Der UNRWA-Beauftragte Peter Hansen

Analyse und Kommentar von UN Watch, 12. November 2003 (per Newsletter)

Das Folgende ist eine bearbeitete Version eines UN Watch-Artikels, der gestern auf der Meinungsseite der Jerusalem Post veröffentlicht wurde.

Vor Kurzem sagte der UNRWA-Generalbeauftragte Peter Hansen in einem Interview mit der Jordan Times: „Ich fordere (die israelische Regierung) heraus, etwas vorzuzeigen, das ich gesagt habe, das einseitig oder unausgewogen war.“ Als einzige Nichtregierungs-Organisation mit dem exklusiven Auftrag die Integrität der UNO zu beobachten, wird UN Watch den Handschuh gerne aufnehmen. Die UN-Charta verlangt von ihren Beamten, dass sie „die höchsten Standards an Effizienz, Kompetenz und Integrität“ erfüllen. Hansen hat den Test nicht bestanden, da er seine pro-palästinensische Voreingenommenheit bei mehreren Gelegenheiten demonstriert hat.

Hansens Parteilichkeit wurde im letzten Jahr während der Operation Schutzschild am stärksten zu sehen. Er verlangte am 7. April 2002, dass Israel „diese unbarmherzigen Angriff auf zivile Flüchtlingslager einstellt“. Monate später, in einer Presseerklärung am 22. Juli, gab Hansen zu, dass „ohne Zweifel Waffen und Munition in den Lagern hergestellt worden waren, wie es auch in Jenin geschah“. Nachdem er sieben Jahre lang der UNRWA vor stand, konnte Hansen nicht in gutem Glauben die terroristischen Aktivitäten in den Lagern ignoriert haben.

Jenin war auch das Thema von Hansens unrühmlichsten Statement. Am 8. April führte er eine UNO-Delegation dort hin; danach sagte er: „Ich hatte gehofft, dass die Horror-Geschichten über Jenin übertrieben und von den damit verbundenen Gefühlen beeinflusst seien, aber ich fürchte, dass sie nicht übertrieben waren und dass die Bewohner des Lagers Jenin eine humanitäre Katastrophe durchmachten, die in der jüngeren Geschichte wenige Parallelen haben.“ Die am besten bekannte dieser „Horror-Geschichten“ war Saeb Erekats Behauptung gegenüber CNN, dass 500 Palästinenser getötet worden seien. Hansens Erklärung gab dieser palästinensischen Lüge nicht nur die Unterstützung der UNO, seine Bezugnahme auf die Opfer mit „wenig Parallelen in der jüngeren Geschichte“ enthüllte Hansens einseitige Sympathien. Nur drei Wochen vor Hansens Statement ermordete ein Selbstmord-Bomber am Passah-Vorabend in Netanya 29 Israelis – er tötete ohne Ansehen der Person eine noch größere Zahl von Zivilisten als in Jenin versehentlich umkamen. Einer der tödlichsten Terror-Anschläge in der Geschichte Israels ging seinem Gedächtnis offenbar verloren.

Hansen versuchte auch, den palästinensischen Missbrauch von UNRWA-Einrichtungen zu unterdrücken. Die UNRWA-Presseerklärung vom 22. Juli 2002 behauptete, dass die UNRWA nur für die Integrität ihrer eigenen Einrichtungen verantwortlich ist, nicht für die Polizeiarbeit im gesamten jeweiligen Lager; Hansen „konnte mit absoluter Sicherheit sagen, dass es keine fragwürdigen Aktivitäten in irgendeiner der UNRWA-Einrichtungen gab“. Aber bei einem Treffen der Unterzeichner der Vierten Genfer Konvention am 5. Dezember 2001 gab Hansen zu: „Außen Stehende sind die UNRWA-Schulen im Gazastreifen gekommen und haben auf israelische Stellungen geschossen.“ Und: „Bewaffnete Palästinenser haben während des letzten Jahres gelegentlich UNRWA-Schulen im Gazastreifen betreten.“

Hansen könnte auch die Beteiligung von palästinensischen UNRWA-Bediensteten bei Terror-Organisationen vertuscht haben. In Reaktion auf den Tod zweier UNRWA-Angestellten, einer davon Osama Tahrawi, bei einem israelischen Raketenangriff in Gaza im letzten Dezember, sagte Hansen: „Dieser Verlust an zivilem Leben, von Leuten, die für eine humanitäre UN-Behörde arbeiteten, ist völlig unakzeptabel.“ Aber war Tahrawi ein Zivilist? Von den Al-Aksa-Märtyrerbrigaden behaupten, er war ihr Mitglied und seine Mutter sagte einem Reporter der New York Times: „Alle jungen Männer hier verließen ihre Häuser. Einige hatten Waffen, andere nicht. Osama hatte eine Waffe.“

Dies sind nur ein paar wenige Beispiele – unabhängig von Vorwürfen der israelischen Regierung – für Hansens Versagen, die Standards zu erfüllen, die von einem internationalen Bediensteten erwartet wird. Zusätzlich behauptet Israel, dass ein UNRWA-Angestellter zugab, einen UNRWA-Krankenwagen für den Transport von Waffen für Hamas benutzt zu haben, während ein andere ein UNRWA-Fahrzeug nutzte, um bewaffnete Terroristen auf dem Weg zu ihrem Anschlag zu verstecken.

Letztlich liefert Hansen selbst die erdrückendsten Beweise für seine Voreingenommenheit. In genau dem Interview, in dem er seine Objektivität proklamierte und seine Herausforderung an die israelische Regierung stellte, ließ er alle vorgebliche Neutralität fallen. Nachdem er beide Seiten des Konflikts als militärisch „asymmetrisch“ charakterisierte, behauptete er, dass Israelis und Palästinenser ebenfalls „in der Legitimität ihrer Sache asymmetrisch“ seien.

Die Herausforderung für Hansen ist, dieses Statement zu verteidigen und seinen Job zu behalten.