Ist „Frohe Weihnachten“ wichtig?

Der Krieg der Linken gegen den religiösen Charakter Amerikas

Dennis Prager, FrontPageMag, 18. Dezember 2018

Ist „Frohe Weihnachten“ etwas aus der Vergangenheit, ein Gruß einer längst vergangenen Ära, ein Überbleibsel einer Vergangenheit, mit dem wir nicht länger in Verbindung gebracht werden wollen? So weit dürften wir noch nicht sein, aber wenn die aktuellen Trends anhalten, ist es nicht mehr weit bis dahin. Wenn dem so ist, dann ist es eine Schande, eine weitere Verrohung der Kultur – und Schlimmeres. Es ist ein weiteres Beispiel für die Beseitigung der Religion, insbesondere des Christlichen, aus einem Land, das lange Zeit die religiöseste der industrialisierten Demokratien der Welt war.

Verfechter des „frohe Feiertage“ argumentieren, das sei keine große Sache. Sie sagen, die Vertreter des „Frohe Weihnachten“-Sagens „machen aus einer Mücke einen Elefanten“. Es gibt keinen „Krieg gegen Weihnachten“, behaupten sie. Aber die Befürworter der „frohen Feiertage“ wollen beides. Sie tun die für „Frohe Weihnachten“ Werbenden als hysterisch ab, während sie gleichzeitig „Frohe Weihnachten“ durch „frohe Feiertage“ ersetzen, „Weihnachtsferien“ durch „Winterferien“ und „Weihnachtsfeier“ durch „Feiertagsfeier“.

Ist also all die Beseitigung des Wortes „Weihnachten“ wichtig oder nicht?

Die Antwort sollte offensichtlich sein. Das ist sehr wichtig. Es ist der Grund, dass so viel Aufwand zur Ersetzung von „Weihnachten“ durch andere Worte getrieben wird. Und diese Bemühungen sind außerordentlich erfolgreich. Anstatt des universellen „Frohe Weihnachten“ meiner Jugend ist uns in den letzten Jahrzehnten von praktisch jedem Kellner und jeder Kellnerin in praktisch jedem Restaurant, in dem wir gegessen haben, „frohe Feiertage“ gewünscht worden; von praktisch jedem der mich in irgendeinem Geschäft begrüßt; von Flugbegleiterinnen und Piloten; und von fast jedem sonst.

Wenn ich mit „Frohe Weihnachten!“ antworte, spüre ich oft, dass ich für Spannungen gesorgt habe. Ich vermute, viele derer, denen ich „Frohe Weihnachten!“ wünsche, sind wahrscheinlich erleichtert jemanden aussprechen zu hören, was das „C“-Wort (Christmas) geworden ist, aber das ganze Sensibilitätstraining, das sie durchmachen mussten,  schafft kognitive Dissonanzen.

Die Gegner von „Frohe Weihnachten“ und anderer Verwendung des Wortes „Weihnachten“ wissen genau, was sie tun. Sie sind hinterhältig, wenn sie Verteidiger von „Frohe Weihnachten“ als „einen Krieg gegen Weihnachten fabrizierend“ abqualifizieren. Natürlich ist es ein Krieg gegen Weihnachten – oder genauer gesagt, ein Krieg gegen die religiöse Natur Amerikas. Sie Linke in Amerika, wie auch die Linke in Europa, will eine durch und durch säkulare Gesellschaft schaffen, nicht nur eine säkulare Regierung – die ein erstrebenswertes Ziel ist und was auf jeden fall in Amerika der Fall gewesen ist – sondern eine säkulare Gesellschaft.

Die meisten Menschen erkennen nicht, das die Linke so leidenschaftlich an Säkularismus glaubt, wie religiöse Christen und Juden an die Bibel. Das ist der Grund, warum „Frohe Weihnachten“ säkulare Aktivisten beunruhigt. Es ist eine krasse Erinnerung daran, wie religiös Amerika ist – und immer gewesen ist. Darum sage ich voraus, dass Aktivisten der Linken früher oder später danach streben werden Weihnachten als nationalen Feiertag abzuschaffen.

Heute kündigt die Linke nicht an, dass ihre Agenda lautet, die amerikanischen und europäischen Gesellschaften durch und durch zu säkularisieren. Stattdessen tarnen sie ihr Tun mit dem Argument, was sie tun sei das Angebot von „Offenheit“: „Frohe Weihnachten“ oder „Weihnachtsfeier“ oder „Weihnachtsferien“ ist nicht „offen“.

Dieses Argument der Offenheit spielt mit dem hoch entwickelten Gefühl der Amerikaner für Anstand. Aber das Argument ist absurd: Wer, genau, wird „ausgeschlossen“, wenn man jemandem „Frohe Weihnachten“ wünscht? Nichtchristen?

Ich bin ein Nichtchrist. Ich bin Jude. Weihnachten ist für mich kein religiöser Feiertag. Aber ich bin Amerikaner und Weihnachten ist ein amerikanischer nationaler Feiertag. Daher ist es für mich als Amerikaner genauso mein Feiertag – wenn auch für mich kein heiliger Tag – wie für meine amerikanischen Mitbürger, die Christen sind. Es war ein jüdischer Amerikaner, Irving Berlin, der „White Christmas“ schrieb, eines der beliebtesten amerikanischen Weihnachtslieder. Fakt ist, nach Angaben eines jüdischen Musikers in der New York Times, dass „fast alle der beliebtesten [amerikanischen] Weihnachtslieder von Juden geschrieben wurden“.

Offenbar fühlten sich all diese amerikanischen Juden in Weihnachten einbezogen.

Und während wir beim Thema Juden sind: Hier ist eine Frage für die Juden, die „Frohe Weihnachten“ stört: Sollten israelische Radio- und Fernsehsender aufhören „Schabat Schalom“ zu sagen, um Israels nichtjüdische Minderheiten stärker einzubeziehen?

Es grenzt ans Menschenfeindliche, ganz zu schweigen vom Engherzigen, fast allen Mitbürgern die Freunde zu verweigern Weihnachtsfeiern zu haben oder Frohe Weihnachten gewünscht zu bekommen.

Indem Sie mir kein Frohe Weihnachten zu wünschen, sind Sie nicht gerade einschließend. Sie schließen mich von einem der nationalen Feiertage meiner Nation aus.

Aber selbst wenn Weihnachten kein nationaler Feiertag wäre, würde ich wollen, dass Piloten ihren Passagieren ein Frohes Weihnachtsfest wünschen, Firmen Weihnachtsfeiern veranstalten und Schulen weiterhin Weihnachtsferien haben. Warum sollte ich, nur weil ich persönlich Weihnachten nicht feiere, von meiner Gesellschaft fordern, dass sie das Wort „Weihnachten“ fallen lässt, wenn der Feiertag von 90 Prozent meiner amerikanischen Mitbürger gefeiert wird?

Die weit überwiegende Mehrheit der Amerikaner, die Weihnachten feiern – und die mit Nichtchristen so gut umgehen – verdienen Besseres.

Bitte sagen Sie „Frohe Weihnachten“ und „Weihnachtsfeier“ und „Weihnachtsferien“. Wenn Sie das zu tun ablehnen, dann sind sich nicht „inklusiv“. Sie verletzen die meisten Ihrer amerikanischen Mitbürger.

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2 Gedanken zu “Ist „Frohe Weihnachten“ wichtig?

  1. Lieber heplev,
    das ist es was ich an den Juden so bewundere. Ihren Humor (Salzia Landmann habe ich immer griffbereit zu liegen) und ihre Toleranz.

    Die Toleranz wird leider von Euren Gegnern als Schwäche ausgelegt. Wer warnt Zivilisten vor einem Raketenangriff? Wer behandelt nicht nur kranke Palästinenser kostenlos in seinen Krankenhäusern? Nicht nur normale Palaraber sondern auch bei Kämpfen verwundete und nahe Angehörige von Terroristen werden versorgt. Araber bewerten das in ihrer Mentalität wohl als Schwäche, die sie auch ausnutzen.

    Vielen Dank für Deine Gedanken zur Weihnacht. Die jüdische Toleranz ist für mich ein Vorbild, dem ich nachzueifern versuche. (Gelingt mir leider nicht immer.)

    In diesem Sinne auch Dir eine Frohe Weihnacht. Da es kein jüdischer Feiertag ist, werdet Ihr, so hoffe ich, nicht mit einer Terroreskalation rechnen müssen.

    Herzlich, Paul

    • Das sind nicht meine Gedanken, sondern die von Dennis Prager, den ich sehr schätze. Aber es war „leicht“, den Text zu übersetzen, weil er mir aus der Seele sprach.
      Ein gesegnetes Weihnachtsfest und neues Jahr zurück!

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