Das Heil kommt von den Juden

Das Original war ursprünglich auf der Homepage der Stiftung Schleife eingestellt, ich finde ihn aber online nicht mehr; daher stelle ich es hier bei mir zur Verfügung.

Unsere Beziehung zu den Juden ist ein unabdingbares Fundament, einer der Grundsteine, auf denen unser Leben überhaupt aufgebaut ist. Es geht dabei nicht darum, um Verständnis für Israel zu werben oder Partei für Israel zu ergreifen! Es geht um etwas viel, viel Tieferes. Es geht letztlich um unseren Gott. Es geht um Jesus. Denn wir können Jesus nicht haben ohne die Juden. Es gibt keinen Leib Jesu in der Kraft Gottes ohne die Juden. Es gibt keine Vollendung der Heilsgeschichte ohne die Juden.

Vor sechzig Jahren, auf der Wannseekonferenz in Berlin, haben die Verantwortlichen die so genannte »Endlösung« beschlossen, das heisst die endgültige Ausrottung der jüdischen Rasse. Aber Jesus, Jude nach seiner physischen Abstammung, ist das Omega, er ist das Ende. Jesus überlebt uns alle: »Ich war tot, und siehe, ich lebe in Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.« (Offenbarung 1,18) Wir werden die Juden nie loswerden. Sie können ins Meer geworfen werden; aber sie werden wieder kommen. Gott hat diesem Volk das Land zugeschworen.

Wir lesen in Römer 11,25-32: »Ich (Paulus) will euch nämlich, Geschwister, über dieses Geheimnis nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht euch selbst klug dünkt: dass über Israel einem Teil nach Verstockung gekommen ist, bis die Vollzahl der Nichtjuden eingegangen sein wird (nämlich in das Reich Gottes), und dass auf diese Weise dann ganz Israel errettet werden wird, wie geschrieben steht: ‚Kommen wird aus Zion der Erlöser, hinwegschaffen wird er die Gottlosigkeiten von Jakob. Und dies ist von mir aus der Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden hinwegnehmen werde.‘ In Hinsicht auf das Evangelium zwar sind sie Feinde um euretwillen, in Hinsicht auf die Erwählung aber Geliebte um der Väter willen. Denn Gott kann seine Gnadenverheissungen und seine Berufung nicht bereuen. Denn wie einst ihr gegen Gott ungehorsam gewesen seid, jetzt aber Barmherzigkeit erlangt habt infolge des Ungehorsams dieser (der Juden), so sind auch diese jetzt ungehorsam gewesen, damit infolge der Barmherzigkeit gegen euch auch sie Barmherzigkeit erlangen. Denn Gott hat alle zusammen (Juden und Heiden) in den Ungehorsam hineingebannt, um an allen Barmherzigkeit zu erweisen.«

Dann bricht Paulus in diesen Lobpreis aus: »O welch eine Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Entscheidungen und unausdenkbar seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm zuvor etwas gegeben, dass es ihm wiedervergolten werden müsste? Denn aus ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge. Sein ist die Ehre in Ewigkeit! Amen.« (Römer 11,33-36)

Der erste Auftrag des jüdischen Volkes: Gebärerin der Offenbarung Gottes

Die Juden haben eine doppelte Bestimmung. Erstens ist das jüdische Volk als Ganzes Trägerin und Gebärerin der Offenbarung Gottes. Der Gott Jahwe hat das jüdische Volk erwählt und sich mit ihm am Sinai verbündet. Dann hat er vierzig Jahre lang in der Wüste unter diesem Volk gewohnt, bis er es in der neuen Generation hineinführte ins Gelobte Land, um dort dann weiter bei ihm zu wohnen – zunächst noch in der Stiftshütte und später in diesem berühmten Tempel, den Salomo gebaut hat.

Diesem Volk hat Gott als erstes sein Herz und seinen Willen offenbart. Diese Offenbarung des lebendigen Gottes in den Geboten, die Leben ermöglichen und Zusammenleben freisetzen, war nicht nur für das Volk Gottes eine Offenbarung, sondern auch für die Welt. Darum tanzen die Juden heute noch mit den Thora-Rollen, weil Gesetz nicht einfach Gesetz (im paulinischen Sinn) ist, sondern Gesetz ist zuerst eine gewaltige Offenbarung des Herzens Gottes. Nicht der Gott, der sagt: »Das musst du! Das musst du!«, sondern ein Gott, der sich überhaupt einmal offenbart und sagt, was sein Herz für uns Menschen empfindet, wie er seine Beziehung zu uns sieht, wie er diese Beziehung gestalten möchte, und was für ihn die Prioritäten sind!

Die Offenbarung von Gottes Willen

Zum Beispiel dieser Ruhetag – nicht nur für den Juden, sondern auch für den Sklaven, auch für den Fremden, auch für das Vieh! Stellen wir uns das einmal vor! Und wenn wir dann weiter hineingehen in die Feinauslegung des Gesetzes, dann ist da ein Gott, der den Juden aufträgt, auch dem Feld, dem Erdreich die Offenbarung Gottes zu bringen, indem er der Erde immer wieder Ruhe gönnt.

Was für eine gewaltige Offenbarung eines Gottes, der sagt: »Du brauchst dir kein Bild von mir zu machen, ich bin viel, viel grösser als alles, was du dir je von mir vorstellen kannst!« Ein Gott, der sagt: »Du sollst meinen Namen nicht entheiligen, du musst ihn auch nicht so viel in den Mund nehmen. Bei mir geht es um eine Herzensbeziehung, nicht um das ‚Herr, Herr sagen‘!« Ein Gott, der sagt: »Ich bin es, der dich aus dem Sklavenhaus Ägypten herausgeführt hat. Du brauchst keine anderen Götter neben mir zu haben.«

Ein Gott der zuallererst sagt, wo es um unsere eigenen Beziehungen geht: »Ehre Vater und Mutter!« Du konntest dir Vater und Mutter nicht wählen. Du hattest alle Gebrochenheit anzunehmen, die Schuldhaftigkeit, alles Unvermögen auch von Vätern und Müttern. Trotzdem sagt Gott: »Ehre Vater und Mutter!« Auch das ist eine gewaltige Offenbarung des Vaterherzens Gottes, der nicht nur, wie es oft in unserer Kultur geschieht, Partei ergreift für alles Junge, Knackige, Hübsche, Brandneue, sondern ein Gott, der sich auch vor die alten Eltern stellt und sagt: »Wehe dir, wenn du die Blösse von Vater oder Mutter aufdeckst!« Es ist der Gott, der uns nicht einfach zum alten Eisen wirft, wenn wir pensioniert sind.

Gott lässt sich nicht scheiden

Gott hat dieses Volk, die Juden, erwählt als seinen Bundespartner, als das erstgeborene Volk, seinen Augapfel. Die Kirche kam einmal auf die Idee, dass Gott jetzt mit dem jüdischen Volk gebrochen hätte, weil sie ihn in seinem Sohn Jesus Christus gekreuzigt hatten. So als hätte Gott gesagt: »Der alte Bund ist vorbei, jetzt gibt es einen neuen!« Das, was Israel einmal war, würden wir Christen jetzt erben – wie bei einer Scheidung, und Gott heiratet jetzt die Nichtjuden. Und wir gäben den Juden aus Erbarmen noch so ein bisschen Alimente. Das ist die »Ersatztheologie«, wo wir, die Nichtjuden, an die Stelle der Juden treten. Aber Gott hasst die Scheidung! Gott scheidet sich nicht! Seine Bünde sind ewig! »Es mögen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade wird nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens wird nicht hinfallen, denn ich bin der Herr, dein Erbarmer.« (Jesaja 54,10) Das hat Gott den Israeliten gesagt!

Gott freut sich, dass wir in die Nationen gehen und überall hin gehen, und dass die Stunde kommen wird, wo alle Menschen das Evangelium gehört haben. Aber der Höhepunkt wird sein, wenn ganz Israel errettet wird. Darauf hin läuft die Geschichte! Wir haben den Auftrag, die Juden zu »reizen«; und das tun wir ja – nur leider oft negativ. Aber es hat begonnen, dass wir sie auch im positiven Sinne »reizen«! Am letzten Laubhüttenfest haben Tausende von Juden gesehen, dass die Christen noch als einzige nach Jerusalem gekommen sind. Sogar die Jerusalem Post hat geschrieben: »Die Christen sind gekommen!« Freunde, das heisst die Juden reizen, wenn sie spüren: Da ist eine Liebe, die alles trägt, alles glaubt, alles hofft, alles duldet.

Das Volk der Juden ist wie ein grosser Mutterleib, der die Offenbarung Gottes getragen und hervorgebracht hat. Was wären wir in dieser Welt ohne das Alte Testament! Was würden wir in der Sonntagschule erzählen ohne das Alte Testament! Den Kindern müssen wir doch von Josef erzählen, und sie können das tausendmal hören! Ich höre das heute noch gern! Die »Räubergeschichten« der Väter Abraham, Isaak und Jakob! Und die Richtergeschichten mit dem heiligen Gideon und Simson! Und dann die Erzählungen von Saul David, Jonathan, – Freunde, das ist doch das Herz Gottes!

Was hat Gott durch die Propheten offenbart – Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi! Das ist doch gewaltig! Viele Philosophen sagen, das sei Weltliteratur; dabei war Amos ein Analphabet. Zum Schluss hat uns eine junge jüdische Frau Jesus geboren, der gesagt hat: »Wer mich sieht, sieht den Vater.«

Und wie herrlich sind die Evangelien! Darin erzählt ein Jude, Jesus, Geschichten; er hat nicht einfach Theologie betrieben, er erzählt Gleichnisse und Aktualitäten, über die sich die Leute entsetzt haben – wie z.B. über den korrupten Verwaltungsratspräsidenten, der die Firma in den Abgrund geritten und sich nachträglich noch bereichert hat.

Israel – der Gottesknecht

Freunde, das ist das jüdische Volk! Sie haben uns das Vaterherz Gottes gezeigt – das, was dieser Gott ist, dieser Allmächtige, dieser Schöpfer! Und denken wir an Jesaja 53, dieses Gottesknechts-Lied von dem, der wie ein Schaf zur Schlachtbank geführt wird. Dieses Lied ist ja immer doppeldeutig: Es ist Jesus; aber es ist auch die Knechtsgestalt, des Volkes Israel, das durch drei Jahrtausende den Leidensweg gegangen ist, vielfach durch Ungehorsam, aber daneben auch durch einen beispiellosen Gehorsam Gott gegenüber; einen Leidensweg an diesem Gott, wo sie ihn nicht verstanden haben, wie ein Hiob; einen Leidensweg an diesem Gott wie ein Jeremia, der gesagt hat: »Wäre ich doch gestorben! Ich verstehe dich nicht, Gott! Ich kann nicht sitzen im Kreise meiner Freunde und ruhig sein. Immerzu höre ich von Kriegen und Kriegsgeschrei, und mein Auge strömt.« Einen Leidensweg wie Ezechiel, der auf seine Art an diesem Gott gelitten und an seinem Leiden teilgehabt hat, während er wochenlang auf seinem Lager angebunden war, so wie Gott die Hände gebunden waren, sodass er sein Volk nicht segnen konnte, weil sie mit Götzen Ehebruch getrieben haben. Dieser Gott, der Ezechiel mitgenommen hat, um ihm einen Blick zu geben hinein in den Tempel, und dem er dabei gesagt hat: „Sieh mal, was die treiben!« New Age in der Kirche! Wie es z.B. in einer reformierten Kirche in Zürich passiert ist, in der man Jesus als Homosexuellen in einem Bild dargestellt hat, und wo ein beherzter Mann hingegangen ist und das Bild mit einem Hammer zerschlagen hat.

An der Mauer ihrer Väter

Das ist das jüdische Volk! Jetzt hat es uns Gott noch einmal vor Augen geführt, als der Staat Israel gegründet wurde, nachdem Gott gesagt hatte: »Ich werde euch unter alle Völker zerstreuen, aber ich werde euch wieder heimbringen.« Gegen alles, was dagegen gesprochen hatte, ist dieser Staat in Existenz gekommen. Am Tag nach der Gründung marschierten Hunderttausende von allen Seiten ein; und dagegen stand eine schlechtgerüstete Armee, die der UNO noch Geräte entwenden und Wagen der UNO überspritzen musste, damit sie überhaupt Fahrzeuge hatte. Sie haben den Ansturm dieser Riesenheere abgewendet. 1967 sind sie dann durchgedrungen bis zur Klagemauer und haben auch Ostjerusalem eingenommen. Dann standen diese Soldaten an der Mauer ihrer Väter und haben geweint und gebetet.

Was für ein Volk! Sie haben die Offenbarung geboren! Wir sprechen von der Bibel; aber es ist ihr Buch – geschrieben mit Tränen, geschrieben mit Opfern. Denken wir an Jeremia, der seine Prophetie aufgeschrieben hatte. Der König, dem diese Schrift vorgelesen wurde, hatte vor sich ein Kohlebecken, weil es Winter war; und immer, wenn ein Textabschnitt vorgetragen worden war, hat er mit seinem Messer das Stück abgeschnitten und die Prophetie ins Feuer geworfen. Dann erging das Wort wieder an Jeremia: »Schreibe noch einmal!«

Wir haben keine Ahnung, wie dieses Wort entstanden ist! Als man diese Schriftrollen am Toten Meer in den Höhlen gefunden hat, glaubte man sensationelle Funde zu machen. Sie waren tatsächlich sensationell; aber sensationell vor allem, weil dieses Volk die Worte in ihrer Treue im Herzen getragen hatte, so dass wir die Bibel durch die Funde nicht revidieren müssen. Der alte Jesajatext ist praktisch übereinstimmend mit dieser Textausgabe, die wir jetzt haben.

Was für ein Volk, das einerseits diese Offenbarung getragen hat und gleichzeitig in Blindheit Propheten getötet und fremde Götter angebetet hat auf den Höhen. In dieser Blindheit haben sie ihren Messias gekreuzigt! Sie schrien: »Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!« Ich sage das so pauschal, weil ich ihn auch gekreuzigt habe. Jeder von uns hat Jesus gekreuzigt. Aber wir wollen die Juden nicht ausnehmen und sagen: »Die Römer haben ihn gekreuzigt!« Nein, wir haben ihn alle gekreuzigt – Auch die Juden. Sie haben ihn überantwortet, und sie haben Pilatus unter Druck gesetzt und gesagt: »Wenn du diesen freigibst, bist du des Kaisers Freund nicht mehr.« Die Juden haben Barabbas gewählt und nicht Jesus. Und auch ich habe ihn gekreuzigt, als Nichtjude. Wir alle haben ihn gekreuzigt.

Die Offenbarung der Treue Gottes

Das jüdische Volk ist eine der grössten Offenbarungen der Treue Gottes. Wieviele haben schon Mist gebaut in ihrem Leben oder sind sogar schuldig geworden, indem sie Blut haben an ihren Händen. Das jüdische Volk zeigt uns die Treue Gottes: Wenn er einmal ja gesagt hat, dann ist es bei ihm ja, und dann geht er mit uns durch dick und dünn. Er geht mit diesem Volk durch dick und dünn. Da gibt es dieses bewegende Wort in Jesaja 65,2: »Ich streckte meine Hände allezeit aus nach einem störrischen, widerspenstigen Volke, das auf schlimmem Wege geht, seinem eigenen Sinne folgend.« Das ist der Gott, der allezeit seine Hände ausstreckt nach dem störrischen, widerspenstigen Volk und sagt: »Meine Berufungen werden mich nicht gereuen. Israel, mit dir komme ich zum Ziel.«

Der zweite Auftrag des jüdischen Volkes: Priester für die Welt

Die Juden sind ein Priestervolk, jeder Jude ist ein Priester. Darum hat Jesus diese Berufung auch nochmals festgemacht und gesagt: »Euer Tempel ist ein Gebetshaus für die Nationen.«

Die Juden sind Priester für die Welt, für die Nationen. Gott hat die Juden in alle Welt zerstreut, und überall in der Welt sind durch die Juden Nationen mit aufgebaut worden. Amerika wäre nicht Amerika ohne die Juden! Was wäre Deutschland gewesen ohne die Juden? Wo waren denn die genialen Köpfe? Ephraim Lessing und viele, viele andere. In der Medizin: Wer hat denn die Nobelpreise in Stockholm abgeholt? Wer hat diese gewaltige Erfindung der Bewässerung gemacht, wo man mit möglichst wenig Wasser und möglichst effektiv ganze Plantagen bewässern kann? Wer hat diese Malariasümpfe urbar gemacht, wo nur die Moskitos gehaust haben? Und heute sind das blühende Gärten. Wer? Die Juden sind Priester für die Völker, Priester für die Nationen! Benjamin Berger, der zusammen mit seinem Bruder Reuven die Messianische Gemeinde in der Christ Church in Jerusalem leitet, ist Abkömmling eines Priestergeschlechts. Er sagt: »In den messianischen Gemeinden gibt es mehr messianische Juden, die aus Priesterfamilien stammen als andere Juden.« Es ist wie ein prophetisches Zeichen. Gott weckt die Priester in diesem Volk wieder auf.

Was Gott zusammenfügt…

Was will ich damit sagen? Es geht nicht darum, dass ich Werbung mache für die Israelis. Es geht um viel, viel mehr. Was Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht scheiden. Gott hat sich mit den Juden für Zeit und Ewigkeit verbunden, und das können wir nicht scheiden. Und das scheidet auch Ariel Sharon nicht, und das scheidet nichts, was jetzt in Israel geschieht. Nichts kann uns scheiden von den Juden. Wir sind nicht erst für die Juden, wenn sie wieder eine weisse Weste haben oder Friedensschalmeien blasen. Es geht um etwas ganz anderes. Wir können Gott nicht in den Arm fallen, und Gott wird mit den Juden zum Ziel kommen.

Letztlich richtet sich alles gegen Gott. Wir müssen nicht zudecken, was die Israelis falsch machen. Gott hat es nie zugedeckt, er hat Sünde und Schuld klar angesprochen. Aber trotzdem sind sie sein Volk, ob es uns passt oder nicht, ob wir sie sympathisch finden oder nicht! Die Israelis, die Juden bleiben Volk Gottes, sein Bundesvolk. Sie bleiben die Gebärer einer Offenbarung Gottes, sie bleiben die erwählten Priester für die Welt. Und ich weiss: Mein Glaube, der in Gott wurzelt, wäre nicht so gefestigt ohne die Geschichte der Juden. Wie oft habe ich gezweifelt, ob Gott mich noch so nimmt, wie ich bin, mit all dem, was ich in meinem Leben nicht gut gemacht habe, und wo ich meinem Gott ins Gesicht geschlagen habe. Und dann blätterte ich in der Geschichte der Juden und sah: »Gott, du hast dieses Volk nie verstossen. Sie haben deinen Sohn ans Kreuz geschlagen, und dieser Sohn hat noch gesagt: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‘.« Er ist nachher wieder gekommen und hat ihnen »Shalom!« gesagt, »Friede mit euch!« Diesem Gott vertrauen wir, nicht dem Gott einer zweitausendjährigen Kirchengeschichte, oder einem lutherischen Gott, oder einem reformierten Gott, sondern wir vertrauen diesem Vater, dem Allmächtigen, diesem Gott Israels, der bis dahin dreitausend Jahre lang seinem Volk die Treue gehalten hat, und sie weiter halten wird.

Segen oder Fluch

Gott hat gesagt: »Ich habe Abraham geschworen: In dir sollen gesegnet sein alle Völker. Wer dich segnet, den werde ich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen.« In unserer Beziehung zum jüdischen Volk stehen wir immer wieder vor der Entscheidung: Segen oder Fluch. Wir müssen nicht das segnen, was die Juden tun, sondern wir müssen das Volk und die Pläne Gottes mit diesem Volk segnen. Wir müssen Jerusalem segnen, die Stadt unseres grossen Königs, die geliebte Stadt, wo Jesus einmal noch auf Erden sein Reich aufrichten wird.

Gebet:

Jesus, wir danken dir, dem König der Juden! Wir danken dir nochmals, dass Pilatus in all diesem Versagen dein Werkzeug war und diese Tafel geschrieben hat auf Griechisch, Hebräisch und Lateinisch: »Jesus, der König der Juden«. Aber auch König aller Könige und auch unser König!

Vater, wir danken dir nochmals, grosser Gott, gewaltiger Gott, wo wir nur staunen können, dass du mit dieser handvoll Sklaven, die du in der Wüste genährt hast, und die ein goldenes Kalb gebastelt und dich verhöhnt haben, dass du mit diesem Volk einen solchen Weg durch die Welt gegangen bist, sie zerstreut hast überall hin und sie wieder heimgebracht hast in das Land ihrer Väter.

Vergib uns, Vater, jede Form, wo wir deinen Augapfel antasten. Vergib uns jede Form von Antisemitismus! Und wo immer auch Neid dabei ist, weil die Juden so klug und clever sind, weil sie ihr Geld machen, weil sie in hohe Positionen hinein kommen, vergib uns diesen Neid, Gott! Wir bitten auch um Vergebung für den Antizionismus, wo man zwar sagt: »Die Juden ja, aber nicht den Staat Israel.« Vater, welche Lüge! Welche Verdrehung Satans! Als hättest du ihnen nicht dieses Land zugeschworen, Abraham, Isaak und Jakob! Zugeschworen! Du, Gott, selber hast gesagt: »Das wird euer Land sein, und dahin bringe ich euch wieder heim aus aller Zerstreuung!«

Und wir danken dir nochmals für diesen Spiegel, für diesen gewaltigen Hohlspiegel deines Volkes, in dem du dich spiegelst in deiner unendlichen Treue, Langmut, Gnade, Barmherzigkeit, Geduld. Aber auch in deiner Strenge, wie du züchtigst, wie auch ein Vater seine Söhne züchtigt, damit aus ihnen wirkliche Männer werden. Und wie er auch seinen Töchtern Grenzen setzt, damit aus ihnen Frauen heranwachsen, die einmal mutig und kühn sind. Oh Gott, Gott, wir danken dir für das jüdische Volk! Wir danken dir für die Propheten! Wir danken dir für die Richter! Wir danken dir für einen Saul, für einen David, für einen Jonathan, für einen Salomo in all ihrer Gebrochenheit drin! Wir danken dir für Maria, diese jüdische Frau, die dich empfangen hat durch den Heiligen Geist und dich getragen hat. Wir danken dir, Vater, dass dieser Knecht Israel durchgehalten hat. Vater, dass sie manchmal singend hineingegangen sind – im Wissen, dass sie in die Gaskammer gehen.

Vater, was für ein Volk! Die Golda Meir mit ihrer Handtasche und ihren breiten Hüften. Der Ben Gurion mit seinem Löwenhaupt, der sich nachher noch in den Negev gesetzt hat, um dort die Vision zu leben, dass dieser Negev einmal voll sein wird mit Menschen und sich nicht alles ballt in Jerusalem. Vater, was für Menschen! Yehudi Menuhin mit seiner Geige! Dinu Lipatti mit seinem Klavierspiel, das mein Leben geprägt hat. Vater! Und diese jüdischen Kinder mit ihren Locken, wenn sie am Sabbat wieder mit ihren Festkleidern herumspringen. Danke auch für einen Sharon, Vater! Ich möchte dir auch für diesen alten Löwen danken, und dass er immer noch steht mit seinen siebzig Jahren!

Vater, ich danke dir, dass du ein Gott bist, den seine Berufungen nicht gereuen. Und das sage ich über jedem von euch! Wenn du’s nicht mehr glauben kannst, dann sieh in diesen Hohlspiegel des Judentums, die Berufung, die Gott dir gegeben hat, wird ihn nie gereuen. Er wirft dich nicht weg! Er sagt: Du bist mein Knecht, ich halte an dir fest! Du bist mein Erwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Du bist meine Tochter, die ich schmücken will, egal, was immer in deinem Leben gewesen ist. Ich habe dich gereinigt von aller Schuld, für mich bist du wie neugeboren, ich sehe nur Jesus in dir. Oh Gott, oh Gott, oh Gott! Was bist du für ein Gott! Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs! Vater unseres Herrn Jesus Christus! Wir preisen dich!

Freunde, wir lassen uns nicht mehr trennen von den Juden. Was Gott zusammengefügt hat, werden wir nicht mehr trennen. Wir sind ein Leib, Juden und Nichtjuden, und Jesus das Haupt.

Und jetzt wollen wir Israel und die Juden weltweit segnen.

Vater, zuerst wollen wir dich erheben, den Schöpfer auch dieses Volkes. Du hast es geboren. Du hast es gezeugt durch deinen Geist, du bist Anfang und Ende auch dieses Volkes. Du warst der Fels, Jesus, in der Wüste, aus dem sie Wasser geschlagen haben. Du warst dieses Brot aus dem Himmel. Du warst in dieser Wolke des Tages und in der Feuersäule des Nachts unter deinem Volk. Dich hat David gesehen, dich hat Bileam schon gesehen, dich hat Jakob gesehen. Dich hat ein Abraham im Geist schon gesehen. Dich haben die Propheten gesehen im Geist, Jahrhunderte vorher.

Wir segnen dieses Volk im Namen Jesu Christi, im Namen des Messias, des Gesalbten. Und wir sagen mit den Worten Jesu: »Israel, du wirst noch einmal sagen: Gelobt sei, der kommt im Namen des Herrn!« Wir segnen die Juden in der Diaspora, überall, und wir sagen: Mach weiter, Gott, und zieh sie zurück in ihr Land. Wir segnen alle Werke, die Juden zurückführen und diese Reisen ermöglichen. Wir segnen Jerusalem, die Stadt des grossen Königs, wir segnen ihre Tore, wir segnen den Western Wall, die Klagemauer. Wir segnen den Ölberg, wo Tom Hess ist mit seinem Gebetshaus für die Nationen. Wir segnen die Marienschwestern. Wir segnen die »Gemeinschaft der Versöhnung«. Wir segnen alle messianischen Gemeinden, im Namen Jeschuas, des Rabbuni, unseres Meisters! Wir sagen: Gott, wir freuen uns, wenn die Vollzahl der Heiden in dein Reich eingegangen ist, damit du ganz Israel nochmals an dein Herz ziehen kannst. Halleluja!

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3 Gedanken zu “Das Heil kommt von den Juden

  1. Lasse uns nicht erneut versagen. Lasse uns ein Segen sein in dem Maß, indem wir ein Fluch waren.
    Furcht ist nicht in der Liebe. Eine israelfeindliche Obrigkeit kann nicht erneut maßgebend sein. Eine derartige Fehlentscheidung wie der Holocaust darf nicht hingenommen werden. Verfolgung ist nicht das Schlimmste was einem Menschen widerfahren kann. Ewige Gottesferne ist das grausigste was einem Menschen geschehen kann. An der Seite Israels ist ein Platz den es verantwortungsvoll auszufüllen gilt. Jetzt.

  2. Die Messianer dürfen alles bis auf Eines: Sie dürfen nicht die Juden missionieren und schon garnicht mit falschen Methoden.

    Jeder Baum hat Wurzeln und einen Stamm. Aus diesem Stamm treiben viele Äste. Keiner ist besser als der andere. Sie haben alle ihre Daseinsberechtigung.
    Niemand ist berechtigt Äste abzuschneiden, damit andere Äste größer und stärker werden. Die Natur entscheidet alleine, welcher Ast verdorrt.

    Kein Ast darf sich erhabener fühlen als andere.

    Die messianischen Juden beachten m.E. nicht diese Gegebenheiten.
    Sie dürfen Juden nicht missionieren, auch nicht, weil sie meinen im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein. Weil sie das nicht beachten, sind sie für die Juden, ganz besonders die frommen, gegenwärtig ein Ärgernis.

    Paul

  3. Ob man die Juden nicht missionieren sollte ist eine Frage des Taktgefühls. Dass wir sie aber um Vergebung bitten ist ein Muss. Dahinter Missionierungseifer zu vermuten ist ungesunde Menschenfurcht. Ich bin noch keinem messianischen Juden begegnet der sich über seine noch nicht an den Messias glaubenden Brüder überhoben hätte. Sie sind aber um sie besorgt. Daran kann ich nichts unanständiges finden. Sie aber vor der Erkenntnis Jeshuas zu bewahren, das ist sehr unanständig. Dass es allerhand Taktlosigkeiten in diesem Bereich geben kann, sollte nicht zum Schweigen der Lämmer führen. Ich habe die Nase voll wegen der falschen Demut, die so einschüchternd wirkt dass das Volk Gottes aufgrund christlichere Sprachunfähigkeit innerlich vereinsamen muss, denn ohne Zweifel werden sie dann ohne ihren Erlöser umkommen. Und das soll Nächstenliebe sein? Wie könnten wir es wagen, ohne die Juden vor Gott zu erscheinen?
    Wollen wir es also nicht zu bunt treiben mit der Abstinenz, den Juden nicht den Weg zum Leben zu zeigen.
    Verweigern sie ihrem edelsten Rabbiner die Nachfolge ist es ihre Verantwortung. Deshalb bin ich gegen die Maulkorbpflicht. Der Weg zum Leben ist nicht ohne Risiko.

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