In Frieden leben oder in Frieden ruhen?

Daniel Krygier, MiDA, 12. Februar 2018

Echter Fortschritt im arabisch-israelischen Konflikt wird nicht durch die Menge an Land herbeigeführt, das Israel aufgibt, sondern durch den Grad, in dem sich Israels Nachbarn Bildung für Frieden mit Israel zu eigen machen.

Fünfundzwanzig Jahre nach dem desaströsen Oslo-Vereinbarungen ist Israel dem Frieden mit seinen unmittelbaren Nachbarn nicht näher gekommen und es ist kein Ende des Konflikts mit der PLO und der Hamas in Sicht, der zahllose israelische Leben gefordert und Reibereien innerhalb des jüdischen Volks geschaffen hat.

Viele Linke, Juden wie Nichtjuden, legen zunehmend Israel die Verantwortung dafür zur Last und beschuldigen den jüdischen Staat ihm „fehlt es an Vision“ für die Zukunft. Nach ihren Angaben sind muslimische Araber die unglücklichen Opfer, die nichts falsch machen können, während Israel ein „brutaler Besatzer“ ist, der nichts richtig machen kann. Weit verbreiteter muslimischer Judenhass und Gegnerschaft schon gegenüber Israels Existenz werden bequemerweise unter den Teppich gekehrt und ignoriert.

Israel hat aber enorme Bemühungen unternommen Frieden zu erreichen. Es hat konkrete Opfer gebracht. Das Bild des PLO-Terroristen Yassir Arafat, der dem israelischen Premierminister Yitzhak Rabin 1993 am Weißen Haus die Hand schüttelt, hinterließ bei vielen Israelis gemischte Gefühle der Hoffnung und Skepsis. Da Israel kriegsmüde war und sich nach Frieden sehnte, waren damals viele Israelis bereit die von der internationalen Linken initiierte Formel „Land für Frieden“ auszuprobieren. Linke beanspruchten schnell ein Monopol auf „Frieden“. Sie dämonisierten jeden, der gegen die linke Politik opponierte, als „Feind des Friedens“. Die Oslo-Vereinbarungen führten zudem zu einer verstärkten Dämonisierung Israels und einer Legitimierung der Terrororganisation PLO.

Albert Einstein definierte Wahnsinn als dasselbe immer und immer wieder zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten. Ein von der Realität losgelöster „Friedensprozess“ ist zum Scheitern verdammt, aber ein Großteil der Linken lehnt es ab diese harten Fakten ihrer Ideologie im Weg zu stehen. Gemäß dieses orwellschen Weltbildes ist die Abwesenheit von Frieden ein Ergebnis des israelischen Versagens zu „liefern“, was die Araber fordern. Westliche Mainstream-Medien und Akademiker haben ihren Professionalismus längst kompromittiert, indem sie ihre Rolle als investigativ die Wahrheit Suchende zugunsten von ideologischer Kriegsführung gegen Israel aufgegeben haben.

Schnellvorlauf auf 2018 und es wird der  weit überwiegende Mehrheit der nüchternen Leute offenbar, dass die Oslo-Vereinbarungen mit der PLO es verfehlt haben den arabisch-jüdischen Konflikt zu lösen.

Der respektierte israelisch-arabische Journalist Khaled Abu Toameh kennt die PLO und die Hamas besser als die meisten. Er wurde in der heute von der PLO geführte Stadt Tulkarm geboren und hat die letzten 35 Jahre über Arabisches in Judäa, Samaria und Gaza berichtet. Toameh bestätigt, dass linke Mainstream-Medien des Westens vorsätzlich Berichterstattung über entscheidende Fakten zum arabisch-israelischen Konflikts vernachlässige, die nicht Israel als den „Verbrecher“ kennzeichnen.

Toameh hat zwei wichtige Friedenshindernisse identifiziert: Das erste Hindernis ist das Fehlen von Friedenserziehung mit Israel. Sowohl Hamas als auch die PLO haben ihre Bevölkerung einer systematischen Gehirnwäsche unterzogen, dass der jüdische Staat „böse“, „illegitim“ ist und vernichtet werden muss.

Das zweite Hindernis ist das Fehlen einer arabischen Führung, die befugt ist eine Friedensvereinbarung mit Israel zu unterschreiben. Arabische Führer sind Geiseln ihrer eigenen völkermörderischen, antisemitischen Rhetorik geworden. Jeder Führer, der versucht einen Friedenshandel mit Israel zu unterzeichnen, wird automatisch als „Verräter“ bezeichnet. Der korrupte PLO-Führer Mahmud Abbas hat keine Eile sein komfortables Leben als ein weiterer ermordeter Anwar Sadat zu beenden.

Westliche Linke haben es verfehlt zu verstehen, dass die Mentalität der muslimisch-arabischen Welt  sich von der des Westens stark unterscheidet. Während Kompromisse im Westen als Tugend betrachtet werden, werden sie von muslimischen Arabern als Zeichen der Schwäche gesehen. Das ist der Grund, weshalb weder die Hamas noch die PLO jemals einen endgültigen Frieden mit Israel unterzeichnen können, der ihnen weniger als 100% ihrer Forderungen einbringt, die in Israels Vernichtung bestehen. Israelische Zugeständnisse drücken den Frieden weiter weg, weil er muslimisch-arabische Aggression belohnt und Israels Feinde ermutigt ihr völkermörderisches Ziel Israel von der Landkarte zu wischen zu verfolgen.

In seinem Buch The Oslo Syndrome: Delusions of a People under Siege[1] argumentiert Professor Kenneth Levin, dass das jüdische Volk den Großteil seiner Geschichte in einem Zustand feindlicher Belagerung gelebt hat. Einige Einzelpersonen sind nicht in der Lage mit dem Druck umzugehen und eine Lösung zu finden, indem sie ihre Verfolger identifizieren. Das erklärt die unverhältnismäßige Zahl jüdischer Einzelpersonen, die sich den Feinden Israels und des jüdischen Volks angeschlossen haben. Diese selbstzerstörerische Mentalität hat während des Oslo-Prozesses auch viele in Israels Führung geblendet und das will bei jüdischen Linken heute in Israel und Amerika nicht verschwinden.

Der israelische Oppositionsführer Isaac Herzog kritisierte gerade Präsident Trumps Entscheidung die Gelder für die den Terror unterstützende UNRWA zu kürzen. Herzog argumentierte, die PLO solle durch Zuckerbrot zurück an den Verhandlungstisch gebracht werden, nicht durch die Peitsche. Herzog plapperte alte, diskreditierte linke Fantasien nach. Das Erstaunliche an Herzogs Äußerung war, dass sie nach Abbas‘ jüngster antisemtischer Tirade gegen die Existenz Israels kam, in der er das jüdische Volk als „Kolonialisten“ der uralten jüdischen Heimat brandmarkte. Soweit es selbsternannte Linke betrifft, haben 25 Jahre systematische antijüdische Hetze und Terrorismus durch die PLO seit Oslo nie stattgefunden.

Die weit überwiegende Mehrheit der Israelis sind vernünftige Leute, die bereit sind Kompromisse einzugehen, damit ihre Familien in echtem Frieden leben können. Israels völkermörderische Nachbarn hingegen sind das Gegenteil friedlicher Demokratien wie Island, Dänemark oder die Schweiz.

Echte Fortschritte im arabisch-israelischen Konflikt werden nicht mit dem Menge an Land gemessen, das Israel abgibt, sondern mit dem Grad, in dem Israels Nachbarn Erziehung zum Frieden mit Israel und dem jüdischen Volk begrüßen. In einem rücksichtslosen Nahen Osten kann nur ein kampfstarkes Israel, nicht utopische Träume die jüdische Nation am Leben erhalten.

[2] Das Oslo-Syndrom: Wahnvorstellungen eines belagerten Volks