Ehemaliger Premier Malaysias: Juden „mussten immer wieder massakriert werden“

Marisol Seibold, Jihad Watch, 24. Januar 2010

Vorbemerkung: Mahathir Mohammed ist der malaysische Ministerpräsident, der 2003 die muslimische Welt aufrief, sich ein Beispiel an den Juden zu nehmen, um erfolgreich sein zu können. Dazu zählte er alle „Verbrechen“ auf, denen er die Juden bezichtigen konnte. Es gab (nicht nur) in Deutschland eine ganze Reihe Israel freundlich gesinnter Leute, die glaubten, mit dieser Rede habe sich Mahathir als moderat und judenfreundlich erwiesen. Ich hatte damals eine Auseinandersetzung mit einem pensionierten Bundeswehroffizier mit verklinkertem Haus im Hamburgischen, der meinte, er sei erfahren und ich junger Schnösel sollte gefälligst auf ihn und seine Erfahrung hören und sich empörte, dass ich Mahathir als Antisemiten bezeichnete und nicht auf seine Erfahrungen hören wollte. Vielleicht bekommt dieser erfahrene Mann ja diesen Text auch mal zu Gesicht. Und eventuell, ganz eventuell kommt dieser gute, erfahrene Mann mit nicht blauen Augen dann doch noch auf den Trichter…

Mahathir Mohammed ist für Äußerungen wohlbekannt, die für westliche Ohren empörend sind. Andrew Bolt stellt aber fest, dass Mahathir nicht im leeren Raum zu diesen Ansichten gekommen ist. Werden wir unzweideutige Verurteilungen Mahathirs erleben (und zwar nicht nur durch engagierte Holocaust-Leugner) oder die üblichen Behauptungen, dass seine Worte aus dem Zusammenhang gerissen wurden?

Andrew Bolt: Mahathir: „Jews had to be periodically massacred“, in: Courier Mail, 23. Januar:

Dieser Juden hassende, Terroristen rechtfertigende Verschwörungstheoretiker war tatsächlich der gewählte Regierungschef Malaysias – und sprach auf einem muslimischen Zusammentreffen, bei dem er erwartete, dass seine Ansichten Unterstützung erhalten würden:

Malaysias ehemaliger Premierminister Mahathir Mohammed sagte Mittwoch, es gebe „starke Beweise“ dafür, dass die USA die Terroranschläge vom 11. September gefaket hätten, um eine Ausrede zu haben, gegen die Muslime in den Krieg zu ziehen.

„Es gibt starke Beweise dafür, dass die Anschläge inszeniert haben. Wenn sie Avatar machen können, können sie alles machen“, sagte Mahathir der Konferenz zur Unterstützung von Al-Quds (Jerusalem); so wurde in den örtlichen Medien zitiert. [Wahrscheinlich das seltsamste Kompliment, das James Cameron jemals erhalten hat. – M.]

Der ehemalige Premier machte außerdem die Juden für die Verhinderung von Fortschritten in der US-Außenpolitik verantwortlich. Er äußerte seine Enttäuschung darüber, dass Barack Obama den Krieg in Afghanistan noch nicht beendet und das US-Terror-Gefangenenlager in Guantánamo geschlossen hat; dazu erklärte er: „Es gibt in den Vereinigten Staaten Kräfte, die verhinderten, dass der Präsident einige Dinge erledigte. Eine dieser Kräfte ist die jüdische Lobby.“

Jude seien „immer schon ein Problem in europäischen Ländern gewesen. Sie mussten in Ghettos gesperrt und immer wieder massakriert werden. Aber trotzdem blieben sie, sie gediehen und sie erpressten ganze Regierungen“, sagte Mahathir.

„Selbst nach dem Massaker der Nazis von Deutschland an ihnen überlebten sie, um weiterhin eine Quelle noch größerer Probleme für die Welt zu sein.“

Bolt fährt fort:

Hier die beängstigende Frage: Für wie viele Muslime spricht Mahathir?

Und vielleicht sollten wir endlich einmal fragen, in welchem Ausmaß der schändliche Fanatismus und das Opfertum dieses Mannes vom Islam getrieben ist, statt einmal mehr uns für seine Widerwärtigkeit verantwortlich zu machen, wie in diesem kürzlich unternommenen Versuch in The Age:

Malaysias Beziehung zu Canberra war bestenfalls gereizt und Diplomaten konnten nicht verstehen, warum Dr. Mahathir eine solch verbitterte Haltung einnimmt. Barry Wain, ein australischer Journalist, der Dr. Mahathir seit 37 Jahren beobachtet, bietet einige Antworten auf das Geheimnis.

1969 wurde Dr. Mahathir, Politiker in erster Amtszeit und aufsteigender politischer Star, auf eine voll vom Außenministerium in Canberra bezahlte Reise nach Australien eingeladen. Er verlor allerdings bei den Wahlen desselben Jahres seinen Sitz und ein paar Tage vor seiner geplanten Abreise bat Australien ihn den Trip zu verschieben…

Zwei Jahre später akzeptierte Dr. Mahathir das Angebot der australischen Regierung Canberra nach einem Seminar an der Monash-Universität zu besuchen, zu dem er auf eigene Kosten anreiste, nur um die Gastfreundschaft in der Hauptstadt so kalt zu befinden wie das Wetter. In seinem Buch „Malaysian Maverick: Mahathir Mohammed in Turbulent Times“ gibt Wain an, dass Dr. Mahathir nie vergaß, wie er all die Jahre behandelt wurde.

Erklärt also kaltes Gastgeberverhalten in Canberra auch, warum Mahathir glaubt Juden hätten „in Ghettos gesperrt und immer wieder massakriert“ werden müssen? Oder hat irgendein Glaube oder eine Ideologie ihn zu diesem Schluss getrieben?

Viele sind nur allzu bereit umständliche und unlogische Erklärungen statt einer unangenehmen zu akzeptieren.