Die Ausradierung des Christentums durch den Islam

Raymond Ibrahim, 14. Mai 2018 (FrontPage Magazine)

Ein gerade veröffentlichter Artikel mit dem Titel „Passages from the Bible discovered behind Qur’an manuscript“ (Entdeckt: Bibelverse hinter Koran-Manuskript) ist eine Erinnerung, dass de Islam Jahrhunderte lang buchstäblich und im übertragenen Sinn das Christentum ausradiert.

Der Bericht erzählt, dass festgestellt wurde, dass ein Koran aus dem achten Jahrhundert über ein christliches Buch geschrieben wurde, möglicherweise die Bibel: „Die französische Wissenschaftlerin Dr. Eléonoie Cellard … stellte fest, dass unter der arabischen Schrift schwach koptische Buchstaben erschienen. Sie kontaktierte [das Auktionshaus] Christie’s und sie schafften es den koptischen Text als aus dem Fünften Buch Mose im Alten Testament zu identifzieren – Teil der Thora und des christlichen Alten Testaments.

Was das bedeutet und wie westliche Forsche es verstehen, sind zwei verschiedene Dinge: „Das ist eine sehr wichtige Entdeckung für die Geschichte des Koran und es frühen Islam“, sagte Cellard. „Wir haben hier ein Zeugnis kultureller Interaktionen zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften.“ Christie’s Spezialist Romain Pingannaud pflichtet ihr bei: „Es zeigt den Konakt zwischen Gemeinschaften in den ersten Jahrhunderten des Islam“

Was euphemistisch als „kulturelle Interaktionen zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften“ und „der Kontakt zwischen Gemeinschaften in den ersten Jahrhunderten des Islalm“ bezeichnet wird, ist eine Verweis auf die kulturelle Beinahevernichtung der koptisch-christlichen Zivilisation durch den Islam in ihrer eigenen Heimat. Der Punkt, wo der Bericht den Fakten am nächsten kommt, ist mit der Aussage:

Christie’s … glaubt, dass die Manuskripte wahrscheinlich in Ägypten erstellt wurden, der Heimat der koptischen Gemeinschaft zur Zeit der Eroberung durch die Araber. Es heißt, dass die Fragmente „die historische Realität von Religionsgemeinschaften im Nahen Osten ausstrahlen und als solche ein unschätzbarer Überlebender aus den frühesten Jahrhunderten des Islam sind“.

Um einen ungenauen flüchtigen Blick auf diese „historische Realität“ zu werfen, muss man sich nur an Johann von Nikiu wenden, einen koptischen Bischof und Augenzeugen der muslimischen Invasion seiner ägyptischen Heimat im siebten Jahrhundert. Er erzählt von einer von den Muslimen an den einheimischen Christen begangene Gräueltat nach der anderen, einfach weil die muslimischen Invasoren „die Diener Christi für Feinde Allahs erachten“. Seine Chronik ist derart gespickt mit Blutvergießen, dass Johann schlicht zu dem Schluss kommt: „Aber lasst uns jetzt nichts weiter sagen, denn es ist unmöglich die Schrecken zu beschreiben, die die Muslime begingen…“

Nachdem die Eroberung erst einmal geschafft war, zwangen die „recht geführten Kalifen“ – Mohammeds Verwandte und Gefährten – die „Milchkamele [Ägyptens christliche Bevölkerung] mehr Milch zu geben“, indem sie ihren gesamten Wohlstand und Ressourcen austrockneten, schreibt ein arabischer Chronist. Apokalyptische Szenen durchziehen zeitgenössische Berichte zu diesen Zeiten umfassender Erpressung, gefolgt von Hungersnot: „Die Toten wurden auf die Straßen und Marktplätze geworfen, wie Fische, die das Wasser auf das Land wirft, denn sie fanden niemanden, der sie begrub; und manche der Leute verschlangen Menschenfleisch“ vor Hunger, schreibt der Chronist Severus Ibn al-Muqaffa (starb 987).

Kurz gesagt und um den Historiker des 19. Jahrhunderts Alfred Butler zu zitieren: „Dass sie [die ägyptischen Christen] verabscheuen die Religion des Islam wird durch jede Seite ihrer Geschichte bewiesen.“

Die islamische Übernahme und das finanzielle Bluten Ägyptens (in meinem Buch Sword and Scimitar dokumentiert) wurde bereits von einem Krieg gegen Ägyptens Erbe begleitet und fast ausgelöscht (wie es mit den ehemals christlichen Ländern von Nordafrika bis Anatolien machten).[1] Im elften Jahrhundert befahl der Fatimiden-Kalif Hakim bi-amr Allah die Zerstörung von 30.0000 Kirchen, darunter die heiligste Kirche der Christenheit, die Grabeskirche in Jerusalem. Saladin, der die Fatimiden stürzte, befahl, dass die Kirchen Ägyptens mit Matsch beschmiert und ihre Kreuze zerbrochen werden. Danach kamen fast drei Jahrhundert unter den Mameluken, die noch unterdrückerischer waren als ihre Vorgänger. Unter ihrer Herrschaft hörte Koptisch auf eine lebende Sprache zu sein, da zu den Bestrafungen dafür es zu sprechen das Abschneiden der eigenen Zunge gehörte.

So sehen die „kulturellen Interaktionen zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften“ aus, die die Forscher so faszinieren.

Die Bibel in koptischer Sprache und die Ersetzung durch den arabischen Koran ist eine Erinnerung an die Zwangsauslöschung aller christlichen Spuren in den Kernländern des Christentums. Je mehr der Islam sich in Ägypten etablierte, desto mehr verschwand langsam die koptische Kultur – von ihrer Sprache bis zu ihren Kirchen oder sie wurde durch eine Reihe Erlasse unsichtbar gemacht (allgemein als die Bedingungen des Omar bekannt).

Selbst auf den bereits zirkulierenden christlichen Münzen, die das Kalifat bewilligte, wruden die Kreuze so unkenntlich gemacht, dass sie Kreuzen nicht mehr ähnelten. Die Ausradierung des Christentums in seinen Stammländern geht bis heute weiter, einschließlich des Kriegs gegen die Kirchen, zudem auf subtilere Arten – so das buchstäbliche Ausradieren des Christentums aus den Geschichtsbüchern.

Dennoch behauptet Christie’s experte Romain Pingannaud, der gerade Fund des Koran aus dem achten Jahrhundert sei „recht außergewöhnlich … Er ist faszinierend, besonders weil er das einzige Beispiel ist, bei dem man einen arabischen Text hat, der über einen nicht arabischen Text geschrieben ist. Und was noch mehr fasziniert, ist, dass er sich über Steleln aus dem Alten Testament befindet.“ Der Bericht führt das näher aus, indem er sagt, dass solche Bücher („Schabtexte“/Palimpseste) „extrem selten sidn … nur eine Hand voll sind bisher registrierten, von denen keiner über einen christlichen Text geschrieben wurde“.

Christliche Bücher aus ihren heiligen Schriften auszulöschen und sie durch den arabischen Koran zu ersetzen, war eigentlich nicht anders zu erwarten. Dario Fernandez-Morera schreibt, dass ein gefeierter muslimischer Kleriker hält fest, „dass die heiligen Bücher der besiegten Christen verbrannt werden müssen, damit sie ‚verschwinden‘ – außer man kann ihren Inhalt komplett löschen, damit man die leeren Seiten verkaufen kann, um Gewinn daraus zu ziehen. Aber wenn man diese gelöschten Seiten nicht verkaufen kann, dann müssen sie verbrannt werden“ (The Myth of the Andalusian Paradise, S. 41).

Glücklicherweise – und wie diese jüngste Entdeckung eines christlichen Textes unter dem arabischen Koran nahelegt – wird früher oder später alles aufgedeckt – einschließlich der Augen westlicher Menschen gegenüber der Vergangenheit und Gegenwart des Islam.

[1] Wie Alfred Butler erklärte: „Die Lasten der Christen wurden proportional schwerer, wie ihre Zahlen abnahmen [das heißt, je mehr Christen zum Islam übertraten, desto mehr nahmen die Lasten für die verbleibenden Wenigen zu]. Das Wunder besteht daher nicht so sehr darin, dass viele Kopten sich der Strömung fügten, die sie mit durchschlagender Macht in den Islam hinüberzog, sondern dass eine so große Vielzahl an Christen sich gegen die den Strom stellten; genauso haben nicht all die Stürme des dreizehnten Jahrhunderts ihren Glauben nicht vom Felsen seines Fundaments bewegt.“

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