Jerusalem, die UNO und evangelikale Diplomatie

David Parsons, Israel HaYom, 1. Januar 2018

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump Jerusalem als ewige Hauptstadt des Staates Israel anzuerkennen, hat der israelischen Öffentlichkeit große Befriedigung gebracht. Siebzig Jahre nach der Gründung des Staates Israel ist seine Hauptstadt von der größten Supermacht der Welt offiziell anerkannt worden. Zwei Wochen darauf erkannte auch der Präsident von Guatemala, Jimmy Morales, die Stadt an und erklärte, er habe den Umzug der Botschaft seines Landes von Tel Aviv nach Jerusalem angeordnet. Über die beträchtlichen Leistungen des jüdischen Volkes hinaus ist das auch eine dramatische Errungenschaft für Dutzende Millionen evangelikaler Christen weltweit, die Israel lieben.

Vierzig Jahre nachdem Evangelikale in den USA eine politische Mainstream-Macht wurden, hat sich die Bewegung weltweit verbreitet und zählt heute rund 700 Millionen Anhänger. Diplomatie evangelikaler Christen hat seit jetzt ihren bedeutendsten Erfolg seit der Balfour-Erklärung vor genau 100 Jahren erzielt. Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels wäre ohne die Anstrengungen dutzender evangelikaler Organisationen, angeführt von der Internationalen Christlichen Botschaft in Jerusalem, der größten christlich-zionistischen Organisation der Welt, die an der Seite Israels und des jüdischen Volks steht, nicht möglich gewesen.

Trump war schon vor seiner Wahl zum Präsidenten ein wahrer Freund Israels. Dass er auf Seiten des jüdischen Staates stand war eines der Motive vieler amerikanischer Evangelikaler ihn zu unterstützen. Für diese Christen hatte die Frage die Anerkennung Jerusalems und der Umzug der Botschaft Priorität im Präsidentschaftswahlkampf und war ein Hauptgrund dafür, dass mehr als 85% der Evangelikalen für Trump stimmten. Als er den Umzug der Botschaft erstmals verschob, „sammelten sich Dutzende christliche Leiter, um einen Brief zu unterschreiben, mit dem der Präsident gedrängt wurde seiner Zusage zu folgen und die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Das war etwas, das der Präsident nicht ignorieren konnte.

Jimmy Morales, der Präsident von Guatemala, hat jetzt die Entscheidung getroffen, dass sein Land dem amerikanischen Beispiel folgen und seine Botschaft nach Jerusalem verlegen wird. Guatemala dürfte den weltweit höchsten Anteil an Evangelikalen haben; mancher schätzt ihn auf bis zu 50% der Bevölkerung. Mehrere andere zentral- und lateinamerikanische Länder haben ebenfalls große evangelikale Gemeinden. Brasiliens Bevölkerung z.B. hat heute mehr als 25% evangelikale Christen. Die evangelikale Bewegung in diesen Staaten beginnt sich bezüglich ihres politischen Aktivismus zu mobilisieren und zu reifen; und fairer Umgang mit Israel ist eine ihrer Hauptforderungen. Die  evangelikale Revolution, die in den USA begann, ist also durch viele Länder in der südlichen Hemisphäre geschwappt und Dutzende Millionen Menschen in Lateinamerika sind heute wiedergeborene Christen, die den Zionismus herzlich angenommen haben.

Beleg dieser Revolution kann man auch in der jüngsten UNO-Abstimmung zu Jerusalem sehen, bei der arabische und muslimische Länder anstrebten die USA wegen ihrer Unterstützung von Israels Hauptstadt zu verurteilen; diesen schlossen sich 128 Länder an. Abe rein Reihe stark evangelikaler Länder lehnte es die Antiisrael-Resolution mitzutragen. Die evangelikale Revolution fegt auch durch Afrika und Asien, wie man an der Unterstützung von Staaten wie Togo, den Philippinen und einer Reihe weitere pazifischer Inselstaaten sehen kann.

Diese Staaten, die sich enthielten oder nicht anwesend waren, haben einen hohen Anteil an Evangelikalen. Entsprechend sind z.B. zwei der Länder, die sich enthalten haben, Ruanda, dessen Bevölkerung zu einem Viertel Evangelikale sind, und Uganda, wo ein Drittel derselben religiösen Strömung angehören.

Zu sehen, dass diese UNO-Abstimmungsmuster sich zu verändern beginnen, ist sehr erfreulich für uns von der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem, ebenso die Frucht unserer vielen Jahre der Arbeit zur Verteidigung Israels weltweit und des Drängens, dass Jerusalem respektiert und als Israels Hauptstadt anerkannt wird. Die Leiterin des amerikanischen Zweigs der Botschaft, Susan Michael, leitete vor kurzem eine Koalition christlich-zionistischer Organisationen namens „American Christian Leaders for Israel“, die sich aus Dutzenden verschiedener Organisationen zusammensetzte, die Trump drängte Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen.

Die Repräsentanten der ICEJ in Afrika, Asien und Lateinamerika arbeiten mit Entscheidungsträgern zusammen, um Israels Ansehen zu fördern. Selbst bei säkularen Ländern erzielten wir ein paar Erfolge. So steckte zum Beispiel der Direktor der Christlichen Botschaft in der Tschechischen Republik hinter der Entscheidung des Parlaments in Prag vom Mai Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Der evangelikale Strom fließt weiter durch die Welt und Millionen schließen sich ihm jedes Jahr an. Die Menschen Israels müssen begreifen, dass Hunderte Millionen Christen Freunde Israels sind und mit Gebet, Liebe und Unterstützung an der Seite der Bürger der einzigen Demokratie der Region und ihrer geliebten Hauptstadt Jerusalem stehen.