Töte einen Juden für Allah

John Derbyshire, National Review online, 22. März 2002

Neulich bekam ich eine lange, sorgfältig geschriebene E-Mail von einem Leser, der mich anbettelte, diesen unter „anderen Meinungsmachern“ zu verbreiten. Darin wurde ein Plan für den Frieden im Nahen Osten entwickelt. Der Schreiber, offensichtlich eine intelligenter und gut informierter Mensch, hatte die E-Mail mit großer Sorgfalt entworfen. Auch mit einiger Leidenschaft – er wollte wirklich eine Lösung für das israelisch-arabische Problem finden. Hier war eine von der inspirierte Person, die ihr Bestes als Staatsbürger gibt um eine Idee zu verbreiten, die – wie sie inbrünstig glaubte – dem Horror ein Ende setzen würde.

Was war die Idee? Kurz gesagt: Die USA sollten Israel schwer unter Druck setzen die jüdischen Siedlungen in arabischem Land aufzugeben – d.h. jenseits der israelischen Grenzen vor 1967. Diese Siedlungen, argumentierte mein Leser, seien die Wurzel des Streits. Sie zu schließen würde den Hauptkriegsgrund aufheben und der gute Wille, der durch diese Tat gezeigt würde, würde den Arabern die Augen für den Fakt öffnen, dass Friede mit Israel möglich ist. Die Blockade würde durchbrochen.

Ich weiß nicht, was ich solchen Menschen sagen soll. Sie sind offensichtlich ehrbare, gute Bürger. Offensichtlich geben sie ihr Bestes – versuchen, konstruktiv zu sein, der Welt etwas Hoffnung zu geben. Wie sage ich ihnen, was ich fühle? Dass sie irgendwo zwischen Uranus und Neptun durchs Weltall treiben und einen Ort bewohnen, der die wirkliche Welt nicht an einer einzigen Stelle berührt.

Schauen Sie: Es würde wahrscheinlich so etwas wie abstrakte Gerechtigkeit geben, wenn die Siedlungen geschlossen würden, das weiß ich nicht. Ich muss zugeben, dass ich das nicht so sehe. Warum sollten Juden nicht unter Arabern leben? In Israel leben eine Menge Araber und es geht ihnen dort gut. Es gibt reiche israelische Araber; es gibt israelisch-arabische Popstars und Komödianten; es gibt israelisch-arabische Intellektuelle, Lehrer, Schriftsteller, Geschäftsleute und Sportler. Wenn man das ganze sortiert: Warum sollte es keine Juden geben, die in arabischen Gebieten leben – wie es Jahrhunderte lang war? Was genau ist an den Siedlungen falsch? Ich kann da nichts erkennen.

Aber gut, gehen wir davon aus, dass es einen gültigeN moralische Widerspruch zur Existenz der Siedlungen gibt; und gehen wir davon aus, der Plan meines Lesers würde ausgeführt und alle Siedlungen abgebaut, ihre Bevölkerung in die Städte Israels zurück gebracht, ihre Gebäude abgerissen, ihre Felder mit Salz gepflügt. Glaubt jemand, dass das tatsächlich einen Unterschied macht? Vor dem Krieg von 1967 gab es keine Siedlungen, keine „besetzten Gebiete“. 1960 z.B. gab es so etwas nicht, als Adolf Eichmann aus seinem Versteck in Buenos Aires von israelischen Geheimagenten entführt wurde – ein Ereignis, das von Saudi Arabiens größter, regierungskontrollierter Zeitung so dargestellt wurde: „EICHMANN VERHAFTET, DER DIE EHRE HATTE 6 MILLIONEN JUDEN ZU TÖTEN.“

Das Problem des Nahen Ostens sind nicht die Siedlungen. Es geht nicht um dieses oder jenes Stück Land. Es geht nicht um die Golanhöhen oder Ostjerusalem oder den Tempelberg. Es geht nicht um Öl oder Land oder Wasser oder Geschichte oder Geographie oder Metaphysik. Das Problem ist klar erkennbar. Sie wissen, was das Problem ist, genauso wie ich. Das Problem ist, dass der Nahe Osten die Juden hasst.

Ich sage „der Nahe Osten“, weil ich keine genauere Beschreibung kenne, das auszudrücken. Man kann nicht „die Araber“ sagen (obwohl natürlich die Araber die Juden mehr als irgendjemand sonst hassen), denn die Iraner und die Pakistanis und der Berber Nordafrikas hassen die Juden auch und sie sind keine Araber. Man kann nicht „die Muslime“ sagen. Ich glaube, das kommt der Sache sehr viel näher und es kann nur wenig Zweifel geben, dass der institutionelle Islam von Judenhass durchsetzt ist. Aber Malaysia ist ein muslimisches Land und sie hassen die Juden nicht außer auf eine Pro-forma-Art der Mitläufer, um ihre guten Beziehungen zu den Saudis und den Golf-Emiraten zu behalten.

Und bevor Sie mir schreiben: Ich bin sicher, dass viele Menschen im Nahen Osten die Juden nicht hassen. Viele Araber, vielleicht Millionen, hassen die Juden nicht. Vielleicht hassen viele nicht arabische Muslime die Juden auch nicht. Trotzdem ist es schwer den Eindruck zu vermeiden, wenn man die Übersetzungen von MEMRI liest, wenn man das betrachtet, was die Schulen im gesamten Nahen Osten lehren (wie auch die islamischen Schulen hier in den USA – s. unten), wenn man die Äußerungen der Politiker des Nahen Ostens hört (erinnern Sie sich, dass der syrische Außenminister dem Papst – dem Papst! – erklärte, dass „wenn ich einen Juden vor mir habe, ich ihn töte“?) und wenn man die zufälligen Unterhaltungen mit New Yorker Taxifahrern hört, dass der aus dem Bauch kommende, mörderische Judenhass unter Arabern, Pakistanis, Iranern und Nordafrikanern furchtbar weit verbreitet ist. Furchtbar weit verbreitet.

Zwischen dem Erhalt der E-Mail und ihrer Beantwortung habe ich im Zuge meiner täglichen Arbeit zwei Dinge getan, die damit nichts zu tun hatten. Eines war, einen Kommentar für die Druckausgabe des National Review über islamische Schulen hier in den USA vorzubereiten, der auf einer langen Studie der Washington Post vom 25. Februar basierte. Es wird geschätzt, dass es zwischen 200 und 600 private islamische Tagesschulen mit bis zu insgesamt 30.000 Schülern in den USA gibt. Sie benutzen aus Pakistan und Saudi Arabien importierte Schulbücher. Eines, das in der Islamic Saudi Academy in einem Vorort in Virginia benutzt wird, lehrt die Leser, dass ein sicheres Zeichen des Jüngsten Tages sein wird, dass Muslime Juden bekämpfen und töten werden, die sich hinter Bäumen verstecken, die sagen: „O Muslim, o Diener Gottes, hinter mir versteckt sich ein Jude. Komm her und töte ihn.“ Schulbehörden unternahmen schnell Versuche der Schadenskontrolle (wie es die Saudis nach dem inzwischen berühmten Ritualmord-Artikel unternahmen – Anmerkung heplev: Dieser Artikel ist von unseren Medien in Deutschland nicht einmal erwähnt worden!). Die Schulbücher, so versicherten sie uns, würden gerade durch besondere Ausgaben ersetzt, die amerikanischen Schülern angepasster seien und die töte-einen-Juden-für-Allah-Kram ausließen. Vermutlich bleibt dieser Anteil daheim in Saudi Arabien, Pakistan, Ägypten, Syrien, Iran, Libyen usw. unangetastet. Deren Kinder werden die richtige Botschaft vermittelt bekommen, da kann man sicher sein. „Was soll das heißen, du hasst die Juden nicht? Schau, sogar die gesegneten Bäume hassen sie!“

Das Zweite, das ich machte, war Jeffrey Goldbergs Artikel über Saddam Hussein im New Yorker (mit der Überschrift: „Der große Terror“ in der Ausgabe vom 25.3.02) zu lesen.

„Irakische Dissidenten stimmen darin überein, dass die Programme Iraks zum Bau von Massenvernichtungswaffen sich auf Israel konzentrieren. ‚Es geht nur um Israel‘, sagte mir Ahmad Chalabi, der Führer des Irakischen Nationalkongresses. … ‚Saddam denkt, er kann 100.000 Juden an einem Tag mit biologischen Waffen töten…‘ Experten für den Irak und seine Regierung stimmen generell darin überein, dass Saddam sich selbst gerne zum Führer aller Araber machen würde. Und der einzige Weg, das zu tun, ist Israel feindlich gegenüber zu treten.“

Aus dem, was ich sehe und höre, erscheint es mir, dass diese Experten Recht haben: Dass durch die Konfrontation mit Israel – indem 100.000 Israelis an einem Tag getötet werden – Saddam die Herzen der gesamten arabischen Welt gewinnen könnte, dazu die der Iraner, Pakistanis, Afghanen und Nordafrikaner. (Hasst Washingtons neuer Liebling Hamid Karzai die Juden? Hat ihn überhaupt jemand danach gefragt?) Ich bin sicher, dass Saddam selbst glaubt, dass es so ist und dass er, bei all seinen kleinen charakterlichen Schwächen, ein Mann ist, der etwas über die arabische Mentalität weiß.

Es ist nicht besonders schwierig sich einen Plan vorzustellen, mit dem die angesprochenen Klagegründe der Palästinenser angegangen werden und ein Kompromiss gefunden werden könnte. Die Staatsführungen der Welt – einschließlich Israels – haben tatsächlich jede Menge solcher Pläne, die mit liebevoller Sorgfalt von Unmengen von Diplomaten, Experten, Politikern, Botschaftern, Forschern und privaten Gutmenschen wie meinem Leser über Jahrzehnte hinweg entworfen wurden. In einem Klima des guten Willens und echtem Verlangen nach einer Lösung, könnte die Quadratur des palästinensischen Kreises gelingen. Man bräuchte nur einen dieser Pläne aus dem Regal zu holen, den Staub abzuwischen und zu sagen: „Lasst uns das als Ausgangspunkt benutzen.“ Die Quadratur des Kreises wird aber nicht gelingen – nicht George W. Bush, nicht meinem E-Mail-Freund mit seinem sorgfältigen Plan die Siedlungen zu schließen, keiner weiteren Runde der „Shuttle-Diplomatie“, keiner noch so harten Arbeit an einem „Friedensprozess“. Sie wird nicht gelingen, denn es gibt den guten Willen nicht und kein wirkliches Verlangen nach einer Lösung auf der Seite der Feinde Israels. Oder besser gesagt: Es gibt das weit verbreitete Verlangen nach nur einer Lösung: der Auslöschung Israels und die Austreibung oder Massentötung der Juden. Das ist es, was der Nahe Osten will; das ist alles, was sie wollen.

Ich denke nicht, dass wir Diplomaten in den Nahen Osten schicken sollten. Ich denke, wir sollten Psychiater-Teams schicken. Die Kultur dort ist krankhaft, eine kranke Kultur. Kommen wir zu diesem schändlichen Wiederaufbringen der Blutschuld-Verleumdung in der saudischen Presse zurück. Glauben Sie, irgendjemand in der Leserschaft dieser Zeitung fand etwas seltsam daran, fand etwas erbärmlich daran? Ich glaube das nicht. Für die Zeitungsleser Saudi Arabiens war das normal, eine Erklärung des Offensichtlichen. Wenn MEMRI die Aufmerksamkeit der zivilisierten Welt nicht darauf gelenkt hätte, glauben Sie, die saudischen Behörden hätten sich darum gekümmert? Glauben Sie, sie hätten inzwischen ein Ahnung davon, um was es bei der Aufregung geht? Natürlich benutzen die Juden das Blut der Nichtjuden, um ihre Plätzchen zu backen. Weiß das nicht jeder? Wir sollten uns trotzdem geschockt zeigen. Diese Amerikaner sind ja soooo empfindlich!

Wir haben es hier mit Leuten zu tun, die – gelinde gesagt – verrückt sind. Die Araber, die Iraner, die Pakis, die Libyer: Sie sind verrückt, jedenfalls die große Mehrheit dort. Schlichtweg verrückt. Sie spielen nicht mit einem kompletten Kartenspiel. Sie sind nicht richtig gewickelt. Der Rauch zieht bei ihnen nicht vollständig durch den Schornstein ab. Verrückt.

Können wir irgendetwas dagegen tun? Nur das, was uns Peggy Noonan in ihrem brillanten Artikel letzte Woche im Wall Street Journal erzählte: Tu, was du tust, wenn du dich in einem Raum voller stieläugiger Verrückter im örtlichen Irrenhaus wieder findest. Lächle, sprich sanft, mache keine plötzlichen Bewegungen, nicke und lächle und behalte den Elektroschocker fest in deiner Tasche in der Hand. Im Nahen Osten leben 300 Millionen Menschen und die meisten von ihnen sind völlig verrückt. Ich bin froh, dass ich nicht dort lebe.