Die Herzen von Christen gewinnen

Hunderten christlicher Aktivisten, die hierher kommen, um denen zu helfen, die sie als unterdrückt betrachten, ändern die Bemühungen von Familien in Efrat ihre Fehlvorstellungen von Israel.

Ardie Geldman, MiDA, 29. Juni 2018

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Jüdische Siedler als menschliche Wesen wahrnehmen (Foto: Ardie Geldman)

Am Ben-Gurion-Flughafen kommen jedes Jahr hunderte propalästinensischer Aktivistengruppen an oder sie kommen aus Jordanien über die Allenby-Brücke ins Land. Zu verstehen, wer sie sind und wie sie indoktriniert werden ist ein wichtiger Schritt sie dazu zu bringen die Fehlinformationen infrage zu stellen, mit denen sie gefüttert werden und ihre Missverständnisse der hiesigen Probleme herauszufordern.

Israel erließ im Oktober 2017 ein Einreiseverbot für rund 20 ausländische NGOs, deren Aktivitäten als schädlich für die Sicherheit des Landes eingestuft werden. Trotzdem kommen hunderte andere in die Region, um Solidarität mit den Araber zu demonstrieren und die sogar offen ihre Feindschaft Israel gegenüber erklären; ihnen wird von den Behörden trotz allem Reisefreiheit gewährt, ebenso zu sagen, dass sie Israel für einen  faschistischen Staat halten.

As Gründer von iTalkIsrael, einer Initiative, ein Thinktank, der für Israel eintritt, spreche ich jedes Jahr mit rund 500 ausländischen Besuchern in Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Diese Begegnungen, durchschnittlich zwei bis drei jede Woche, finden in meiner Stadt Efrat statt, einer Stadt, die die Mehrzahl dieser Besucher als im „besetzten Palästina“ liegend betrachtet.

Diese Delegationen kommen zumeist aus den Vereinigten Staaten und gehören in der Regel einer christlichen Gruppe an, obwohl sie entschieden nicht christlich-zionistisch sind. Die kleinere Zahl europäischer Gruppen, die ich treffe, definieren sich selbst als Organisationen für soziale Gerechtigkeit oder Menschenrechte und tendieren dazu jegliche religiöse Zugehörigkeit zu meiden.

Sie kommen nach Efrat, weil sie neugierig sind eine „illegale Siedlung“ zu besuchen und um die Gelegenheit zu haben einen „illegalen Siedler“ zu treffen. Manche kommen, um Informationen aus erster Hand über Siedlungen zu sammeln, die sie bei ihrer Rückkehr nach Hause in ihrem propalästinensischen Aktivismus unterstützen sollen. Manche kommen, um Siedler zu konfrontieren, mit denen sie sich treffen, womit sie diese unglücklich Person zu einem unfreiwilligen Sprecher von fast einer halben Million Juden erheben, die jenseits der Grünen Linie von 1949 leben. Sie fordern von ihm oder ihr Antwort zu dem Leiden, das den Arabern durch die „Besatzung“ zugefügt wird.

Ihre arabischen Gastgeber bieten im Allgemeinen keinen Kontext für die kontroverse Seite der Besuche, zu denen sie ihre Besucher bringen, insbesondere die berüchtigte „Mauer“ bei Bethlehem. Diese, Israels höchst erfolgreiche, wenn auch nicht unumstrittene Sicherheitsbarriere ist in Kombination mit verbesserter israelischer Geheimdienstarbeit dafür verantwortlich die Zahl der palästinensischen Selbstbordbomber praktisch auf Null gebracht zu haben, die zuletzt nach Israel eingedrungen waren. In den Jahren 2000 bis 2004 war die Zahl der Todesopfer auf 1.600 angewachsen.

Genauso sieht es mit der geteilten „Schuahda-Straße“ in Hebron aus. Bis sie zwischen den Juden und den Arabern geteilt wurde, war Hebrons Schuhada-Straße Ort zahlreicher Terroranschläge. Arabische Sprecher erwähnen gegenüber Besuchern nicht, dass der Anstoß für Israels zahlreiche Verteidigungsmaßnahmen der Notwendigkeit entspringen seine Bürger vor Terrorismus zu schützen. Stattdessen stellen sie diese in orwellscher Manier als Aggressionsmaßnahmen dar, während sie auch noch die schwersten Terroranschläge als „Widerstand“ bezeichnen.

Akzeptanz des voller Fehler steckenden Narrativs

Die Übernahme des „palästinensischen“ Narrativs innerhalb vieler ansonsten respektablen Kreise ist abhängig von der Naivität ab und davon, dass sie mit der Geschichte des Nahen Ostens nicht vertraut sind, besonders mit der des arabisch-israelischen Konflikts. Die Kombination aus Unschuld und Ignoranz ermöglicht es den „Palästinenser“-Sprechern Israel als mächtigen und übelwollenden Goliath und die „Palästinenser“ als den schwachen, schuldlosen kleinen David darzustellen.

Diese falsche Charakterisierung hilft Arabern und ihren Unterstützern bei der Verbreitung von Lügen und Halbwahrheiten, wobei letztere oft bereitwilliger akzeptiert werden, da sie ein Element Wahrheit beinhalten. Diese List ist besonders erfolgreich gewesen, seit sie dem erzterrorischen Führer der PLO, Yassir Arafat und seinen Handlangern von den Propagandachefs Russlands, Rumäniens und Nordvietnams in den frühen 1970-er Jahren auf der Höhe des Kalten Krieges erstmals gelehrt wurde. PLO-Sprecher wurden richtigerweise gelehrt, dass die meisten Zielgruppen niemals nach Beweisen fragen werden, da die Unterdrückten nicht lügen. Die sorgfältig ausgesuchten Szenen arabisch-palästinensischen Lebens, das tausenden Besuchern aus dem Ausland ständig als Zeugen vorgeführt werden, verleihen den Geschichten, die ihnen bereits erzählt wurden, Glaubwürdigkeit..

Die Wirkungslosigkeit von Vorträgen…

Nach Jahren des Sprechens mit Leuten, die nach Efrat kommen, die zum Zeitpunkt ihrer Ankunft das „palästinensische“ Narrativ akzeptiert haben, musste ich eingestehen, dass meine relativ kurzen, frontalen Vorträge vor solchen Gruppen, so ehrlich und feurig sie auch waren, kaum wirksam darin waren, das Denken von irgendjemandem zu verändern. Tage und Nächte in arabischen Häusern zu verbringen, mit Familien zu essen, in arabische Flüchtlingslager, Schulen und Krankenhäuser gebracht zu werden und Bauern bei der Oliven- oder Traubenernte zu helfen sind von Arabern verwendete Methoden das Herz der Menschen einzunehmen; von diesem Punkt an wird praktisch alles, was den Besuchern von „Palästinenser“-Sprechern über den arabsich-israelischen Konflikt gesagt wird, als Wahrheit angenommen.

Keine Beweise nötig. Die Unterdrückten, wie erwähnt, lügen nicht.

… und die Auswirkung auf die Erfahrung zum Leben in einer Gemeinde

Weil ich das erkannte, entwickelte ich vor mehreren Jahren iTalkIsrael, ein verlängertes Schabbat-Wochenend-Bildungsprogramm. Bis heute ist dieses Programm erfolgreich in das Programm „Nahost-Semester im Ausland“ von vier christlichen amerikanischen Colleges eingebunden worden, die in Amman, Kairo und Istanbul arbeiten. Die drei bis vier Tage, die diese College-Studenten in Efrat verbringen, sind nicht mit den bis zu drei Wochen vergleichbar, die einige ihrer Programme dem Leben mit Arabern widmen. Dennoch bietet die Erfahrung in Efrat manches bedeutungsvolle Gegengewicht. Beleg dafür ist die überwältigend positive Reaktion von mehr als 500 Evaluationen, die von Teilnehmern des Programms bis heute abgegeben wurden.

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Christliche und jüdische Jugendliche treffen sich in Efrat (Foto: Ardie Geldman)

Den Schabbat bei jüdischen Familien in Efrat verbringen

Die erste Komponente des Programms besteht aus einer Führung durch die Umgebung und Vorträgen von Einwohnern von Efrat und dem Gush Etzion mit Fachkenntnissen auf einer Reihe von Gebieten, darunter jüdische Religion, jüdische und israelische Geschichte, die Israelischen Verteidigungskräfte, Archäologie und sogar jüdischer Küche.

Es ist allerdings der zweite Teil des Programms, der Aufenthalt im Zuhause bei Familien in Efrat, das beständig das höchste Lob dieser christlichen Studenten hervorruft. Familien in Efrat tun nicht mehr als diesen Studenten ihre Häuser zu öffnen, so dass diese ihre Gastfreundschaft in einer offenen und nicht geprobten Umgebung genießen können. Was eindeutig den größten positiven Eindruck auf diese Studenten macht, ist die Erfahrung einen traditionellen Schabbat zu beobachten, fünfundzwanzig Stunden, die ausschließlich Gebet und religiösen Studien, Familie und Gemeinschaft und, was viele christliche Studenten herausstellen, aufwändigem Begehen des Feiertags gewidmet sind.

Der Höhepunkt ihres Besuchs ist ein freilaufender Dialog mit Englisch sprechenden Altersgenossen vor Ort, das samstagabends bei Pizza so viel man essen kann stattfindet. Das Experiment des Schabbat in einem jüdischen Heim bekräftigt die mit den Gastgebern und der Gemeinde Efrat geteilte Menschlichkeit und untergräbt die skurrilen Geschichten über „Siedler“, an die zu hören sie sich gewöhnt haben.

Emotion und Vernunft verbinden

Schon vor langer Zeit wurden die Araber gelehrt, dass die Unterstützung von Menschen zu gewinnen davon abhängt ihre Herzen einzunehmen; ihr Verstand wird dann bereitwillig folgen. So werben sie erfolgreich weiter Unterstützer, die Israel und die PA besuchen, an und stärken sie. Während die Israelis, vielleicht als Funktion ihrer kulturellen DNA, dazu tendieren kontroverse Themen eher kognitiv anzugehen und sich stark auf Fakten stützen, gewinnt das „palästinensische“ Narrativ weiter Anhänger mit ihrem Angebot menschlicher Emotionen.

Je eher Israel diesen Ansatz zum Werben für seine Botschaft übernimmt, desto eher kann Israel bei den Zuhörenden größeres Verständnis für seinen Haltung erzielen.

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