Was hat NGO Monitor falsch verstanden? (Tipp: Nichts!)

Dexter Van Zile, The Times of Israel blogs, 6. Februar 2019

Ein  Aktivist des Ökumenischen Begleitprogramms des Weltkirchenrats führt 2012 Teilnehmer der Reise der „Christus am Checkpoint“-Konferenz an Israels Sicherheitsbarriere in Bethlehem. (Foto: Dexter Van Zile)

Der Middle East Council of Churches (MECC), der belagerte christlichen Gemeinden in mehrheitlich muslimischen Ländern der gesamten Region repräsentiert, verteidigte neulich den Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat), indem er gegen nicht genannte zionistische Gruppen Anschuldigungen erhob, sie würden die Aktivisten der Organisation diffamieren, die im Heiligen Land unter der Obhut des Ökumenischen Begleitprogramms im Besetzten Palästina (Ecumenical Accompaniment Program in Occupied Palestine – EAPPI) agieren.

Das Kommuniqué wurde von Exekutivkomitee des MECC ausgegeben, das Ende Januar im Libanon zusammenkam. Das Kommuniqué erklärte: „Die Teilnehmer verurteilen den unfairen und bösartigen Angriff auf das Ökumenische Begleitprogramm im Besetzten Palästina, der von einer der zionistischen Institutionen geführt wurde.“

Der Grad der Verachtung des MECC für Israel und Israelis ist ziemlich offensichtlich. Das Exekutivkomitee des MECC kann sich nicht einmal dazu aufraffen, die fragliche Organisation beim Namen zu nennen, geschweige denn den jüdischen Staat – Israel – in seinem Kommuniqué namentlich anzuführen.

Es ist widerlich. Es ist so, als nähmen die für das MECC verantwortlichen Bischöfe und Patriarchen die arabischen Extremisten im Nahen Osten zum Vorbild, die immer noch davon träumen das „zionistische Gebilde“ in ihrer Mitte zu vernichten. Jemand muss den Leuten in der Führungsriege des MECC sagen, dass das Mittelalter anrief und seinen Antisemitismus zurückhaben will.

Trotz der Weigerung des MECC die fragliche „zionistische Institution“ mit Namen zu nennen, ist ziemlich klar, dass die nicht genannte „zionistische Institution“ NGO Monitor ist, das vir kurzem einen vernichtenden und maßgeblichen Bericht über das EAPPI veröffentlichte. Der Bericht führt detailliert an, wie die Organisation als Trainingslager für antiisraelische Interessenvertretung fungiert. Insbesondere legt der Bericht dar, dass „EAPPI beträchtliche Betonung auf politische Interessenvertretung vor, während und nach der Reise legt. Wenn Freiwillige in ihre Heimatländer und –Kirchen zurückkehren, betreiben sie antiisraelische Lobbyarbeit wie BDS-Kampagnen und die Gleichsetzung von Israel mit dem Apartheid-Südafrika und Nazi-Deutschland.“

Das ist nicht zu leugnen. NGO Monitor hat das genau richtig verstanden.

EAPPI ist eine von zwei Bürokratien (die andere ist das Palestine-Israel Ecumenical Forum oder PIEF), die vom ÖRK gegründet wurden, um gegenüber Menschen außerhalb des Nahen Ostens antiisraelische Propaganda zu propagieren. Ein Aktivist, der das Heilige Land unter dem Deckmantel des EAPPI-Friedenschaffens besucht und dann nach Südafrika zurückkehrte, erzählte seinen Mitchristen: „Es ist an der Zeit zu sagen, dass die Opfer des Holocaust die Täter geworden sind.“ Der Bericht dokumentiert zudem, wie europäische Regierungen dem EAPPI-Programm im Heiligen Land beträchtliche Finanzmittel zukommen lassen, was ebenfalls unbestritten ist.

Das Interessante an der Attacke des MECC ist, dass er nicht ein Iota an Beweisen liefert, dass irgendetwas, was über die EAPPI gesagt wurde, falsch ist. Ebenso der Weltkirchenrat, der das Programm beaufsichtigt. Ja, der ÖRK hat eine vage Stellungnahme veröffentlicht, die erklärt, er sei gegen Antisemitismus und Gewalt und wolle Frieden, aber die Tatsache bleibt bestehen: EAPPI-Aktivisten verkehren regelmäßig mit palästinensischen Extremisten, die Menschenrechtsrhetorik als Deckmantel für ihre Absicht benutzen dem jüdischen Volk seinen souveränen Staat zu rauben.

Ein palästinensischer Extremist, der sich in der Aufmerksamkeit der EAPPI-Aktivisten sonnt, ist Hasan Breijieh, ein Sprecher der PFLP, der auf Video festgehalten wurde, wie er am Sabbat Juden außerhalb ihrer Häuser drangsalierte und der ein Gedicht geschrieben hat, das den Geist von William Wallace in sehr einem sehr offensichtlichen Versuch beschwört den in der Westbank lebenden Israelischen Juden Angst zu machen im Schlaf ermordet zu werden.

Breijieh ist übrigens Sprecher der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), einer Organisatione, die im Verlauf der letzten Jahrzehnte zahlreiche Terroranschläge auf Zivilisten verübt hat, darunter das Flughafen-Massaker von Lod. Trotz alldem ist de Facebook-Seite von Breijieh angefüllt mit Fotos von EAPPI-Aktivisten, die ihn besuchen.

Ein interessantes Gedankenexperiment für die EAPPI und ihre Anhänger, mit dem sie sich beschäftigen sollten, besteht in der Frage, ob wie sich mit jüdischen Organisationen verbinden würden, die offen die Ermordung von Palästinensern befürworten, wofür ihr Wohnort als Begründung angegeben wird. Wenn die Antwort „nein“ lautet – und so sollte es sein – dann stellt sich die Frage, warum sie sich mit Palästinensern zusammentun, die für den Mord und die Vertreibung von Juden in der Westbank eintreten. Weil es das ist, was EAPPI-Aktivisten getan haben und es sich in der Rhetorik zeigt, die sie an den Tag legen, wenn sie aus dem Heiligen Land in ihre Heimatländer zurückkehren.

NGO Monitor ist nicht die einzige Organisation, die die EAPPI effektiv genau untersucht haben. Im Tirzus Bemühungen EAPPI-Aktivisten auf Video zu filmen war einer der Faktoren, die dazu führten, dass die Organisation aktuell beschlossen hat sich aus Hebron zurückzuziehen. Und eine weitere Version, DMU, verfolgt EAPPI-Aktivisten seit Jahren aufmerksam. DMU-Aktiviistin Amit Barak ist besonders effektiv darin gewesen die Verbindungen zwischen Hasan Breijieh und seinen Fans in der EAPPPI zu dokumentieren und zu publizieren.

Willkommen zu Foucaults Panoptikum,  Leute! Wie ist die Aussicht?

„Kostümspiel“ ist das beste Wort den EAPPI-Aktivismus in der Westbank zu beschreiben. Für den Uneingeweihten: „Kostümspiel“ beschreibt die Praxis sich als die fiktive Lieblingsfigur eines Buchs oder Films. Sie sehen Kostümspiel betreibende Menschen auf Science Fiction-Tagung, wo die Fans sich als ihre Lieblingsfiguren aus Star Trek oder Raumschiff Enterprise oder Harry Potter-Serien verkleiden. Auf einer Fiction-Tagung Fan-Dasein zu betreiben ist eines, aber in ein Umfeld zu marschieren, in dem regelmäßig antijüdische Hetze verbreitet wird und palästinensische Extremisten wie Hasan Breijieh mit Zuneigung überschüttet werden, ist etwas völlig anderes.

Das zu tun ist schlecht, aber EAPPI-Aktivisten machten das mehr als einmal. Und doch haben aus irgendeinem Grund die gut gekleideten Bischöfe und Patriarchen, die mit dem Middle East Council of Churces verbunden sind, es für angebracht gehalten die Organisation zu verteidigen.

Sind das wirklich Bischöfe oder spielen auch sie Verkleiden?

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2 Gedanken zu “Was hat NGO Monitor falsch verstanden? (Tipp: Nichts!)

  1. Ich hatte im Mai des vergangenen Jahres die Gelegenheit, in Jerusalem einen Vortrag Frau Dr. Heldts zu hören, darin siie sich kritisch mit der unrühmlichen Rolle besonders der „Evangelischen Kirche Deutschland“ auseinandersetzt.

    Es war für mich erschreckend, wenngleich nicht unbedingt neu, das tatsächliche Ausmaß der „Kritik“ an Israel seitens der EKD und ihrer Abgesandten in Form von Bischöfen und Pastoren in Israel von einer wirklichen Kennerin dargelegt zu bekommen.

    Wie es scheint, setzt sich gerade in Israel der alte Lutherische Antisemitismus der Evangelen nahezu ungebremst fort. Für mich als Christin eine sehr beschämende Angelegenheit.
    Frau Dr. Heldt gehört vermutlich zu den wenigen Theologen prostestantischer Prägung, die sich dieser kritischen Haltung Israel (den Juden) gegenüber nicht anschließen.

    Sie ist Mitglied im Ecumenical Fraternity. Mehr darüber in diesem Linke: http://www.etrfi.org/368ber-uns.html

    Leider war es nicht möglich, Frau Dr. Heldts Vortrag als autorisierte Mitschrift zu erhalten, sie bat uns vielmehr, auch die Video-Aufzeichnung nicht zu veröffentlichen, da sie ohnehin großen Anfeindungen seitens der EKD ausgesetzt ist.

    • Ich kenne Frau Dr. Heldt persönlich und schätze sie außerordentlich. Sie ist eine außergewöhnlich konsequente Theologin und Christin an der Seite Israels.
      Wer den Film „Unveiling Jerusalem“ sehen kann, findet dort klare Stellungnahmen, wie sie von evangelischen Theologen nur äußerst selten zu finden sind.

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