Töten und Sterben für die Huris: Islams himmlische Huren

Raymond Ibrahim, 17. Dezember 2018 (PJ Media)

Aus einem Bericht von Palestinian Media Watch vom 5. Dezember:

Nach einem aktuellen Terroranschlag, bei dem der Terrorist auf 4 israelische Polizisten einstach und verletzte, las ein Moderator im offiziellen PA-Fernsehen ein Gedicht zu Ehren des Terroristen vor. Das Gedicht verherrlicht den Märtyrertod im Kampf und erklärt, dass die 72 „dunkeläugigen“ Jungfrauen im Paradies, die die Märtyrer gemäß der islamischen Tradition heiratet, sich nach dem palästinensischen Märtryrer „verzehren“.

Wer sind diese „dunkeläugigen Jungfrauen im Paradies“, die sich nach den Märtyrern „verzehren“? Der passende Begriff für diese Wesen lautet al-hur al-‘ayn, allgemein über die Transliteration als Huris bekannt. Es handelt sich um übernatürliche, himmlische Frauen – „mit großen Augen“ und „vollbusig“, heißt es im Koran (Sure 56,22; 77,33) – geschaffen von Allah zu dem ausdrücklichen Zweck seine Lieblinge auf ewig sexuell zufriedenzustellen. (Ob das deutsche Wort „Hure“ etymologisch mit dem arabischen huri verbunden ist oder nicht, zeigt sich als überflüssig, da beide ja derselben Funktion zu dienen scheinen.)

In einer der kanonischen Hadithe – eine Mohammed zugeschriebene Äußerung, die vom (sunnitischen) Mainstram-Islam als wahr anerkannt wird – die alle jihadistischen Organisationen regelmäßig anführen, sagt Mohammed:

Der Märtyrer [schahid, einer der für den Islam stirbt] ist für Allah etwas Besonderes. Ihm ist vom ersten Blutstropfen an [den er vergießt] vergeben. Er sieht seinen Thron im Paradies… Und er wird mit zweiundsiebzig huris kopulieren. [Siehe auch Sure 44,54, 52,20, 55,72 und 56,22.]

Die Huris mögen dem westlichen Gemüt leicht bekleidete Geistwesen aus wilden Erzählungen der Arabischen Nächte heraufbeschwören – und damit als „Märchen“ ohne Inhalt irgendjemanden zu inspirieren abgetan werden – lautet die Tatsache, dass das Sehnen nach diesen unsterblichen Konkubinen muslimische Männer in der Vergangenheit wie in der Gegenwart zu Taten selbstmörderischen Terrors getrieben haben, wie sie sowohl in muslimischen als auch westlichen Geschichtsquellen aufgezeichnet sind.

„Was religiösen Enthusiasmus und Inbrunst für den heiligen Krieg angeht“, schreibt der Historiker Marius Canard, „so ist gewiss, dass zahlreiche Muslime von dieser Geisteshaltung bewegt wurden… Es gibt zahlreiche Berichte, die beschrieben, dass Kämpfer mit freudigem Herzen in den Tod gingen, weil sie Vorstellungen der himmlischen Huri sahen, die nach ihnen riefen und ihnen Zeichen geben.“

Wie in meinem aktuellen Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West dokumentiert ist, sind die Huris auf den Schlachtfeldern stets präsent, locken ihre potenziellen Liebhaber – die Jihadisten – in ihre Arme zu eilen, indem sie sich in wilde „Märtyrertaten“ stürzen. Das ist in der ersten großen militärischen Begegnung des Westens mit dem Islam ersichtlich, der schicksalhaften Schlacht von Yarmuk (636). Dort stieß ein Muslom auf einen gefallenen Kameraden „der auf dem Boden geschlagen war und ich sah, wie er seine Finger zum Himmel hob. Ich begriff, dass er jubilierte, denn er sah die Huris.“ En anderer arabischer Stammesführer sagte seinen Männern, dass ein Frontalangriff auf die „christlichen Hunde“ gleichbedeutend damit sei „den Huris in die Arme zu eilen“. Die muslimischen Prediger hörten nicht auf die Kämpfer [in Yarmuk] zu ermutigen: Bereitet euch auf die Begegnung mit den Huris mit den großen schwarzen Augen vor“, erklärte ein mittelalterlicher persischer Historiker. „Und seit gewiss, es hat nie einen Tag gegeben, an dem mehr Köpfe fielen als am Tag des Yarmuk.“

Fast ein Millennium später, in der Nacht vor der Brandschatzung Konstantinopels 1453, führten die osmanischen Türken ebenfalls die Huris an, um den Kampfgeist der Männer anzufachen. „Wanderderwische besuchten die Zelte, um ihnen den Wunsch nach dem Märtyrertum und die Zusicherung, ein ewiges Leben an den Flüssen und Gärten des Paradieses und in den Armen der schwarzäugigen Jungfrauen [Huris] zu verbringen, einzuflößen.“ In der wichtigen Schlacht von Mohacs 1526 schlugen siebentausend muslimische Invasoren – beschrieben als Verehrer des „Jihad und des Märtyrertums“, begierig auf „ein fortwährend glückliches Leben“ mit „den Huris“ – das bis dahin mächtige Königreich Ungarn, bauten eine gewaltige Pyramide aus Köpfen und kehrten mit einhunderttausend Sklaven nach Konstantinopel zurück.

Von Anfang an haben westliche Beobachter die faszinierenden Auswirkungen des Sirenenrufs der Huris bestätigt. Marco Polo (gest. 1324) erklärte, warum die Hassassinen (daher das englische Wort „assassin“ – Attentäter/Meuchelmörder – Nizari Ismailis, eine schiitische Sekte) nach der Ermordung ihres Ziels nicht flohen, sondern warteten, um von den Wächtern oder Männern ihrer Opfer kleingehackt zu werden: Sie waren begierig darauf „das Paradies zu betreten, wo jede Art sinnlicher Erfüllung zu finden war, in der Gesellschaft der wunderschönen Nymphen [Huris].“

In einem „interreligiösen Dialog“ zwischen dem Kalifen Omar II. und Kaiser Leo III. schrieb letzterer: „Wir [die Christen] erwarten nicht dort [himmlischen] Umgang Frauen zu genießen, die auf ewig Jungfrauen bleiben“, denn „wir glauben nicht an solche einfältige Geschichten, die von extremer Ignoranz und Heidentum geweckt werden.“ Aber „für euch, die ihr fleischlichen Lastern hingegeben seid und die nie eine Grenze derselben gekannt habt, ihr, die eure Vergnügungen allem Guten vorzieht, ist es genau deer Grund, dass ihr das himmlische Königreich als nicht wertlos betrachtet, wenn es nicht mit Frauen bevölkert ist“, die für Sex zu Verfügung stehen – ein Verweis auf die Huris.

Als er mit islamischer Lehre vertraut wurde, fragte sich ein Christ in Spanien, „wie das Paradies sein wird, eine Schenke unermüdlichen Fressens und ein Bordell nicht endender Verderbtheit?“ Für Nicetas Byzantinos, einen griechischen Historiker des achten Jahrhunderts, war der Koran „voller Gotteslästerungen gegen den Allerhöchsten, mit all dem üblen und geschmacklosen Dreck“, insbesondere seinem Anspruch, der Himmel komme einem „geschlechtlichen Bordell“ gleich. Das führte zu der byzantinischen Anprangerung Allahs als Betrüger-Gottheit, nämlich Satan: „Ich verfluche den Gott Mohammeds“ heißt es in einem frühen byzantinischen Ritus.

Wenn Muslime, insbesondere die salafistischer Überzeugung – praktisch alle Jihadisten sind Salafisten – die Welt des frühen Islam bewundern und ihr nacheifern, dann sollte es nicht überraschen, dass die Huris immer noch ihren Zauber ausüben. Die Beweise dafür gehen weit über Anekdoten zu Huris hinaus, die sich nach einem palästinensisch Terroristen „sehnen“, der einen israelischen Polizisten niedersticht – ganz zu schweigen von all den anderen palästinensischen Terrorakten, die mit den Huris in Zusammenhang stehen.

Naa’imut Rahman zum Beispiel, ein Muslim aus dem Norden Londons, der „schuldig befunden wegen Planung die Tore von Downing Street zu sprengen und Theresa May zu ermorden … war von der Idee motiviert nach dem Anschlag im Paradies von Jungfrauen empfangen zu werden, hörte das Gericht“. Während Gesprächen mit einem Undercover-Polizisten sagte Rahman, er sei erpicht darauf „ihren [Mays] Kopf abzutrennen, ja. Ich will in den jennah [Himmel] gehen, wenn ich das mache. Ich werde nicht zurückkommen. Ich will, dass sie mich töten, aber ich mein Ding tun, bevor ich getötet werde … [Ich habe] viel an die hur al ayn [Huris] gedacht … Inschallah [so Gott will] werde ich sie bald treffen.“

Vor der aussichtslosen Schlacht um Mossul Ende 2016 sagte der „Kalif“ des Islamischen Staats, Abu Bakr al-Baghdadi: „Alle [die im Kampf sterben] ohne Ausnahme werden als Märtyrer das Paradies betreten. Darüber hinaus werdet ihr im Paradies vier Huris mehr haben als andere Märtyrer. Denn genauso, wie ihr jetzt zu mir steht, werden sie zu euch stehen – oder unter euch oder über euch – damit ihr vergesst, was euch durch Gewalt, Tod und Erniedrigung in diesem Krieg geschehen wird.“

Ein weiteres Video, das im September 2016 auftauchte, zeigt einen kleinen Jungen, umgeben von anderen Kindern, der vom Jihad und „Märtyrertum“ singt. „Oh Huris, wir werden uns im Paradies treffen. Wir nehmen die Herrschaft Allahs an. Wir setzen die Scharia und die Sunna in Kraft.“

Um eine weitere Vorstellung zu bekommen, wie allgegenwärtig die Huris im islamischen Denken sind, bedenken Sie, ihren Einfluss auf muslimische Frauen. Während einer Fragestunden in einer islamischen Fernsehsendung rief eine Frau an, die sich empört über die Huris äußerte; sie würde „durch Eifersucht wahnsinnig“, sagte sie, ihren Ehemann zu sehen, wie er im Himmel den ganzen Tag mit diesen übernatürlich schönen Frauen kopuliert.

Der Kleriker antwortete ihr damit, dass er sagte: „Wenn du ins Paradies kommst, wird Allah deinem Herzen die Eifersucht nehmen. Und fürchte dich nicht, denn du wirst über die Huris herrschen und ihre Königin sein.“ Immer noch besorgt flehte die Muslima: „Aber muss er die Huris haben?“ Der Kleriker versicherte ihr lachend: „Schau, wenn du ins Paradies kommst, wirst du schöner sein als die Huris – du wirst ihre Herrin sein. In Ordnung? Und wenn du ins Paradies kommst, wird Allah deinem Herzen alle Eifersucht und Sorgen nehmen.“

All das ist eine Mahnung, dass das muslimische Denken und die Motivation hinter dem Jihad vielfältig und vielgesichtig ist – und sogar all jene einschließt, die gar nicht an Allah und das Leben nach dem Tod glauben.

Leider begreifen das im Westen nur wenige. So sagte ein französischer Reporter, der den Islamischen Staat infiltrierte und Zeit dort verbrachte: „Ich sah nie irgendetwas Islamisches. Keinen Willen die Welt zu verbessern“, nur „selbstmörderische“ Männer, die sich darauf freuten ihren „Weg ins Paradies“, wo „Frauen [Huris] auf uns warten“, den „Märtyrertod“ zu sterben, wie sie ihm erklärten.

Westlich-säkularem Denken würde es gut tun, wenn man aufhört die eigenen, ausschließlich materialistischen Paradigmen auf Jihadisten zu projizieren – wie es die Administration Obama machte, als sie sagte, Menschen würden sich „wegen fehlender Chancen auf dem Arbeitsmarkt“ dem Islamischen Staat anschließen – und anfangen die Paradigmen und Motivationen des Islam in dessen eigenen Begriffen zu verstehen.

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