Wem gehört das Land?

Was sagt die Bibel zum Land zwischen Jordan und Mittelmeer?

Wenn ich von einer biblischen Sicht spreche, dann gehört m.E. alles Land, egal wo, Gott, dem Schöpfer, dem Allmächtigen, Allwissenden. Er allein hat das Sagen. Und er allein kann bestimmen, wem was gehört.

Um die Frage der Überschrift deutlicher zu machen, sollte es vielleicht besser heißen: Wem hat Gott das Land zur Verwaltung gegeben? Diese Frage gilt besonders für den Landstrich, der entweder als Israel oder als Palästina bezeichnet wird. Er liegt vorwiegend zwischen dem Fluss Jordan und dem Mittelmeer. Es ist umstritten und umkämpft. Die Juden beanspruchen es zum Teil für sich, einige beanspruchen es komplett für sich. Die sogenannten Palästinenser beanspruchen es ebenfalls für sich und haben dabei die Unterstützung der arabisch-islamischen Welt. Welcher Meinung sollten wir folgen?

In 1. Mose 12,3 gibt Gott Abram ein Versprechen:

„Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“

Dieses Versprechen – galt es Abram allein? Oder galt es genauso für seine Nachfahren? Ich denke, der Zusatz „in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“ sagt alles: Es gilt auch für die nachfolgenden Generationen. Warum? Es könnten nicht „alle Geschlechter auf Erden“ gesegnet werden, wenn es nicht so wäre. Seine Nachkommen mussten diesen Segen weiter tragen.

Jetzt können wir uns fragen: Welche Nachkommen waren das? Abram, später Abraham, hatte viele direkte Nachkommen. Zwei kennen wir besonders gut: Ismael, der aus Kleinglauben gezeugte Sohn, und Isaak, der verheißene Sohn. Eigentlich wissen wir, wer der Nachkomme ist, dem die Verheißung weiter gilt: Isaak. Aber warum nicht Ismael, wie es die Araber behaupten?

Nun, Ismael wurde mit seiner Mutter in die Wüste geschickt. Ihm war verheißen auch ein zahlreiches Volk zu werden. Aber ihm galt nicht die Verheißung Gottes. Gott hatte Abram/Abraham Versprechen gegeben, die für die Nachkommen der Verheißungslinie galten, nicht für die anderen. So ging Ismael leer aus, wie auch seine jüngeren Geschwister, die nach dem Tod Sarahs und Abrahams erneuter Heirat geboren wurden.

Es gibt ein Versprechen Gottes, das für heute besonders wichtig ist. Es betrifft die Frage, wem das Land „gehört“, das heute so umstritten ist. Die Geschichte beginnt mit der Trennung von Abraham und Lot. Sie steht in 1. Mose 13. Dort wählt Lot das fruchtbare Land in der Jordansenke. Abraham bekam den vermeintlich sozusagen „popeligen Rest“ auf den Bergen. Aber Gott sagte Abraham, er solle auf einen Berg gehen und sagte ihm dann: „Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du wohnst, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen. Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben für alle Zeit und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deine Nachkommen zählen.“ (1. Mose 13, 14-16).

In Kapitel 15 geht Gott noch weiter. Er kündigt Abram nicht nur an, dass er viele Nachkommen haben wird, sondern auch, dass diese in Ägypten in der Skalverei sein und wieder nach Kanaan zurück geführt werden, das ihnen gehören soll.

Damit ist eigentlich sehr klar, wem das Land gehört. Sehen wir uns aber noch einmal näher an, wer diese Nachkommen sind, die Kanaan erobern werden.

Ismael war Abrams Sohn von der Magd Hagar. 14 Jahre später wurde Isaak geboren. Noch vor seiner Geburt schloss Gott mit (jetzt) Abraham einen ewigen Bund. Und Gott sagte Abraham klipp und klar, dass die Verheißung NICHT Ismael und seinen Nachkommen gilt. Der Bund gilt nur für Isaak – 1. Mose 17,19: Da sprach Gott: „Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm.“ Das ist deutlich. Und um das Deutliche noch klarer zu machen, musste Hagar mit Ismael in die Wüste ziehen. Er blieb dort und wurde zu einem Wüstenbewohner (1. Mose 21,20). Auch das macht klar, dass Ismael NICHT der Erbe des Landes war, das Abraham versprochen wurde. Er blieb nicht dort, sondern er zog weg. Er kam auch nicht wieder, sondern er blieb in der Wüste.

Die übrigen Nachkommen Abrahams, die er nach Sarahs Tod zeugte, schickte er ebenfalls alle weg. Sie gingen in die Wüste, denn sie waren auch nicht diejenigen, denen die Verheißung galt. Sie galt nur für Isaak (1. Mose 17,19).

Isaak nun hatte zwei Söhne, die Zwillinge Esau und Jakob. Damit gab es ein Problem: Wer war derjenige, dem die Verheißung Gottes für Abraham und Isaak galt?
Normalerweise hätte Esau als Erstgeborener der sein müssen, der alles erbt und der die Linie fort führte. Dummerweise hatte er sein Erstgeburtsrecht dem listigen Jakob verhökert. Für Gott ist es nicht ausschlaggebend, wer menschlich gesehen welche Rechte beanspruchen kann. Aber in diesem Fall war es auch so, dass Esau das Recht des Erstgeborenen gering achtete. Er machte lieber sein eigenes Ding. Auch Jakob war nicht ohne, sondern ein Betrüger. Er trickste Esau aus, nutzte seine Schwächen aus, um zu bekommen, was er haben wollte. Er nutzte die Behinderung seines Vaters Isaak, um von ihm den Segen des Erstgeborenen zu erhalten. Seine Mutter unterstützte ihn dabei. Als er auf Geheiß seines Vaters nach Mesopotamien ging, um sich dort eine Frau zu suchen, setzte er dort seine Hütchenspieler-Tricks fort. Erst während seiner Rückwanderung nach Kanaan wurde ihm klar, wer Gott ist und was er diesem Gott schuldete. Auf dem Weg nach Mesopotamien allerdings bekam er eine erste Ahnung davon, was ihm versprochen war, denn Gott erschien ihm im Traum und bestätigte ihm die seinem Vater und Großvater gegebenen Versprechen (1. Mose 28,12-15), darunter natürlich auch das Land!

Esau hingegen lehnte sich weiter auf. 1. Mose 28,9 zeigt ganz deutlich, wie er das tat. Denn nachdem er sah, dass Jakob seinen Eltern gehorchte und dass Isaak es nicht gerne sah, dass seine Söhne die „Töchter Kanaans“ zur Frau nahmen, „da ging er hin zu Ismael und nahm zu den [kanaanitischen] Frauen, die er bereits hatte, Mahalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zur Frau“ – also seine Kusine aus der Wüste. Damit „disqualifizierte“ er sich weiter. Die Verheißungen waren auf Jakob über gegangen, Esau galten sie nicht. Das sah er später ein, als er sich mit Jakob versöhnte. Und dann „zog er von seinem Bruder Jakob weg in ein anderes Land“ (1. Mose 36, 6). Das Land gehörte Jakob und seinen Nachfahren.

Diese Nachfahren sind die 12 Söhne Jakobs und ihre Nachkommen. Sie zogen, wie Abram bereits prophezeit wurde, nach Ägypten, gerieten dort in die Sklaverei und wurden von Gott durch Mose wieder zurück gebracht.

Seitdem hat es nie eine andere Nation gegeben, die das Land zwischen Jordan und Mittelmeer mit Gottes Segen in Besitz nahm. Es gab für kurze Zeit den Kreuzfahrerstaat, der aber schnell unter ging – er war von Europa abhängig und konnte nie Selbstständigkeit entwickeln. Die Araber hatten das Gebiet erobert, aber dort keinen Staat eingerichtet. Seit dem Ende des jüdischen Staates und der jüdischen Provinz des Römischen Reiches war dieses Land immer nur ein Teil einer Provinz, ein rückständiges Fleckchen Dreck. Unter den Römern, unter den Byzantinern, unter den Arabern. Auch der Kurde Saladin hielt Israel für unbedeutendes Fleckchen Erde, so wie auch die Ottomanen. Erst mit der Rückkehr der Juden ab etwa 1880 änderte sich das wieder.

Aber auch diese Rückkehr ist in der Bibel angekündigt. Sie ist von Gott vorher gesagt. Die Schriftstellen dazu sind Legion; sie hier aufzuführen, wäre nicht mehr sinnvoll. Aber sie sind im Internet gesammelt, z.B. bei Shofar.de und Jerusalem-Shalom.de. Dass Juden heute in Israel ihren eigenen Staat haben, ist in der Bibel angekündigt, von Gott versprochen und menschlich eigentlich nicht begreifbar. Sie sind wieder in IHREM Land angekommen und tragen selbst die Verantwortung dafür – auch und gerade vor Gott.