Der Welt-Terror-Club

Melanie Phillips, 20. September 2006 (nicht mehr online)

Alan Dershowitz und andere haben kürzlich vorgeschlagen, der Iran solle aus der UNO geworfen werden. Das scheint mir verkehrt herum zu gehen. Alle zivilisierten Länder sollten sich jetzt selbst aus der UNO werfen. Die schändlichen Szenen, wie Ahmadinedschad diese Woche als hoch geschätztes Mitglied der Weltgemeinschaft behandelt wurde, als er auf der UNO-Bühne agierte, illustriert deutlich die Tatsache, dass die UNO nicht einfach nur nutzlos ist – sie ist der Welt-Terror-Club, der effektiv von Tyrannen und korrupten Despoten geführt und leibeigen gehalten wird, die denjenigen Mitgliedsstaaten an Zahl überlegen sind, die die Menschenrechte hoch halten. Die groteske Vorstellung, dass solch eine Einrichtung für tauglich gehalten wird bei internationalen Konflikten Schiedsrichter zu sein – und noch schlimmer: als höchster Schlichter globaler Rechtmäßigkeiten und Ethik zu sein – ist der institutionelle Grund, dass die Welt dazu gekommen ist, systematisch Aggression zu belohnen und deren Opfer zu ignorieren oder zu bestrafen.

Vor einiger Zeit schrieb ich, dass die UNO aufgelöst und von Vereinigten Demokratischen Nationen ersetzt werden sollte. Anne Bayefsky, die mehr als irgendjemand sonst getan hat, um die den Terror und die Tyrannen unterstützenden Exzesse der UNO ans Tageslicht zu bringen, begrüßt diese Sichtweise in diesem Artikel.

Kurz nach 9/11 schuf die UNO ein neues Gremium, das die Führung bei der Beantwortung terroristischer Bedrohungen übernehmen sollte: das Terrorbekämpfungs-Komitee des Sicherheitsrats (CTC). Bis heute hat das CTC nie einen einzigen Terroristen, Terrororganisation oder staatlichen Terror-Sponsor beim Namen genannt. Was trägt eine solche Bilanz zu den Kriegsanstrengungen bei? Sie belässt die Verwaltung des Krieges gegen den Terror in den Händen von jemandem, der ihn nicht definieren kann…

UNO-Generalsekretär Kofi Annan entschied sich vor kurzem in den Iran zu reisen und Präsident Ahmadinedschad die Hand zu schütteln. Annan überbrachte die Botschaft, mit seinen eigenen Worten, dass „die internationale Gemeinschaft den Iran nicht isolieren sollte“. Ahmadinedschad hat sich für Völkermord ausgesprochen, die Auslöschung eines UNO-Mitgliedsstaats gefordert, die Wahrheit über den Holocaust geleugnet, obwohl ausgerechnet dessen Asche den Grundstein der UNO bildete, und seine vertraglichen Verpflichtungen zur Beendigung der Beschaffung von Atomwaffen gebrochen. Und doch glaubt der Generalsekretär immer noch, der Präsident des Iran verdiene Isolierung nicht. Was richtet solch eine Botschaft bezüglich des Sieges im Krieg an? Sie sagt uns: beschwichtigt, entschuldigt und lauft weg.

Die Korruption der UNO – in jeder Bedeutung – ist Legion. Sie ist seit Jahren ein Feind der Zivilisation. Dennoch scheint Präsident Bush, wie Anne Bayefsky in einem zweiten Bericht schreibt, nicht nur den Versuch aufgegeben zu haben sie zu reformieren, sondern hat deren Sprache und moralisches Winden sogar übernommen:

Die wirkliche Überraschung dieses Tages war allerdings Präsident George W. Bush. Letztes Jahr um diese Zeit gab der Präsident eine Liste von Reformen aus, die er von der UNO in naher Zukunft erwartete: ein neues Menschenrechts-Gremium, das keine Missbraucher zu seinen Mitgliedern zählt, ein umfassender Vertrag gegen den Terrorismus, institutionelle Reformen von Bedeutung in den Bereichen der Aufsicht, Rechenschaftslegung und Effizienz. Nicht eine dieser Forderungen wurde erfüllt, aber statt sie durchfallen zu lassen, sagte der Präsident rein gar nichts über die Reform der UNO. Zum Iran hatte er nicht mehr zu bieten als: „Der Iran muss seine Atomwaffen-Ambitionen aufgeben.“ Kein Wort zu Sanktionen. Keine Erwähnung von Konsequenzen für die offensichtliche Weigerung des Iran diese Ambitionen aufzugeben. Zur Hamas sagte er: „Die Welt wartet darauf zu sehen, ob die Hamas-Regierung…. eine extremistische Agenda verfolgen wird.“ Wartet darauf zu sehen? Wie viele Raketenangriffe, Entführungen, Reden, die Rassenhass und Gewalt erzielen wollen oder Morde sind noch nötig, um ein Extremist zu sein? Und zur palästinensisch-israelischen Front sagte er: „Die palästinensischen Menschen haben unter der täglichen Erniedrigung der Besatzung gelitten.“ – genau die Sprache von wem? Ja, Kofi Annan.

Der Iran ist auf dem Weg seine erklärte Absicht der Vernichtung der westlichen Zivilisation durch Atomwaffen zu untermauern. Die Hamas ist dem Völkermord am jüdischen Volk und der Islamisierung eines Großteils der westlichen Welt verpflichtet. Wenn das ein „Krieg gegen den Terror“ ist, dann graut mir davor mir vorzustellen, wie die Kapitulation aussehen würde.