Eine christliche Antwort auf die Erklärung der katholischen Nahost-Synode zum erwählten Volk

Pastor a.D. Ken Garrison, Israel National News, 26. Oktober 2010

Kürzlich erklärte eine von Erzbischof Cyril Salim Bustros geführte katholische Synode, das Abraham und seinen Nachkommen von Gott gegebene Versprechen, ihnen das Land Israel zu geben, sei von Jesus aufgehoben worden. Insbesondere erklärte Erzbischof Bustros: „Für Christen kann man nicht länger vom dem jüdischen Volk versprochenen Land reden… Es gibt kein bevorzugtes Volk, kein erwähltes Volk mehr; alle Männer und Frauen eines jeden Landes sind zum erwählten Volk geworden.“ (Tzvi Ben Gedalyahu: Catholic Cleric: Jesus Cancelled Biblical ‘Chosen People’, Arutz Sheva, 24. Oktober 2010.)

Diese von Erzbischof Bustros bekräftigte Haltung ist schlicht eine Wiederaufnahme der alten Position der Ersetzungstheologie (Substitutionstheologie) der katholischen Kirche; diese ist eine falsche Auslegung der Bibel – und es wurde gezeigt, dass sie historisch nicht korrekt ist. Als Gott den Beginn des Erlösungsbundes mit Abraham anstieß, versprach Er Abraham (i) Segen, (ii) weltweiten Dienst und (iii) das Land Israel (Gott machte Abraham und seine Nachkommen zu besonderen Verwaltern des Landes). Diese Versprechen gelten ewig.

„Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch alle ihre Generationen zu einem ewigen Bund, um dir Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir.“ (1. Mose 17,7)

Es ist schwer verständlich, wie Erzbischof Bustros solche einfache Worte wie „Nachkommen“ und „ewig“ falsch interpretieren konnte.

Später hatte das jüdische Volk so schwer gesündigt, dass Gott im Begriff war den Babyloniern zu erlauben sie aus dem Land Israel zu vertreiben. Selbst unter diesen Umständen erklärte Gott die immerwährende Natur Seiner Beziehung zum jüdischen Volk.

„So spricht der HERR, der die Sonne als das Licht des Tages gemacht und den Mond und die Sterne zum Licht für die Nacht gesetzt hat, der das Meer aufwühlt, dass seine Wogen brausen, HERR der Heerscharen ist sein Name. So gewiss diese Ordnungen vor mir niemals vergehen, spricht der HERR, so gewiss werden auch die Nachkommen Israels nimmermehr aufhören, vor mir allezeit ein Volk zu sein.
So gewiss diese Ordnungen vor mir niemals vergehen, spricht der HERR, so gewiss werden auch die Nachkommen Israels nimmermehr aufhören, vor mir allezeit ein Volk zu sein. So spricht der HERR: So gewiss die Himmel oben nicht zu ermessen sind und die Grundfesten der Erde unerforschlich bleiben, so gewiss will ich die Nachkommen Israels nicht verwerfen um aller ihrer Taten willen, spricht der HERR.
So spricht der HERR: So gewiss die Himmel oben nicht zu ermessen sind und die Grundfesten der Erde unerforschlich bleiben, so gewiss will ich die Nachkommen Israels nicht verwerfen um aller ihrer Taten willen, spricht der HERR. Wartet nur, es kommen Tage, spricht der HERR, da wird die Stadt für den HERRN wiederaufgebaut werden, vom Turm Hananel bis zum Ecktor hin.“
(Jeremia 31,35-37)

Über diese Anhaltspunkte hinaus haben wir deutliche Bestätigung desselben im Neuen Testament, durch niemand anderen als den Apostel Paulus; und zwar, man mag es glauben oder nicht, an die Mutterkirche geschrieben, der Erzbischof Bustros dient.

„Ich sage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das ist ausgeschlossen! Denn auch ich bin ein Israelit aus der Nachkommenschaft Abrahams, vom Stamm Benjamin.“ (Römer 1,11)

Damit wir nicht vergessen, von wem Paulus später in demselben Brief redet: Er identifiziert die, von denen er redet, als diejenigen, die als „Feinde des Evangeliums“ betrachtet werden; wir wissen also, dass er nicht von Christen als Nachkommen Abrahams spricht.

„Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“ (Römer 11,28-29)

Daher erklären wir, dass die von Erzbischof Bustros vorgelegte Meinung von der Bibel her gesehen falsch ist.

Historisch gesehen ist die Erklärung genauso absurd. Im zweiten und dritten Jahrhundert n.Chr./unserer Zeitrechnung, als die Doktrin der Ersetzungstheologie von den so genannten „Kirchenvätern“ wie Tertullian und Origen vorgelegt wurde, hätte jeder Beobachter glauben können, dass die Nachkommen Abrahams aus der menschlichen Gemeinschaft entfernt würden, zumindest als nationale Einheit. Wir leben jetzt fast 2000 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer und dem teilweisen Exil des damals im Land lebenden jüdischen Volkes. Seht, das jüdische Volk weilt immer noch unter uns; noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass sie wieder zu einem Nationalstaat geworden sind – und zwar einem äußerst dynamischen. Ihr Fortbestand und die Sammlung, die 1948 zur Eigenstaatlichkeit führte, sind eines der verblüffendsten Wunder unserer Zeit.

Eines der sichersten Zeichen für ein religiöses System im Todeskrampf ist seine Unfähigkeit oder Nichtbereitschaft Fehler in seinem Denksystem zu erkennen und Korrekturen entsprechend der offensichtlichen biblischen und/oder historischen Realität vorzunehmen. Die römisch-katholische Kirche, wie sie sich in der Erklärung des Erzbischofs Bustros widerspiegelt, beweist dieses traurige Charakteristikum.

Schließlich erklärte Erzbischof Bustros, dass „alle Männer und Frauen eines jeden Landes das erwählte Volk geworden sind“. Aus christlicher Perspektive mag dieser „Zustand des Erwähltseins“ als korrekt angesehen werden, wenn wir in Begriffen des mit Gott versöhnten Individuums denken.

Das Christentum jedoch konzentrierte sich auf das Königreich Gottes, was bedeutet, dass Gott die Versöhnung der Nationen mit der menschlichen Gemeinschaft bietet. In seinem Dienst steht die Nation Israel im Zentrum des Prozesses. Gottes Erwählung Israels dauert an. Israels Recht auf das Land Israel dauert an. In der Tat gibt es keine echte Hoffnung auf Frieden innerhalb der menschlichen Gemeinschaft, bis das Königreich verwirklicht ist und das wird nicht geschehen, außer und bis das jüdische Volk in Jerusalem, Judäa, Samaria und die umgebenden Gebiete lebt und dieses kontrolliert. Es dient der menschlichen Gemeinschaft als Pförtner des Königreichs. (Erinnern Sie sich an Gottes Versprechen an Abraham, dass er sein Segen für alle Familien der Erde werden würde.) Das ist der Grund, dass Gott Abraham und seine Nachkommen überhaupt zu Verwaltern des Landes machte. Sie sind seit der Zeit Abrahams das „erwählte Volk“ gewesen: Sie sind jetzt das „erwählte Volk“ und sie werden immer das „erwählte Volk“ bleiben.

Ich bin ein Christ, der ihrer Treue in dieser Funktion ewig dankbar ist.