eine Atombombe zu bauen. Das hat, wie es nun voller Reue zugegeben wird, der Irak zu tun versucht und könnte es immer noch versuchen. Von Israel wird angenommen, dass es ein großes atomares Arsenal hat, bezüglich dessen es nicht offen und ehrlich ist; das ist für seine Nachbarn eine Provokation. Aber das ist kein Beweis für „unterschiedliche Maßstäbe“. Eine Atommacht zu sein ist in sich selbst keine Verletzung des internationalen Rechts.