Das Problem ist nicht „Islamophobie“, sondern Unkenntnis des Islam

William Kirkpatrick, Jihad Watch, 22. Februar 2018

Ein offener Brief an Bischof Joseph Bambera, den Vorsitzenden des Komitees für Interreligiöse Angelegenheiten der USCCB[1].

Exzellenz,

Ihnen muss Lob gespendet werden, dass Sie mit Ihrer Erklärung am 29. Dezember die Katholiken baten für „unsere koptischen Brüder zu beten, die um Christi willen Märtyrertum durchleiden“. Katholiken müssen das Ausmaß der Angriffe auf Christen in der muslimischen Welt erfahren. Wie Sie herausstellen, hat es allein in den letzten drei Jahren in Ägypten 2.000 Angriffe auf koptische Christen gegeben. Dazu gehörten mehrere fürchterliche Bombenanschläge auf Kirchen und dass 35 Christen abgeschlachtet wurden, die es ablehnten zum Islam zu konvertieren, als ihre Busse von islamischen Bewaffneten angegriffen wurden.

Tödliche antichristliche Angriffe sind in der muslimischen Welt alltäglich geworden. Katholiken müssen darüber informiert werden und sie müssen auch das „Warum“ dieser Anschläge erfahren. Es wird kein Ende des Blutvergießens geben, solange wir nicht verstehen, warum es stattfindet.

An diesem Punkt ist das USCCB nachlässig gewesen. Zahlreiche USCCB-Erklärungen im Verlauf der letzten 17 Jahre haben den Islam praktisch von den im Namen des Islam begangenen Verbrechen freigesprochen. Statt die religiöse Ideologie beim Namen zu nennen, die die Terroristen motiviert, sind die Kirchenvertreter damit zufrieden gewesen das Mantra zu wiederholen, dass Terrorismus nichts mit dem Islam zu tun hat.

Derweil hat die USCCB angesichts des vom Islam inspirierten Völkermords an Christen sich der problematischen Kampagne gegen Islamophobie angeschlossen. Das kommt mir wie eine groteske Umkehrung der Prioritäten vor. Warum werfen sich einer Zeit, in der Christen gegenüber den Gefahren alarmiert werden müssen, die von der Verbreitung des Islam ausgehen, Bischöfe n dne Kampf gegen den von der Muslimbruderschaft fabrizierten Kampf gegen die „Islamophobie“?

Ich setze „Islamophobie“ in Anführungszeichen, weil eine Phobie eine irrationale Angst ist. Aber viele Menschen – einschließlich der in Ägypten lebenden Christen – haben gute Gründe Angst zu haben. Es erweist ihnen einen schlechten Dienst zu sagen, dass ihre Ängste grundlos sind. Oder zu sagen, dass sie von authentischen Islam nichts befürchten müssen.

Ihre eigene Erklärung erwähnt verschiedene blutige Terroranschläge in Ägypten, aber die Worte „Islam“ und „islamisch“ kommen darin nicht vor. Im Gegensatz dazu erklärt ein Artikel in Coptic Solidarity (Koptische Solidarität), „islamische Unterdrückung“ sei die wichtigste treibende Kraft der Verfolgung. Ist die Angst der Kopten vor islamischer Unterdrückung „islamophobisch“? Oder ist das eine absolut rationale Angst?

Ihre Erklärung fordert Aufmerksamkeit für Terroranschläge in Ägypten. Es ist wichtig, dass Christen davon wissen. Gleichzeitig kann ein singulärer Fokus auf Gräueltaten irreführend. Das tendiert dazu das politisch korrekte Narrativ zu füttern, dass die Bedrohung für Christen auf eine Handvoll Extremisten begrenzt ist. Doch es gibt ein viel größeres Problem, mit dem man klarkommen muss – nämlich eine weit verbreitete, tägliche und unerbittliche Verfolgung von Christen, zu der Diskriminierung, Einschüchterung, Vergewaltigungen, Entführungen, Zwangskonversionen und der Zerstörung christlicher Häuser und Kirchen gehören. Nach Angaben des Artikels von Coptic Solidarity kommt diese Verfolgung aus jeder Ebene der ägyptischen Gesellschaft, wozu muslimische Kleriker, örtliche Offizielle, „normale Bürger“ und die eigene Familie (im Fall von Muslimen, die zu christlichen Glauben übergetreten sind) gehören.

Die in Ägypten weit verbreitete Christenverfolgung ist auch in falst allen mehrheitlich muslimischen Gesellschaften zu finden – in Pakistan, Syrien, dem Iran, Irak, Nigeria, Sudan, Indonesien und andernorts. Die allgegenwärtige Natur der Verfolgung in islamischen Ländern legt nahe, dass sie keiner Deformation des Islam entstammt, sondern eher aus den Kerntexten und Lehren des Mainstream-Islam selbst.

Was eine Frage aufwirft: Könnte es sein, dass all diese Muslime in verschiedenen Teilen der Welt den Islam falsch interpretiert haben? Oder ist es eher wahrscheinlich, dass das wahre Missverständnis katholische Prälaten sind die, wenn auch in guter Absicht – keine Lebenserfahrung mit dem Islam haben?

Verschiedene Äußerungen der USCCB im Verlauf der Jahre stellen den Islam als eine Religion des Friedens und der Gerechtigkeit dar – eine Religion, die dem Katholizismus nicht unähnlich ist. Tatsächlich hatte eine Schlüsselrede bei einem von der USCCB gesponserten muslimisch-katholischen dialog den Titel „Unseren Glauben gemeinsam leben“ – als ob Muslime und Katholiken einen gemeinsamen Glauben hätten. Haben sie natürlich nicht. Die Idee, dass sie ihn hätten gründet nicht auf den Texten, Lehren, Gesetzbüchern und der Geschichte des Islam, sondern auf Wunschdenken.

Das soll nicht nahelegen, dass katholische Leiter den Islam angreifen sollen, sondern dass sie den Katholiken ein realistisches Bild des islamischen Glaubens bieten sollen. Die aktuelle Politik des Schönfärbens der problematischen Aspekte des Islam ist höchst fehlleitend und hat mehrere schädliche Folgen. Lassen Sie uns auf nur eine davon konzentrieren.

Wenn Kirchenleiter weiterhin den Aspekt des Überlegenheitsanspruch des Islam herunterspielen oder gar bestreiten, dann werden viele Katholiken au die Art von Aggression nicht vorbereitet sein, die Christen in Ägypten und andernorts durchleiden.

Diese aggressiv antiwestliche Kultur – nennen wir sie kurz „Ägypten“ – ist bereits nach Europa gekommen. Was heute eine islamische Invasion zu sein scheint, wurde von naiver Immigrationspolitik ermöglicht, die auf derselben unkritischen Sicht des Islam gründet, wie die USCCB sie sich zueigen gemacht hat. Wie die ägyptischen Christen müssen die Europäe heute Angst haben jederzeit an jedem Ort angegriffen zu werden – in Bussen, Zügen, Konzerthallen und auf Weihnachtsmärkten.

Die Europäer waren ebenso wenig auf den kulturellen Aspekt der Invasion vorbereitet. Es war naiv anzunehmen, dass Muslime sich westlichen Werten anpassen würden. Stattdessen werden Europäer gezwungen sich islamischen Werten anzupassen – Polygamie, Frauenfeindlichkeit, Ehrengewalt und weiblicher Genitalverstümmelung. Und ebenso dem Antisemitismus. Heute fliehen Juden aus Europa in einer Zahl, wie es seit der Nazizeit nicht erlebt wurde.

Die Europäer verlieren ihre Zivilisation nicht, weil sie „islamophob“ sind, sondern weil sie den Islam ignorierten. Sie akzeptierten gehorsam die freundlich-lächelnde Darstellung des Islam, wie er ihnen von den sozialen und Regierungseliten präsentiert wird und zahlen heute den Preis dafür.

Wird „Ägypten“ nach Amerika kommen? Es ist eine Möglichkeit, über die die USCCB nachdenken sollte. Amerikas Bischöfe haben sich schuldig gemacht dasselbe wohlige Bild des Islam und der islamischen Migration zu propagieren, das Europa ins Chaos gestürzt hat. Dieser Ansatz hat dort nicht funktioniert. Warum annehmen, dass es hier funktionieren wird?

Es erscheint leichtsinnig diesen Weg weiterzugehen. Um der Christen in aller Welt willen müssen Amerikas Bischöfe die katholische Tradition des Realismus wiederentdecken und ihre Islam-Politik überdenken. Für eine Kurskorrektur ist es noch nicht zu spät.

Hochachtungsvoll

Dr. William Kilpatrick

[1] United States Conference of Catholic Bischof (Katholische US-Bischofskonferenz)