Fehldiagnose eines ignoranten Antisemiten

Roger Waters ist voll des Lobes: Auf Facebook hebt er die neuseeländische Musikerin Lorde und die pal-arabische Terror-Teenie Ahed „Shirley Temper“ Tamimi in höchste Höhen: Sie seien mutige junge Frauen. Lorde, weil sie angeblich für Menschenrechte einsteht indem sie sich dem Druck beugt und einen Auftritt in Israel absagt. Tamimi, weil sie es „gewagt“ hat einen schwer bewaffneten israelischen Soldaten zu ohrfeigen.

Zu Lorde behauptete er, sie stehe „auf den Barrikaden zur Verteidigung von Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit“. Zu Tamimi hatte er noch anzumerken, dass „ihr Land seit 70 Jahren brutal besetzt“ ist – von einer Armee, deren einen Soldaten sie jetzt ohrfeigte.

Was sagt das über Roger Waters aus?

Nun, erstens ist er jemand, der brutal zweierlei Maß anlegt. Denn wenn er wirklich für die Menschenrechte eintreten will, warum gibt er dann gleich zwei Konzerte in Russland – das Land, das an seinen Nachbarstaaten knabbert, um dort Land zu „gewinnen“, auf Kosten der jeweiligen Bevölkerung, die unterschwelligen bis offenen Krieg über sich ergehen lassen muss. Das Land, das Schwule und Lesben verfolgt. Das Land, in dem willkürlich verhaftet, verurteilt und ins Gefängnis gesteckt wird, wer gegen den Präsidenten opponiert. Das Land, in dem kritische Stimmen durchaus einen plötzlichen, gewalttätigen Tod sterben, wenn sie sich nicht ein schüchtern lassen. Das Land, das dem syrischen Diktator das Überleben ermöglichte, indem eben nicht nur den IS bekämpft wurde, sondern alle, die Assad nicht passen massenhaft zerbombt werden – ohne Rücksicht auf Zivilisten, auch auf Gebäude wie Krankenhäuser.

Waters hat also nicht Menschenrechte auf der Fahne, sondern Israelhass, der sich auch bei ihm oft genug als Antisemitismus erweist.

Und was ist „mutig“ daran, dass eine Musikern sich dem Druck, den Drohungen, den Verleumdungen einer Bewegung beugt, die eindeutig antisemitisch ist? Mutig wäre gewesen, dem Druck standzuhalten und Waters et.al. den Stinkefinger zu zeigen. Ihm zu sagen, er solle sich um seinen eigenen Sch… kümmern. Stattdessen hat sie klein beigegeben, gekuscht. Das ist kein Mut.

Und Ahed Tamimi? Mut? Sie ist von ihren Eltern dahin erzogen worden alles zu tun, was provoziert – Soldaten, Juden, wen auch immer, der nicht vor dem arabischen Totalitarismus und Judenhass kuscht. Sie weiß es gar nicht anders, als so zu handeln. Das ist kein Mut. Und es ist erst recht kein Mut, weil sie weiß, dass die Kameras da sind und dokumentieren, was  passiert – und dass ihr dann eben nichts passiert, dass der Soldat das über sich ergehen lässt und ihr nicht eins in die Fresse gibt oder sie übers Knie legt, wie es sich für ein solches Gör gehören würde. Wenn jemand weiß, dass nichts passiert, wie viel Mut braucht diese Person dann, das zu tun, was sie tut/tat?

Was ist mit ihren Aufrufen zum Terrorkrieg gegen Israelis, Herr Waters? Ist das Mut? Ist das „Menschenrecht“? Haben die Juden keine Menschenrechte? Nur weil sie in Israel leben?

Wes Geistes Kind Roger Waters ist, zeigt sich in seiner Aussage, die israelische Armee besetze das Land von Ahed Tamimi seit 70 Jahren. Demnach ist ganz Israel eine einzige Siedlung und der Staat muss weg. Die Juden dürfen ihren Staat nicht haben. Dafür dürfen Araber Juden morden, wie sie wollen. Dafür ist jedes Mittel recht. Und ein Jude, der sich dagegen wehrt ermordet zu werden, ist ein Unterdrücker.

Nein, Roger Waters‘ moralischer Kompass befindet sich absolut im Irrlauf. Er ist ein Charakterschwein, wie es im Buche steht. Und natürlich selbstgerecht bis zum Geht-nicht-mehr. Denn ihn ficht Kritik nicht an, die lässt er a) nicht gelten und b) gar nicht erst an sich rankommen. Was ganz natürlich dazu führt, dass seine Diagnosen mit der Realität nichts zu tun haben.